Monolink - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Monolink

Monolink (bürgerlicher Name — Steffen Linck; geboren 1989 in Deutschland) ist ein deutscher Sänger, Songwriter, Multiinstrumentalist und Produzent elektronischer Musik, der im Raum Hamburg aufwuchs und seine musikalische Karriere in Berlin aufbaute. Seine Musik verbindet die Tradition des Singer-Songwriters mit elektronischer Musik: Live-Gesang und Gitarrenparts treffen auf Arrangements aus House, Electronica, Ambient, Progressive und Melodic Techno.

Das Besondere an Monolink liegt weniger in der bloßen Mischung verschiedener Genres als in seiner Art der Performance. Er beschränkt sich nicht auf ein DJ-Set: Er singt, spielt Gitarre und Keyboards, steuert Synthesizer, Loops und Ableton Live und verwandelt ein elektronisches Konzert so in eine Zwischenform aus Bandauftritt und Club-Live-Set.

Zu den wichtigsten Kompositionen von Monolink gehören The End, Burning Sun, Sirens, Swallow, Father Ocean, Return to Oz, Black Day, Sinner, Otherside, The Prey, Under Dark, Turning Away, Black Hole, Point Of No Return, The Silence, Light Up My Dark, Mesmerized, Powerful Play, Avalanche, In My Place, Perfect World, Promised Land und Beacon. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er drei Studioalben: Amniotic (2018), Under Darkening Skies (2021) und The Beauty Of It All (2025).

Gitarre, Indie-Rock und die ersten Songs

Steffen Lincks musikalische Geschichte begann lange vor seiner Begegnung mit der Clubkultur. Er wuchs in der Nähe von Hamburg auf und begann ungefähr im Alter von fünfzehn Jahren, Gitarre zu lernen. Auslöser war die Bekanntschaft mit einem Mitschüler, der das Instrument bereits gut beherrschte und ihn mit britischer Gitarrenmusik vertraut machte.

Zu seinen ersten großen musikalischen Leidenschaften gehörten The Libertines. In einer Jugendband spielte Linck ihre Songs und begann nach und nach, eigenes Material zu schreiben. Später erweiterte sich sein Kreis an Einflüssen: Wichtig wurden für ihn Bob Dylan, Leonard Cohen, Neil Young, The Beatles, The Strokes, Pink Floyd, Radiohead und Oasis.

Besonders stark prägte ihn die Singer-Songwriter-Tradition — Musik, in der sich ein Song um eine Geschichte, einen Text und die Persönlichkeit des Autors entwickelt. Leonard Cohen und Bob Dylan faszinierten Linck mit ihrer Fähigkeit, aus wenigen Zeilen eine eigene Welt entstehen zu lassen, während die Gitarre lange sein wichtigstes Instrument blieb.

Eine klassische musikalische Ausbildung absolvierte er nicht. Später sagte er, dass er gerade den autodidaktischen Weg schätze: Die Notwendigkeit, sich Harmonie, Aufnahmetechnik und Instrumente durch praktische Erfahrung selbst zu erschließen, habe ihm geholfen, einen eigenen Ansatz zu entwickeln.

Umzug nach Berlin und Architektur

Im Jahr 2009 zog Steffen Linck aus dem Raum Hamburg nach Berlin. Ursprünglich war elektronische Musik nicht der Grund dafür: Er wollte sich mit Architektur beschäftigen und studierte dieses Fachgebiet eine Zeit lang.

Musikalisch blieb er in seinen ersten Jahren in der deutschen Hauptstadt vor allem Autor akustischer Songs. Linck spielte in kleinen Lokalen, trat auf der Straße auf und war an einem Folk-Projekt mit Kontrabass, Gitarre und Schlagzeug beteiligt.

Gerade Berlin veränderte nach und nach seine Vorstellung davon, was Musik überhaupt sein kann.

Die Clubkultur erschien ihm zunächst als völliger Gegensatz zum vertrauten Folk. Im Singer-Songwriter-Kontext wurde die Geschichte durch Worte erzählt. Auf dem Dancefloor gab es dagegen oft überhaupt keinen Text, doch ein wiederholender Rhythmus, Bass und die allmähliche Entwicklung eines Arrangements konnten einen ebenso starken emotionalen Zustand erzeugen.

Linck beschrieb dies als die Entdeckung einer anderen Art des Hörens: Musik nicht so sehr mit dem Verstand zu analysieren, sondern sie körperlich wahrzunehmen.

Wie Monolink entstand

Anstatt sich zwischen Gitarrensong und elektronischer Szene zu entscheiden, beschloss Linck, beide Systeme miteinander zu verbinden.

Er begann, Musiksoftware, Synthesizer und elektronische Produktion zu erlernen und überführte nach und nach bereits geschriebene Gitarrenstücke in tänzerische Strukturen.

Hier entstand das zentrale Prinzip von Monolink: Ein Song muss ein Song bleiben, selbst wenn er sich in einen elektronischen Track verwandelt.

Gitarre und Stimme wurden deshalb nicht zu dekorativen Elementen über einem fertigen Beat. Sie stehen im Zentrum der Komposition, während sich der elektronische Teil um die Gesangsmelodie, die Akkorde und den Text herum entwickelt.

Zu den elektronischen Musikern, die diesen Ansatz beeinflussten, zählte Linck selbst Nicolas Jaar, Stimming, David August, Moderat, Acid Pauli, Lake People und weitere Vertreter der europäischen Elektronikszene.

Indigo — die ersten offiziellen Aufnahmen

Seine ersten Aufnahmen und DJ-Auswahlen veröffentlichte Monolink bereits Anfang der 2010er Jahre im Internet.

Seine erste gut dokumentierte kommerzielle Veröffentlichung war Indigo, erschienen am 16. November 2014 bei By Ground Digital.

Die Veröffentlichung enthielt drei Kompositionen:

  • Indigo
  • Paralyzed
  • Into the Darkness

Schon hier zeigt sich sein Interesse an längeren Clubformen: Paralyzed und Into the Darkness dauern jeweils mehr als sieben Minuten und unterscheiden den frühen Monolink damit deutlich von einem gewöhnlichen Pop-Songwriter.

Die wirklich unverwechselbare Form des Projekts entstand jedoch erst nach der Begegnung mit einem wichtigen Vertreter der deutschen alternativen Elektronikszene.

The End und Acid Pauli

Im Jahr 2015 arbeitete Monolink mit Acid Pauli zusammen — dem elektronischen Projekt von Martin Gretschmann, der zuvor mit The Notwist verbunden war.

Das Ergebnis war die Veröffentlichung The End. Sie enthielt Originalkompositionen und Remixe, und die Zusammenarbeit half Monolink dabei, deutlich tiefer in die professionelle Elektronikszene einzutauchen.

The End ist für seine weitere Entwicklung besonders wichtig, weil hier bereits jene Balance gut zu hören ist, die später zu seinem Markenzeichen wurde: ruhiger männlicher Gesang und eine beinahe traditionelle Songstruktur tauchen in einen sich langsam entwickelnden elektronischen Rhythmus ein.

Statt wie ein Singer-Songwriter-Stück mit hinzugefügtem Drumcomputer zu klingen, entwickelt die Musik nach und nach einen eigenen Raum zwischen Folk und Club.

Burning Sun und Sirens

Der nächste wichtige Schritt war Burning Sun, veröffentlicht im Jahr 2017. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Monolink endgültig als eigenständiges Live-Projekt etabliert.

Im selben Zeitraum erschien Sirens — eine seiner bekanntesten frühen Kompositionen. Besonders deutlich funktioniert hier der für Linck typische Kontrast: Der Gesang klingt fast intim, während das tieffrequente Fundament und der allmähliche Aufbau elektronischer Ebenen auf große Räume und den Dancefloor ausgerichtet sind.

Diese Fähigkeit, gleichzeitig das Gefühl eines persönlichen Songs und eines Clubtracks zu erzeugen, wurde bald zur Grundlage des ersten Albums.

Amniotic

Das Debütalbum Amniotic erschien am 20. April 2018.

Die Hauptausgabe enthält 11 Stücke und dauert mehr als eine Stunde. Enthalten sind Amniotic, Black Day, Sirens, Rearrange My Mind, Frozen, Father Ocean, Swallow, Take Me Home, Riverman, Return to Oz und weitere Arbeiten dieser Phase.

Der Titel ist mit Vorstellungen von Geburt, Natur und dem ursprünglichen Zustand des Lebens verbunden. Monolink selbst sagte, er habe bei dem Album eine beinahe physische Verbindung zu Natur und lebendigem Dasein erzeugen wollen.

Das erklärt den Aufbau der Platte gut. Trotz Synthesizern und elektronischer Rhythmik wirkt Amniotic nur selten wie kalte technologische Musik. Zu hören sind Gitarren, Stimme, Atem, akustische Instrumente und viel Raum zwischen den einzelnen Klangelementen.

Sirens und Swallow gehörten zu den Schlüsselstücken des Albums, während sich Father Ocean mit der Zeit zu einem der bekanntesten Songs in Monolinks gesamter Karriere entwickelte.

Father Ocean und Return to Oz

Father Ocean zeigt besonders gut, warum sich Monolinks Katalog so hervorragend für die Remixkultur eignet.

Die Originalkomposition besitzt bereits zwei eigenständige Seiten — eine songorientierte und eine elektronische. Dadurch kann ein anderer Produzent Rhythmus und Clubdynamik stark verändern, ohne das zentrale vokale Motiv zu zerstören.

Besonders bekannt wurde die Version Father Ocean (Ben Böhmer Remix). Die hellere melodische Elektronik von Ben Böhmer gab dem Song ein neues Clubleben, und mit der Zeit wurde gerade der Remix zu einer der populärsten Aufnahmen, die mit Monolinks Namen verbunden sind.

Eine ähnliche Geschichte entwickelte sich bei Return to Oz. Das Original war auf Amniotic enthalten, doch 2019 erschien der ARTBAT Remix, der zu einer der bekanntesten Arbeiten im modernen Melodic-House-&-Techno-Umfeld wurde.

So entwickelte sich Monolinks Katalog gleichzeitig in zwei parallelen Formen: als Musik des Autors selbst und als Material für Neuinterpretationen anderer elektronischer Produzenten.

Burning Man und der Aufstieg zum internationalen Live-Act

Zu den wichtigsten Momenten seines internationalen Wachstums gehörten Monolinks Auftritte beim Burning Man.

Besonders große Verbreitung fand die Videoaufnahme seines Auftritts in der Black Rock Desert im Jahr 2018. Für das visuelle Erscheinungsbild des Projekts war dieser Ort nahezu ideal: Gitarre, Stimme, elektronische Geräte, Sonnenuntergang und offene Landschaft verstärkten das Bild eines Musikers, der sich zugleich innerhalb eines elektronischen Musikfestivals und außerhalb der traditionellen DJ-Kultur bewegt.

Gerade das Live-Format wurde zu Monolinks größtem Alleinstellungsmerkmal.

Er versucht nicht, die Studioaufnahme wortgetreu zu reproduzieren. In Ableton Live befinden sich einzelne Songbestandteile, Loops und elektronische Ebenen, die er während des Auftritts direkt steuern kann. Auch Gesang und Gitarre werden live gespielt.

Dadurch können sich Länge, Übergangsstruktur und einzelne Elemente je nach Veranstaltungsort und Publikum verändern.

Black Hole mit Ben Böhmer

Im Jahr 2019 nahm Monolink gemeinsam mit Ben Böhmer den Track Black Hole auf. Die Komposition erschien auf Böhmers Debütalbum Breathing und wurde über Anjunadeep veröffentlicht.

Die Zusammenarbeit wirkte besonders natürlich. Ben Böhmers Musik basiert auf melodischer Progressive-Elektronik, während Monolinks Gesang ihr eine vollständige Songdramaturgie verlieh.

Black Hole wurde zu einer der bekanntesten Kollaborationen Lincks und erhielt später weitere Remixe, darunter Versionen von Konstantin Sibold.

Im selben Zeitraum entwickelte sich Monolinks Katalog durch eigene Songs, Remixe und internationale Auftritte weiter.

Sinner, Otherside und der Weg zum zweiten Album

Im Jahr 2020 erschien die Single Sinner, gefolgt von Otherside. Diese Stücke markierten den Übergang zu dem kontrastreicheren Material des zweiten Albums.

Während Amniotic wie ein relativ geschlossenes, naturverbunden-melancholisches Klangfeld wirkte, war die neue Musik emotional weniger stabil.

Die Gründe lagen zu einem großen Teil in Lincks eigenem Leben. Der erste Teil des zweiten Albums entstand nach einer langen Tourphase, in der er energischere Musik für große Bühnen schreiben wollte. Danach folgten persönliche Veränderungen, das Ende einer Beziehung und die COVID-19-Pandemie, die die Konzertbranche zum Stillstand brachte.

Dadurch bewegte sich das Material schließlich in eine völlig andere Richtung.

Under Darkening Skies

Das zweite Studioalbum Under Darkening Skies erschien am 11. Juni 2021 bei Embassy One.

Es enthält 12 Kompositionen mit einer Gesamtlaufzeit von mehr als einer Stunde.

Zu den Schlüsselstücken gehören Laura, The Prey, We Don't Sleep, Harlem River, Falling, Otherside, Under Dark, Reflections und Don't Hold Back.

Die innere Uneinheitlichkeit wurde zu einer Stärke des Albums. Clubtracks stehen neben langsamen Vokalstücken und beinahe kammermusikalischen Passagen.

Linck selbst erklärte diese Unterschiede mit den Umständen der Entstehung. Ein Teil des Materials entstand unter dem Eindruck großer Auftritte und war auf hohe Energie ausgelegt. Später verschoben Isolation und Veränderungen im Privatleben die Arbeit in ruhigere und intimere Zustände.

Deshalb wirkt Under Darkening Skies weniger wie eine einzige Emotion als wie ein Dokument mehrerer deutlich unterschiedlicher Lebensphasen.

Don't Hold Back und Turning Away

Einer der wichtigen Songs dieser zweiten Phase war Don't Hold Back. Er ist direkt auf Under Darkening Skies enthalten und stammt aus dem Jahr 2021, nicht aus 2023, wie es in manchen Katalogen und Biografien fälschlicherweise angegeben wird.

Im selben Jahr erschien Turning Away über Cercle Records.

Später erhielt der Track weitere Versionen, darunter einen Remix von Parra for Cuva, und setzte damit eine für Monolink typische Tradition fort, bei der Songs ein eigenständiges Leben in den Katalogen anderer elektronischer Künstler entwickeln.

Cercle und das Konzert auf den Malediven

Eine besondere Stellung unter Monolinks Live-Aufnahmen nimmt die Zusammenarbeit mit Cercle ein.

Der Auftritt auf der Insel Gaatafushi auf den Malediven wurde nicht einfach als Festivalvideo präsentiert, sondern als eigenständiges audiovisuelles Werk: Das elektronische Konzert fand praktisch mitten in einer natürlichen Landschaft statt.

Im Jahr 2022 wurde die Aufnahme offiziell auf digitalen Plattformen als Cercle: Monolink at Gaatafushi Island, Maldives (Live) veröffentlicht.

Solche Projekte passen besonders gut zu Monolinks Musik, weil seine Kompositionen häufig mindestens ebenso stark vom Raum wie von einer traditionellen Songstruktur abhängen.

Point Of No Return und Adam Port

Im Jahr 2023 arbeitete Monolink mit Adam Port zusammen, einem Mitglied des Berliner Kollektivs Keinemusik.

Die gemeinsame Single Point Of No Return erschien am 15. März 2023 bei Afterlife Recordings.

Im Unterschied zu Monolinks stärker folkgeprägten Arbeiten liegt das Grundgerüst hier deutlich näher an Techno und Melodic House & Techno. Lincks Stimme wird nahezu zu einem hypnotischen Element innerhalb der Clubstruktur.

Point Of No Return wurde zu einer der auffälligsten Kompositionen seines digitalen Katalogs und zeigte erneut, wie selbstverständlich Monolink in der Musik anderer Produzenten funktionieren kann, ohne dabei seine eigene Wiedererkennbarkeit zu verlieren.

The Silence mit Stephan Jolk

Im Mai desselben Jahres erschien The Silence, aufgenommen gemeinsam mit dem italienischen Elektronikproduzenten Stephan Jolk.

Beide Musiker werden nicht nur als Interpreten, sondern auch als Autoren und Produzenten der Komposition geführt.

Auch hier kommt erneut ein für Monolink typisches Prinzip zum Einsatz: Wenige Gesangszeilen erklären die Musik nicht wörtlich, sondern geben eine emotionale Richtung vor, um die herum sich das elektronische Arrangement allmählich entwickelt.

Light Up My Dark

Am 26. Juli 2024 veröffentlichte Monolink die Single Light Up My Dark, im August folgte eine Extended-Version mit einer Länge von mehr als sieben Minuten.

Der Track wurde zu einer wichtigen eigenständigen Veröffentlichung zwischen dem zweiten und dritten Album, ist jedoch nicht auf The Beauty Of It All enthalten.

Daher ist es nicht ganz korrekt, Light Up My Dark als erste Single des dritten Albums selbst zu bezeichnen. Treffender ist es, den Titel als Übergangswerk zwischen zwei Phasen seiner Diskografie zu betrachten.

Mesmerized und der Beginn eines neuen Kapitels

Der eigentliche Albumzyklus von The Beauty Of It All begann im Jahr 2025.

Zu den ersten Schlüsselstücken gehörte Mesmerized. Die Komposition ist deutlich dunkler als ein Teil seiner früheren Arbeiten und basiert auf einer langgezogenen elektronischen Entwicklung, Gesang und analog klingender Rhythmik.

Darauf folgte Powerful Play und anschließend weiteres Material des kommenden Albums.

Bei der Arbeit an der neuen Platte entfernte sich Monolink bewusst vom permanenten Tourrhythmus und arbeitete teilweise in einem Studio auf dem deutschen Land. Nach mehreren Jahren auf Tour wollte er wieder körperlicher mit Instrumenten interagieren — Klavier und Gitarre spielen, improvisieren und erst danach diese Ideen in elektronische Aufnahmen verwandeln.

Der Musiker selbst beschrieb diesen Ansatz fast wörtlich als die Verwandlung von folk songs in dancefloor songs.

The Beauty Of It All

Das dritte Studioalbum The Beauty Of It All erschien am 26. September 2025 bei Embassy One.

Die Platte enthält zehn Kompositionen:

  • Call of the Void
  • Perfect World
  • Powerful Play
  • Avalanche
  • In My Place
  • Mesmerized
  • Promised Land
  • Beacon
  • Phoenix
  • Once I Understood

Die Laufzeit des Albums beträgt etwa 52 Minuten.

Im Zentrum von The Beauty Of It All stehen die Themen Schönheit, Vergänglichkeit, menschliche Nähe und das Empfinden von Zeit. Noch wichtiger ist jedoch, wie sich diese Ideen in der Musik selbst widerspiegeln.

Monolink versucht nicht, alle zehn Kompositionen gleichermaßen cluborientiert zu gestalten.

Powerful Play ist stärker mit dem Dancefloor verbunden. Avalanche nutzt eine hypnotischere Progressive-Dynamik. Mesmerized entwickelt sich langsam und düster. Beacon betont stärker die Klavier- und Singer-Songwriter-Seite. Das abschließende Once I Understood führt den Hörer beinahe zurück zur Intimität eines gewöhnlichen Songs.

Damit macht das dritte Album deutlich, was in Monolinks Musik von Anfang an vorhanden war: Elektronische Komposition und Singer-Songwriter-Song sind hier nicht zwei Genres, die sich abwechseln. Sie sind zwei Ebenen desselben Systems.

Perfect World

Eine besonders interessante Entwicklung stellt Perfect World dar.

Statt des für Monolink häufig typischen geraden Four-on-the-Floor-Pulses arbeitet die Komposition mit Rhythmen aus dem Umfeld von UK Garage und Breakbeat. Gleichzeitig bleiben Stimme, Synthesizer und melancholische Melodik klar seinem Stil zuzuordnen.

Die textliche Idee kam Linck beim Beobachten von Menschen in einem Café in Hamburg. Der Song beschäftigt sich mit dem modernen Gefühl der Entfremdung — einer Situation, in der ein Mensch physisch von anderen Menschen und Informationen umgeben ist, emotionale Verbindung aber immer weniger selbstverständlich erscheint.

2026: Remixe und die Fortsetzung von The Beauty Of It All

Im Jahr 2026 entwickelte Monolink das Material des dritten Albums mit einer Reihe von Remixen weiter.

Neue Versionen erhielten Beacon, Mesmerized, Perfect World, Powerful Play und Promised Land. Zu den eingeladenen Produzenten gehörten Colyn, Henrik Schwarz, Dirtwire, Curol, Yamagucci, Acid Pauli und Steve Bug.

Im Juli 2026 erschien die Veröffentlichung Powerful Play / Promised Land (Acid Pauli & Steve Bug Remixes).

Dieser Zyklus zeigt gut die Kontinuität von Monolinks gesamter Entwicklung: Acid Pauli, der bereits 2015 bei The End eine wichtige Rolle spielte, arbeitete mehr als zehn Jahre später erneut mit Lincks Material — nun nach Veröffentlichung seines dritten Studioalbums.

The Beauty Of It All Tour

Die Veröffentlichung des dritten Albums wurde von der internationalen The Beauty Of It All Tour begleitet.

Der europäische Teil begann bereits 2025, während das Programm 2026 in Nordamerika, Asien, Südamerika und Europa fortgesetzt wurde.

In Nordamerika trat Monolink unter anderem in Toronto, Brooklyn, Boston, Chicago, Dallas, Austin, Denver, Phoenix, Los Angeles, San Francisco, Portland, Seattle und Vancouver auf.

Die Tour basierte auf einer vollständigen Live-Show mit Gesang, Gitarre, Keyboards, Synthesizern und einer neuen Bühnenproduktion. Neben Material aus The Beauty Of It All standen Sirens, Father Ocean, Otherside, Point Of No Return und weitere Stücke früherer Phasen auf dem Programm.

Im Jahr 2026 kehrte Monolink außerdem mit einem hybriden Auftritt zum Fusion Festival zurück und hielt damit die Verbindung zu jener Festivalszene aufrecht, die für die Entwicklung des Projekts eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Wie Monolinks Live-Set funktioniert

Das Bühnenformat ist einer der Hauptgründe dafür, warum Monolink kaum einfach als DJ bezeichnet werden kann.

Im Zentrum des Auftritts stehen weiterhin Stimme und Gitarre. Sie laufen durch Ableton Live und werden dort mit vorbereiteten elektronischen Elementen, Effekten und Loops kombiniert.

Gleichzeitig nutzt der Musiker MIDI-Controller, Synthesizer und weitere Geräte, mit denen er die Struktur eines Stücks direkt auf der Bühne verändern kann.

Dadurch existiert ein Song gleichzeitig in mehreren Varianten.

Es gibt die Studiofassung, in der jedes Detail festgelegt ist.

Es gibt eine Extended-Version für den Club.

Es gibt eine akustische Version, die nahezu ohne Elektronik auskommen kann.

Und schließlich gibt es die Live-Version, deren Länge und Dynamik sich unmittelbar während des Auftritts verändern können.

Genau das unterscheidet Monolink von einem Künstler, der lediglich über vorproduzierte elektronische Begleitung singt.

Gitarre und elektronisches Studio

Trotz der technologischen Entwicklung bleibt die Gitarre eines der wichtigsten Arbeitsinstrumente von Steffen Linck.

Zu verschiedenen Zeiten spielte er unter anderem Gibson ES-335 und Fender Stratocaster, während viele Kompositionen zunächst als Gitarren- oder Klavieridee entstehen.

Der Arbeitsprozess kann mit einer kurzen Melodie, einer Textzeile oder einer Aufnahme auf dem Smartphone beginnen. Anschließend wird das Fragment in Ableton Live übertragen, wo sich nach und nach Synthesizer, elektronische Drums und zusätzliche Live-Instrumente darum entwickeln.

Im Studio verwendet Monolink auch analoge Synthesizer, darunter Roland Juno-60 und Korg MS-20. Der Musiker selbst betont jedoch, dass das konkrete Gerätemodell für ihn deutlich weniger wichtig ist als Melodie und Text.

Monolinks Musikstil

Kataloge ordnen Monolink Electronica, House, Dance, Progressive House und Melodic House & Techno zu, doch keine dieser Bezeichnungen beschreibt das Projekt für sich allein vollständig.

Aus Folk und der klassischen Singer-Songwriter-Tradition stammen:

  • die Gitarre;
  • die Struktur aus Strophe und Refrain;
  • erzählerische Texte;
  • persönlicher Gesang;
  • das Interesse an Naturbildern und inneren Zuständen.

Aus der elektronischen Szene übernahm Monolink:

  • wiederholende Clubrhythmen;
  • Synthesizer;
  • tiefen Bass;
  • lange, allmähliche Entwicklungen;
  • das Prinzip eines kontinuierlichen Live-Sets;
  • die Möglichkeit, ein Werk durch Remixe radikal neu zu gestalten.

Die treffendste Beschreibung von Monolink lautet deshalb weder „Sänger, der angefangen hat, Techno zu machen“ noch „DJ mit Gitarre“.

Er arbeitet an dem Punkt, an dem sich die Singer-Songwriter-Tradition in elektronische Tanzmusik verwandelt, ohne dass der eigentliche Song verloren geht.

Texte und zentrale Themen

Die Bedeutung der Texte unterscheidet Monolink von einem großen Teil der instrumentalen Melodic-Techno-Szene.

Leonard Cohen und Bob Dylan hatten einen deutlichen Einfluss auf ihn — Künstler, bei denen der Inhalt eines Songs nicht von seiner Melodie zu trennen ist.

Lincks Texte folgen jedoch nur selten einer linearen Erzählung mit vollständig erklärter Handlung. Ihn interessieren eher einzelne Bilder und emotionale Zustände.

In seinen Songs kehren regelmäßig Themen wie Natur, Wasser, Dunkelheit, Licht, Raum, Einsamkeit, Bewegung, Verlust, menschliche Nähe und der Versuch, eine Verbindung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung zu finden zurück.

Das wird bereits an Titeln wie Father Ocean, Burning Sun, Under Darkening Skies, Avalanche, Beacon und Phoenix deutlich.

Naturbilder dienen dabei nicht bloß als Dekoration, sondern als Mittel, um über emotionale Zustände zu sprechen, ohne den Text zu wörtlich werden zu lassen.

Studio-Diskografie von Monolink

Amniotic — 2018

Das Debütalbum etablierte das Grundprinzip des Projekts — die Verbindung von live gespielter Singer-Songwriter-Musik mit elektronischer Clubmusik.

Wichtige Kompositionen: Sirens, Swallow, Father Ocean, Return to Oz, Black Day, Rearrange My Mind, Amniotic.

Under Darkening Skies — 2021

Das zweite Album besitzt eine größere emotionale Spannweite — von energiegeladener elektronischer Musik bis hin zu intimen Vokalstücken.

Wichtige Kompositionen: The Prey, Otherside, Under Dark, Harlem River, Don't Hold Back, Reflections, We Don't Sleep.

The Beauty Of It All — 2025

Das dritte Studioalbum widmet sich Schönheit, Vergänglichkeit und menschlicher Verbindung. Live-Instrumente und elektronische Produktion rücken hier noch enger zusammen.

Wichtige Kompositionen: Mesmerized, Powerful Play, Avalanche, In My Place, Perfect World, Promised Land, Beacon.

Wichtige frühe und Live-Veröffentlichungen

Indigo — 2014 — Monolinks erste gut dokumentierte kommerzielle Drei-Track-Veröffentlichung.

The End — 2015 — Zusammenarbeit mit Acid Pauli und eine der entscheidenden Phasen bei der Entwicklung des eigenen Stils.

Burning Sun — 2017 — frühe Veröffentlichung aus der Zeit unmittelbar vor Amniotic.

Amniotic (Deluxe Version) — 2019 — erweiterte Version des Debütalbums.

Cercle: Monolink at Gaatafushi Island, Maldives (Live) — 2022 — offizielle Live-Veröffentlichung.

Die wichtigsten Songs von Monolink

Zu den zentralen Werken seines Katalogs gehören:

The End, Burning Sun, Sirens, Swallow, Father Ocean, Return to Oz, Black Day, Rearrange My Mind, Sinner, Otherside, The Prey, Under Dark, Don't Hold Back, Turning Away, Black Hole, Point Of No Return, The Silence, Light Up My Dark, Mesmerized, Powerful Play, Avalanche, In My Place, Perfect World, Promised Land, Beacon, Phoenix und Once I Understood.

Kollaborationen und bekannte Remixe

Ein eigener Teil von Monolinks Geschichte ist mit anderen Vertretern der modernen Elektronikszene verbunden.

Acid Pauli half dabei, eine der wichtigsten frühen Veröffentlichungen — The End — zu prägen, und kehrte Jahre später mit einem Remix von Powerful Play zu Monolinks Musik zurück.

Ben Böhmer bearbeitete Father Ocean neu und nahm gemeinsam mit Linck Black Hole auf.

ARTBAT machten aus Return to Oz einen der bekanntesten Melodic-Techno-Remixe des Katalogs.

Adam Port wurde Mitautor von Point Of No Return.

Stephan Jolk entwickelte gemeinsam mit Monolink The Silence.

Lincks Musik wurde außerdem von Tale Of Us, Innellea, Parra for Cuva, Colyn, Henrik Schwarz, Sam Shure, Mathame, Fideles, Steve Bug und weiteren Produzenten neu interpretiert.

Diese Offenheit gegenüber Remixen wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner Position innerhalb der elektronischen Kultur: Die Songs existieren nicht als abgeschlossene Werke, sondern als Material, das von einem Singer-Songwriter-Konzert auf einen großen Techno-Dancefloor wechseln kann und dabei dennoch seinen emotionalen Kern behält.

Warum Monolink eine besondere Stellung in der elektronischen Musik einnimmt

Die Verbindung von Gitarre und Elektronik ist an sich nichts Neues. Das Besondere an Monolink ist, dass er Live-Instrumente nicht nur als effektvolle Ergänzung für die Bühne einsetzt.

Sein musikalisches System entstand gerade aus dem Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Arten, Musik wahrzunehmen.

Aus Folk und Rock übernahm er die Idee des Songs als Erzählung.

Aus Berlin kam die Vorstellung von Musik als körperlichem, kollektivem Erlebnis, das auf Rhythmus, Wiederholung und allmählichem Eintauchen basiert.

Anstatt sich für eine Richtung zu entscheiden, machte Linck diesen Widerspruch zur Grundlage seines eigenen Projekts.

Deshalb wirkt Monolink mit einer Gitarre vor kleinem Publikum ebenso selbstverständlich wie hinter elektronischem Equipment auf einem Festival, in der Wüste beim Burning Man oder innerhalb einer groß angelegten audiovisuellen Inszenierung.

Seine drei Studioalben zeigen die schrittweise Entwicklung einer einzigen Idee. Amniotic formte die Sprache des Projekts, Under Darkening Skies erweiterte seine emotionalen Grenzen, während The Beauty Of It All Live-Instrumente, Songwriting und moderne elektronische Produktion noch enger zusammenführte.

Genau deshalb wurde Monolink zu einer markanten Figur der modernen Elektronikszene: Er versucht weder, einen traditionellen Song der Clubmusik unterzuordnen, noch umgekehrt — er schafft einen Raum, in dem Gitarre, menschliche Stimme, Synthesizer und Tanzrhythmus als Teile einer einzigen musikalischen Sprache wahrgenommen werden.


Musik hören Monolink

Ben Böhmer & Monolink - Black Hole

Ben Böhmer & Monolink - Black Hole

03:37 8.36Mb [320 kbps] 12 0 0 13.08.2026 layden House, Melodic House

Monolink - Laura

Monolink - Laura

07:19 16.84Mb [320 kbps] 203 0 0 17.10.2025 layden House, Melodic House

Ben Böhmer & Monolink - Black Hole (Martin Roth Remix)

Ben Böhmer & Monolink - Black Hole (Martin Roth Remix)

04:44 10.93Mb [320 kbps] 133 0 0 14.10.2025 layden House, Melodic House

0:00 04:44
Ben Böhmer & Monolink - Black Hole (Gui Boratto Rework)

Ben Böhmer & Monolink - Black Hole (Gui Boratto Rework)

04:50 11.16Mb [320 kbps] 122 0 0 14.10.2025 layden House, Melodic House

0:00 04:50
Monolink - Avalanche

Monolink - Avalanche

04:54 11.45Mb [320 kbps] 170 0 0 29.05.2025 User_1928 House

Monolink - Powerful Play (Original Mix)

Monolink - Powerful Play (Original Mix)

05:31 13.17Mb [320 kbps] 450 0 0 21.05.2025 User_1928 House

0:00 05:31
Monolink - Regen (Interlude)

Monolink - Regen (Interlude)

01:47 4.16Mb [320 kbps] 235 1 0 21.05.2025 User_1928 Techno

Monolink - Take Me Away

Monolink - Take Me Away

05:51 13.46Mb [320 kbps] 347 1 0 21.05.2025 User_1928 Techno

Monolink - Reflections

Monolink - Reflections

04:45 10.97Mb [320 kbps] 295 1 0 21.05.2025 User_1928 Techno

CamelPhat feat. Monolink & Innellea - Shelter

CamelPhat feat. Monolink & Innellea - Shelter

04:14 9.87Mb [320 kbps] 233 1 0 21.05.2025 User_1928 Trance

0:00 04:14

Seiten: 1 2 »»

Beim Hören von Monolink interessieren sich Nutzer von Minatrix.FM auch für:


Um Playlists zu verwalten und weitere Vorteile des Projekts zu nutzen, müssen Sie sich registrieren!

ODER

Mit Google einloggen

Apple Mit Apple anmelden

ODER

REGISTRIEREN

Cover des laufenden Tracks
0:00 / 0:00
Online-Radio-Stream Minatrix.FM
Laden