Григорий Лепс

„Сливки“, auch bekannt als VIA „Сливки“, ist eine russische Frauen-Popgruppe, die im Jahr 2000 in Sankt Petersburg gegründet wurde. Produzent des Projekts war Evgeny Orlov, der bereits mit der Gruppe „Отпетые мошенники“ gearbeitet hatte. Zur ursprünglichen Besetzung gehörten Karina Koks, Daria Ermolaeva und Irina Vasilyeva. Während des ersten Jahrzehnts blieb Karina Koks die zentrale Sängerin und die bekannteste Stimme von „Сливки“. In verschiedenen Jahren traten neben ihr Tina Charles Ogunleye, Regina Burd, Evgenia Morozova, Alla Martynyuk, Alina Smirnova, Maria Panteleeva, Evgenia Sinitskaya und weitere Mitglieder auf.
Die größte Popularität erreichte „Сливки“ in der ersten Hälfte und Mitte der 2000er Jahre. Zu den bekanntesten Songs der Gruppe gehören „Иногда“, „Ты попал“, „Куда уходит детство“, „Летели недели“, „Я — другая“, „Буду я любить“, „Моя звезда“, „Самая лучшая“, „Выше облаков“, „Заморочки“, „Хватит“ und „Клубная зона“. Während ihrer wichtigsten Schaffensphase veröffentlichte die Gruppe fünf vollständige Studioalben – von „Первая весна“ aus dem Jahr 2001 bis „Заморочки“ von 2007 – sowie eine separate englischsprachige Single für den japanischen Markt.
Discovery und die Entstehung von „Сливки“
Die Geschichte von „Сливки“ begann nicht als fertig zusammengestelltes Produzenten-Trio. Vor ihrer Begegnung mit Evgeny Orlov trat Karina Koks in der Sankt Petersburger Gruppe Discovery auf, die englischsprachige Musik spielte. Koks selbst beschrieb deren Stil später als Mischung aus Disco-Funk und Jazz-House und betonte, dass die späteren „Сливки“ im Grunde aus ihrem früheren Projekt hervorgegangen seien. Bei einem Auftritt von Discovery wurde Orlov auf die Musiker aufmerksam und schlug vor, auf Russisch zu arbeiten und sich an ein breiteres Publikum zu richten.
Die Zusammenarbeit führte zu einer grundlegenden Umgestaltung des Projekts. Der Name Discovery wurde durch „Сливки“ ersetzt, Repertoire und Bühnenpräsentation änderten sich, und um Karina wurde eine weibliche Besetzung aufgebaut. Im Jahr 2000 kamen Daria Ermolaeva und Irina Vasilyeva hinzu. Karina, Daria und Irina repräsentierten die Gruppe in den ersten Monaten ihres Bestehens und beteiligten sich an der Promotion des Debütmaterials. Bei der Pressekonferenz zum ersten Album im April 2001 waren alle drei Mitglieder gemeinsam mit Produzent Evgeny Orlov offiziell anwesend.
Im Unterschied zu vielen vollständig künstlich zusammengestellten Frauenprojekten der frühen 2000er Jahre behielt „Сливки“ eine Verbindung zu Karina Koks’ ursprünglichem musikalischem Umfeld. In den Studioaufnahmen wurden Elemente aus Pop, Soul, Funk und R&B verwendet, während der Musiker Alik Avakov bei den Arrangements eine wichtige Rolle spielte. Koks war das vokale Zentrum, während die übrigen Mitglieder Gesangsparts mit Choreografie und Bühnenarbeit verbanden.
„Иногда“ und der erste Erfolg
Der erste Song, der den Namen „Сливки“ einem breiten Publikum bekannt machte, war „Иногда“. Das Musikvideo erschien im Herbst 2000 und wurde von Oleg Stepchenko inszeniert. Für die neue Gruppe hatte der Clip entscheidende Bedeutung: Der Song lief zunehmend auf Musiksendern und Radiostationen, und das Bild der drei jungen Interpretinnen wurde schnell mit dem Namen der Gruppe verbunden.
Anfang 2001 folgte das zweite Video zu „Ты попал“, gedreht von Alexander Igudin. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Grundmodell der frühen „Сливки“ herausgebildet: melodischer Dance-Pop, R&B-Elemente, eingängige Refrains und eine sorgfältig inszenierte visuelle Präsentation des Frauentrios.
„Первая весна“
Am 12. April 2001 erschien bei ARS Records das Debütalbum „Первая весна“. Am selben Tag fand die offizielle Präsentation im Moskauer Unterhaltungskomplex „Метелица“ statt. Die Veröffentlichung festigte den Erfolg der ersten Musikvideos und machte aus „Сливки“ ein vollwertiges, tourendes Popprojekt.
Neben eigenem Material nahm die Gruppe eine neue Version des Songs „Куда уходит детство“ ins Repertoire auf, geschrieben von Alexander Zatsepin und Leonid Derbenyov. Das Lied war bereits lange vor „Сливки“ bekannt, doch die Version der Gruppe wurde zu einem auffälligen Popstück der frühen 2000er Jahre. Im Juli 2001 wurde dafür ein eigenes Musikvideo gedreht.
Ein weiterer wichtiger Song dieser Phase war „Летели недели“. Er blieb auch später Bestandteil des Repertoires und wurde noch Jahre danach bei Konzerten neben den größten Hits der frühen Alben gespielt.
Tina Charles Ogunleye und die bekannteste frühe Besetzung
Nach der ersten Phase verließ Irina Vasilyeva die Gruppe. Ihren Platz übernahm Tina Charles Ogunleye, und die Besetzung Karina Koks — Daria Ermolaeva — Tina Charles Ogunleye wurde zu einer der bekanntesten in der Geschichte von „Сливки“. In diese Jahre fielen intensive Albumaufnahmen, ständige Fernsehrotation und ein deutlicher Anstieg der Tourneeaktivität.
Die Rollen innerhalb der Gruppe waren allerdings unterschiedlich verteilt. Koks blieb die Hauptsängerin, während Daria und Tina sowohl an der Bühnenarbeit als auch an den Gesangsparts aktiv beteiligt waren. Auf Veröffentlichungen dieser Phase wurden sie unter anderem als Backgroundsängerinnen genannt, während der instrumentale Teil mit festen Musikern und Arrangeuren entstand.
„Настроение…“ und „Я — другая“
Im Juni 2002 erschien das zweite Album „Настроение…“. Es wurde nur dreizehn Monate nach dem Debüt veröffentlicht, was das hohe Arbeitstempo während des schnellen Aufstiegs der Gruppe gut widerspiegelt. Das Album enthielt „Я — другая“, „Летели недели“, „Наверное“, „Река“, „Без тебя“, eine neue Albumversion von „Куда уходит детство“ sowie weiteres Material.
Der Song „Я — другая“ wurde zu einem der zentralen Stücke der zweiten Platte. Musikalisch verband das Album weiterhin russische Popmusik der frühen 2000er Jahre mit Soul- und R&B-Elementen. Kataloge der Originalveröffentlichungen ordnen „Настроение…“ sowohl Pop als auch Funk/Soul zu, was die ursprüngliche musikalische Grundlage des Projekts recht genau beschreibt.
Der Versuch, den japanischen Markt zu erreichen
Ende 2001 schloss „Сливки“ eine Vereinbarung mit dem japanischen Unternehmen Toshiba EMI. Im Jahr 2002 erschien in Japan unter dem Namen Cream die englischsprachige Maxi-Single Station Radi-O-Love. Die Veröffentlichung enthielt neues englischsprachiges Material sowie eine englische Version von „Летели недели“.
Das Projekt entwickelte sich nicht zu einer eigenständigen internationalen Karriere von „Сливки“, bleibt aber ein bemerkenswerter Teil der Gruppengeschichte: Bereits Anfang der 2000er Jahre erhielt ein russisches Popprojekt eine offizielle Veröffentlichung bei einem großen japanischen Label – lange vor der Ära globaler Streamingplattformen.
Daria Ermolaevas vorübergehender Ausstieg
Ende 2002 begannen größere Veränderungen in der Besetzung. Daria Ermolaeva unterbrach ihre Arbeit bei „Сливки“ aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend. Zunächst wurde sie durch Evgenia Morozova ersetzt, die im Video zu „Всего и D-Love“ auftrat, anschließend durch Alla Martynyuk, die im Video zum Song „Буду я любить“ zu sehen war. Im März 2003 bestätigte Produzent Evgeny Orlov Ermolaevas Rückkehr zur Gruppe.
„Буду я любить“ war ein Song von Igor Krutoy, der zuvor zum Repertoire von Alexander Serov gehört hatte. Für die Version von „Сливки“ wurde ein eigenes Musikvideo produziert. Wie schon bei „Куда уходит детство“ griff die Gruppe damit gelegentlich auf bekannte Songs früherer Jahre zurück und übertrug sie in ihre eigene Popästhetik.
„Легко!?“ und „Моя звезда“
Im Jahr 2003 erschien das dritte Studioalbum „Легко!?“. Es enthielt „Моя звезда“, „Облака“, „Всего и D-Love“, „Легко“, „Буду я любить“, „Река“, „Важно“, „Полно вариантов“, „Всё, что нужно“ und weitere Songs. Die Platte setzte die produktivste Albumphase der Gruppe fort.
Eine besondere Stellung nimmt „Моя звезда“ ein, aufgenommen gemeinsam mit „Отпетые мошенники“. Beide Gruppen arbeiteten mit Produzent Evgeny Orlov und begegneten sich regelmäßig bei Konzerten. Für den gemeinsamen Song drehte Alexander Igudin 2003 ein Musikvideo. Die Aufnahme wurde zu einem der auffälligsten Gemeinschaftsprojekte von „Сливки“.
Regina Burd — Michelle
Ende 2004 verließ Daria Ermolaeva die feste Besetzung endgültig. Nach einem Auswahlverfahren wurde sie durch Regina Burd ersetzt, die innerhalb der Gruppe den Künstlernamen Michelle erhielt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie bereits über eine umfangreiche tänzerische Ausbildung und passte deshalb problemlos in das Bühnenmodell von „Сливки“, in dem Gesang mit choreografierten Auftritten verbunden wurde.
Damit entstand eine weitere gut in Erinnerung gebliebene Besetzung: Karina Koks, Tina Charles Ogunleye und Regina Burd. Dieses Trio repräsentierte „Сливки“ in der Mitte des Jahrzehnts.
„Самая лучшая“ mit Angelica Varum
Eine der auffälligsten Kooperationen der Gruppe war „Самая лучшая“, aufgenommen gemeinsam mit Angelica Varum. Geschrieben wurde der Song von Leonid Agutin, die Premiere fand im Sommer 2004 beim Festival „New Wave“ in Jurmala statt. Regie beim Musikvideo führte Oleg Gusev.
„Самая лучшая“ wurde auch fester Bestandteil des eigenen Konzertrepertoires von „Сливки“: Die Gruppe spielte den Song unter anderem ohne Varum. Die Zusammenarbeit zeigte, dass „Сливки“ Mitte der 2000er Jahre bereits als etablierter Bestandteil der russischen Popszene wahrgenommen wurde und gemeinsame Songs mit Künstlern einer älteren Generation veröffentlichen konnte.
„Выше облаков“
Das vierte Studioalbum „Выше облаков“ erschien 2005 bei ARS Records. Nach der musikalischen Einordnung der Originalausgabe verband es weiterhin Pop mit Elementen aus Funk/Soul und klassischer vokaler Unterhaltungsmusik.
Der wichtigste Song war „Выше облаков“, zu dem Vladimir Yakimenko ein eigenes Musikvideo inszenierte. Die Bilder basierten auf stilisierten Darstellungen der Mitglieder, während der Song die melodischere Seite von „Сливки“ fortsetzte und weicher klang als einige der frühen Dance-Singles.
Die Phase von „Выше облаков“ gehörte zu den letzten, in denen „Сливки“ noch eine stabile Wiedererkennbarkeit speziell als Trio aus Karina Koks, Tina Charles und Regina Burd besaß. 2006 verließ Tina die Gruppe, woraufhin die Besetzung deutlich häufiger wechselte.
Besetzungswechsel nach Tinas Ausstieg
Nach dem Ausscheiden von Tina Charles Ogunleye kamen mehrere neue Mitglieder zu „Сливки“. Zu unterschiedlichen Zeiten traten Alina Smirnova, Maria Panteleeva, Anna Poyarkova sowie weitere Sängerinnen und Tänzerinnen neben Karina Koks und Regina Burd auf. Trotz der Wechsel blieb Koks das konstante vokale Zentrum und jene Person, mit der das Publikum den Namen der Gruppe am stärksten verband.
Die ständigen Wechsel veränderten allmählich auch die Wahrnehmung des Projekts. Während das Publikum Anfang der 2000er Jahre konkrete Besetzungen von „Сливки“ gut kannte, war in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Karina Koks faktisch das wichtigste verbindende Element zwischen den verschiedenen Versionen der Gruppe.
„Заморочки“
Das letzte vollständige Studioalbum der Gruppe, „Заморочки“, erschien 2007. Es enthielt „Летняя Москва“, den Titelsong „Заморочки“, „Хватит“, „От простого до сложного“, „Новые облака“, „Тарантино“ und weitere Stücke. Im Vergleich zu den frühen Alben wurde der Einfluss zeitgenössischer elektronischer Dance-Pop-Musik der Mitte des Jahrzehnts deutlicher.
Der Titelsong wurde unter Beteiligung von Dominik Joker aufgenommen. Die Zusammenarbeit wurde fortgesetzt: 2008 veröffentlichten die Künstler mit „Клубная зона“ eine weitere gemeinsame Aufnahme, zu der Alexey Golubev ein Musikvideo inszenierte.
Nach „Заморочки“ veröffentlichte „Сливки“ keine weiteren vollständigen Studioalben. Deshalb bildet diese Platte den Abschluss der zentralen Albumdiskografie der Gruppe.
Regina Burds Ausstieg
Im Jahr 2008 verließ Regina Burd die Gruppe wegen ihrer Schwangerschaft. Produzent Evgeny Orlov bestätigte öffentlich, dass ihr Ausstieg unmittelbar mit der bevorstehenden Geburt eines Kindes zusammenhing. Ihren Platz übernahm Evgenia Sinitskaya.
Burds Weggang beendete eine weitere relativ stabile Phase der Geschichte von „Сливки“. Das Projekt trat anschließend weiterhin auf, doch die Besetzungen unterschieden sich zunehmend von den Trios, mit denen die wichtigsten Alben und Musikvideos der ersten Hälfte des Jahrzehnts verbunden waren.
Warum Karina Koks „Сливки“ verließ
Der entscheidende Wendepunkt kam im Sommer 2010, als Karina Koks ankündigte, die Gruppe verlassen und eine Solokarriere beginnen zu wollen. Ihr Vertrag erlaubte jedoch keinen sofortigen Ausstieg, weshalb die Sängerin ihre Verpflichtungen gegenüber dem Projekt bis zum Jahresende weiter erfüllte. Ihr letzter Auftritt als Mitglied von „Сливки“ war für die Silvesternacht vorgesehen, und ab Anfang 2011 gehörte sie endgültig nicht mehr zur Gruppe.
Später erklärte Koks ihre Entscheidung vor allem mit emotionaler und beruflicher Erschöpfung: Zu diesem Zeitpunkt hatte sie rund zehn Jahre lang in einem Rhythmus intensiver Tourneen und ständiger Arbeit innerhalb desselben Projekts gelebt. Für die Gruppe hatte ihr Ausstieg grundlegende Bedeutung, da gerade ihre Stimme und Bühnenpräsenz alle vorherigen Besetzungen miteinander verbunden hatten.
Die letzten Jahre des Projekts
Anfang 2011 kündigte Evgeny Orlov für „Сливки“ eine sechsmonatige kreative Pause an, die zur Erneuerung der Besetzung und Vorbereitung neuen Materials genutzt werden sollte. Eine neue Phase, die mit der Ära von Karina Koks vergleichbar gewesen wäre, entstand jedoch nicht: Nach „Заморочки“ veröffentlichte die Gruppe keine neuen Studioalben mehr, und die regelmäßige Aktivität nahm allmählich ab. Spätere Quellen datieren das Ende des Projekts ungefähr auf 2013.
Die Geschichte von „Сливки“ lässt sich daher am sinnvollsten in zwei Phasen unterteilen. Die erste umfasst die Jahre 2000–2010, in denen Karina Koks in jeder Besetzung vertreten war und die wichtigsten Songs und Alben erschienen. Die zweite war der kurze Versuch, das Projekt nach ihrem Ausstieg fortzuführen, ohne dass daraus ein neues stabiles Repertoire entstand.
Einmalige Wiedervereinigung
Im Mai 2026 standen Karina Koks, Regina Burd und Tina Charles Ogunleye bei der Feier zum 50. Geburtstag von Sergey Zhukov erneut gemeinsam auf der Bühne. Für die drei ehemaligen Mitglieder war es ein seltener gemeinsamer Auftritt viele Jahre nach dem Ende der regulären Tätigkeit von „Сливки“. Die Wiedervereinigung blieb ein einmaliges Ereignis und wurde weder von einer Ankündigung einer dauerhaften Rückkehr der Gruppe noch eines neuen Albums begleitet.
Der Musikstil von „Сливки“
Die Musik von „Сливки“ lag zwischen russischer Mainstream-Popmusik der frühen 2000er Jahre und einem stärker westlich geprägten R&B-Sound. Die Wurzeln dieses Ansatzes reichen bis zu Karina Koks’ Discovery zurück, wo Disco-Funk und Jazz-House verwendet wurden. Nach dem Übergang zu einem russischsprachigen Repertoire wurde die Musik deutlich zugänglicher, während Elemente aus Soul und Funk in den Gesangsphrasierungen und Arrangements der frühen Alben erhalten blieben.
Gleichzeitig war „Сливки“ nie ausschließlich ein Gesangstrio im traditionellen Sinn. An den frühen Studioaufnahmen wirkten Instrumentalisten und Arrangeure mit, während das Bühnenmodell gleichzeitig auf Songs, Tanz und dem wiedererkennbaren Erscheinungsbild der drei Mitglieder beruhte. Gerade diese Kombination ermöglichte es dem Projekt, sich organisch in die fernsehgeprägte Musikkultur der 2000er Jahre einzufügen.
Von Album zu Album wurde der Sound zunehmend direkter auf Pop ausgerichtet. Während die frühen Aufnahmen besonders deutlich auf R&B und Soul zurückgriffen, verwendete die Gruppe bei „Выше облаков“ und „Заморочки“ verstärkt zeitgenössische Dance-Pop-Arrangements. Inhaltlich blieben Beziehungen, Trennungen, Verliebtheit und emotionale Unabhängigkeit die zentralen Themen.
Karina Koks und die Bedeutung ihrer Rolle
Keine Biografie von „Сливки“ kann die Mitglieder als vollständig austauschbar betrachten. Die Besetzung änderte sich tatsächlich mehrfach, doch Karina Koks gehörte der Gruppe von ihrer Gründung bis Ende 2010 an und blieb ihre wichtigste Stimme. Die Sängerin selbst erklärte später ausdrücklich, dass sich das Projekt nach der Transformation von Discovery um sie herum entwickelt habe.
Deshalb veränderten die Wechsel von Daria Ermolaeva, Tina Charles, Regina Burd und späteren Mitgliedern zwar das visuelle und szenische Erscheinungsbild von „Сливки“, zerstörten aber nicht vollständig die Wiedererkennbarkeit des Projekts, solange Koks Teil der Gruppe blieb. Ihr Ausstieg war wesentlich einschneidender als die vorherigen Besetzungswechsel.
Wichtige Mitglieder von „Сливки“
- Karina Koks — 2000–2010, Hauptsängerin und zentrales Mitglied;
- Daria Ermolaeva — 2000–2002, anschließend 2003–2004;
- Irina Vasilyeva — ursprüngliche Besetzung, 2000–2001;
- Tina Charles Ogunleye — 2001–2006;
- Evgenia Morozova — vorübergehendes Mitglied während Daria Ermolaevas Abwesenheit;
- Alla Martynyuk — 2002–2003;
- Regina Burd (Michelle) — 2004–2008;
- Alina Smirnova — Mitglied in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre;
- Maria Panteleeva — Mitglied in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre;
- Anna Poyarkova — Mitglied einer der späteren Besetzungen;
- Evgenia Sinitskaya — trat nach Regina Burds Ausstieg der Gruppe bei.
Aufgrund der zahlreichen Besetzungswechsel unterscheiden sich die genauen Zwischenbesetzungen einzelner Monate je nach Nachschlagewerk. Die Abfolge der wichtigsten Mitglieder und zentralen Wechsel wird jedoch durch InterMedia-Berichte aus der aktiven Zeit der Gruppe bestätigt.
Die wichtigsten Songs von „Сливки“
- „Иногда“;
- „Ты попал“;
- „Куда уходит детство“;
- „Летели недели“;
- „Я — другая“;
- „Всего и D-Love“;
- „Буду я любить“;
- „Моя звезда“ — gemeinsam mit „Отпетые мошенники“;
- „Самая лучшая“ — gemeinsam mit Angelica Varum;
- „Выше облаков“;
- „Заморочки“ — mit Dominik Joker;
- „Хватит“;
- „Клубная зона“ — mit Dominik Joker.
Die meisten dieser Songs erhielten eigene Musikvideos und bilden den bekanntesten Teil des Katalogs von „Сливки“.
Vollständige Studio-Diskografie von „Сливки“
- „Первая весна“ — 2001;
- „Настроение…“ — 2002;
- „Легко!?“ — 2003;
- „Выше облаков“ — 2005;
- „Заморочки“ — 2007.
Diese fünf Veröffentlichungen bilden die zentrale vollständige Studio-Diskografie von „Сливки“. In einigen Nachschlagewerken wird Station Radi-O-Love von 2002 neben den Alben aufgeführt, dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Studioalbum, sondern um eine in Japan veröffentlichte CD-Maxi-Single. Sie sollte daher separat betrachtet werden.
Weitere bemerkenswerte Veröffentlichungen
- Station Radi-O-Love — 2002, japanische englischsprachige Maxi-Single, veröffentlicht unter dem Namen Cream;
- „Моя звезда“ — 2003, gemeinsame Aufnahme mit „Отпетые мошенники“;
- „Самая лучшая“ — 2004, Zusammenarbeit mit Angelica Varum;
- „Клубная зона“ — 2008, Zusammenarbeit mit Dominik Joker;
- „Не говори“ — 2010, spätere Videosingle mit Ivan Breusov.
Die japanische Ausgabe von Station Radi-O-Love wurde am 31. Juli 2002 von Toshiba EMI veröffentlicht und bildet ein eigenständiges Kapitel der internationalen Diskografie der Gruppe.
Der Platz von „Сливки“ in der russischen Popmusik
„Сливки“ wurde zu einem typischen, zugleich aber durchaus eigenständigen Phänomen der russischen Popszene der frühen 2000er Jahre. Unter den zahlreichen Frauenbands dieser Zeit hob sich die Gruppe durch die konstante zentrale Stimme von Karina Koks, den deutlich wahrnehmbaren Einfluss von R&B und Soul in den frühen Arrangements sowie ein Repertoire hervor, in dem eigene Hits neben neuen Interpretationen bekannter Songs und gemeinsamen Aufnahmen mit anderen Künstlern standen.
Die wichtigste Phase von „Сливки“ war vergleichsweise kompakt, brachte der Gruppe jedoch eine ganze Reihe von Songs, die fest mit der russischen Popkultur der 2000er Jahre verbunden sind. „Иногда“, „Куда уходит детство“, „Летели недели“, „Моя звезда“ und „Выше облаков“ überdauerten die ursprüngliche Fernsehära der Gruppe und blieben ihr bekanntestes musikalisches Erbe. Die Geschichte von „Сливки“ endete nicht mit dem plötzlichen Zerfall einer bestimmten Besetzung, sondern mit dem schrittweisen Verschwinden des Projekts nach dem Ausstieg seiner wichtigsten Stimme Karina Koks, ohne die auch zahlreiche weitere Besetzungswechsel keine neue eigenständige Ära der Gruppe mehr hervorbringen konnten.










