Nemo - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Nemo

Nemo (Nemo Mettler, geboren am 3. August 1999 in Biel, Schweiz) ist ein Schweizer Musikact, Songwriter, Rapper, Produzent und Multiinstrumentalist. Internationale Bekanntheit erlangte Nemo nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest 2024 mit «The Code», einem Song, der Pop, Rap und Elemente opernhafter Gesangstechnik miteinander verbindet. Bereits vor dem Eurovision Song Contest war Nemo in der Schweiz durch Songs wie «Himalaya», «Ke Bock» und «Du» bekannt. Nach dem Sieg verlagerte sich die Karriere zunehmend auf den internationalen Popmarkt, und 2025 erschien mit «Arthouse» das erste Studioalbum.

Kindheit und erste musikalische Erfahrungen

Nemo wurde in der zweisprachigen Stadt Biel/Bienne im Kanton Bern geboren und wuchs dort auf. Der Vater Markus Mettler arbeitete in Werbung und Kreativwirtschaft, die Mutter Nadja Schnetzler ist Journalistin. Zur Familie gehört außerdem die jüngere Schwester Ella, die später an visuellen Projekten von Nemo mitwirkte.

Musik spielte bereits sehr früh eine wichtige Rolle. Mit ungefähr drei Jahren begann Nemo Geige zu lernen, später kamen Klavier und Schlagzeug hinzu. Als Kind trat Nemo in Kinderopern auf und erhielt mit 13 Jahren eine Rolle in einer Produktion des Musicals «Ich war noch niemals in New York», das auf Liedern von Udo Jürgens basiert. Die Teilnahme an einer professionellen Theaterproduktion vermittelte Nemo erstmals über einen längeren Zeitraum Erfahrung auf einer großen Bühne.

Parallel dazu entwickelte Nemo Interesse an Rap, begann eigene Texte zu schreiben, Beats zu produzieren und eigene Stücke aufzunehmen. Schon im Jugendalter beschränkte sich das Interesse damit nicht nur auf das Auftreten, sondern umfasste auch Musikproduktion.

Clownfisch und erste Veröffentlichungen

2015 veröffentlichte Nemo die frühe EP «Clownfisch». Kommerziell brachte sie noch keinen großen Durchbruch, zeigte aber bereits die Richtung, in die sich der junge Musikact entwickelte: Schweizerdeutscher Rap wurde mit melodischem Gesang, Humor und eigener Produktion verbunden.

In dieser Phase wurde Nemo vor allem als Teil einer neuen Schweizer Rap-Szene wahrgenommen, unterschied sich aber schon damals vom klassischen Hip-Hop-Format durch den freien Einsatz von Gesang, Klavier und Elementen des Musiktheaters.

Durchbruch beim SRF Bounce Cypher

Der eigentliche nationale Durchbruch kam 2016. Im Alter von 16 Jahren trat Nemo beim großen Rap-Format SRF Virus Bounce Cypher auf, bei dem jedes Jahr zahlreiche Vertreter der Schweizer Hip-Hop-Szene zusammenkamen. Das Video des Auftritts verbreitete sich schnell über soziale Medien und weckte das Interesse der Musikbranche.

Im selben Jahr stieg die Single «Himalaya» in die Schweizer Hitparade ein und erreichte Platz 27. Danach erschien «Ke Bock», das 28 Wochen in den nationalen Charts blieb und mit Gold ausgezeichnet wurde.

Du und die Schweizer Rap-Phase

Zu den erfolgreichsten frühen Songs von Nemo gehört «Du», veröffentlicht im September 2017. Der Titel erreichte Platz 4 der Schweizer Charts und blieb 32 Wochen in der Hitparade. Später erhielt die Single Platinstatus.

In dieser Zeit erschienen außerdem die EPs «Momänt-Kids» und «Fundbüro». Darauf verband Nemo weiterhin Rap auf Schweizerdeutsch mit Pop-Melodien, gesungenen Passagen und eigenen instrumentalen Ideen.

Der Erfolg führte zu mehreren Branchenauszeichnungen. 2017 erhielt Nemo Anerkennung im Rahmen von SRF 3 Best Talent, und 2018 folgten gleich vier Swiss Music Awards, darunter Best Male Solo Act, Best Breaking Act, Best Live Act und Best Hit für «Du».

Suche nach einer neuen musikalischen Richtung

Gegen Ende der 2010er-Jahre begann Nemo, sich zunehmend vom Bild eines ausschließlich Schweizer Rappers zu lösen. Nach Songs wie «Crush uf di», «5i uf de Uhr», «365» und weiteren Veröffentlichungen rückten internationales Songwriting und englischsprachige Musik immer stärker in den Mittelpunkt.

Etwa ab 2020 begann eine Übergangsphase. Nemo schrieb und produzierte Musik für andere Künstler, arbeitete außerhalb der Schweiz, verbrachte Zeit in Los Angeles und Berlin und experimentierte mit Pop, elektronischer Musik und alternativen Klangformen.

2022 erschien die englischsprachige EP «WHATEVER FEELS RIGHT» mit «lonely af», «be like you», «messing with my mind», «own sh¡t», «fading away» und dem gemeinsam mit Anthony de la Torre aufgenommenen Song «f*ck love». Die Veröffentlichung unterschied sich deutlich vom frühen Dialekt-Rap und markierte den Übergang zur internationalen Pop-Szene.

Nichtbinäre Identität und This Body

Im November 2023 sprach Nemo öffentlich über die eigene nichtbinäre Geschlechtsidentität. Im Englischen verwendet Nemo die Pronomen they/them. Im Deutschen bittet Nemo nach Möglichkeit darum, traditionelle geschlechtsspezifische Pronomen wie «er» oder «sie» zu vermeiden, und bevorzugt Formulierungen mit dem Namen Nemo.

Aus dieser Phase stammt auch der Song «This Body», der sich mit dem Verhältnis zum eigenen Körper und der Suche nach einem stimmigen Selbstgefühl beschäftigt. Das Thema Selbstdefinition wurde wenig später auch zum Mittelpunkt des wichtigsten Songs in Nemos bisheriger Karriere.

The Code

«The Code» entstand 2023 im Rahmen einer Songwriting-Session für den Eurovision Song Contest. Neben Nemo waren Benjamin Alasu, Lasse Nyman und Linda Dale an der Komposition beteiligt.

Der Song basiert auf starken Genrewechseln. Rap, Drum & Bass, moderner Pop, orchestrale Elemente und nahezu opernhafter Gesang treffen innerhalb eines einzigen Stücks aufeinander. Diese Struktur spiegelt Nemos musikalische Biografie unmittelbar wider: von klassischer Ausbildung in der Kindheit und Musiktheater über Schweizer Rap bis zu elektronischer Pop-Produktion.

Der Text von «The Code» handelt von der Suche nach der eigenen Identität und der Ablehnung des Zwangs, ausschließlich zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtskategorien wählen zu müssen. Der Titel greift das Bild eines «Codes» auf, der entschlüsselt oder durchbrochen werden muss, um sich selbst zu verstehen.

Eurovision 2024

Der Schweizer Sender SRG SSR wählte Nemo intern für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2024 in Malmö aus. «The Code» erschien am 29. Februar 2024 und gehörte bereits vor dem Wettbewerb zu den großen Favoriten.

Im Finale am 11. Mai 2024 trat Nemo auf einer kleinen runden Plattform auf, deren Neigungswinkel sich ständig veränderte. Die Inszenierung verlangte eine technisch anspruchsvolle Gesangsleistung bei nahezu ununterbrochener körperlicher Bewegung.

Nemo erhielt 591 Punkte und belegte den ersten Platz. Die Fachjurys vergaben 365 Punkte an die Schweiz, das höchste Jury-Ergebnis des Abends. Kroatien wurde mit Baby Lasagna und dem Song «Rim Tim Tagi Dim» Zweiter.

Der Sieg war der dritte für die Schweiz nach Lys Assia 1956 und Céline Dion 1988 und zugleich der erste seit 36 Jahren. Nemo wurde außerdem zum ersten offen nichtbinären Gewinner des Wettbewerbs.

Nach dem Sieg

Nach dem Eurovision Song Contest erreichte «The Code» Platz eins in der Schweiz und stieg in zahlreichen europäischen Ländern in die Charts ein. Die Single erhielt in mehreren Märkten Platin- und Goldauszeichnungen und wurde Nemos erster wirklich internationaler Hit.

2025 brachte der Erfolg von «The Code» zwei weitere Swiss Music Awards: Best Solo Act National und Best Hit National.

Nach dem Sieg setzte sich Nemo außerdem öffentlich für eine Verbesserung der rechtlichen Situation nichtbinärer Menschen in der Schweiz ein, insbesondere für die Möglichkeit einer offiziellen Anerkennung von Geschlechtsidentitäten außerhalb binärer Kategorien. Das Thema löste eine breite gesellschaftliche und politische Debatte aus.

Eurostar

Die erste größere Single nach dem Eurovision Song Contest war «Eurostar», veröffentlicht im Oktober 2024. Der Song behielt die energiegeladene elektronische Ausrichtung von «The Code» bei, orientierte sich jedoch stärker an Club-Pop und einem neuen internationalen Publikum.

Der Titel verweist auf die Hochgeschwindigkeitszüge Eurostar und vermittelt das Gefühl ständiger Bewegung zwischen europäischen Städten, das nach dem Sieg zu einem Teil von Nemos Alltag wurde.

Casanova, Unexplainable und die neue Pop-Phase

2025 erschienen «Casanova», «Unexplainable», «God's a Raver» und «Hocus Pocus». Diese Aufnahmen markierten eine neue kreative Phase: Statt des Genre-Collage-Prinzips von «The Code» beschäftigte sich Nemo zunehmend mit Art-Pop, Synth-Pop, Disco, Glam-Pop und elektronischer Musik.

«Unexplainable» wurde erstmals einem großen Publikum beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel präsentiert, wo Nemo als Sieger des Vorjahres zum Wettbewerb zurückkehrte.

Arthouse

Am 10. Oktober 2025 erschien «Arthouse», Nemos erstes vollständiges Studioalbum. Zuvor bestand die Diskografie überwiegend aus EPs und einzelnen Singles.

Das Album enthält 14 Stücke:

  • «Front Door»;
  • «Ride My Baby»;
  • «God's A Raver»;
  • «Casanova»;
  • «Eurostar»;
  • «Arthouse»;
  • «Easy»;
  • «Hocus Pocus»;
  • «Frog Swamp» mit Mia Gladstone;
  • «Black Hole»;
  • «One More Shot»;
  • «Unexplainable»;
  • «I Got High at the Party»;
  • «The Code».

«Arthouse» verbindet Glam-Pop, elektronische Musik, Art-Pop, Disco und Elemente des Baroque Pop. Als musikalische Bezugspunkte dieser Phase nannte Nemo Prince, David Bowie, Björk und Michael Jackson. Internationale Songwriter und Produzenten waren an der Entstehung des Materials beteiligt, während die Arbeit in mehreren europäischen Musikzentren stattfand, darunter London und Paris.

In der Schweiz stieg das Album auf Platz 3 der nationalen Charts ein.

Musikstil

Nemos Karriere lässt sich in mehrere deutlich voneinander unterscheidbare Phasen gliedern. Die frühen Aufnahmen basierten auf Rap auf Schweizerdeutsch, melodischen Refrains und selbst produzierten Beats. In der englischsprachigen Phase der frühen 2020er-Jahre näherte sich die Musik Alternative Pop und elektronischen Klängen an.

«The Code» wurde zum Höhepunkt von Nemos genreübergreifendem Ansatz: Rap trifft dort auf Drum & Bass, orchestrale Übergänge und opernhafte Gesangspassagen. Auf «Arthouse» blieb diese stilistische Freiheit erhalten, verlagerte sich aber stärker in Richtung theatralischer Art-Pop, Glam, Disco und elektronische Tanzmusik.

Die Bühnenseite spielt in Nemos Schaffen eine ebenso wichtige Rolle wie der Studiosound. Die Erfahrung aus dem Musiktheater zeigt sich in Bewegung, Kostümen, der Nutzung des Bühnenraums und dem Anspruch, aus jedem größeren Song eine eigenständige visuelle Performance zu machen.

Hauptdiskografie

Studioalbum

  • Arthouse — 2025

EPs

  • Clownfisch — 2015
  • Momänt-Kids — 2017
  • Fundbüro — 2017
  • WHATEVER FEELS RIGHT — 2022

Nemo in der modernen europäischen Popmusik

Nemos Geschichte unterscheidet sich von der typischen Karriere eines Acts, der erst durch den Eurovision Song Contest bekannt wird. Zum Zeitpunkt des Wettbewerbs lagen bereits fast zehn Jahre professioneller Arbeit hinter Nemo: Musiktheater, die Schweizer Rap-Szene, nationale Hits, mehrere EPs, Produzententätigkeit und der schrittweise Übergang zu englischsprachiger Musik.

«The Code» wurde zu dem Punkt, an dem nahezu alle früheren musikalischen Richtungen zusammenkamen: klassische Ausbildung, Rap, Gesang, Elektronik und theatralische Inszenierung. Der Sieg beim Eurovision Song Contest machte aus einem in der Schweiz bereits bekannten Musikact einen internationalen Namen, während «Arthouse» den Übergang von einer nationalen Rap-Karriere zu einem eigenständigen europäischen Art-Pop-Projekt festigte.


Musik hören Nemo

Nightwish - Nemo

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Nemo - Hard Enough

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Nemo - Light In The Dark

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Nemo - Love Reaction

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Nemo - Body Heat

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Nemo - Crash This Things (Original Mix)

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Nemo - I Am Not For This Sky (Original Mix)

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Nemo - The Way I Do

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Nemo - Black Hole

Nemo - Black Hole

03:19 7.83Mb [320 kbps] 72 2 0 11.10.2025 Shattered Echo Pop

Nemo - Unexplainable

Nemo - Unexplainable

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