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Nicky Romero (bürgerlicher Name: Nick Rotteveel van Gotum; geb. 6. Januar 1989 in Amerongen, Provinz Utrecht, Niederlande) ist ein niederländischer DJ, Musikproduzent, Remixer und Gründer von Protocol Recordings. Zu einer der prägenden Figuren des globalen EDM-Booms der frühen 2010er-Jahre wurde er durch Toulouse, seine Zusammenarbeit mit Avicii bei I Could Be The One, gemeinsame Produktionen mit David Guetta, NERVO und Krewella sowie seinen eigenen progressiven Mainstage-Sound. Später erweiterte Romero sein musikalisches Spektrum von Electro und Progressive House über Tech House und Dance-Pop bis hin zu tieferem Progressive House, für das er das separate Projekt Monocule ins Leben rief.
Amerongen, Schlagzeug und die ersten Schritte in der Produktion
Nick Rotteveel wuchs in Amerongen auf, einer kleinen Stadt im Zentrum der Niederlande. Sein Interesse an Musik entstand bereits in der Kindheit über das Schlagzeug: Sein Vater spielte Drums, und auch Nick begann mit diesem Instrument. Später entwickelte sich sein Interesse an Rhythmus weiter in Richtung elektronischer Musik und Home-Produktion. Romero erinnerte sich selbst daran, einen großen Teil dieser frühen Phase in seinem Zimmer verbracht zu haben, wo er täglich an Musik arbeitete und sich Studiotechnik weitgehend selbst beibrachte.
Sein Weg in den Beruf verlief nicht unmittelbar. Vor internationalen Festivals und großen Labels standen lokale DJ-Sets, die Arbeit mit House und R&B sowie eine lange Phase des Lernens elektronischer Musikproduktion. Seine ersten Releases erschienen beim kleinen Label Once Records, darunter Privilege und Qwerty. Dieser frühe Katalog markierte den Beginn seines Übergangs vom DJing zu einer vollwertigen Produzentenkarriere.
Gegen Ende der 2000er-Jahre begann sein Material auf größeren Dance-Plattformen zu erscheinen. Im Januar 2009 veröffentlichte Spinnin' Records My Friend, im Dezember 2010 folgte Nicky Romeros Remix von Flash von Green Velvet. Gerade dieser Remix zeigt den frühen Stil des Produzenten besonders deutlich — ein dichter Electro-House-Groove, harte Arbeit im Bassbereich und eine Clubstruktur, die für große Soundsysteme ausgelegt war.
Toulouse und der internationale Durchbruch
Der eigentliche Wendepunkt in Sachen Bekanntheit war Toulouse, entstanden in einer Phase, in der sich europäischer Electro House zunehmend zu großformatiger Festivalmusik entwickelte.
Der Track erschien 2011 und erhielt an der Schwelle von 2011 zu 2012 weltweite Aufmerksamkeit. Eine massive Bassline, ein mechanischer Synth-Hook und die charakteristische Pause vor dem Drop machten Toulouse zu einer der bekanntesten instrumentalen EDM-Produktionen seiner Zeit. MusicRadar verband Romeros internationalen Durchbruch später ausdrücklich mit dem Erfolg dieses Tracks.
Toulouse entstand noch vor der endgültigen Etablierung von Big Room House als eigenständiger Festivalformel und liegt an der Schnittstelle von Electro House, Progressive House und dem sich damals entwickelnden Mainstage-EDM. Gerade deshalb blieb die Produktion auch nach dem Ende der ursprünglichen Festivalwelle wiedererkennbar.
Der Erfolg von Toulouse öffnete Romero nahezu gleichzeitig den Zugang zu Kollaborationen mit Künstlern aus der ersten Reihe der elektronischen Musik.
David Guetta, Metropolis und der Beginn der großen Festivalära
Einer der Musiker, die in Romeros früher internationaler Karriere eine wichtige Rolle spielten, war David Guetta. Protocol bezeichnete Guetta später selbst als Mentor Romeros zu Beginn seiner internationalen Laufbahn. Zu ihren gemeinsamen Arbeiten gehören Wild One Two, Metropolis, Produktionsarbeit an Bang My Head sowie später Ring The Alarm und Shout.
Metropolis, veröffentlicht 2012, war ein besonders typisches Werk dieser Zeit. Ein cineastisches Progressive-House-Build-up traf hier auf einen deutlich härteren Electro-Drop — eine Formel, die damals zu einem zentralen Bestandteil großer EDM-Festivals wurde.
Im selben Zeitraum arbeitete Romero mit Calvin Harris an Iron, während er mit dem australischen Duo NERVO Like Home veröffentlichte. Letzterer Track wurde zu einer seiner melodischsten frühen Produktionen und zu einem wichtigen Beispiel für den Progressive House der frühen 2010er-Jahre, der Festivaldynamik mit vollständigem Vocal-Songwriting verband.
Der größte kommerzielle Erfolg dieser Phase war jedoch mit einer anderen schwedisch-niederländischen Zusammenarbeit verbunden.
I Could Be The One mit Avicii
Die gemeinsame Produktion von Nicky Romero und Avicii war unter Fans zunächst als Nicktim bekannt. Nachdem eine Gesangsspur ergänzt worden war, erhielt der Track den Titel I Could Be The One und wurde zu einem der bedeutendsten EDM-Crossover-Hits der frühen 2010er-Jahre.
Im Februar 2013 erreichte die Single Platz 1 der offiziellen UK Singles Chart. Sie verbrachte 28 Wochen in den britischen Top 100 und wurde sowohl für Avicii als auch für Nicky Romero die erste Nummer eins in Großbritannien.
Gerade I Could Be The One zeigt den Unterschied zwischen den Ansätzen der beiden Produzenten besonders gut: Aviciis melodische Emotionalität verbindet sich hier mit einer dichteren Festivalarchitektur, wie sie für Romero typisch war.
Der kommerzielle Erfolg des Tracks brachte seinen Namen weit über die spezialisierte EDM-Zielgruppe hinaus. Gleichzeitig veröffentlichte Romero weiterhin deutlich härtere Clubtracks und wechselte nicht vollständig in den Pop-Dance-Bereich.
Protocol Recordings: eigenes Label statt Abhängigkeit von fremden Plattformen
Im Jahr 2012 gründete Nicky Romero Protocol Recordings. Das Label entstand sowohl als Plattform für Romeros eigene Musik als auch für Künstler, deren Produktionen seinem Verständnis einer modernen elektronischen Szene entsprachen.
In den folgenden Jahren veröffentlichte Protocol Musik von NERVO, Calvin Harris, Stadiumx, Deniz Koyu, Tommy Trash, W&W, Florian Picasso, Raiden, Timmo Hendriks und vielen weiteren Produzenten. Die Strategie des Unternehmens beschränkte sich dabei nie ausschließlich auf Progressive House: Der Katalog erweiterte sich nach und nach in Richtung Electro, Tech House, Bass House, Dance-Pop und experimentellere Stilrichtungen.
Für Romero wurde das Label vor allem als langfristiges Karriereinstrument wichtig. Statt von der wechselnden Strategie großer EDM-Unternehmen abhängig zu sein, erhielt er eine eigene Plattform, um neue Richtungen auszuprobieren und junge Künstler zu unterstützen.
Im Januar 2018 wurde PRTCL zum 100. Release von Protocol, im Mai 2020 feierte das Label seine 200. Veröffentlichung, und im Mai 2026 wurde Run To You von Nicky Romero und Almero mit Grace Barton bereits zum 500. Release des Katalogs.
Protocol Radio
Die Radioshow Protocol Radio startete am 18. August 2012. Die erste Ausgabe erschien unter dem Titel Protocol Radio #001.
Die Show wurde zur Audio-Erweiterung des Labels: Romero nutzt sie für eigene Premieren, neue Protocol-Releases, Promo-Veröffentlichungen anderer Künstler und Musik, die er in seinen DJ-Sets spielt.
Bis Juni 2016 erschien die 200. Episode, im Mai 2017 die 250., und bis März 2022 hatte die Zahl der Ausgaben 500 überschritten. Protocol Radio entwickelte sich damit zu einem der langlebigsten Projekte innerhalb von Romeros eigener Infrastruktur.
Symphonica, Legacy und der Höhepunkt des frühen Nicky Romero
2013 erschienen im Anschluss an den Erfolg von I Could Be The One zwei weitere wichtige Produktionen.
Symphonica basierte auf dem Kontrast zwischen einer fast orchestralen Einleitung und einem schweren Electro-House-Drop. Der Track spiegelt Romeros Vorliebe für dramatische Build-ups und abrupte Veränderungen der Dynamik besonders gut wider.
Die gemeinsame Single Legacy mit Krewella verfolgte einen anderen Ansatz: Vocal Progressive House mit einem großen Festival-Refrain brachte den Track näher an die songorientierte Seite von EDM. Protocol zählt Legacy bis heute zusammen mit Like Home und I Could Be The One zu den Releases, die Romeros frühe Phase definierten.
In diesen Jahren erreichte Romero auch die oberen Plätze der DJ Mag Top 100 DJs. 2012 stieg er auf Platz 17 ein und erreichte bereits 2013 Platz 7 — die höchste Position seiner Karriere in diesem Ranking. 2014 belegte er Platz acht.
Dies fiel mit der Phase des größten internationalen Wachstums von Festival Progressive und Electro House zusammen, zu der Romero neben Avicii, Hardwell, Alesso und anderen Künstlern seiner Generation gehörte.
Nicht nur eigene Tracks: Romero als Produzent
Eine weniger offensichtliche Seite von Nicky Romeros Karriere ist seine Studioarbeit für andere Künstler.
Im Laufe der Jahre war er an der Produktion großer Pop- und Dance-Releases beteiligt, darunter Right Now von Rihanna und David Guetta, Bang My Head von David Guetta mit Sia sowie It Should Be Easy von Britney Spears.
Dieser Aspekt ist wichtig, um Romero als Musiker zu verstehen. Sein professioneller Ruf basiert nicht nur auf Festivalsets, sondern auch auf der technischen Seite der Produktion: Drum-Programming, Dynamik, Synthesizer-Arbeit und dem Aufbau eines großen Stereo-Klangbildes.
Lighthouse, Harmony und die Bewahrung des Progressive House
Nach der intensivsten EDM-Phase Mitte der 2010er-Jahre entwickelte Romero die melodischere Seite seines eigenen Katalogs weiter.
2015 wurde Lighthouse zum 50. Release von Protocol Recordings. Im selben Jahr veröffentlichte er gemeinsam mit Stadiumx Harmony — einen Progressive-House-Track mit Gesang von Georgia Ku.
Diese Phase zeigte eine der beständigsten Eigenschaften von Romeros Musik. Selbst als sich der Festivalmarkt vom klassischen Progressive House der frühen 2010er-Jahre entfernte, verzichtete er nicht auf emotionale Akkordfolgen und große melodische Höhepunkte.
Gerade das ermöglichte ihm später, nach Experimenten mit Pop, Future Bass, Tech House und härterer Clubmusik organisch zum Progressive House zurückzukehren.
Redefine und die Rückkehr zum Club-Sound
Im Jahr 2020 veröffentlichte Romero die EP Redefine. Das Projekt war Teil eines größeren Konzepts, das auch eine Tour und eine Dokumentarserie umfasste, doch musikalisch war vor allem eines wichtig: Die EP richtete den Fokus bewusst wieder auf die härtere Clubseite seiner Produktion.
Enthalten waren I See, Time und Replica. Statt Dance-Pop standen Rhythmus, eine dunklere Atmosphäre und Festival-/Club-Produktion im Mittelpunkt.
Eine noch bedeutendere Veränderung erfolgte im selben Jahr, als Romero erstmals offiziell zwei Seiten seines musikalischen Charakters unter unterschiedlichen Namen voneinander trennte.
Monocule — die dunklere Seite von Nicky Romero
Im September 2020 stellte Nicky Romero den neuen Künstlernamen Monocule vor und veröffentlichte Monocule Volume 1. Der Künstler erklärte, dass das Projekt aus dem Wunsch entstand, tieferen, klassischeren Progressive House und Musik zu veröffentlichen, die sich unter dem Namen Nicky Romero weniger organisch einordnen ließ.
Die erste EP enthielt Time to Save mit Tim van Werd und Mosimann, Close To Me und Waiting For You. Bereits hier unterschied sich Monocule deutlich von Romeros Mainstage-Seite: gedämpfter Bass, längere Entwicklungen, dunklere Melodien und weniger Abhängigkeit vom Festival-Drop.
2021 folgte Monocule Volume 2 mit Find You, Silence und You Don't Know. Später wurde der Katalog des Projekts durch Ways To Heaven, Awakening, Your Eyes, Stargazing und weitere Produktionen erweitert.
Mit der Zeit entwickelte sich Monocule über einen reinen Studio-Alias hinaus. Beim Amsterdam Music Festival während des ADE 2024 fand die erste vollständige eigenständige Performance statt, die ausschließlich auf Material des Projekts basierte. Später erhielt Monocule eigene Festival- und Clubsets.
Heute ist die Trennung damit relativ klar: Nicky Romero umfasst Progressive House, Mainstage, House und Crossover Dance, während Monocule auf einen tieferen, atmosphärischeren und dunkleren Progressive-Sound konzentriert ist.
Perception und die Erweiterung seiner House-Palette
Nach der Pandemiephase experimentierte Romero verstärkt mit verschiedenen House-Richtungen.
Im Februar 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit Low Blow die aus zwei Tracks bestehende See You On The Dancefloor EP, auf der Tech House mit Disco und einem funkigeren Club-Groove verbunden wurde.
Im Mai folgte die Perception EP mit Lose My Mind, Pressure, Hear Me Now und Work My Body. Der Release war bewusst stilistisch vielfältig und reichte von stärker cluborientiertem House bis zu Romeros charakteristischem Festival Progressive.
Im selben Zeitraum erschienen außerdem So Much Love mit Almero, Techtronic und Myriad. Die beiden letztgenannten Produktionen nutzte Romero, um einen technischeren Club-Sound zwischen Tech House und Mainstage zu entwickeln.
Statt vollständig in ein neues Genre zu wechseln, begann er mehrere parallele Richtungen zu nutzen und je nach Release zwischen ihnen zu wechseln.
Protocol Lab
Das zehnjährige Jubiläum von Protocol Recordings im Jahr 2022 wurde von der Gründung des separaten Sublabels Protocol Lab begleitet.
Der Name Lab war bereits seit 2017 innerhalb des Protocol-Ökosystems verwendet worden — zunächst für Teile von ADE-Compilations und Bühnen bei Showcases. 2022 wurde das Konzept in ein eigenständiges Imprint umgewandelt, das für neue Künstler und experimentellere Bereiche elektronischer Musik gedacht war. Der erste Release war Stuck On You von Repiet und Andrew A.
Nightvision: EP und Soloshow
2023 erschien mit Nightvision ein neues Projekt in Romeros Karriere.
Zunächst erschienen Give In, danach Mahoya und Desire mit TELYKAST und Linney.
Am 1. Dezember 2023 wurde das Material auf der sechs Tracks umfassenden Nightvision EP zusammengeführt, und bereits am folgenden Tag spielte Romero im AFAS Live in Amsterdam seine erste große Solo-Open-to-Close-Show unter demselben Namen.
Statt ständig zu versuchen, Toulouse oder I Could Be The One zu kopieren, nutzt er ein breiteres Spektrum von House und Progressive House und behält gleichzeitig seine wiedererkennbare Festivaldramaturgie bei.
All You Need Is Love und neue Progressive-House-Releases
Der Track erschien 2023 als gemeinsame Produktion von Nicky Romero, Jonas Blue und Nico Santos und nicht mit Afrojack. Später veröffentlichte Romero zusätzlich einen Festival Edit.
Anfang 2024 erschien gemeinsam mit Deniz Koyu und Jaimes Tomorrow Comes, ein bewusster Rückgriff auf emotionalen Progressive House. Danach folgte die Solosingle All Night Long.
Diese Produktionen zeigen deutlich, dass Progressive House für Romero nicht bloß ein nostalgisches Genre der frühen 2010er-Jahre bleibt, sondern weiterhin ein aktiver Teil seiner aktuellen Produktion ist.
Zusammenarbeit mit David Guetta, Steve Aoki und eine neue Mainstage-Welle
In Romeros späterem Katalog setzte sich der Wechsel zwischen melodischem Progressive und direkterer Festivalmusik fort.
2025 arbeitete er erneut mit David Guetta an Shout, das auf dem bekannten Song von Tears for Fears basiert. Im selben Zeitraum erschienen Move It (Rapidin) mit GIACOBBI und Fatboi, die Progressive-House-Single Fade Away mit Barmuda sowie die gemeinsame Higher Off The Ground EP mit Steve Aoki.
Weitere Releases — Funky Bitz mit SMACK, Word On The Street mit Dr. Chaii, Run To You mit Almero und Grace Barton, No Turning Back mit Gabry Ponte und Freak — zeigen, dass die Mainstage-Richtung neben Progressive House und Monocule weiterhin bestehen bleibt.
Ein solcher Katalog macht die stilistische Einordnung von Nicky Romero schwieriger als zu Beginn seiner Karriere. Progressive House bleibt die Grundlage seiner Identität, daneben existieren jedoch Electro, Big Room, Tech House und moderner Festival House.
Kickstart und Romeros Einfluss auf Musikproduktion
Separat erwähnenswert ist Romeros Arbeit im Bereich Musiktechnologie.
Gemeinsam mit Cableguys ist sein Name mit dem Plugin Nicky Romero Kickstart verbunden — einem Werkzeug zur rhythmischen Lautstärkeautomation und zur Erzeugung des charakteristischen Pumping-/Sidechain-Effekts. Später erschien die deutlich erweiterte Version Kickstart 2.
Für elektronische Musik ist dies ein wichtiger Teil seines professionellen Vermächtnisses. Der Sidechain-Effekt war bereits lange vor der Veröffentlichung von Kickstart ein zentrales Element von EDM-Produktion, doch das Plugin machte die Erzeugung dieser Bewegung deutlich schneller und für Einsteiger leichter zugänglich.
Romero selbst bleibt ein technisch orientierter Studiomusiker. In Interviews mit MusicRadar sprach er ausführlich über die Arbeit mit Logic, Serum, Sylenth, Massive, UAD und anderen Werkzeugen und betonte, dass Fähigkeiten und die im Studio verbrachte Zeit wichtiger seien als der Preis des Equipments.
DJ Mag und die internationale Festivalkarriere
Nicky Romero schaffte es erstmals 2012 direkt auf Platz 17 der DJ Mag Top 100 DJs und erreichte ein Jahr später mit Platz 7 seine höchste Karriereposition.
Nach dem Höhepunkt der frühen 2010er-Jahre veränderten sich seine Platzierungen, doch Romero blieb über viele Jahre im Ranking vertreten. 2024 belegte er Platz 25, 2025 Platz 29. Da das Ranking auf einer offenen Publikumsabstimmung basiert, sollten diese Zahlen eher als Indikator internationaler Bekanntheit und nicht als objektive Bewertung von DJ-Fähigkeiten verstanden werden.
Im Verlauf seiner Karriere trat Romero mehrfach bei Tomorrowland, Ultra Music Festival, EDC und anderen der größten Festivals für elektronische Musik auf. Parallel dazu veranstaltet Protocol eigene Label Nights während des Amsterdam Dance Event, der Miami Music Week und in Clubs verschiedener Länder.
Diskografie von Nicky Romero
Nicky Romeros Karriere basiert traditionell vor allem auf Singles, Kollaborationen und EPs und weniger auf vollständigen Studioalben.
Wichtige EPs
- 2020 — Redefine EP — I See, Time, Replica
- 2022 — See You On The Dancefloor EP — mit Low Blow
- 2022 — Perception EP — Lose My Mind, Pressure, Hear Me Now, Work My Body
- 2023 — Nightvision EP — sechsteiliger Release im Zusammenhang mit Romeros erster großer Soloshow
- 2025 — Higher Off The Ground EP — gemeinsam mit Steve Aoki.
Monocule
- 2020 — Monocule Volume 1
- 2021 — Monocule Volume 2
Das Projekt wurde später mit einzelnen Singles und Kollaborationen fortgesetzt, darunter Awakening, Your Eyes, Stargazing, Sign, Waiting For Me, Be There und weitere Produktionen.
Ausgewählte Singles und Kollaborationen
- 2009 — My Friend
- 2010 — Flash (Nicky Romero Remix) — Green Velvet
- 2011 — Toulouse
- 2012 — Metropolis — mit David Guetta
- 2012 — Iron — mit Calvin Harris
- 2012 — Like Home — mit NERVO
- 2012/2013 — I Could Be The One — mit Avicii
- 2013 — Symphonica
- 2013 — Legacy — mit Krewella
- 2015 — Lighthouse
- 2015 — Harmony — mit Stadiumx
- 2018 — Paradise — mit Deniz Koyu und Walk Off The Earth
- 2019 — Ring The Alarm — mit David Guetta
- 2019 — Love You Forever — mit Stadiumx und Sam Martin
- 2020 — Destiny — mit Deniz Koyu und Alexander Tidebrink
- 2022 — So Much Love — mit Almero
- 2022 — Techtronic
- 2022 — Myriad
- 2023 — Turn Off The Lights
- 2023 — All You Need Is Love — mit Jonas Blue und Nico Santos
- 2023 — Mahoya
- 2024 — Tomorrow Comes — mit Deniz Koyu und Jaimes
- 2024 — All Night Long
- 2025 — Shout — mit David Guetta
- 2025 — Move It (Rapidin) — mit GIACOBBI und Fatboi
- 2025 — Fade Away — mit Barmuda
- 2025 — Hold On — mit Sick Individuals
- 2026 — Funky Bitz — mit SMACK
- 2026 — Word On The Street — mit Dr. Chaii
- 2026 — Run To You — mit Almero und Grace Barton
- 2026 — No Turning Back — mit Gabry Ponte
- 2026 — Freak
- 2026 — Follow You — mit FORS.
Wie sich der Stil von Nicky Romero verändert hat
Der frühe Nicky Romero entstand aus Electro und Dutch House der späten 2000er-Jahre. Flash, My Friend und seine ersten Produktionen zeigen eine rauere Clubästhetik, die später in Toulouse und Metropolis deutlich größer und festivalorientierter wurde.
Die Phase von I Could Be The One, Like Home, Legacy und Harmony stellte melodischen Progressive House ins Zentrum — große Akkorde, emotionale Vocal-Parts und Festivalhöhepunkte.
In späteren Jahren begann Romero freier mit Dance-Pop, Tech House und dunklerer Clubmusik zu arbeiten. Redefine, Perception und Nightvision spiegeln diese Entwicklung wider, während Monocule tieferen Progressive House praktisch in ein eigenständiges Projekt auslagert.
Nicky Romero ausschließlich als Big-Room- oder Future-House-DJ zu bezeichnen, wäre deshalb unzutreffend. Progressive House bleibt die beständigste Grundlage seiner Musik, doch sein Katalog ist deutlich breiter.
Nicky Romeros Bedeutung für EDM und Progressive House
Nicky Romero gehört zu jener Generation niederländischer Produzenten, die europäische Clubmusik in den frühen 2010er-Jahren in eine globale Festivalindustrie verwandelte. Seine Bedeutung beschränkt sich jedoch nicht auf eine einzelne Phase des EDM-Booms.
Toulouse etablierte seinen eigenen Club-Sound, I Could Be The One zeigte seine Fähigkeit, in einem großen internationalen Crossover-Format zu arbeiten, und Protocol Recordings ermöglichte ihm, rund um diesen Erfolg eine eigenständige musikalische Infrastruktur aufzubauen. Später gab Monocule Romero die Möglichkeit, tieferen Progressive House weiterzuentwickeln, ohne den musikalischen Charakter seines Hauptprojekts verändern zu müssen.
Besonders hervorzuheben ist außerdem seine Rolle als Produzent: die Arbeit an Releases anderer Künstler, Studioprojekte mit edukativem Charakter und Nicky Romero Kickstart machten seinen Namen nicht nur beim Clubpublikum bekannt, sondern auch bei Menschen, die selbst elektronische Musik produzieren.
Damit verbindet Nicky Romeros Karriere mehrere Seiten der modernen elektronischen Musikindustrie — internationaler Festival-DJ, Studioproduzent, Besitzer eines unabhängigen Labels und Entwickler von Musikproduktionswerkzeugen. Progressive House bleibt dabei die verbindende Linie zwischen seinen frühen Hits, dem heutigen Protocol-Katalog und dem tieferen Sound von Monocule.










