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Ferry Corsten — ist ein niederländischer DJ, Musikproduzent und Komponist aus Rotterdam und eine der Schlüsselfiguren der europäischen Trance-Szene der späten 1990er- und 2000er-Jahre. Neben Veröffentlichungen unter seinem eigenen Namen ist er für Projekte und Pseudonyme wie System F, Gouryella, Moonman, Albion und FERR sowie für die gemeinsamen Projekte Veracocha und New World Punx bekannt.
Ferry Corsten wurde am 4. Dezember 1973 in Rotterdam, Niederlande, geboren. Seine frühen Arbeiten entstanden noch vor dem internationalen Aufstieg der Trance-Musik, während Titel wie Out of the Blue, Gouryella, Walhalla, Punk und Rock Your Body Rock zu wichtigen Bestandteilen seiner Diskografie und der damaligen Clubkultur wurden.
Frühe Jahre
Corsten entwickelte bereits als Jugendlicher ein Interesse an elektronischer Musik. Er hörte niederländische Radiosendungen, sammelte Schallplatten und brachte sich das Produzieren von Musik selbst bei. Um seinen ersten Synthesizer kaufen zu können, verdiente der spätere Produzent Geld mit Autowaschen und dem Verkauf eigener Mixtapes.
Entgegen einer häufig wiederholten Darstellung begann Corstens professionelle DJ-Karriere nicht bereits Ende der 1980er-Jahre. In Interviews stellte er klar, dass er sich ab etwa seinem 15. Lebensjahr vor allem mit Musikproduktion beschäftigte und erst deutlich später regelmäßig als professioneller DJ auftrat — nachdem seine Studioarbeiten bereits Bekanntheit erlangt hatten.
1991 veröffentlichte Corsten gemeinsam mit John Matze, René de Ruyter und Robert Smit Techno-Material unter dem Namen Spirit of Adventure. In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre experimentierte er unter verschiedenen Pseudonymen mit Techno, Acid, Hardcore und House.
1995 gewann das Projekt Hole in One, an dem Corsten beteiligt war, die Dance-Kategorie des niederländischen Wettbewerbs De Grote Prijs van Nederland. Ein Jahr später gelangte Don't Be Afraid, veröffentlicht unter dem Pseudonym Moonman, in die britischen Singlecharts.
System F und Out of the Blue
Das Ende der 1990er-Jahre war entscheidend für Ferry Corstens internationale Karriere.
1999 veröffentlichte er unter dem Pseudonym System F den Track Out of the Blue. Die Komposition erreichte die britischen Top 20 und wurde zu einer der Produktionen, mit denen der Aufstieg des melodischen niederländischen Trance dieser Zeit verbunden wird.
Die nächste bedeutende System-F-Single war Cry, die 2000 erschien.
Dabei ist es wichtig, zwischen der Single und dem gleichnamigen Album zu unterscheiden: Der Track Out of the Blue erschien 1999, während das Debütalbum von System F, Out of the Blue, erst 2001 veröffentlicht wurde. Darauf befanden sich außerdem Cry, die gemeinsam mit Armin van Buuren produzierte Komposition Exhale sowie Soul on Soul mit Marc Almond.
2003 folgte das zweite System-F-Album Together.
Gouryella und die Zusammenarbeit mit Tiësto
Ein weiterer besonders wichtiger Teil von Corstens Karriere ist das Projekt Gouryella, das ursprünglich gemeinsam mit Tiësto gegründet wurde.
Die erste Single Gouryella erschien 1999. Im selben Jahr folgte Walhalla mit Gesang von Rachel Spier. 2000 veröffentlichte das Projekt Tenshi.
Nachdem Tiësto seine Beteiligung beendet hatte, führte Ferry Corsten Gouryella als eigenes Projekt weiter. 2002 erschien unter diesem Namen Ligaya, das Corsten gemeinsam mit dem Komponisten John Ewbank entwickelte.
Nach einer langen Pause kehrte Gouryella 2015 mit Anahera zurück. Corsten erklärte, der Charakter der neuen Melodie habe ihn ganz natürlich an den klassischen Gouryella-Sound erinnert.
Anahera wurde von den Hörern von A State of Trance zur Tune of the Year 2015 gewählt. In den folgenden Jahren veröffentlichte Corsten weiterhin Musik und trat auch unter dem Namen Gouryella auf.
Ferry Corsten unter eigenem Namen
Anfang der 2000er-Jahre begann Corsten, verstärkt Musik unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen.
Eine der ersten größeren Veröffentlichungen dieser Phase war Punk. 2002 erreichte der Track Platz 29 der UK Singles Chart und Platz eins der UK Dance Singles Chart.
2003 erschien Ferry Corstens Debüt-Studioalbum unter eigenem Namen — Right of Way. Es enthielt Punk, Right of Way und Rock Your Body Rock. Letzterer wurde zu einer seiner erfolgreichsten Solo-Singles und erreichte 2004 Platz 11 der UK Singles Chart.
L.E.F. und die Erweiterung des Sounds
2005 gründete Ferry Corsten sein eigenes Label Flashover Recordings, das zur wichtigsten Plattform für einen erheblichen Teil seiner späteren Veröffentlichungen wurde.
2006 erschien das Album L.E.F.. In dieser Phase erweiterte Corsten die stilistischen Grenzen seiner Musik deutlich: Neben Trance fanden sich darin Electro, House und stärker songorientierte Formen elektronischer Musik.
Zu den Gästen des Albums gehörten Guru von Gang Starr, Howard Jones und Simon Le Bon, Sänger von Duran Duran.
Die Single Fire mit Simon Le Bon erreichte Platz 40 der britischen Hauptcharts und schaffte es außerdem in die Top 10 der UK Dance Singles Chart.
Twice in a Blue Moon und WKND
Das nächste Studioalbum Twice in a Blue Moon erschien 2008. Es setzte die Verbindung von Trance mit einem breiter angelegten elektronischen Produktionsstil fort.
2012 veröffentlichte Corsten WKND. Das Album enthielt Kollaborationen und vokale Produktionen mit Aruna, Betsie Larkin und Armin van Buuren.
Anfang der 2010er-Jahre experimentierte Corsten zudem intensiv mit gemeinsamen Projekten. 2013 gründete er mit Markus Schulz das Duo New World Punx, das mit dem Track Romper debütierte.
Blueprint
2017 präsentierte Ferry Corsten Blueprint — ein Konzeptalbum, das elektronische Musik mit einer Science-Fiction-Erzählung verband.
Das Projekt wurde zu einer der ungewöhnlichsten vollständigen Veröffentlichungen seiner Diskografie: Die einzelnen Tracks waren durch eine gemeinsame Handlung miteinander verbunden, während die musikalische Seite Trance, Progressive und cineastische Elemente kombinierte.
FERR und As Above So Below
2020 kehrte Corsten zu dem Pseudonym FERR zurück und nutzte es für Material, das sich deutlich von festivalorientiertem Trance unterschied.
Das Album As Above So Below erschien am 27. März 2020. Statt auf eine klassische Clubstruktur setzte Corsten auf Ambient, Cinematic und experimentelle elektronische Musik. Er selbst erklärte das Projekt mit dem Wunsch, ruhigere und persönlichere Musik außerhalb der Erwartungen zu schaffen, die mit seiner DJ-Karriere verbunden waren.
Connect
Am 22. November 2024 veröffentlichte Ferry Corsten sein sechstes Studioalbum unter eigenem Namen — Connect.
Das Album umfasst 15 Tracks, darunter gemeinsame Produktionen mit Marsh, SUPERSTRINGS, Tom Westy, Silva City und 22Bullets. Es verbindet Trance, Progressive, House und Techno und wurde als eine Art Rückblick auf verschiedene Phasen von Corstens Produzentenkarriere konzipiert.
2025 erschien eine erweiterte Ausgabe unter dem Titel Connect (Deluxe) mit zusätzlichen Tracks.
Studioalben
Die wichtigsten Studioalben von Ferry Corsten unter seinem eigenen Namen sind:
- Right of Way — 2003
- L.E.F. — 2006
- Twice in a Blue Moon — 2008
- WKND — 2012
- Blueprint — 2017
- Connect — 2024
Die Alben seiner anderen Projekte, insbesondere System F und FERR, sollten separat betrachtet werden.
Corsten's Countdown und Resonation
Am 4. Juli 2007 startete Ferry Corsten die wöchentliche Radiosendung Corsten's Countdown. Eine Besonderheit der Sendung war ihr interaktives System: Die Hörer stimmten für ihre Lieblingstracks ab, und die drei beliebtesten Produktionen wurden anschließend in die abschließende Rangliste der nächsten Ausgabe aufgenommen.
Im November 2020 beendete Corsten nach 700 Ausgaben Corsten's Countdown und startete ein neues Programm — Resonation. Die gelegentlich zu findende Behauptung, die Sendung sei erst 2021 umbenannt worden, ist daher nicht korrekt.
Resonation Radio wird auch 2026 weiterhin ausgestrahlt und umfasst Trance, Progressive und weitere Stilrichtungen moderner elektronischer Musik.
Remixe und Kollaborationen
Neben seiner eigenen Diskografie ist Ferry Corsten für eine große Zahl an Remixen und gemeinsamen Produktionen bekannt.
Im Laufe der Jahre produzierte er Remixe für U2, Moby, Duran Duran, The Killers, Snow Patrol und weitere Künstler. Innerhalb der Trance-Szene ist seine Diskografie mit Armin van Buuren, Tiësto, Above & Beyond, Markus Schulz und zahlreichen weiteren Produzenten verbunden.
Eine seiner wegweisenden frühen Arbeiten war sein Remix von William Orbits Barber's Adagio for Strings, für den Corsten mit einem Dancestar Award als bester Remix ausgezeichnet wurde.
Musikalischer Stil
Die Grundlage von Ferry Corstens Musik bleibt Trance, seine Diskografie reicht jedoch weit über ein einzelnes Genre hinaus.
Seine Produktionen aus den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren — insbesondere System F und Gouryella — basieren auf deutlich ausgeprägten melodischen Themen, Synthesizer-Arpeggios und emotionalen Höhepunkten, die für den niederländischen Trance dieser Zeit charakteristisch waren.
Später integrierte Corsten Elemente aus Progressive House, Electro, Techno und Melodic House in seine Produktionen, während ihm das Projekt FERR ermöglichte, Ambient und Cinematic separat weiterzuentwickeln. Seine offizielle Biografie beschreibt seinen heutigen Sound als Kombination aus Trance, Melodic House und Techno.
Anerkennung
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität gehörte Ferry Corsten mehrere Jahre lang zu den bestplatzierten Künstlern im Ranking DJ Mag Top 100 DJs. Sowohl 2004 als auch 2005 belegte er Platz 5.
Er trat auf großen internationalen Festivals auf, darunter Tomorrowland, Ultra Music Festival, Electric Daisy Carnival, Creamfields und UNTOLD.
2022 wurde Ferry Corsten zum Offizier des Ordens von Oranien-Nassau ernannt — einer staatlichen Auszeichnung der Niederlande — für seinen Beitrag zur Musikkultur.










