Klaas

Mike Williams (bürgerlicher Name — Mike Willemsen, Mike Willemsen; geb. 27. November 1996, Niederlande) ist ein niederländischer DJ, Musikproduzent und Pianist sowie Vertreter der modernen europäischen EDM-Szene. Sein Name ist besonders eng mit Future House, Future Bounce, Melodic EDM und Progressive House verbunden.
Mitte der 2010er Jahre gehörte Williams zu einer neuen Generation niederländischer Produzenten, die eine deutlich ausgeprägte Melodik zurück in die Festival-House-Musik brachte. Sein wiedererkennbarer Ansatz basiert auf Klavierakkorden, kurzen Synthesizer-Melodien, energiegeladenen Drops und emotionalen Gesangsparts. In der professionellen Biografie des Künstlers bleibt das Klavier weit mehr als nur ein Bestandteil seiner frühen musikalischen Ausbildung: Seine Booking-Agentur weist darauf hin, dass Williams bis heute einen beträchtlichen Teil seiner Musik zunächst am Klavier entwickelt.
Bis Mitte der 2020er Jahre überschritt sein Katalog die Marke von einer Milliarde Spotify-Streams, während Mike selbst mehrfach in den DJ Mag Top 100 DJs vertreten war. Im Ranking 2025 belegte er Platz 72.
Kindheit und erste musikalische Erfahrungen
Musik spielte im Leben von Mike Williams lange vor der elektronischen Szene eine Rolle.
Laut der offiziellen Biografie seiner Booking-Agentur setzte er sich erstmals im Alter von ungefähr vier Jahren ans Klavier. Später beschäftigte er sich intensiver mit dem Instrument, wobei ihn das Erfinden eigener Melodien deutlich stärker interessierte als das traditionelle Einstudieren bestehender Stücke.
Im Alter von zwölf Jahren gab Mike seine Ersparnisse für sein erstes DJ-Equipment aus. Etwa zur selben Zeit begann er, mit elektronischer Musik und eigener Produktion zu experimentieren. DJ Mag weist ebenfalls darauf hin, dass er mit zwölf Jahren bereits DJing betrieb.
Klavier und elektronische Produktion entwickelten sich daher von Anfang an parallel. Diese Kombination wurde später zu einem der wichtigsten Merkmale seiner Musik: Selbst Williams’ festivalorientierteste Tracks besitzen normalerweise eine klar erkennbare melodische Grundlage.
Erste Remixe
Bevor größere offizielle Veröffentlichungen erschienen, verbreitete Williams eigene Bootlegs und inoffizielle Remix-Versionen bekannter Pop- und Dance-Tracks über SoundCloud und andere Online-Plattformen.
Apple Music hebt unter seinen frühen Arbeiten inoffizielle Bearbeitungen von Songs von Calvin Harris und Carly Rae Jepsen aus der Zeit um 2014 hervor. Diese Aufnahmen halfen dem Produzenten, bereits vor der Zusammenarbeit mit großen EDM-Labels ein Publikum auf sich aufmerksam zu machen.
In dieser Phase entstanden Versionen von Blame, Outside, I Really Like You und weitere Bootleg-Arbeiten, wie sie für die junge Future-House-Szene der Mitte des Jahrzehnts typisch waren.
Konnichiwa und die ersten eigenen Veröffentlichungen
Eine der ersten eigenständigen Singles unter dem Namen Mike Williams war Konnichiwa, die im Januar 2015 veröffentlicht wurde.
Im selben Jahr arbeitete er mit Dastic an Candy und verwendete außerdem die verkürzte Variante WLLMS für die gemeinsame Arbeit Battlefield mit Robby East.
Diese Veröffentlichungen erschienen während des rasanten Wachstums von Future House — einem Genre, das sich nach den ersten internationalen Erfolgen von Oliver Heldens und anderen niederländischen Produzenten in mehrere melodischere und stärker festivalorientierte Richtungen aufteilte.
Innerhalb dieses Umfelds entwickelte sich allmählich der Sound, der später als Future Bounce bezeichnet wurde. Apple Music zählt Mike Williams ausdrücklich zu den frühen bemerkenswerten Vertretern dieses Stils.
Future Bounce
Mike Williams als einen der „Erfinder von Future House“ zu bezeichnen, wäre historisch ungenau: Future House existierte bereits vor seinem internationalen Durchbruch.
Sein Name ist jedoch tatsächlich eng mit Future Bounce verbunden — einer melodischeren und stärker auf Festivals ausgerichteten Variante von Future House, die sich in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre weit verbreitete. Neben Williams werden in dieser Welle besonders häufig Brooks und Mesto genannt.
Typische Merkmale von Future Bounce sind:
- eine helle, leicht einprägsame Lead-Melodie;
- Klavier- und akkordbasierte Harmonik;
- ein federnder, bassgetriebener Drop;
- die Verbindung von Pop-Vocals mit einer Festival-Struktur;
- eine emotionalere Ausrichtung im Vergleich zu minimalistischem Club-Future-House.
Genau diese Formel wurde zur Grundlage vieler der bekanntesten Arbeiten von Mike Williams.
Sweet & Sour und Tiësto
Der eigentliche professionelle Wendepunkt kam Anfang 2016 mit dem Track Sweet & Sour.
Zunächst wurde der Name des Produzenten im Rahmen einer ID-Kampagne geheim gehalten. Der Track erhielt schnell Unterstützung von Dimitri Vegas & Like Mike, Hardwell, Oliver Heldens, Afrojack, Axwell, Dillon Francis und weiteren DJs. Besonders wichtig war die Unterstützung von Tiësto, der den Track für sein Label Musical Freedom unter Vertrag nahm.
Die offizielle Veröffentlichung von Sweet & Sour erfolgte am 29. Februar 2016.
Williams erzählte Spinnin' Records, dass er bei der Produktion seinen üblichen Arbeitsprozess veränderte: Statt mit dem Breakdown zu beginnen, erstellte er zunächst den Drop und baute die restliche Arrangement-Struktur anschließend darum herum auf.
Diese Arbeit war der erste größere Beweis dafür, dass Williams’ melodischer Stil nicht nur im Internet, sondern auch in den Sets führender Festival-DJs funktionieren konnte.
Tiësto & Mike Williams — I Want You
Die Zusammenarbeit mit Tiësto setzte sich fort.
Im August 2016 erschien der gemeinsame Track I Want You. DJ Mag zählte ihn später zu den Arbeiten, für die Mike Williams besonders bekannt ist.
Für den jungen Produzenten wurde die Zusammenarbeit mit einem Künstler von Tiëstos Größenordnung zu einem wichtigen Karrierebeschleuniger und verschaffte ihm zusätzliche Präsenz innerhalb von Musical Freedom und der internationalen EDM-Szene.
2016 erschienen außerdem Groovy George mit Justin Mylo und die Solo-Single Take Me Down.
Feel Good — der erste große Radio-Durchbruch
Wenn Sweet & Sour Mike Williams Anerkennung innerhalb der EDM-Industrie verschaffte, dann wurde Feel Good, aufgenommen mit dem deutschen Produzenten Felix Jaehn, zu seinem breiteren Radio- und Streaming-Durchbruch.
Die Single erschien am 4. August 2017.
Williams’ Booking-Agentur bezeichnet gerade Feel Good als seinen wichtigsten Breakthrough-Release des Jahres 2017. In der aktuellen Biografie der Agentur werden mehr als 160 Millionen Spotify-Streams für den Track genannt.
Der Song verband Williams’ charakteristische melodische Future-Bounce-Produktion mit Felix Jaehns stärker poporientiertem Ansatz und zeigte, dass seine Musik gleichzeitig in EDM-Playlists und im Radioformat funktionieren konnte.
Don't Hurt
Hier enthielt die ursprüngliche Biografie einen konkreten Fehler.
Don't Hurt ist keine Zusammenarbeit zwischen Mike Williams und Felix Jaehn.
Der Track erschien 2017 mit Gesang von Brēzy. Felix Jaehn arbeitete mit Williams bei Feel Good zusammen.
Im selben produktiven Jahr 2017 veröffentlichte Mike außerdem:
- Bambini
- Another Night mit Matluck
- Let's Go mit Lucas & Steve und Curbi
- Feel Good mit Felix Jaehn
- Jetlag mit Brooks
- You & I mit Dastic
- Melody (Tip of My Tongue).
Diese Phase etablierte Williams endgültig als einen der wiedererkennbaren Vertreter der neuen melodic/future-bounce Generation der niederländischen Szene.
Mike Williams On Track
Im Januar 2017 startete außerdem sein eigenes Radioprojekt Mike Williams On Track.
In der Sendung präsentiert Williams eigene Releases, neue House- und EDM-Tracks sowie Musik junger Produzenten. Mit der Zeit wurde das Programm zu einem festen Bestandteil seiner Marke.
In der aktuellen Künstlerbiografie wird die Show als monatlich beschrieben und über Spotify und SoundCloud angeboten.
Lullaby mit R3HAB
Am 26. Januar 2018 veröffentlichten Mike Williams und R3HAB den Track Lullaby.
Die Produktion wurde zu einer der größten Veröffentlichungen in Williams’ Katalog. In der aktuellen Biografie seiner Agentur werden für Lullaby mehr als 230 Millionen Spotify-Streams genannt.
Musikalisch zeigt der Track eine der charakteristischsten Seiten des Künstlers: Ein poporientierter vokaler Breakdown geht in einen melodischen, zugleich jedoch kraftvollen Festival-Drop über.
DJ Mag führte Lullaby sowohl 2024 als auch 2025 weiterhin unter den Tracks auf, für die Williams einem breiteren Publikum bekannt ist.
The Beat
2018 erschien The Beat.
Der Track erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit durch den Hardwell Extended Edit, der auf Revealed Recordings veröffentlicht wurde.
Die Produktion wurde zu einem weiteren Beispiel dafür, wie Williams eine melodische House-Grundlage mit größer angelegtem Mainstage-Production-Stil verbindet.
Laut seiner Booking-Biografie sammelte The Beat mehrere Dutzend Millionen Spotify-Streams.
Wait Another Day mit Mesto
Ende 2018 arbeitete Mike Williams mit Mesto an Wait Another Day.
Diese Zusammenarbeit ist besonders typisch für Future Bounce: Beide Produzenten gingen aus derselben niederländischen Melodic-EDM-Welle hervor, entwickelten jedoch klar voneinander unterscheidbare Stile.
Wait Another Day wurde zu einer der bekanntesten Aufnahmen von Williams und zählt weiterhin zu den Tracks, mit denen DJ Mag seine Karriere beschreibt.
I'm Not Sorry mit Hardwell
2019 veröffentlichte Mike Williams gemeinsam mit Hardwell I'm Not Sorry.
Der Track erschien über Revealed Recordings und wurde zu einem weiteren Beispiel dafür, wie eng Williams mit führenden Figuren der niederländischen EDM-Szene verbunden war.
Im selben Jahr erschienen außerdem Wait for You, Kylie mit Dastic und die Zusammenarbeit mit Nicky Romero bei Dynamite.
Day or Night
In der ursprünglichen Version wurde Day or Night fälschlicherweise auf 2021 datiert.
Tatsächlich erschien der Track am 30. August 2019, während offizielles Videomaterial im September veröffentlicht wurde.
Der Song zeigt eine stärker cluborientierte Seite von Mike Williams, behält jedoch die melodische Struktur bei, die für den Großteil seines Katalogs charakteristisch ist.
Die Jahre 2020–2021
2020 veröffentlichte Williams weiterhin neue Musik, obwohl die internationale Live-Industrie zum Stillstand kam.
Zu den Veröffentlichungen dieser Phase gehörten:
- Make You Mine
- Take Me There mit Curbi
- Fallin' In
- You're the Future mit SWACQ
- Face Up to the Sun mit Justin Mylo und Sara Sangfelt.
2021 folgten I Hope You Know mit Jonas Aden, Get Dirty, AIR, Harmony mit Xillions und Without You mit Felix Jaehn und Jordan Shaw.
Diese Phase erweiterte seinen Sound über die frühe Future-Bounce-Formel hinaus: Einige Aufnahmen wurden weicher und bewegten sich stärker in Richtung Pop/Dance, während andere wieder stärker auf den Club ausgerichtet waren.
Storylines
2022 bündelte Mike Williams einen Teil seines neuen Materials im Projekt Storylines.
Die acht Tracks umfassende Veröffentlichung erschien am 21. Oktober 2022 bei Spinnin' Records.
Williams selbst präsentierte sie als EP, deren Titel sich auf persönliche Geschichten, Erfahrungen und Ereignisse bezieht, die einen Menschen prägen. Musik bezeichnete er als Grundlage seiner eigenen Geschichte.
Das Projekt enthielt unter anderem:
- Pretty Little Words
- Best Part Missing
- Supernova mit RetroVision
- Ambush mit Robbie Mendez
- When the Sun Is Gone mit RYVM.
Storylines ist auch deshalb wichtig, weil sich der Name später zu einer eigenständigen Event-Marke und einem Musiklabel entwickelte.
Pretty Little Words
Zu den auffälligen Songs dieser Phase gehörte Pretty Little Words mit Gesang von Zack Hall.
Die Single erschien am 25. März 2022 bei Spinnin' Records.
Der Track zeigt Williams’ Songwriting-Seite besonders deutlich: Die Klaviermelodie und die vokale Songstruktur sind hier ebenso wichtig wie der eigentliche EDM-Drop.
Neue Kollaborationswelle 2023
2023 wurde erneut zu einem äußerst produktiven Jahr.
Williams arbeitete mit Afrojack an Alone und nahm außerdem Down the River mit The Him und Travie's Nightmare auf. DJ Mag hob diese Arbeiten in seinem Überblick über seine Saison gesondert hervor.
Im selben Zeitraum erschienen außerdem Dreams Come True mit Tungevaag, Paris to Berlin, Living on Video, The Blonde One mit Tim Hox, Let Me Be Your Fantasy mit Quintino, Womp mit Firebeatz und Blessed (Lost & Found) mit Robbie Mendez.
Storylines als eigenes Label
2024 erreichte Storylines die nächste Entwicklungsstufe.
Mike Williams begann, Musik unter Storylines als eigenem Imprint zu veröffentlichen. Der erste Katalog-Release war Alice mit Joe Jury — STRYL0001, veröffentlicht am 26. Juli 2024.
DJ Mag bezeichnete den Start seines eigenen Labels als einen der wichtigsten Meilensteine seines Jahres 2024.
Die Marke selbst war bereits zuvor als Reihe von Williams-Events in Amsterdam entstanden. Die Umwandlung von Storylines in ein Label war daher eine Weiterentwicklung eines bereits bestehenden Live-Konzepts. Die offizielle Storylines-Website baut das Projekt 2026 weiterhin genau in diese Richtung aus.
Eine Milliarde Spotify-Streams
Im Februar 2024 überschritt der gesamte Katalog von Mike Williams die Marke von einer Milliarde Spotify-Streams.
Für einen Künstler, dessen Kerndiskografie hauptsächlich aus Singles und Kollaborationen und nicht aus einer Reihe vollwertiger Alben besteht, zeigt dieses Ergebnis besonders deutlich die Größe seiner Streaming-Hörerschaft.
Could It Be Love und The Alarm
Unter den Veröffentlichungen von 2024 hob DJ Mag Could It Be Love und The Alarm hervor, die über Spinnin' Records erschienen.
Im selben Jahr nahm Williams mit MERYLL I Want It All (Euphoria) für Rave Culture — das Label von W&W — auf. Die Produktion zeigte eine härtere und dunklere Seite seines modernen Festival-Sounds.
Die Rückkehr emotionaler Melodic EDM
2025 stellte DJ Mag eine Rückkehr großer emotionaler Melodien in die Festival-EDM fest — eine Richtung, die besonders gut zu Mike Williams passt.
Der Künstler selbst erklärte, dass er sich freue, einen solchen Sound wieder auf den Dancefloors zu erleben.
Eine besonders beispielhafte Veröffentlichung war Drop the Pressure mit Brooks. Die Zusammenarbeit der beiden Produzenten knüpft direkt an die Future-Bounce-Ästhetik an, mit der beide bereits in den 2010er Jahren verbunden waren.
It's Okay mit Audien
Am 22. August 2025 erschien It's Okay, das Mike Williams gemeinsam mit dem amerikanischen Progressive-House-Produzenten Audien und Sänger RYVM produzierte.
Armada Music beschreibt den Track als Verbindung des uplifting-orientierten Sounds von Williams und Audien mit dem emotionalen Gesang von RYVM. Der Track war lange vor seiner offiziellen Veröffentlichung bereits in DJ-Sets zu hören.
Für Williams verbindet diese Produktion besonders logisch zwei zentrale Richtungen seiner Karriere — Future Bounce und die klassische emotionale Ästhetik von Progressive House.
DJ Mag Top 100 DJs
Mike Williams erschien erstmals Ende der 2010er Jahre im internationalen DJ-Mag-Ranking und kehrte anschließend mehrfach in die Liste zurück.
2023 belegte er Platz 66, 2024 Platz 73, und im Ranking 2025 stieg er auf Platz 72.
DJ Mag beschrieb seinen Stil 2025 schlicht als Future House und nannte It's Okay, Wait Another Day und Lullaby unter seinen bekanntesten Arbeiten.
Mike Williams im Jahr 2026
2026 entwickelt Williams sowohl seine eigene Musik als auch Storylines weiter.
Im Juli erschien der neue Solo-Release The System auf Storylines.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch sein Auftritt bei Tomorrowland 2026, wo Williams ein eigenes Throwback-Set präsentierte, das dem Melodic-/Future-House-Erbe des vergangenen Jahrzehnts gewidmet war. Sowohl der offizielle Tomorrowland-Kanal als auch der Kanal des Künstlers veröffentlichten eine Aufzeichnung des Auftritts.
Dieses Format spiegelt gut wider, wie sich die Wahrnehmung von Future House aus den 2010er Jahren innerhalb der elektronischen Szene verändert hat: Musik, die noch vor kurzer Zeit als aktueller Festival-Mainstream galt, entwickelt sich allmählich zu einer eigenständigen nostalgischen EDM-Epoche.
Storylines ADE 2026
Am 23. Oktober 2026 ist im Rahmen des Amsterdam Dance Event eine weitere Ausgabe von Mike Williams presents Storylines geplant.
Laut dem offiziellen ADE-Programm wird dies bereits die achte Ausgabe der Veranstaltung sein.
Storylines sollte daher heute gleichzeitig in mehreren Rollen betrachtet werden:
- als Reihe eigener Shows von Mike Williams;
- als Titel seines Projekts von 2022;
- als Musiklabel;
- als eigenständiger Bestandteil der Künstler-Marke.
Klavier bei Live-Auftritten
Trotz der elektronischen Natur seiner Musik ist das Klavier ein beständiger Bestandteil von Williams’ kreativem Prozess geblieben.
2025 begann er, bei ausgewählten Auftritten live Klavier zu spielen und damit eines der wichtigsten Instrumente seiner Studioarbeit direkt auf die Bühne zu bringen.
Dies unterscheidet ihn von vielen EDM-Produzenten, für die instrumentale Ausbildung ausschließlich Teil des Studio-Prozesses bleibt.
In the Studio with Mike Williams
Ein eigener Bereich seiner Arbeit ist die Bildungsserie In the Studio with Mike Williams.
In den Videos zeigt er seinen Produktionsprozess, die Arbeit mit Melodien, Arrangement und softwarebasierter Musikproduktion. Seine offizielle Booking-Biografie beschreibt das Projekt als Möglichkeit, Produktionstechniken mit angehenden Produzenten zu teilen.
Mike Grilliams
Williams besitzt außerdem eine weniger offensichtliche Seite seines öffentlichen Images — sein Interesse am Kochen.
Er entwickelte das Videoformat Mike Grilliams, in dem er für YouTube und TikTok Gerichte zubereitet. Später ging das Konzept über soziale Medien hinaus und wurde auch bei Veranstaltungen eingesetzt.
Das Programm von Storylines ADE 2026 umfasst beispielsweise ein eigenes Dinner Experience, bei dem Williams persönlich an der Zubereitung und dem Servieren der Speisen vor der Hauptshow beteiligt ist.
Musikalischer Stil
Mike Williams ausschließlich als Progressive-House-Künstler oder nur als Future-House-Produzenten zu definieren, wäre zu eng gefasst.
Zu den wichtigsten Richtungen seiner Musik gehören:
- Future House
- Future Bounce
- Melodic EDM
- Progressive House
- Festival House
- Electro House
- Vocal Dance-Pop.
DJ Mag beschrieb seine Musik in verschiedenen Jahren als Future House, EDM und Melodic Big-Room EDM.
Melodie
Die wichtigste Konstante seiner Musik ist die Melodie.
Selbst härtere Festival-Tracks basieren normalerweise auf mehreren leicht wiedererkennbaren Akkorden oder einem Lead-Motiv.
Klavier
Williams beginnt Kompositionen regelmäßig am Klavier und überträgt die Harmonie anschließend in die elektronische Produktion.
Future Bounce
Seine frühen Hits basieren auf federnden Synthesizer-Drops und relativ kurzen melodischen Hooks.
Progressive House
Spätere Arbeiten, darunter It's Okay, konzentrieren sich stärker auf emotionale Breakdowns, Gesang und uplifting Progressions. Armada ordnet diese Zusammenarbeit ausdrücklich dem Progressive-House-Bereich zu.
Festivals und Tourneen
Im Verlauf seiner internationalen Karriere trat Mike Williams bei Tomorrowland, Ultra Music Festival, Parookaville, World Club Dome, Mysteryland und weiteren großen elektronischen Festivals auf.
Seine Tourneeaktivitäten umfassen Europa, Nordamerika und Asien. 2025 hob DJ Mag ausdrücklich seine Tourneen durch Asien, Europa und Nordamerika hervor.
Williams’ heutige Auftritte verbinden normalerweise eigene melodische Tracks, härteres Festival-Material, unveröffentlichte IDs und Musik anderer Vertreter von Future und Progressive House.
Wichtigste Diskografie
EP / größere Projekte
- Storylines — 2022.
Ausgewählte frühe Veröffentlichungen
- Konnichiwa — 2015
- Candy — mit Dastic, 2015
- Sweet & Sour — 2016
- Groovy George — mit Justin Mylo, 2016
- I Want You — mit Tiësto, 2016
- Take Me Down — 2016
- Bambini — 2017
- Another Night — mit Matluck, 2017
- Don't Hurt — mit Brēzy, 2017
- Feel Good — mit Felix Jaehn, 2017
- Jetlag — mit Brooks, 2017.
2018–2021
- Lullaby — mit R3HAB
- Give It Up
- The Beat
- Wait Another Day — mit Mesto
- I'm Not Sorry — mit Hardwell
- Wait for You
- Day or Night
- Dynamite — mit Nicky Romero
- Make You Mine
- Take Me There
- I Hope You Know
- Without You
- Harmony.
2022–2026
- Pretty Little Words
- Best Part Missing
- Supernova
- When the Sun Is Gone
- Dreams Come True
- Alone — mit Afrojack
- Down the River
- Let Me Be Your Fantasy
- Could It Be Love
- The Alarm
- Alice
- I Want It All (Euphoria)
- Drop the Pressure — mit Brooks
- It's Okay — mit Audien und RYVM
- The System.
Bedeutung
Mike Williams gehört zu einer Generation von Produzenten, die nach dem ersten großen Durchbruch niederländischer EDM aufkam.
Er gehörte weder zu den Pionieren von House oder Future House noch entwickelte er das Festival-EDM-Modell der 2010er Jahre — zum Zeitpunkt seines Durchbruchs existierte dieses bereits. Seine tatsächliche Bedeutung für die Geschichte der elektronischen Musik ist vor allem mit der Entwicklung von Future Bounce und dem melodischen Zweig von Festival House verbunden.
Sweet & Sour brachte ihm die Unterstützung von Tiësto und führenden Festival-Künstlern, Feel Good erweiterte seine Radio- und Streaming-Hörerschaft, während Lullaby, Wait Another Day und spätere Releases seine wiedererkennbare melodische Formel festigten.
Gleichzeitig blieb Williams kein Künstler einer einzigen musikalischen Welle. Nachdem die kommerzielle Dominanz von Future House nachließ, arbeitete er weiter mit Progressive House, Vocal EDM und härterem Mainstage-Material und profitierte später von der Rückkehr des Interesses an emotionaler Festival-Musik Mitte der 2020er Jahre.
Der Start von Storylines, eine Milliarde Spotify-Streams, die regelmäßige Präsenz in den DJ Mag Top 100 DJs und ein weiterhin internationaler Festival-Kalender zeigen, wie sich das Projekt vom „jungen Tiësto-Talent“ der Mitte der 2010er Jahre zu einer eigenständigen langfristigen Marke entwickelte.
Eine Eigenschaft von Mike Williams ist dabei seit seinen frühen Jahren nahezu unverändert geblieben: Er baut elektronische Tanzmusik in erster Linie um Melodie herum auf. Genau das verbindet seinen frühen Future Bounce, seine Radiohits, Progressive-House-Experimente und den modernen Storylines-Sound.










