Наталья Могилевская

Ricky Martin (bürgerlicher Name — Enrique Martín Morales; geboren am 24. Dezember 1971 in San Juan, Puerto Rico) ist ein puerto-ricanischer Sänger, Songwriter und Schauspieler sowie einer der bekanntesten Vertreter des Latin Pop. Seine internationale Karriere begann bereits als Teenager in der Gruppe Menudo; in den 1990er-Jahren etablierte er sich anschließend als erfolgreicher Solokünstler auf dem spanischsprachigen Markt.
Ricky Martins weltweiter Durchbruch ist mit den Songs «María», «La Copa de la Vida» und vor allem «Livin' la Vida Loca» verbunden. Sein Auftritt bei den Grammy Awards 1999 mit «La Copa de la Vida» gilt als einer der Schlüsselmomente der sogenannten Latin pop explosion — jener Phase, in der lateinamerikanische Musik ihre Präsenz im US-amerikanischen und internationalen Pop-Mainstream deutlich ausweitete.
Zu den weiteren bekannten Songs des Künstlers gehören «Vuelve», «Fuego de Noche, Nieve de Día», «Perdido Sin Ti», «She Bangs», «Nobody Wants to Be Lonely» mit Christina Aguilera, «Tal Vez», «Tu Recuerdo», «La Mordidita», «Vente Pa' Ca» mit Maluma und «Tiburones». Im Laufe seiner Karriere gewann Ricky Martin zwei Grammy Awards und vier Latin Grammy Awards; seine weltweiten Tonträgerverkäufe liegen im zweistelligen Millionenbereich.
Kindheit
Enrique Martín Morales wurde am 24. Dezember 1971 in San Juan geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er noch ein Kind war, weshalb der spätere Künstler seine Zeit in beiden Familien verbrachte.
Sein Interesse an der Bühne zeigte sich früh. Bereits als Kind trat er in Fernsehwerbung auf und nahm an Castings teil. Musik, Tanz und die Arbeit vor der Kamera gehörten lange vor Beginn seiner Solokarriere zu seinem Alltag.
Menudo
Im Jahr 1984 wurde Ricky Martin im Alter von 12 Jahren Mitglied der puerto-ricanischen Teenagergruppe Menudo. Zuvor hatte er mehrfach vorgesprochen und war zunächst abgelehnt worden, unter anderem wegen seiner geringen Körpergröße.
Menudo arbeitete nach einem ungewöhnlichen System: Sobald Mitglieder älter wurden, ersetzte man sie durch jüngere Sänger. Dadurch veränderte sich die Besetzung der Gruppe kontinuierlich.
Mit Menudo nahm Ricky Martin Musik auf, trat in Fernsehsendungen und Musikvideos auf und tourte intensiv durch Lateinamerika, die USA, Asien und weitere Regionen. Die Zeit bei Menudo wurde für ihn zu einer äußerst intensiven Schule des Showgeschäfts.
Martin verbrachte rund fünf Jahre in der Gruppe und verließ sie 1989. Zu diesem Zeitpunkt verfügte er bereits über umfangreiche Erfahrung mit Live-Auftritten, Studioaufnahmen und Fernseharbeit.
Mexiko und Schauspielkarriere
Nach seinem Ausstieg bei Menudo lebte Ricky Martin zunächst eine Zeit lang in Puerto Rico und zog anschließend nach Mexiko, wo er seine Schauspielkarriere fortsetzte.
Er spielte in der musikalischen Fernsehserie Alcanzar una estrella II mit und wurde Mitglied der im Umfeld des Projekts gegründeten Gruppe Muñecos de Papel. Seine Popularität im Fernsehen half ihm, eine eigenständige Musikkarriere aufzubauen.
Erstes Soloalbum
1991 erschien sein erstes Soloalbum Ricky Martin, das auf Spanisch aufgenommen wurde. Die Veröffentlichung erschien bei Sony Discos und richtete sich in erster Linie an den lateinamerikanischen Markt.
Das Material bewegte sich im Bereich des romantischen Latin Pop der frühen 1990er-Jahre und unterschied sich noch deutlich von dem rhythmischen, tanzorientierten Sound, mit dem der Künstler später international bekannt wurde.
Me Amarás
1993 folgte das zweite Album Me Amarás. Es enthielt romantische Balladen und Popsongs, die den Erfolg des Sängers in den Ländern Lateinamerikas weiter festigten.
Zu diesem Zeitpunkt war Ricky Martin bereits ein eigenständiger Star der spanischsprachigen Popszene, doch der weltweite kommerzielle Durchbruch lag noch einige Jahre in der Zukunft.
General Hospital
Von 1994 bis 1995 spielte Ricky Martin in der US-amerikanischen Daytime-Serie General Hospital den puerto-ricanischen Sänger Miguel Morez.
Die Rolle verschaffte ihm erstmals größere Bekanntheit beim englischsprachigen US-Fernsehpublikum, auch wenn die Musik weiterhin den Mittelpunkt seiner Karriere bildete.
A Medio Vivir
Das dritte Soloalbum A Medio Vivir erschien 1995 und wurde zu einem Wendepunkt in Ricky Martins Karriere.
Bei der Arbeit an dem Album begann sich der Sänger vom Format des traditionellen romantischen Popinterpreten zu lösen. Lateinamerikanische Rhythmen, Rockgitarren und tanzorientierte Arrangements traten stärker in den Vordergrund.
Das Album enthielt «Te Extraño, Te Olvido, Te Amo», «Volverás», «Fuego de Noche, Nieve de Día» sowie den Song, der ihn erstmals zu einem großen internationalen Star machte: «María».
María
Die Mitte der 1990er-Jahre veröffentlichte Single «María» wurde zu einem der ersten großen internationalen Hits von Ricky Martin.
Der Song verband lateinamerikanische Rhythmen mit europäischem Dance-Pop. Besonders erfolgreich war er in Frankreich, Spanien, Belgien und weiteren europäischen Ländern.
«María» bewies erstmals, dass ein spanischsprachiger Song von Ricky Martin weit über den traditionellen lateinamerikanischen Markt hinaus funktionieren konnte.
Broadway und Les Misérables
Mitte der 1990er-Jahre stand Martin auch am Broadway auf der Bühne. Er spielte Marius im Musical Les Misérables.
Die Erfahrung im Musiktheater wurde für seinen späteren Konzertstil wichtig: Ricky Martins Live-Auftritte entwickelten sich zunehmend zu einer Verbindung aus Gesang, Choreografie und theatralischer Inszenierung.
Vuelve
Das vierte Studioalbum Vuelve erschien 1998. Es machte Ricky Martin endgültig zu einer der wichtigsten Figuren des Latin Pop am Ende des Jahrzehnts.
Das Album enthielt den Titelsong «Vuelve», «Perdido Sin Ti», «La Bomba», «Por Arriba, Por Abajo», «Lola, Lola» und «La Copa de la Vida».
Vuelve gewann einen Grammy in der Kategorie Best Latin Pop Performance und wurde damit Ricky Martins erstes Grammy-prämiertes Album.
La Copa de la Vida
«La Copa de la Vida», in der englischsprachigen Version auch als «The Cup of Life» bekannt, wurde zum offiziellen Song der FIFA World Cup 1998 in Frankreich ausgewählt.
Der Song entwickelte sich zu einem internationalen Hit und wurde zu einem der bekanntesten Sportsongs seiner Zeit.
Der entscheidende Wendepunkt kam am 24. Februar 1999, als Ricky Martin «La Copa de la Vida» bei den 41. Grammy Awards aufführte.
Der energiegeladene Auftritt mit einem großen Ensemble aus Musikern und Tänzern endete mit stehenden Ovationen und ließ das Interesse an dem Sänger beim amerikanischen Massenpublikum sprunghaft ansteigen.
Latin pop explosion
Ricky Martins Auftritt bei den Grammy Awards 1999 wird häufig als einer der symbolischen Ausgangspunkte für den großen Durchbruch lateinamerikanischer Künstler in die englischsprachige Popkultur Ende der 1990er-Jahre betrachtet.
In der Folge nahm die Präsenz von Jennifer Lopez, Enrique Iglesias, Marc Anthony und anderen Künstlern mit lateinamerikanischen Wurzeln auf dem US-Markt deutlich zu.
Nur wenige Monate nach den Grammys veröffentlichte Ricky Martin ein Album, das die Größenordnung seiner Karriere vollständig veränderte.
Ricky Martin und Livin' la Vida Loca
Im Mai 1999 erschien das fünfte Studioalbum Ricky Martin — das erste große englischsprachige Crossover-Projekt des Sängers.
Die wichtigste Single war «Livin' la Vida Loca», geschrieben von Desmond Child und Draco Rosa.
Der Song erreichte Platz eins der Billboard Hot 100 und führte auch in vielen anderen Ländern die Charts an. Gitarrenbetonter Pop Rock, lateinamerikanische Rhythmen, Bläser und ein markantes Musikvideo prägten Ricky Martins internationales Image Ende der 1990er-Jahre.
Das Album stieg auf Platz eins der Billboard 200 ein. Nach verschiedenen Branchenangaben lagen die weltweiten Verkäufe bei ungefähr 15–17 Millionen Exemplaren, womit es das kommerziell erfolgreichste Album in Martins Solodiskografie ist.
She's All I Ever Had und Shake Your Bon-Bon
Der Erfolg des Albums beschränkte sich nicht auf «Livin' la Vida Loca».
Die Ballade «She's All I Ever Had» erreichte Platz zwei der Billboard Hot 100. Die spanischsprachige Version trägt den Titel «Bella».
Die Single «Shake Your Bon-Bon» setzte die tanzorientierte Linie des Albums fort.
Bei den Grammy Awards 2000 war das Album Ricky Martin als Best Pop Vocal Album nominiert, während «Livin' la Vida Loca» unter anderem für Record of the Year nominiert wurde.
Sound Loaded
Das nächste Album Sound Loaded erschien 2000.
Die wichtigste Single war «She Bangs», die Ricky Martins energiegeladenen lateinamerikanischen Dance-Pop fortsetzte. Der Song erhielt eine Grammy-Nominierung.
Eine weitere bedeutende Aufnahme war die Ballade «Nobody Wants to Be Lonely», die als Duett mit Christina Aguilera neu veröffentlicht wurde. Die gemeinsame Version erhielt eine Grammy-Nominierung als Best Pop Collaboration with Vocals.
Almas del Silencio
Nach seiner englischsprachigen Crossover-Phase kehrte Ricky Martin zur spanischen Sprache zurück.
2003 erschien das Album Almas del Silencio. Zu den bekanntesten Songs zählen «Tal Vez», «Jaleo», «Asignatura Pendiente», «Juramento» und «Y Todo Queda en Nada».
Das Album führte Martin zurück zum romantischen Latin Pop und behielt gleichzeitig Rock- und Flamenco-Elemente in den Arrangements bei.
Life
2005 erschien das englischsprachige Album Life.
Darauf experimentierte Ricky Martin mit modernem R&B und Hip-Hop. Die bekannteste Single war «I Don't Care» mit Fat Joe und Amerie.
Kommerziell blieb Life deutlich hinter den Alben der späten 1990er-Jahre zurück. Danach richtete der Sänger seinen Schwerpunkt erneut stärker auf spanischsprachiges Material und Konzertprojekte.
MTV Unplugged
2006 nahm Ricky Martin das Live-Projekt MTV Unplugged auf.
Das Akustikprogramm enthielt neu arrangierte Versionen bekannter Songs sowie neue Kompositionen. Eine der wichtigsten Singles war «Tu Recuerdo», aufgenommen mit La Mari von Chambao und Tommy Torres.
Das Projekt gewann zwei Latin Grammy Awards — für das Album und die Videoversion des Konzerts.
Im selben Jahr ernannte die Latin Recording Academy Ricky Martin zum Person of the Year und würdigte damit sowohl seine Musikkarriere als auch sein soziales Engagement.
Música + Alma + Sexo
Nach mehreren Jahren ohne neues Studioalbum erschien am 1. Februar 2011 Música + Alma + Sexo.
Zu den Songs gehören «Lo Mejor de Mi Vida Eres Tú» mit Natalia Jiménez, «Más», «Frío» und «Shine».
Das Material verband modernen Latin Pop, elektronische Elemente und Balladen.
Rückkehr an den Broadway: Evita
2012 kehrte Ricky Martin mit der Produktion Evita an den Broadway zurück.
Er spielte Che in der Wiederaufnahme des Musicals von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Die Rolle der Eva Perón übernahm die argentinische Schauspielerin Elena Roger.
Die Produktion rückte erneut die Theaterseite von Martins Karriere in den Vordergrund, die häufig im Schatten seiner Popdiskografie steht.
A Quien Quiera Escuchar
Im Februar 2015 erschien das Studioalbum A Quien Quiera Escuchar.
Darauf befinden sich «Adiós», «Disparo al Corazón», «Perdóname», «Isla Bella» und «La Mordidita» mit Yotuel.
Das Album gewann 2016 den Grammy als Best Latin Pop Album und wurde damit Ricky Martins zweiter Sieg bei den regulären Grammy Awards.
Vente Pa' Ca
2016 nahm Ricky Martin gemeinsam mit dem kolumbianischen Sänger Maluma die Single «Vente Pa' Ca» auf.
Der Song verband Martins typische Dance-Pop-Melodien mit moderner lateinamerikanischer Urban-Rhythmik und wurde zu einem seiner größten digitalen Hits der 2010er-Jahre.
Las Vegas
2017 startete Ricky Martin seine eigene Konzertresidenz All In im Park Theater in Las Vegas.
Das Programm vereinte Songs aus verschiedenen Karrierephasen — von «María» und «La Copa de la Vida» bis zu «Livin' la Vida Loca», «She Bangs» und späteren Aufnahmen.
The Assassination of Gianni Versace
2018 übernahm Ricky Martin eine der auffälligsten dramatischen Rollen seiner Schauspielkarriere.
In der Serie The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story spielte er Antonio D'Amico, den langjährigen Partner des Modedesigners Gianni Versace.
Für diese Rolle erhielt Martin eine Primetime Emmy-Nominierung in der Kategorie Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie.
Pausa
Im Mai 2020 veröffentlichte Ricky Martin die EP Pausa.
Im Gegensatz zu einem großen Teil seines tanzorientierten Repertoires konzentrierte sich die Veröffentlichung vor allem auf ruhigere, emotionalere Songs.
Enthalten waren:
- «Simple» — mit Sting;
- «Recuerdo» — mit Carla Morrison;
- «Cae de Una» — mit Pedro Capó;
- «Quiéreme» — mit Diego El Cigala;
- «Tiburones»;
- «Cántalo» — mit Residente und Bad Bunny.
Pausa wurde für einen Grammy als Best Latin Pop or Urban Album nominiert.
PLAY
Im Juli 2022 folgte die zweite EP PLAY, die als rhythmischere Fortsetzung von Pausa konzipiert war.
Die sechs Titel umfassende EP enthält «Ácido Sabor», «Amordio», «Paris in Love», «Reina de Corazones», «Otra Noche en L.A.» und «A Veces Bien Y A Veces Mal» mit Reik.
PLAY erhielt eine Latin-Grammy-Nominierung in der Kategorie Album of the Year.
Sinfonische Konzerte
Anfang der 2020er-Jahre begann Ricky Martin das Konzertformat Ricky Martin Sinfónico zu entwickeln, bei dem er sein zentrales Repertoire gemeinsam mit einem Sinfonieorchester aufführt.
Das Programm umfasst «Vuelve», «Fuego de Noche, Nieve de Día», «Tal Vez», «María», «Livin' la Vida Loca» und weitere Songs in neuen Orchesterarrangements.
Fuego de Noche, Nieve de Día mit Christian Nodal
Im September 2023 nahm Ricky Martin eine der bekanntesten Balladen aus der A Medio Vivir-Phase neu auf: «Fuego de Noche, Nieve de Día».
Die neue Version entstand gemeinsam mit dem mexikanischen Sänger Christian Nodal. Das Arrangement bewahrte den dramatischen Charakter des Originals, erhielt jedoch Elemente moderner mexikanischer Instrumentalmusik.
Palm Royale
2024 kehrte Martin mit der Apple-TV+-Serie Palm Royale zu einer größeren Fernsehrolle zurück.
Er spielte Robert Diaz, einen Mitarbeiter eines exklusiven Country Clubs in Palm Beach. Neben ihm waren Kristen Wiig, Laura Dern, Allison Janney, Carol Burnett, Leslie Bibb und Josh Lucas zu sehen.
Die erste Staffel erschien 2024, die zweite begann im November 2025 und endete im Januar 2026.
40 Jahre Musikkarriere und MTV Latin Icon
2025 blickte Ricky Martin auf ungefähr vier Jahrzehnte professioneller Musiktätigkeit zurück, wenn man seine Zeit bei Menudo mit einrechnet.
Am 7. September erhielt er bei den MTV Video Music Awards als erster Künstler überhaupt den Latin Icon Award.
Bei der Zeremonie spielte Martin ein Medley aus «Livin' la Vida Loca», «Pégate», «Shake Your Bon-Bon», «Vente Pa' Ca», «María» und «The Cup of Life».
Neue Versionen klassischer Songs
In den Jahren 2025–2026 kehrte der Künstler mit neuen Arrangements erneut zu seinem eigenen Katalog zurück.
2025 erschienen eine neue Version von «A Medio Vivir» und der offizielle Remix «María (KAAZE Remix)».
Für die zweite Staffel von Palm Royale nahm Martin außerdem «Comin' Home Baby» auf.
Vuelve mit Los Ángeles Azules und TINI
Am 26. März 2026 veröffentlichte Ricky Martin eine neue Version von «Vuelve» gemeinsam mit der mexikanischen Gruppe Los Ángeles Azules und der argentinischen Sängerin TINI.
Die ursprüngliche Ballade von 1998 wurde im Stil moderner tropischer Musik und Cumbia neu arrangiert.
Damit erhielt einer der zentralen Songs aus Martins klassischer Karrierephase fast drei Jahrzehnte nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung ein neues Eigenleben.
Estranho
Am 11. Juni 2026 erschien die Single «Estranho», die Ricky Martin gemeinsam mit dem brasilianischen Sänger Luan Santana aufnahm.
Der Song setzte die internationale Linie von Martins später Karriere fort und wurde zu einer seiner neuen portugiesischsprachigen Veröffentlichungen.
Ricky Martin im Jahr 2026
Im Jahr 2026 setzt Ricky Martin seine umfangreiche internationale Konzerttätigkeit fort. Sein Programm Ricky Martin Live wird in Lateinamerika, Europa und Nordamerika aufgeführt.
Das Live-Repertoire verbindet verschiedene Karrierephasen — «María», «Vuelve», «La Copa de la Vida», «Livin' la Vida Loca», «She Bangs», «La Mordidita», «Vente Pa' Ca» und weitere Songs.
Zu diesem Zeitpunkt gehört er weiterhin zu den bekanntesten puerto-ricanischen Künstlern in der Geschichte der internationalen Popmusik.
Musikstil
Die Grundlage von Ricky Martins Musik ist Latin Pop, seine Diskografie reicht jedoch deutlich über dieses eine Genre hinaus.
Die frühen Soloalben der ersten Hälfte der 1990er-Jahre waren überwiegend romantische Popproduktionen. Mit A Medio Vivir traten lateinamerikanische Rhythmen, Rock und Dance-Pop deutlich stärker hervor.
Vuelve verband Balladen mit energiegeladener tropischer Musik, während das Album Ricky Martin von 1999 amerikanischen Pop Rock und einen groß angelegten Crossover-Sound hinzufügte.
In späteren Jahren arbeitete Martin mit R&B, elektronischer Musik, Reggaeton, Flamenco und modernem Urban Pop. Die bekanntesten Aufnahmen basieren dennoch weiterhin auf starken melodischen Refrains und einer ausgeprägten rhythmischen Grundlage.
Bühnenpräsenz
Ricky Martin legte von Beginn seiner Karriere an großen Wert auf Choreografie. Die Zeit bei Menudo brachte ihm bei, gleichzeitig mit Gesang, Tanz und Fernsehkamera zu arbeiten.
In seiner Solokarriere entwickelte sich dieses Prinzip zu groß angelegten Bühnenshows mit Tänzern, Bläser- und Percussion-Sektionen, komplexer Lichttechnik und permanenter Bewegung des Sängers selbst.
Gerade die Live-Aufführung von «La Copa de la Vida» bei den Grammy Awards 1999 wurde zu dem Moment, nach dem Martins Bühnenenergie zu einem der zentralen Bestandteile seines internationalen Images wurde.
Schauspielkarriere
Obwohl die Musik der wichtigste Bereich in Ricky Martins Karriere geblieben ist, begleitet ihn die Schauspielerei nahezu seit Beginn seiner Solophase.
Zu seinen bekanntesten Rollen gehören:
- Alcanzar una estrella II — mexikanische Fernsehserie;
- General Hospital — Miguel Morez, 1994–1995;
- Les Misérables — Marius, Broadway;
- Evita — Che, Broadway, 2012;
- The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story — Antonio D'Amico, 2018;
- Palm Royale — Robert Diaz, seit 2024.
Für seine Rolle als Antonio D'Amico in The Assassination of Gianni Versace erhielt Martin eine Primetime-Emmy-Nominierung.
Wohltätigkeit
Soziales Engagement entwickelte sich zu einem eigenständigen Bereich in Ricky Martins Karriere.
2003 wurde er zum UNICEF Goodwill Ambassador ernannt. Einer der wichtigsten Schwerpunkte seiner öffentlichen Arbeit ist der Schutz von Kindern vor Ausbeutung und Menschenhandel.
Die Ricky Martin Foundation engagiert sich gegen Menschenhandel, unterstützt Bildungsinitiativen, Kinder und soziale Projekte.
Die Stiftung beteiligte sich außerdem an Wiederaufbauprogrammen in Puerto Rico nach den Hurrikanen Irma und María und entwickelt weiterhin humanitäre Wohnprojekte.
Privatleben
2008 wurde Ricky Martin erstmals Vater. Seine Zwillinge Matteo und Valentino kamen mithilfe einer Leihmutterschaft zur Welt.
Im März 2010 gab der Sänger öffentlich bekannt, homosexuell zu sein, und beendete damit jahrelange Medienspekulationen über sein Privatleben.
2017 heiratete Martin den Künstler Jwan Yosef. Später kamen Tochter Lucia und Sohn Renn zur Familie hinzu.
2023 gaben Ricky Martin und Jwan Yosef ihre Scheidung bekannt. Beide blieben gemeinsam an der Erziehung ihrer Kinder beteiligt.
Grammy und Latin Grammy
Nach Angaben der Recording Academy hat Ricky Martin bei acht Nominierungen zwei Grammy Awards gewonnen.
- Vuelve — Best Latin Pop Performance, 1999;
- A Quien Quiera Escuchar — Best Latin Pop Album, 2016.
Die Latin Recording Academy führt vier Latin-Grammy-Siege bei 24 Nominierungen. 2006 wurde Ricky Martin außerdem als Latin Recording Academy Person of the Year ausgezeichnet.
Studioalben
- Ricky Martin — 1991;
- Me Amarás — 1993;
- A Medio Vivir — 1995;
- Vuelve — 1998;
- Ricky Martin — 1999;
- Sound Loaded — 2000;
- Almas del Silencio — 2003;
- Life — 2005;
- Música + Alma + Sexo — 2011;
- A Quien Quiera Escuchar — 2015.
Weitere wichtige Veröffentlichungen
- MTV Unplugged — Livealbum, 2006;
- Pausa — EP, 2020;
- PLAY — EP, 2022.
Ricky Martin entwickelte sich vom zwölfjährigen Mitglied von Menudo zu einem der bekanntesten spanischsprachigen Künstler der internationalen Popszene. Seine Karriere entfaltete sich auf mehreren Märkten zugleich: zunächst in Lateinamerika, später in Europa und nach «La Copa de la Vida» sowie «Livin' la Vida Loca» schließlich auch im globalen englischsprachigen Mainstream.
Der Erfolg von 1999 blieb dabei nicht der einzige Höhepunkt seiner Karriere. Martin veröffentlichte weiterhin spanischsprachige Alben, gewann seinen zweiten Grammy siebzehn Jahre nach dem ersten, kehrte zum Theater und Fernsehen zurück, entwickelte ein sinfonisches Konzertprogramm und setzt auch 2026 seine internationalen Tourneen und neuen Musikaufnahmen fort.




