Регина Бурд - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Регина Бурд

Regina Vladimirovna Burd ist eine russische Sängerin und Unternehmerin, geboren am 8. Oktober 1985 in Moskau. Bekannt wurde sie vor allem als Mitglied und Sängerin der Popgruppe Slivki, in der sie unter dem Künstlernamen Michelle auftrat. Ende 2004 stieß sie zur Gruppe und blieb mehrere Jahre dabei. In dieser Zeit wirkte sie an der Phase der Alben „Vyше облаков“ und „Заморочки“, an Konzerttourneen und Musikvideodrehs mit. Nach ihrem Ausstieg beendete Burd ihre regelmäßige Bühnenkarriere und konzentrierte sich auf ihre Familie und unternehmerische Projekte.

In der Geschichte der russischen Popmusik der Mitte der 2000er Jahre ist Regina Burd vor allem mit der späteren Phase der bekanntesten Besetzung von Slivki verbunden. Karina Koks blieb die zentrale Sängerin der Gruppe, doch Michelle wurde zu einem auffälligen Bestandteil ihres Bühnenbildes und beteiligte sich an Tourneen und Studioarbeit. Zu den bekanntesten Songs dieser Zeit gehören „Выше облаков“, „Заморочки“, „Хватит“ und „Клубная зона“.

Kindheit sowie Musik- und Tanzunterricht

Regina Burd wuchs in Moskau in einer Familie auf, die beruflich nicht mit dem Showgeschäft verbunden war. Kreative Aktivitäten spielten jedoch schon früh eine Rolle in ihrem Leben. Sie beschäftigte sich mit Choreografie und Gesang, lernte Gitarre zu spielen und besuchte eine Kunstschule. Besonders wichtig war der Tanz: An der Schule „Duncan“ lernte Burd mehrere Tanzrichtungen, darunter Gesellschafts- und Volkstänze.

Nach der Schule schrieb sich Regina an einer Bildungseinrichtung mit Schwerpunkt Sport ein, wo sie einen Bereich studierte, der mit Aerobic und Fitnessgymnastik verbunden war. Gleichzeitig tanzte sie weiter und arbeitete an Moskauer Clubbühnen. Unter anderem trat Burd im Ballett des Clubs „Infinity“ auf. Ihre tänzerische Ausbildung sollte später direkt mit ihrem Einstieg in eine professionelle Popgruppe zusammenhängen.

Wie Regina Burd zu Slivki kam

Als Regina Burd zur Gruppe stieß, war Slivki bereits ein bekanntes russisches Frauen-Popprojekt. Die Gruppe existierte seit 2000 unter der Leitung des Produzenten Evgeny Orlov, während Karina Koks ihr dauerhaftes musikalisches Zentrum und ihre Hauptsängerin war. Das Repertoire verband Popmusik mit Elementen des R&B, und Songs wie „Иногда“, „Ты попал“, „Летели недели“, „Я — другая“ und „Моя звезда“ machten Slivki zu einem bekannten Namen auf der russischen Musikszene der frühen 2000er Jahre.

Im November 2004 berichtete die Musikpresse über eine Veränderung der Besetzung: Daria Ermolaeva wurde durch ein neues Mitglied ersetzt, das dem Publikum unter dem Namen Michelle vorgestellt wurde. Dabei handelte es sich um Regina Burd. InterMedia schrieb damals, dass die neue Besetzung durch Auswahlverfahren und Proben mit den bereits aktiven Mitgliedern der Gruppe zusammengestellt wurde. Damit wurde Burd Ende 2004 offiziell Teil von Slivki.

Der Künstlername Michelle wurde vor allem innerhalb des Gruppenimages verwendet. In späteren Jahren wurde die Sängerin deutlich stärker unter ihrem bürgerlichen Namen Regina Burd bekannt, weshalb der Name Michelle in biografischen Texten meist direkt mit ihrer Zeit bei Slivki verbunden wird.

„Выше облаков“

Das erste größere Album von Slivki mit Regina Burd war „Выше облаков“, veröffentlicht 2005 bei ARS Records. Die digitale Ausgabe enthält acht Titel, darunter „Выше облаков“, „Самая лучшая“, „Реки и мосты“, „Маменькин сынок“, „С той той той“, „На Гавайи“ und „Сари лала“. Das Album setzte die für die Gruppe typische Verbindung aus melodischer Popmusik und R&B fort.

Der wichtigste neue Song dieser Zeit war „Выше облаков“. 2005 entstand dazu ein Musikvideo unter der Regie von Vladimir Yakimenko. Darin erschienen Karina Koks, Tina Charles Ogunleye und Regina Burd als Engel. Gerade dieser Song wurde zu einem der bekanntesten Stücke aus jener Phase der Slivki-Geschichte, an der Michelle beteiligt war.

Für Burd bedeutete die Arbeit in der Gruppe den Übergang von Tanzauftritten in Clubs zu einem professionellen Tourneealltag. Slivki nahm regelmäßig an Sammelkonzerten, Fernsehprogrammen und kommerziellen Veranstaltungen teil. Regina erinnerte sich später an diese Jahre als vollwertiges Künstlerleben mit intensiven Reisen und ständiger Bühnenarbeit.

Regina Burds Rolle bei Slivki

Bei der Bewertung von Burds Musikkarriere muss berücksichtigt werden, wie die Gruppe selbst aufgebaut war. Slivki war kein Trio mit gleichmäßig verteilten Leadgesangsparts: Karina Koks blieb während des größten Teils der Projektgeschichte die Hauptsängerin und die bekannteste Stimme. Regina gehörte zur Bühnenbesetzung, tanzte, übernahm Gesangsparts und beteiligte sich an Aufnahmen, Konzerten, Fotoshootings und Musikvideos. Ihre Jahre bei Slivki sollten daher eher als Arbeit innerhalb einer Frauen-Popgruppe denn als eigenständige Solokarriere betrachtet werden.

Dieses Modell erklärt auch, warum nach Burds Ausstieg keine umfangreiche eigene Solodiskografie entstand. Die wichtigsten musikalischen Aufnahmen ihrer professionellen Phase gehören zum Slivki-Katalog, während die Sängerin später bewusst darauf verzichtete, ein neues Soloprojekt aufzubauen. In Interviews bezeichnete sie ihre Zeit in der Gruppe Jahre später als wichtigen, aber abgeschlossenen Lebensabschnitt, zu dem sie nicht zurückkehren möchte.

„Заморочки“ und Dominik Joker

Die nächste wichtige Phase begann mit dem Material aus der zweiten Hälfte der 2000er Jahre. 2007 veröffentlichte Slivki den Song „Заморочки“, aufgenommen unter Beteiligung von Dominik Joker. Im März desselben Jahres berichtete InterMedia über die Vorbereitung eines Musikvideos, und im September gab der Song dem nächsten Album der Gruppe seinen Titel.

Das Album „Заморочки“ wurde zur letzten größeren Studioveröffentlichung von Slivki während Regina Burds Zeit in der Gruppe. In derselben Phase erschien auch der Song „Хватит“. Musikalisch hielt Slivki an der typischen Mischung aus Popmusik, zeitgenössischem R&B der Mitte der 2000er Jahre und tanzorientierter Unterhaltungsmusik fest.

2008 erschien eine weitere Zusammenarbeit mit Dominik Joker: „Клубная зона“. Das Musikvideo zum Song wurde von Alexey Golubev inszeniert. Die Aufnahme gehört zur letzten Phase von Burds Zeit in dem Projekt.

Die Begegnung mit Sergey Zhukov

Während ihrer Zeit bei Slivki lernte Regina Sergey Zhukov kennen, den Frontmann der Gruppe „Ruki Vverh!“. Die beiden begegneten sich auf einer Tournee, als beide weiterhin aktiv auftraten. Burd erzählte später, dass ihre Beziehung nicht unmittelbar nach dem ersten Treffen begann, sondern erst einige Zeit später. 2007 heirateten Regina Burd und Sergey Zhukov.

Die Ehe selbst war nicht der direkte Grund für Burds Rückzug aus der Musikkarriere. Später erklärte sie, dass sie bereits während ihrer Zeit in der Gruppe spürte, dass dieser Lebensabschnitt zu Ende ging, und sich vom intensiven Tourneebetrieb zurückziehen wollte. Die Familiengründung fiel lediglich zeitlich mit ihrer eigenen Entscheidung zusammen, ihren Lebensstil zu verändern.

Ausstieg bei Slivki

Regina Burd verließ Slivki im Jahr 2008. Im August desselben Jahres berichtete InterMedia über eine weitere Veränderung der Besetzung und Michelles Ausstieg aufgrund ihrer Schwangerschaft. Im November 2008 wurde die Tochter Nika von Regina und Sergey Zhukov geboren. Danach kehrte Burd nicht mehr dauerhaft in eine Popgruppe zurück.

Später sprach die Sängerin ohne Bedauern über ihre Entscheidung. Nach ihren Worten hatte ihr die Tourneezeit wichtige Erfahrungen vermittelt, doch zum Zeitpunkt ihres Ausstiegs wünschte sie sich ein ruhigeres Leben und eine Familie. In einem Interview von 2019 betonte Burd, dass sie die Vergangenheit nicht wiederholen wolle, obwohl sie gute Beziehungen zu ihren ehemaligen Kolleginnen bewahrt habe.

Leben nach der Musikkarriere

Nach ihrem Ausstieg bei Slivki konzentrierte sich Regina Burd mehrere Jahre fast vollständig auf ihre Familie. Sie und Sergey Zhukov haben vier Kinder: Nika, geboren 2008, Angel, geboren 2010, Miron, geboren 2014, und Evan, geboren 2023.

Mit der Zeit wurde das Unternehmertum zu einem wichtigen Teil ihrer Tätigkeit. 2014 gründete die Familie die Dessertproduktion Cupcake Story, aus der später ein Netzwerk unter dem Namen „Любовь и Сладости“ entstand. Burd war direkt an der Entwicklung des Projekts und an der Produktionsleitung beteiligt. In Interviews mit Marie Claire und anderen Publikationen betonte sie, dass das Konditoreigeschäft zu einer eigenständigen beruflichen Tätigkeit geworden sei und nicht bloß ein zusätzliches Hobby einer Künstlerfamilie darstelle.

Gleichzeitig distanziert sich Burd nicht von ihrer musikalischen Vergangenheit. In seltenen Fällen trat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihren Kindern auf, doch diese Auftritte hatten familiären oder besonderen Charakter und bedeuteten keine Wiederaufnahme ihrer Solokarriere. In Interviews bezeichnete sie die Zeit bei Slivki konsequent als abgeschlossenes Kapitel ihres Lebens.

Rückkehr zur eigenen Geschichte im Film

2024 trat Regina Burd im musikalischen Biopic „Ruki Vverh!“ auf, das der Geschichte von Sergey Zhukov und der gleichnamigen Gruppe gewidmet ist. In dem Film spielte sie sich selbst. Dieser Auftritt war eine der wenigen Rollen Burds in einem Spielfilm nach dem Ende ihrer Bühnenkarriere.

Musikstil und Bühnenimage

Regina Burd konnte keinen eigenständigen musikalischen Stil als Solokünstlerin entwickeln, da ihre professionelle Gesangskarriere fast vollständig innerhalb von Slivki stattfand. Der Sound der Gruppe während der Michelle-Phase basierte auf russischer Popmusik der Mitte der 2000er Jahre mit deutlichem Einfluss von R&B und tanzorientierter Unterhaltungsmusik. Auch die visuelle Komponente spielte eine große Rolle: Die Auftritte waren auf ein weibliches Trio, choreografierte Nummern und auffällige Musikvideos ausgerichtet.

Eine besondere Stärke Burds war ihre tänzerische Ausbildung. Als sie zur Gruppe stieß, verfügte sie bereits über viele Jahre Tanzerfahrung und passte deshalb selbstverständlich in das Bühnenmodell von Slivki, bei dem Gesang mit sorgfältig choreografierten Performances verbunden wurde.

Wichtige Veröffentlichungen aus Regina Burds Zeit bei Slivki

  • „Выше облаков“ — Album, 2005;
  • „Выше облаков“ — Song und Musikvideo, 2005;
  • „Заморочки“ — Song mit Dominik Joker, 2007;
  • „Заморочки“ — Album, 2007;
  • „Хватит“ — Song und Musikvideo, 2007;
  • „Клубная зона“ — gemeinsam mit Dominik Joker, 2008.

Die beiden vollständigen Slivki-Alben, die direkt in die Zeit von Regina Burds Mitgliedschaft fallen, sind „Выше облаков“ und „Заморочки“. Die früheren bekannten Alben „Первая весна“, „Настроение…“ und „Легко!?“ wurden aufgenommen, bevor sie zur Gruppe kam.

Regina Burds Platz in der Geschichte von Slivki

Regina Burd war weder Gründungsmitglied noch die Hauptstimme von Slivki, weshalb ihr Beitrag am sinnvollsten im Kontext einer bestimmten Phase der Gruppengeschichte bewertet wird. Sie kam zu einem Zeitpunkt hinzu, als das Projekt bereits einen bekannten Namen und ein etabliertes Repertoire besaß, und wurde Teil der Besetzung der Mitte der 2000er Jahre – der Ära von „Выше облаков“, „Заморочки“ und intensiver Tourneetätigkeit.

Im Gegensatz zu vielen Mitgliedern populärer Frauenbands jener Zeit nutzte Burd die gewonnene Bekanntheit nach ihrem Ausstieg nicht, um eine Solokarriere als Sängerin aufzubauen. Sie beendete diesen Lebensabschnitt bewusst und fand ihre berufliche Erfüllung außerhalb der Bühne. Ihre musikalische Biografie ist daher vergleichsweise kompakt, hat aber einen klar definierten Platz in der russischen Popkultur der 2000er Jahre: Regina Burd, die unter dem Namen Michelle auftrat, bleibt eines der bekanntesten Mitglieder der späteren Besetzung von Slivki.


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