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Lo-Fi: Ästhetik der Unvollkommenheit, Hip-Hop und House. Rezept für Lo-Fi-Beats (BPM)
Lo-Fi (low fidelity) ist die Ästhetik des „unperfekten“ Klangs: bewusst belassene Bandgeräusche, Vinyl-„Staub“, Nadelknistern, übersteuerte Mikros, Home-Demos und einfache Harmonien. Heute ist Lo-Fi nicht nur eine Frage der Aufnahmetechnik, sondern eine eigene Kultur: von lo-fi hip-hop / chillhop und „study beats“ über lo-fi house, Schlafzimmer-Indie-Rock, Dreampop bis hin zu Ambient.
Was ist Lo-Fi: Wesen & Sound
Artefakte als Farbe. Rauschen, Klicks/Pops, Wow & Flutter (mikroskopische Geschwindigkeitsschwankungen), begrenzte Bandbreite, sanftes Clipping.
Minimalismus und Loops. Kurze Loops, einfache Jazzakkorde, wiederkehrende Motive.
Warme Dynamik. Weniger scharfe Höhen, weiche Tiefen, „komprimierte&ldq...
Slow Motion House — „Chug“, balearische Meditation und warmer Groove bei 90–108 BPM
Slow Motion House (auch slo-mo house, chug, teils „drug-chug“) — ist ein gemächlicher, hypnotischer Zweig von House und Disco bei reduzierter Geschwindigkeit. Hier zählen ein zäher Groove und eine filmische Stimmung mehr als Peak-Energy auf dem Dancefloor: dichte Percussion-Pattern, organische Basslinien, analoger Sound, psychedelische Synths, ethnische/rockige Texturen und lange Übergänge.
Schlüsseleigenschaften des Sounds
Tempo: meist 90–108 BPM (seltener 110–112).
Groove: rollendes Mid-Tempo mit Fokus auf Hi-Hats und Percussion; die Kick weicher als in Techno/House.
Bass: warm, fett, oft mit Live-Anmutung (Moog/SH-Stil), kurze, repetitive Riffs.
Synths & FX: Arpeggios, Flanger/Phaser, Tape-Wobble/Tremolo, kosmische ...
Big Beat — gebrochene Beats, Funk und die rohe Energie der 90er.
Big Beat ist ein kraftvoller, tanzbarer Zweig der elektronischen Musik aus der Mitte bis zum Ende der 1990er, entstanden an der Schnittstelle von Breakbeat, Hip-Hop, Funk und Rock-Riffs. Kennzeichen sind: fette gesampelte Drums, aggressive Bässe, schrille Scratches, „dreckige“ Gitarren, kurze Vocal-Hooks und eine ungezügelte Dynamik, ausgelegt für große Dancefloors und Festivalbühnen.
Kurze Definition
Big Beat ist der „Big-Room-Sound“: schwere gebrochene Beats (typisch 115–135 BPM), übersteuerte Drums und Bässe, funkige und rock’n’rollige Samples, effektvolle Breaks und Drops – oft mit Scratching- und Rap-Elementen.
Geschichte & Kontext
Wurzeln (späte 1980er – frühe 1990er)
Breakbeat...
Dark Ambient — die dunkle Architektur des Klangs: Geschichte, Ästhetik, Techniken, Schlüsselfiguren
Dark Ambient ist ein Subgenre des Post-Industrial und des Ambient, aufgebaut auf langsamen Drones, tiefen Subbässen, langen Hallfahnen und Klangtexturen, die ein Raumgefühl erzeugen — von verlassenen Hallen bis zu Untergründen. Es formte sich in Europa bis Mitte der 1980er-Jahre als „dunkler“ Zweig des Ambient und entwickelte rasch eine eigene Ästhetik und einen eigenen Kreis von Künstlern.
Wie es klingt
Grundlage: lang anhaltende Drones, Rausch-Schichten, kaum wahrnehmbare Obertöne, spärliche Percussion-Akzente, Flüstern und Field Recordings.
Timbre: „kühle“ Synthesen, granulierte Samples, entfernte Schläge, elektrisches Brummen, hohl klingende Raumresonanzen.
Wirkung: nicht Trost, sondern Distanzierung ...
Roland TR-808 — die legendäre Drum-Machine, die die Musik verändert hat.
Roland TR-808 Rhythm Composer — das ist nicht nur eine Drum-Machine. Es ist ein kulturelles Phänomen, dessen Klänge Pop, Hip-Hop, Elektronik und die gesamte Klanglandschaft des späten 20. Jahrhunderts für immer verändert haben.
Veröffentlicht 1980 von der japanischen Roland Corporation, wurde die TR-808 zum Symbol einer ganzen Ära — vom Underground bis zur globalen Popbühne.
Entstehungsgeschichte
Nach dem Erfolg des Synthesizers Roland Jupiter-4 träumte Ingenieur Ikutaro Kakehashi (Roland-Gründer) von einer tragbaren Einheit, die einen Live-Drummer ersetzen konnte — aber mit eigener Persönlichkeit. Die TR-808 setzte auf analoge Klangsynthese statt auf Samples, was ihr einen einzigartigen Ton verlieh: mechanisch, tief ...
Breakstep — die Brücke zwischen Garage, Drum’n’Bass und Dubstep.
Breakstep — ein Subgenre der britischen elektronischen Szene der späten 1990er und frühen 2000er Jahre, das 2-Step Garage, Breakbeat und Drum’n’Bass vereinte. Es fungierte als Übergangsphase zwischen Old-School-UK-Garage und der neuen Richtung Dubstep und prägte deren rhythmisches Fundament sowie die Bass-Wucht.
Ursprünge und Entwicklung
Ende der 1990er, London. Nach der Blütezeit von UK Garage experimentierten DJs mit einem härteren, „dreckigeren“ Sound, fügten gebrochene Beats und tiefe Bässe hinzu.
Breakstep entsteht — eine aggressivere Form von Garage, inspiriert vom Breakbeat Jungle.
Schlüsselvenues — FWD>>, Plastic People, wo der Stil in Sets von Oris Jay, Zed Bias, DJ Hatcha und B...
Euro Trance — Epos, Melodie und die Energie der 2000er.
Euro Trance ist eines der markantesten Subgenres der elektronischen Musik der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. Er vereint die Melodik des Eurodance, die Atmosphäre des Trance und die kraftvolle Energie der europäischen Clubszene.
Das ist Musik der Euphorie und des Lichts — mit Melodien, die die Hände in die Luft reißen, und Beats, die direkt ins Herz treffen.
Ursprünge und Entwicklung
Mitte der 1990er — Trance wird in Europa rasant populär (vor allem in Deutschland und den Niederlanden). Produzenten beginnen, den europäischen Pop-Glanz des Eurodance mit der melodischen Architektur des Trance zu kombinieren.
Die ersten klassischen Euro-Trance-Tracks erscheinen 1996–1998:
Sash! – Encore Une Fois,
Robert Miles...
Deep Techno — die Hypnose des Klangs und die Architektur des Rhythmus
Deep Techno ist ein Subgenre des Techno, das auf tiefer Atmosphäre, räumlichen Texturen und Minimalismus basiert. Es zielt nicht auf Aggression oder Geschwindigkeit ab – im Gegenteil, es ist ein Eintauchen in den Klang, bei dem der Rhythmus meditativ wird und die Musik sich in eine klangliche Architektur verwandelt.
Ursprung und Philosophie des Genres
Entstehung: Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre. Deep Techno entwickelte sich aus Detroit Techno, Dub Techno und Ambient.
Wichtige Einflüsse: Basic Channel, Maurizio, DeepChord, Rod Modell, cv313, Fluxion, Monolake.
Die Ästhetik des Genres dreht sich um Leere, Raum und Tiefe – anstelle dichter Beats gibt es hier Luft, Nachhall und sanfte Bässe.
Deep Techno ist kein Tanz – es ist ein ...
Indietronica — eine Synthese aus Indie und Elektronik
Indietronica ist ein Genre, das unabhängige Gitarrenmusik (Indie-Rock, Indie-Pop) mit elektronischen Texturen und synthetischen Klängen verbindet. Es entstand an der Wende der 1990er- und 2000er-Jahre, als Indie-Bands begannen, mit digitaler Technologie und elektronischer Ästhetik zu experimentieren, dabei aber die melancholische und authentische Stimmung der Live-Musik beibehielten.
Ursprünge und Entwicklung des Genres
Wurzeln: In den 1990er-Jahren, nach dem Boom von Britpop und Trip-Hop, suchten Musiker nach neuen Ausdrucksformen – weniger kommerziell, aber technologisch fortschrittlicher.
Es entstehen Bands, die analoge Synthesizer, Drum-Machines und minimalistisches Gitarrenspiel kombinieren.
Die erste Welle: The Postal Service, Hot Chip, The Notwist, La...
Blues — die Musik der Seele, der Straße und der Freiheit.
Blues — ist eines der ältesten und einflussreichsten Genres der modernen Musik. Entstanden im späten 19. Jahrhundert unter Afroamerikanern im Süden der USA, wurde er zur Grundlage für Rock, Jazz, Soul, R&B und einen großen Teil der weltweiten Musikkultur.
Dies ist Musik, die von Schmerz, Hoffnung und innerer Freiheit erzählt – mit einfachen Worten und tiefen Emotionen.
Ursprung und Geschichte
Ende des 19. Jahrhunderts, Mississippi-Delta (USA): Der Blues entwickelte sich aus spirituellen Liedern (Spirituals), Feldrufen (Field Hollers) und Arbeitsliedern (Work Songs), die von Sklaven und Landarbeitern auf Baumwollplantagen gesungen wurden.
Wichtige Grundlagen:
die Blues-Tonleiter (Blue Notes — erniedrigte 3., 5. und 7. Stufe);
12-T...
Ska ist die Musik der Sonne, des springenden Rhythmus und der Straßenfreiheit.
Ska ist ein energiegeladenes und fröhliches Musikgenre, das Ende der 1950er Jahre in Jamaika entstand. Es wurde zum Vorläufer von rocksteady und reggae und legte später den Grundstein für Stilrichtungen wie 2 Tone und ska-punk. Ska ist die Musik des Tanzes, der Bläser, der synkopierten Gitarrenrhythmen und eines Lächelns, das man nicht verbergen kann, sobald der typische „Skank“-Beat erklingt.
Wie entstand Ska?
Ende der 1950er, Kingston, Jamaika. Amerikanischer Rhythm & Blues und Jazz aus dem Radio inspirierten lokale Musiker. Sie kombinierten diese Klänge mit karibischen Rhythmen wie Mento und Calypso und setzten einen starken Akzent auf die zweite und vierte Zählzeit (Offbeat).
Hauptmerkmal: ein hüpfender Gitarren-/Klavierr...
Eurodance – die Energie der 90er, die die Tanzflächen Europas eroberte.
Eurodance ist ein Genre der elektronischen Tanzmusik, das Anfang der 1990er Jahre in Europa entstand. Es vereint die Rhythmen von Techno und House, den Gesang der Popmusik, Rap-Parts und melodische Synthesizer zu einem einzigartigen Stil, der zum Symbol der Ära der Diskotheken, Kassetten und MTV wurde.
Geschichte und Entstehung
Ende der 1980er – Anfang der 1990er Jahre: Eurodance entwickelte sich aus Italo Disco, Euro Disco und House Music. Die ersten Vorreiter waren Snap! – „The Power“ (1990) und Technotronic – „Pump Up The Jam“ (1989).
1992–1996 – Die goldene Ära: Auf europäischen Radios dominierten Tracks von 2 Unlimited, Haddaway, Culture Beat, La Bouche, Corona, Captain Hollywood Project, Dr. Alban, E-Type, DJ Bo...
Roland TB-303 — die Maschine, die die elektronische Musik für immer veränderte.
Roland TB-303 Bass Line — der legendäre Synthesizer und Sequencer, der 1981 von der japanischen Firma Roland veröffentlicht wurde. Ursprünglich als kompakte Bassbegleitung für Gitarristen gedacht, wurde er zum Instrument, das ein ganzes Musikgenre prägte — Acid House und Techno.
Entstehungsgeschichte
Ende der 1970er Jahre experimentierte Roland intensiv mit tragbaren elektronischen Instrumenten. Der TB-303 war als „elektronischer Bassist“ konzipiert, der mit der Drum-Machine TR-606 Drumatix kombiniert werden sollte. Ingenieur Tadao Kikumoto (ebenfalls Schöpfer des legendären TR-909) wollte den Klang einer Bassgitarre nachbilden – das Ergebnis klang jedoch wesentlich synthetischer und „brummender“.
Der Verkauf war ...
Nu Jazz — die Verschmelzung von Jazz und elektronischer Musik
Nu Jazz (auch Electro-Jazz oder Future Jazz) ist ein modernes Genre, das Jazz-Improvisation mit elektronischer Musik, Funk-Grooves und einer Lounge-Atmosphäre verbindet. Das Genre entstand Ende der 1990er Jahre als Reaktion auf das wiederauflebende Interesse am Jazz und gleichzeitig auf den Aufstieg der elektronischen Musikszene.
Geschichte und Entstehung des Genres
Ende der 1990er: In Europa und Japan begannen DJs und Produzenten, mit Jazz-Harmonien, Live-Instrumenten und elektronischen Beats zu experimentieren. Wegweisende Projekte waren:
Jazzanova (Deutschland) — die Schöpfer des Begriffs Nu Jazz,
St. Germain (Frankreich) — verband House und Jazz (Tourist, 2000),
Koop (Schweden) — Jazz mit Soul-Gesang und gebrochenem Rhythmus,
Nuspirit Helsinki (Fin...
Electronic Body Music — der industrielle Rhythmus von Körper und Maschine
Electronic Body Music (EBM) ist ein Genre der elektronischen Musik, das Anfang der 1980er Jahre entstand und industrielle Härte, mechanischen Rhythmus und tänzerische Energie von Synthesizern vereint. Es ist ein Stil, in dem Körper und Maschine eins werden und Musik zu einem Ritual der Bewegung wird.
Geschichte und Ursprung
EBM entstand in Europa (hauptsächlich in Belgien und Deutschland) als Antwort auf die kalte, distanzierte Ästhetik von Industrial und Synth-Pop.
Pioniere des Genres:
Front 242 (Belgien) – die Schöpfer des Begriffs Electronic Body Music;
Nitzer Ebb (Großbritannien) – rhythmische Aggression und Minimalismus;
DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) – eine Fusion aus Punk-Aggression und Elektronik;
Front Line Assem...