Michael Jackson - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Michael Jackson

Michael Joseph Jackson war ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter, Tänzer, Musikproduzent und einer der einflussreichsten Künstler in der Geschichte der Popmusik. Er wurde am 29. August 1958 in Gary, Indiana, geboren und starb am 25. Juni 2009 in Los Angeles im Alter von 50 Jahren. In vier Jahrzehnten professioneller Karriere entwickelte sich Jackson vom Kinder-Leadsänger der Familiengruppe Jackson 5 zu einem Künstler, der die Vorstellung davon veränderte, was ein Popsong, ein Musikvideo, eine Tanzperformance und eine weltweite Konzerttournee sein können. Die Recording Academy bezeichnet ihn als einen der berühmtesten und einflussreichsten Künstler der Aufnahmegeschichte, während die Rock & Roll Hall of Fame seine Rolle bei der Neudefinition sowohl des Sounds als auch der visuellen Sprache der Popmusik hervorhebt.

Michael wurde weltweit als „King of Pop“ bekannt, doch seine Musik beschränkte sich nie ausschließlich auf Pop. In verschiedenen Phasen verband er Pop, R&B, Soul, Funk, Disco, Rock und Dance-Musik. Die Alben Off the Wall, Thriller, Bad, Dangerous und HIStory stehen für mehrere unterschiedliche Entwicklungsphasen der populären Musik, während Billie Jean, Beat It, Thriller, Bad, Smooth Criminal, Man in the Mirror, Black or White, Remember the Time, Earth Song und They Don't Care About Us zu den zentralen Werken seines Katalogs gehören.

Kindheit in Gary und die Familie Jackson

Michael war das achte von zehn Kindern von Joseph und Katherine Jackson. Einer der Söhne der Familie, Brandon — Marlons Zwillingsbruder — starb kurz nach der Geburt. Die Familie lebte in einem kleinen Haus im industriell geprägten Gary. Joseph Jackson arbeitete als Kranführer und hatte in seiner Jugend Gitarre in einer lokalen R&B-Band gespielt, während Katherine musikalisch war und mehrere Instrumente beherrschte. Die Kinder wuchsen somit in einem Umfeld auf, in dem Musik lange vor der Entstehung einer professionellen Familiengruppe ein fester Bestandteil des Alltags war.

Die ersten Versionen der Familienband entstanden um die älteren Brüder Jackie, Tito und Jermaine. Später kamen Marlon und Michael hinzu, und daraus wurde The Jackson 5. Michael begann ungefähr im Alter von sechs Jahren öffentlich aufzutreten und rückte wegen seiner für ein Kind ungewöhnlich reifen Stimme, seines präzisen Rhythmusgefühls und seiner Fähigkeit, gleichzeitig zu singen und zu tanzen, schnell ins Zentrum. Auch die Recording Academy nennt das Alter von sechs Jahren als Beginn seiner professionellen Auftritte.

Die Geschichte der Familie war jedoch nicht nur von frühem Erfolg geprägt. Michael und andere Jackson-Kinder berichteten später über die äußerst strengen Probenmethoden ihres Vaters und den starken Druck, der ihre Kindheitskarrieren begleitete. Dieser Teil seiner Biografie ist wichtig, um seinen späteren Perfektionismus und sein ungewöhnliches Verhältnis zur eigenen Kindheit zu verstehen, auch wenn sich die musikalischen Leistungen der Jackson 5 nicht ausschließlich auf familiäre Disziplin reduzieren lassen.

The Jackson 5 und das Motown-Phänomen

Ende der 1960er-Jahre wurden die Brüder von Bobby Taylor von Bobby Taylor & the Vancouvers entdeckt, der half, sie bei Motown vorzustellen. Nach einem Vorsingen erhielt die Gruppe einen Vertrag. Das Motown Museum datiert den Beginn der Zusammenarbeit auf 1968 und die offizielle Vertragsunterzeichnung auf 1969. Das Label entwickelte um die Brüder ein sorgfältig organisiertes Image als junge Soul-Familiengruppe, mit Michael als wichtigstem vokalen Mittelpunkt.

Der Erfolg stellte sich nahezu sofort ein. Die ersten vier großen Motown-Singles der Jackson 5 — I Want You Back, ABC, The Love You Save und I'll Be There — erreichten nacheinander Platz eins der US-amerikanischen Billboard Hot 100. Die Jackson 5 wurden damit zur ersten Gruppe, deren erste vier Chartplatzierungen jeweils an der Spitze endeten.

In diesen Aufnahmen entstand die erste klar erkennbare Form von Michaels musikalischer Sprache: scharfe rhythmische Phrasierung, emotionale Ausrufe, eine stark vom Soul geprägte Gesangsweise und die seltene Fähigkeit eines Kindes, innerhalb komplexer Vocal-Arrangements die zentrale Rolle zu behalten. Motown ergänzte dies durch professionelle Choreografie, auffällige Kostüme und sorgfältig ausgewähltes Repertoire.

Das Debütalbum Diana Ross Presents The Jackson 5 erschien im Dezember 1969, gefolgt von ABC, Third Album, Maybe Tomorrow und weiteren Veröffentlichungen. Innerhalb weniger Jahre wurden die Brüder internationale Stars, während Michael noch vor seinem Teenageralter zu den bekanntesten Kinderstars der Welt gehörte.

Die erste Solokarriere: Got to Be There und Ben

Motown begann relativ schnell, Michael unabhängig von der Gruppe als Solokünstler aufzubauen. Bereits 1971 erschien die Solo-Single Got to Be There, 1972 folgte das gleichnamige Debütalbum. Danach kam Ben, dessen Titelsong Michaels erste Solo-Nummer-eins in den Billboard Hot 100 wurde.

Während der Motown-Phase veröffentlichte er vier Solo-Studioalben: Got to Be There und Ben 1972, Music & Me 1973 und Forever, Michael 1975. Diese Aufnahmen gaben ihm noch nicht das Maß an kreativer Kontrolle, das er später erreichen sollte, zeigten aber, dass Michael auch unabhängig vom Familienprojekt erfolgreich sein konnte.

Von Jackson 5 zu The Jacksons

Mitte der 1970er-Jahre waren die Brüder mit den Einschränkungen bei Motown unzufrieden und wollten mehr Freiheit beim Schreiben und Produzieren ihrer Musik. Nach dem Wechsel zu Epic Records musste die Gruppe ihren Namen ändern, da die Rechte an Jackson 5 bei Motown blieben. So entstanden The Jacksons. Jermaine blieb bei Motown, während sein jüngerer Bruder Randy seinen Platz in der Gruppe übernahm.

Der neue Vertrag gab Michael und seinen Brüdern schrittweise mehr kreative Kontrolle. Besonders wichtig wurde das Album Destiny von 1978, auf dem Michael bereits stärker am Songwriting beteiligt war. Shake Your Body (Down to the Ground), gemeinsam mit Randy geschrieben, wurde zu einem der größten Hits von The Jacksons. Das folgende Album Triumph festigte den Übergang von Interpreten fremden Materials zu eigenständigen Songwritern und Produzenten.

The Wiz und die Begegnung mit Quincy Jones

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Michaels erwachsener Solokarriere war seine Rolle im Musikfilm The Wiz, in dem er an der Seite von Diana Ross die Vogelscheuche spielte. Am Set lernte er Quincy Jones kennen, der als musikalischer Leiter des Films tätig war. Später bat Michael gerade ihn darum, sein nächstes Soloalbum zu produzieren.

Diese Zusammenarbeit wurde zu einer der erfolgreichsten Partnerschaften der Popgeschichte. Jackson brachte melodische Ideen, Gesangsparts, rhythmisches Denken und wachsende Ambitionen als Songwriter ein; Jones verfügte über enorme Erfahrung mit Jazz, R&B, Orchestrierung und Studioproduktion. Gemeinsam schufen sie drei aufeinanderfolgende Alben — Off the Wall, Thriller und Bad.

Off the Wall: der Beginn des erwachsenen Superstars

Off the Wall erschien im August 1979 und markierte einen deutlichen Bruch mit Michaels Image als ehemaligem Motown-Kinderstar. Die Musik verband Disco, Funk, Soul und Pop, war aber in Arrangement, Harmonik und Gesangsarbeit deutlich anspruchsvoller als ein typisches Dance-Album jener Zeit. Die Rock & Roll Hall of Fame hebt besonders die Verbindung von Funk, Disco und Soul als Grundlage der Platte hervor.

Die wichtigsten Hits waren Don't Stop 'Til You Get Enough, Rock with You, Off the Wall und She's Out of My Life. Alle vier erreichten die Top 10 der Billboard Hot 100, womit Michael zum ersten Solokünstler mit vier Top-10-Singles aus einem einzigen Album wurde.

Don't Stop 'Til You Get Enough, von Jackson selbst geschrieben, brachte ihm seinen ersten Solo-Grammy für Best R&B Vocal Performance, Male. Besonders deutlich sind hier bereits Merkmale zu hören, die später zu seiner vokalen Signatur wurden: kurze rhythmische Atemgeräusche, Falsett, scharfe Ausrufe und der Einsatz der Stimme nahezu wie eines Percussion-Instruments.

Off the Wall machte Michael zu einem eigenständigen Star, doch er selbst war überzeugt, noch wesentlich mehr erreichen zu können. Das nächste Album veränderte tatsächlich nicht nur die Dimension seiner Karriere, sondern die gesamte globale Musikindustrie.

Thriller: das prägende Album einer Epoche

Thriller erschien am 30. November 1982. Jackson arbeitete erneut mit Quincy Jones, wollte das Album diesmal aber musikalisch so breit wie möglich anlegen. Auf neun Tracks standen Pop, R&B, Funk, Rock und Post-Disco nebeneinander. Paul McCartney war auf The Girl Is Mine zu hören, Eddie Van Halen spielte das berühmte Gitarrensolo für Beat It, und Schauspieler Vincent Price sprach den legendären Part in Thriller.

Sieben der neun Albumtracks wurden als Singles veröffentlicht, und alle sieben erreichten die US-Top-10: The Girl Is Mine, Billie Jean, Beat It, Wanna Be Startin' Somethin', Human Nature, P.Y.T. (Pretty Young Thing) und Thriller. Zuvor hatte kein Album sieben Top-10-Singles in den Billboard Hot 100 hervorgebracht.

Billie Jean und Beat It erreichten beide Platz eins der Billboard Hot 100. Billie Jean wurde wegen seiner Bassline, des minimalistischen Rhythmus und der beinahe paranoiden lyrischen Dramaturgie zu einer von Jacksons charakteristischsten Aufnahmen. Beat It wiederum verband Pop-R&B mit schwerer Rockgitarre und half dabei, die Genregrenze zwischen Pop- und Rockpublikum aufzulösen.

Laut Guinness World Records bleibt Thriller das meistverkaufte Album der Musikgeschichte; die Organisation nennt mehr als 67 Millionen verkaufte Exemplare weltweit. In den USA ist das Album mit 34× Platinum zertifiziert und bleibt das höchstzertifizierte Album eines Solokünstlers. Verschiedene Quellen haben deutlich höhere weltweite Schätzungen veröffentlicht, doch für einen enzyklopädischen Text ist die konservativere, von Guinness bestätigte Zahl sinnvoller als werbliche Angaben von 100 Millionen Exemplaren.

Thriller verbrachte 37 Wochen auf Platz eins der Billboard 200. Jahrzehnte später bleibt dies eine der außergewöhnlichsten Leistungen in der Geschichte der amerikanischen Albumcharts.

Billie Jean, Beat It und die Revolution des Musikvideos

Die Dimension von Thriller lässt sich nicht allein durch die Tonaufnahmen erklären. Gerade in dieser Ära half Michael Jackson dabei, das Musikvideo von einer Werbeergänzung zur Single in eine eigenständige Form massenwirksamer Unterhaltung zu verwandeln. Billie Jean und Beat It erhielten massive Fernsehrotation, und Jacksons Erfolg trug dazu bei, rassistische Barrieren bei MTV aufzubrechen, das in seinen Anfangsjahren deutlich auf weiße Rockkünstler ausgerichtet war. Die Recording Academy verbindet Jackson ausdrücklich mit der stärkeren Präsenz Schwarzer Künstler auf dem Sender.

Der radikalste Schritt war das fast vierzehnminütige Michael Jackson's Thriller unter der Regie von John Landis. Das Video arbeitete mit einer vollständigen Handlung, filmischem Make-up, Dialogen, Massentanz und Horrorästhetik. Thriller als „ersten Kurzfilm der Musikgeschichte“ zu bezeichnen wäre ungenau — längere narrative Musikfilme gab es schon vorher —, doch Jackson und Landis machten dieses Format zu einem weltweiten popkulturellen Phänomen.

Motown 25 und der Moonwalk

Ein weiterer prägender Moment war die Fernsehsendung Motown 25: Yesterday, Today, Forever. Nachdem Michael mit seinen Brüdern aufgetreten war, blieb er allein auf der Bühne und performte Billie Jean. Während dieses Auftritts sah das Publikum sein berühmtes Rückwärtsgleiten, das später untrennbar mit dem Begriff Moonwalk verbunden wurde.

Jackson erfand diese Bewegung nicht. Ähnliche Varianten des Backslide wurden von amerikanischen Tänzern lange vor ihm verwendet, und die Technik existierte mindestens seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Leistung bestand darin, sie zu einer außergewöhnlich ausdrucksstarken Bühnenbewegung zu perfektionieren und weltweit bekannt zu machen. Pulitzer hebt ebenfalls hervor, dass Jackson den Moonwalk nicht erfand, ihn aber verfeinerte und popularisierte.

Nach Motown 25 war der Moonwalk nur ein Bestandteil von Jacksons deutlich umfassenderer Tanzsprache. Er verband Popping, Locking, robotische Bewegungen, Drehungen, abrupte Stops, Toe Stands und Elemente klassischer Bühnenbewegung. Zu seinen Inspirationsquellen gehörten James Brown, Fred Astaire, Jackie Wilson, Streetdancer und Hollywood-Musicals.

Acht Grammys in einer Nacht

Bei den Grammy Awards 1984 gewann Michael Jackson acht Auszeichnungen an einem Abend — damals ein absoluter Rekord. Dazu gehörten Album of the Year für Thriller, Record of the Year für Beat It, Auszeichnungen für Billie Jean, Thriller und Beat It, Produzentenpreise sowie eine Ehrung für die Kinderaufnahme E.T. the Extra-Terrestrial. Später stellte Santana den Rekord von acht Siegen bei einer Zeremonie ein, übertroffen wurde er jedoch nicht.

Pepsi, Victory Tour und We Are the World

1984 trat Jackson im Rahmen der Victory Tour erneut gemeinsam mit seinen Brüdern auf. Im selben Zeitraum kam es bei Dreharbeiten zu einer Pepsi-Werbung zu einem Unfall: Pyrotechnik setzte sein Haar in Brand, und der Sänger erlitt Verbrennungen an der Kopfhaut. Das Ereignis wurde zu einem der bekanntesten Vorfälle seiner Biografie aus der Mitte der 1980er-Jahre.

1985 schrieb Michael gemeinsam mit Lionel Richie den Benefizsong We Are the World. Die Initiative für eine amerikanische Antwort auf das britische Band Aid ging von Harry Belafonte und Manager Ken Kragen aus; Jackson und Richie wurden ausdrücklich als Songwriter eingeladen, während Quincy Jones die Aufnahme produzierte. Daher ist die Behauptung ungenau, Michael habe das Projekt allein „initiiert“.

An der USA-for-Africa-Aufnahme beteiligten sich Dutzende der größten amerikanischen Künstler. Das Projekt sammelte mehr als 75 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung des Hungers in Afrika, während We Are the World Grammys für Song of the Year und Record of the Year erhielt.

Michael Jackson als Besitzer von Musikrechten

Eine der am meisten unterschätzten Seiten seiner Karriere war sein Verständnis des Musikverlagsgeschäfts. 1985 kaufte Jackson ATV Music Publishing für rund 47,5 Millionen US-Dollar. Der Katalog enthielt zahlreiche bekannte Kompositionen, darunter einen erheblichen Teil der Lennon–McCartney-Songs aus der Beatles-Ära.

1995 wurde ATV mit Sonys Musikverlagssparte zusammengelegt, wodurch Sony/ATV Music Publishing entstand. Die offizielle Geschichte von Sony Music Publishing bestätigt, dass das Unternehmen als Joint Venture zwischen Sony und Michael Jackson gegründet wurde. Diese Entscheidung machte Musikverlagsrechte zu einem der wertvollsten Vermögenswerte seines Nachlasses.

Bad: der Beweis, dass Thriller kein Zufall war

Nach dem beispiellosen Erfolg von Thriller waren die Erwartungen an das nächste Album beinahe unerfüllbar. Bad erschien im August 1987 und wurde Michaels dritte und letzte vollständige Studioarbeit mit Quincy Jones. Der Sound wurde härter und digitaler, während Jackson selbst einen deutlich größeren Teil der Songwriting-Arbeit übernahm.

Fünf Singles aus Bad erreichten nacheinander Platz eins der Billboard Hot 100: I Just Can't Stop Loving You, Bad, The Way You Make Me Feel, Man in the Mirror und Dirty Diana. Es war das erste Mal, dass ein Album fünf US-Nummer-eins-Hits hervorbrachte. Der Rekord blieb nicht für immer einzigartig: 2011 wurde er von Katy Perrys Album Teenage Dream eingestellt. Die Aussage, der Rekord sei „bis heute ungebrochen“, muss daher präzisiert werden — er wurde eingestellt, aber nicht übertroffen.

Bad enthält außerdem Smooth Criminal, Leave Me Alone, Another Part of Me und Speed Demon. Das Video zu Smooth Criminal entwickelte Jacksons Gangsterästhetik weiter und zeigte den berühmten starken Vorwärtsneigungs-Move. Für die Bühnenversion dieser Bewegung erhielten Jackson und seine Mitentwickler später ein US-Patent für ein spezielles Schuh- und Bühnenverankerungssystem.

Bad World Tour

Die Bad World Tour von 1987 bis 1989 war Jacksons erste Solo-Welttournee. Bei 123 Konzerten spielte er vor ungefähr 4,4 Millionen Zuschauern. Allein im Londoner Wembley Stadium fanden sieben ausverkaufte Shows statt. Die Tour festigte endgültig Michaels Modell des Konzerts als sorgfältig inszeniertes Theaterereignis mit Choreografie, Licht, Video und dramaturgischer Struktur.

Dangerous: Bruch mit Quincy Jones und eine neue Ära

Nach drei Alben mit Quincy Jones entschied Michael, sein kreatives System zu verändern. Dangerous erschien im November 1991, und Produzent Teddy Riley, einer der Architekten des New Jack Swing, wurde zu einem zentralen neuen Partner. Das Ergebnis war ein härterer, mechanischerer und rhythmisch komplexerer Sound.

Die erste Hälfte des Albums ist besonders stark mit New Jack Swing verbunden: Jam, Why You Wanna Trip on Me, In the Closet, She Drives Me Wild und Remember the Time. In der zweiten Hälfte wird die Musik breiter — von der Rockballade Give In to Me bis zu den humanistisch geprägten Heal the World und Will You Be There.

Die Leadsingle Black or White verbrachte sieben Wochen auf Platz eins der Billboard Hot 100. Das Musikvideo nutzte eine für die damalige Zeit beeindruckende Gesichtsmorphing-Technologie und machte die Premiere eines Jackson-Videos erneut zu einem internationalen Fernsehereignis.

Remember the Time erhielt ein aufwendig produziertes Video, dessen Handlung in einem stilisierten Alten Ägypten spielte und in dem Eddie Murphy, Iman und Magic Johnson auftraten. Die Dangerous-Ära zeigte, dass Michael auch ohne Quincy Jones ein großes Popalbum vollständig kontrollieren und sich an eine neue Generation des R&B anpassen konnte.

Dangerous World Tour und humanitäre Themen

Um die Wende von den 1980er- zu den 1990er-Jahren wurden humanitäre und gesellschaftliche Themen in Jacksons Werk zunehmend wichtiger. Man in the Mirror hatte bereits persönliche Verantwortung thematisiert, später folgten Heal the World, Earth Song, They Don't Care About Us und weitere Songs über Krieg, Armut, Rassismus und Umweltzerstörung.

Die Recording Academy hebt seine Unterstützung wohltätiger Organisationen wie der Make-A-Wish Foundation und der Elizabeth Taylor AIDS Foundation hervor, während We Are the World das bekannteste konkrete Beispiel seiner philanthropischen Arbeit bleibt. Es ist daher gerechtfertigt, Jackson als aktiven Philanthropen zu bezeichnen; weit verbreitete Internetangaben über die genaue Zahl unterstützter Organisationen oder die Gesamtsumme seiner Spenden sollten jedoch nur mit klarer Quellen- und Zeitraumangabe verwendet werden.

Die Vorwürfe von 1993 und der Wandel seines öffentlichen Bildes

1993 wurden erstmals öffentlich Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gegen Michael Jackson erhoben. Der Künstler bestritt die Anschuldigungen entschieden. Im Januar 1994 wurde die Zivilklage durch eine finanzielle Vereinbarung beigelegt, die kein Schuldeingeständnis darstellte. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden auch nach dem zivilrechtlichen Vergleich fortgesetzt, zu einer Anklage kam es damals jedoch nicht.

Dieser Vorgang veränderte die öffentliche Wahrnehmung Jacksons erheblich. Bereits seit den 1980er-Jahren hatten Boulevardmedien seiner äußeren Erscheinung, seinem Privatleben und seinem exzentrischen Verhalten enorme Aufmerksamkeit gewidmet; nach 1993 wurden Fragen zu seinen Beziehungen zu Kindern zu einem zentralen Bestandteil der öffentlichen Debatte und beeinflussten später weiter die Bewertung seines Vermächtnisses.

HIStory: Musik als Reaktion auf den Druck

Im Juni 1995 erschien HIStory: Past, Present and Future, Book I. Es handelte sich um ein Doppelprojekt: Die erste CD enthielt eine Auswahl der größten Hits, die zweite neues Material. Im Vergleich zu Dangerous wurden die Texte deutlich konfrontativer und autobiografischer. Themen waren Einsamkeit, Ungerechtigkeit, das Verhältnis zu den Medien, Rassismus, Umweltfragen und Verfolgung.

Das Album eröffnete mit Scream, einem aggressiven elektronischen Track, den Michael gemeinsam mit seiner Schwester Janet Jackson aufnahm. Das von Mark Romanek inszenierte Video gewann den Grammy für Best Music Video. Auf dem Album befinden sich außerdem They Don't Care About Us, Stranger in Moscow, Earth Song und You Are Not Alone.

You Are Not Alone wurde im September 1995 zum ersten Song in der Geschichte der Billboard Hot 100, der direkt auf Platz eins debütierte. Damit stellte Jackson einen weiteren bedeutenden Chartrekord auf.

Earth Song und die gesellschaftliche Seite des späten Jackson

Earth Song wurde zu einem der ambitioniertesten Werke seiner späteren Karriere. Der Song verband Gospel, Pop und eine beinahe symphonische Dramaturgie, während der Text Umweltzerstörung, Krieg und menschliches Leid thematisierte. Gesellschaftlicher Protest setzte sich in They Don't Care About Us fort, für das Spike Lee zwei verschiedene Musikvideos drehte.

Blood on the Dance Floor

1997 erschien Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix. Dabei handelt es sich nicht um ein konventionelles Studioalbum, sondern um eine Mischung aus neuem Material und Remixen von Songs aus HIStory. Neben dem Titelsong enthielt es die neuen Stücke Morphine, Superfly Sister, Ghosts und Is It Scary. Deshalb ist es sinnvoller, Blood on the Dance Floor getrennt von Jacksons zehn regulären Solo-Studioalben zu behandeln.

In diese Phase fiel auch die HIStory World Tour von 1996 bis 1997 — Michaels letzte vollständige Solo-Welttournee. Danach unternahm er keine Tournee vergleichbarer Größenordnung mehr.

Privatleben und Kinder

1994 heiratete Michael Jackson Lisa Marie Presley, die Tochter von Elvis Presley. Die Ehe wurde 1996 geschieden. Im selben Jahr heiratete er die Krankenschwester Debbie Rowe. Das Paar bekam 1997 einen Sohn, Michael Joseph Jackson Jr., bekannt als Prince, und 1998 eine Tochter, Paris-Michael Katherine Jackson. Nach der Scheidung von Rowe 1999 erhielt Jackson das Sorgerecht für die Kinder. 2002 wurde über eine Leihmutter sein dritter Sohn Prince Michael Jackson II geboren, der später als Bigi bekannt wurde.

Invincible: das letzte Studioalbum zu Lebzeiten

Nach einer sechsjährigen Pause zwischen vollständigen Studioalben erschien im Oktober 2001 Invincible. Das Album spiegelte den zeitgenössischen R&B-Sound zu Beginn des 21. Jahrhunderts wider und wurde mit einem großen Produzententeam geschaffen, darunter Rodney Jerkins. Enthalten waren You Rock My World, Butterflies, Cry, Break of Dawn, Whatever Happens und weitere Songs.

Invincible erreichte Platz eins der Billboard 200 und wurde das letzte Studioalbum mit neuem Material, das Michael Jackson zu Lebzeiten veröffentlichte. Die Leadsingle You Rock My World erreichte die US-Top-10 und erhielt eine Grammy-Nominierung.

Die Veröffentlichung wurde von einem Konflikt zwischen Jackson und Sony Music begleitet. Der Streit betraf die Promotion des Albums, Vertragsbeziehungen und Rechte an den Aufnahmen. Im Gegensatz zu Bad, Dangerous und HIStory erhielt Invincible keine große Welttournee, und sein Veröffentlichungszyklus fiel deutlich kürzer aus als bei Jacksons früheren Alben.

Der Prozess von 2005

Nach neuen Vorwürfen zu Beginn der 2000er-Jahre wurde in Kalifornien ein Strafverfahren gegen Jackson eingeleitet. 2005 fand der langwierige Prozess People v. Jackson statt, der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen, der Bereitstellung von Alkohol und der Verschwörung umfasste. Michael bekannte sich nicht schuldig.

Am 13. Juni 2005 sprach die Jury Jackson in allen gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Punkten frei. Dies ist ein zentraler juristischer Fakt: Michael Jackson wurde niemals gerichtlich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Gleichzeitig beendete der Freispruch die öffentliche Debatte über frühere und spätere Anschuldigungen nicht.

Nach dem Tod des Künstlers kamen weitere zivilrechtliche Vorwürfe hinzu, darunter die Anschuldigungen von Wade Robson und James Safechuck, die durch den Dokumentarfilm Leaving Neverland große Bekanntheit erlangten. Vertreter des Jackson-Nachlasses weisen diese Vorwürfe konsequent zurück. Eine enzyklopädische Darstellung seiner Biografie muss daher klar zwischen drei verschiedenen Dingen unterscheiden: den Anschuldigungen selbst, zivilrechtlichen Verfahren und der juristisch festgestellten Tatsache seines Freispruchs im Strafprozess von 2005.

Die letzten Jahre und die geplante Rückkehr auf die Bühne

Nach dem Prozess lebte Michael eine Zeit lang außerhalb der USA und trat deutlich seltener öffentlich auf. Ein vollständiges neues Studioalbum veröffentlichte er nicht mehr, arbeitete jedoch weiter an Musik und sprach über eine Rückkehr zu großen Live-Auftritten.

Im März 2009 kündigte Jackson eine Konzertreihe unter dem Titel This Is It in der Londoner O2 Arena an. Ursprünglich waren zehn Shows geplant, doch aufgrund der enormen Nachfrage wurde die Zahl auf 50 erhöht. Rund eine Million Tickets wurden verkauft. Das erste Konzert sollte am 13. Juli 2009 stattfinden.

Unter der Leitung von Kenny Ortega wurde eine groß angelegte Produktion vorbereitet. Jackson probte Songs aus verschiedenen Karrierephasen, neue Choreografieversionen, Videoeinspielungen und komplexe Bühnennummern. Die letzten Proben im Staples Center bildeten später die Grundlage des Dokumentarfilms Michael Jackson's This Is It.

Der Tod von Michael Jackson

Am 25. Juni 2009 wurde Michael Jackson bewusstlos in einem gemieteten Haus in Los Angeles gefunden und später im UCLA Medical Center für tot erklärt. Er war 50 Jahre alt. Die Gerichtsmedizin bestimmte als Todesursache eine akute Propofol-Intoxikation unter Mitwirkung weiterer sedierender Medikamente und klassifizierte den Tod als homicide — also als Tod infolge der Handlungen einer anderen Person. In diesem medizinisch-juristischen Zusammenhang bedeutet der Begriff nicht automatisch vorsätzlichen Mord.

Jacksons persönlicher Arzt Conrad Murray, der Propofol zu Hause als Schlafmittel verabreicht hatte, wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im November 2011 wurde Murray wegen involuntary manslaughter schuldig gesprochen.

Der Tod des Künstlers löste weltweit Reaktionen aus und führte zu einem starken Anstieg der Verkäufe seines Katalogs. Die geplanten This-Is-It-Konzerte fanden nicht mehr statt.

Michael Jackson's This Is It

Im Herbst 2009 wurde aus dem Probenmaterial der von Kenny Ortega inszenierte Film Michael Jackson's This Is It zusammengestellt. Er zeigte keinen fertigen Konzertfilm, sondern den Arbeitsprozess: Proben sowie Jacksons Zusammenarbeit mit Musikern, Tänzern und dem Produktionsteam. Der Film spielte weltweit mehr als 260 Millionen US-Dollar ein und hielt viele Jahre den Einspielrekord für Konzertfilme, bis er von Taylor Swift: The Eras Tour übertroffen wurde.

Posthume Alben

Nach Jacksons Tod wurde Archivmaterial unter der Verwaltung seines Nachlasses und von Sony weiter veröffentlicht. Im Dezember 2010 erschien das Album Michael mit zuvor unveröffentlichtem Material, darunter Hold My Hand mit Akon und Hollywood Tonight.

Im Mai 2014 folgte Xscape. Für das Projekt wurden Archivaufnahmen aus unterschiedlichen Jahren verwendet und mit zeitgenössischen Produzenten neu bearbeitet. Zu den acht Tracks gehörten Love Never Felt So Good, Chicago, A Place with No Name, Slave to the Rhythm und der Titelsong Xscape.

Die Version von Love Never Felt So Good mit Justin Timberlake erreichte Platz 9 der Billboard Hot 100 und zeigte damit die für einen posthumen Katalog ungewöhnliche Fähigkeit, mit zeitgenössischen Popveröffentlichungen zu konkurrieren.

2022 erschien zum vierzigjährigen Jubiläum von Thriller die erweiterte Edition Thriller 40 mit zusätzlichem Archivmaterial, während die Musikvideos zu Thriller und Beat It moderne 4K-Restaurierungen erhielten.

Das Vermächtnis auf Theaterbühne und im Kino

Jacksons Geschichte lebte auch außerhalb der Tonträger weiter. 2022 wurde am Broadway das Musical MJ eröffnet, das sich um die Vorbereitungen zur Dangerous World Tour sowie Songs aus verschiedenen Karrierephasen dreht. Myles Frost, der Michael spielte, erhielt den Tony Award als bester Hauptdarsteller in einem Musical; die Produktion wurde außerdem für Choreografie, Licht und Sound ausgezeichnet.

2026 erschien der biografische Spielfilm Michael unter der Regie von Antoine Fuqua, in dem Jacksons Neffe Jaafar Jackson den erwachsenen Michael verkörperte. Der Film konzentrierte sich auf die frühe Karriere des Künstlers und den Zeitraum bis zum Ende der 1980er-Jahre und wurde zu einem großen internationalen Kinoereignis.

Warum Jacksons Musikvideos die Industrie veränderten

Musikvideos waren bereits vor Jackson ein wichtiges Werbemittel, doch er hob den Standard für Budget, Inszenierung und kulturelle Bedeutung erheblich an. Billie Jean zeigte, dass ein Schwarzer Popkünstler in einem damals überwiegend auf weißen Rock ausgerichteten MTV-Umfeld enorme Erfolge erzielen konnte; Beat It verband Handlung und Massentanz; Thriller näherte das Musikvideo dem Kurzfilm an; Bad, Smooth Criminal, Remember the Time, Black or White und Scream führten dieses Modell weiter. Die Rock & Roll Hall of Fame verbindet Jacksons Karriere ausdrücklich mit der Veränderung der visuellen Sprache globaler Popmusik.

Nach Michael war das aufwendig produzierte narrative Musikvideo keine Ausnahme mehr. Für die größten Popkünstler der 1990er-Jahre und der folgenden Jahrzehnte wurden Videochoreografie, Regie und ein sorgfältig gestaltetes visuelles Image nahezu unverzichtbare Bestandteile einer internationalen Karriere.

Gesang und musikalisches Denken

Hinter spektakulären Videos und Tanz wird manchmal übersehen, dass Jackson vor allem ein außergewöhnlich charakteristischer Sänger war. Zu seinem Ausdrucksspektrum gehörten ein klarer hoher Tenor, sanftes Falsett, Soul-Melismen, Flüstern, rhythmische Ausrufe, Schluckauf-artige Laute, Atemgeräusche und kurze Konsonantensounds, die wie zusätzliche Percussion eingesetzt wurden.

Viele Songs entwickelte Michael ohne klassische instrumentale Notation: Er konnte Schlagzeug-, Bass- und andere Instrumentalparts mit der Stimme imitieren und die gedachte Arrangementstruktur anschließend gemeinsam mit Musikern und Produzenten in eine Studiofassung übertragen. In seinem eigenen Katalog war er Autor oder Co-Autor zentraler Werke wie Don't Stop 'Til You Get Enough, Working Day and Night, Billie Jean, Beat It, Wanna Be Startin' Somethin', Bad, Smooth Criminal, The Way You Make Me Feel, Dirty Diana, Black or White, Heal the World, They Don't Care About Us und Earth Song.

Tanz als Teil der musikalischen Komposition

Jackson betrachtete Tanz nicht als dekorative Begleitung eines Songs. Die Choreografie war Teil der musikalischen Struktur: Stops, Drehungen und Fußbewegungen entsprachen häufig bestimmten Schlagzeugakzenten, Bassnoten oder vokalen Einwürfen. Deshalb bleiben viele seiner Tanznummern selbst ohne Ton unmittelbar erkennbar.

Die meisten von ihm verwendeten Bewegungen erfand er nicht selbst, doch er verfügte über eine außergewöhnliche Fähigkeit, Elemente unterschiedlicher Tanztraditionen miteinander zu verbinden und daraus eine weltweit erkennbare Bühnensprache zu schaffen. Der Moonwalk ist das bekannteste Beispiel dafür.

Auszeichnungen und Rekorde

Nach offiziellen Angaben der Recording Academy gewann Michael Jackson 13 reguläre Grammys bei 38 Nominierungen. Darüber hinaus erhielt er 1993 den Grammy Legend Award und 2010 posthum den Lifetime Achievement Award.

Er wurde zweimal in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen: 1997 als Mitglied von The Jackson 5 und 2001 als Solokünstler.

Jacksons Solokarriere umfasst 13 Nummer-eins-Singles in den Billboard Hot 100. Zu seinen Chartrekorden gehören die ersten vier Top-10-Singles aus einem Soloalbum, sieben Top-10-Singles aus Thriller, die ersten fünf Nummer-eins-Singles aus einem Album mit Bad sowie der erste direkte Einstieg eines Songs auf Platz eins der Hot 100 mit You Are Not Alone.

Selbst viele Jahre nach seinem Tod erzielt sein Katalog weiterhin außergewöhnliche Ergebnisse. Im November 2025 kehrte Thriller in die US-Top-10 zurück, und Michael Jackson wurde zum ersten Künstler in der Geschichte der Billboard Hot 100 mit Solo-Top-10-Hits in sechs verschiedenen Jahrzehnten — von den 1970er- bis in die 2020er-Jahre.

Studioalben von Michael Jackson

Michael Jacksons reguläre Solo-Studio-Diskografie umfasst zehn Alben — vier aus der Motown-Phase und sechs aus seiner erwachsenen Karriere. Die offizielle Diskografie und Daten der Recording Academy bestätigen diese Reihenfolge.

  • Got to Be There — 1972
  • Ben — 1972
  • Music & Me — 1973
  • Forever, Michael — 1975
  • Off the Wall — 1979
  • Thriller — 1982
  • Bad — 1987
  • Dangerous — 1991
  • HIStory: Past, Present and Future, Book I — 1995
  • Invincible — 2001

Weitere wichtige Albumprojekte

  • Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix — 1997, neue Songs und Remixe
  • This Is It — 2009, posthumer Filmsoundtrack
  • Michael — 2010, posthumes Archivalbum
  • Immortal — 2011, Musik für das Cirque-du-Soleil-Projekt
  • Xscape — 2014, posthumes Archivalbum
  • Scream — 2017, thematische Compilation
  • Thriller 40 — 2022, erweiterte Jubiläumsausgabe von Thriller

Der offizielle Katalog des Michael Jackson Estate klassifiziert diese Projekte separat und vermischt sie nicht mit den zehn regulären Studioalben, die zu Jacksons Lebzeiten erschienen.

Ausgewählte Alben der Jackson 5

  • Diana Ross Presents The Jackson 5 — 1969
  • ABC — 1970
  • Third Album — 1970
  • Jackson 5 Christmas Album — 1970
  • Maybe Tomorrow — 1971
  • Lookin' Through the Windows — 1972
  • Skywriter — 1973
  • G.I.T.: Get It Together — 1973
  • Dancing Machine — 1974
  • Moving Violation — 1975

Nach dem Abschied von Motown setzte die Gruppe ihre Karriere bei Epic als The Jacksons fort, wobei Michael zunehmend aktiver am Schreiben und Produzieren des Materials beteiligt war.

Wichtige Songs von Michael Jackson

  • Ben — 1972
  • Don't Stop 'Til You Get Enough — 1979
  • Rock with You — 1979
  • Billie Jean — 1983
  • Beat It — 1983
  • Thriller — 1983
  • Wanna Be Startin' Somethin' — 1983
  • Bad — 1987
  • The Way You Make Me Feel — 1987
  • Man in the Mirror — 1988
  • Dirty Diana — 1988
  • Smooth Criminal — 1988
  • Black or White — 1991
  • Remember the Time — 1992
  • Heal the World — 1992
  • Will You Be There — 1993
  • Scream — 1995, mit Janet Jackson
  • You Are Not Alone — 1995
  • Earth Song — 1995
  • They Don't Care About Us — 1996
  • Stranger in Moscow — 1996
  • Blood on the Dance Floor — 1997
  • You Rock My World — 2001
  • Love Never Felt So Good — posthume Veröffentlichung, 2014

Die zentrale Bedeutung von Michael Jackson

Michael Jackson lediglich als einen der erfolgreichsten Sänger der Geschichte zu bezeichnen, greift zu kurz. Sein Beitrag liegt an der Schnittstelle mehrerer Bereiche. Als Performer verband er die Präzision eines professionellen Tänzers mit einer außergewöhnlichen vokalen Identität. Als Songwriter schuf er zahlreiche Stücke, die zu Standards internationaler Popmusik wurden. Als Produzent und Studio-Perfektionist prägte er den außergewöhnlich detailreichen Sound seiner wichtigsten Alben. Als visueller Künstler half er dabei, das Musikvideo in eine hochbudgetierte Form des Erzählens zu verwandeln.

Ebenso bedeutend war Jacksons Fähigkeit, gleichzeitig unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Thriller konnte ein Duett mit Paul McCartney, ein schweres Rockgitarrensolo von Eddie Van Halen, R&B, Funk und filmischen Horror enthalten, ohne in stilistisch unverbundene Einzelteile zu zerfallen. Gerade diese Universalität war einer der Gründe, warum seine Musik Genre-, Rassen- und Landesgrenzen überwinden konnte.

Sein Einfluss lässt sich deutlich in späteren Künstlergenerationen erkennen, deren Karrieren gleichermaßen auf Gesang, Choreografie und visueller Inszenierung beruhen. Die Rock & Roll Hall of Fame nennt unter den Künstlern, auf die sich dieses Vermächtnis erstreckt, Beyoncé, The Weeknd, Bruno Mars, Justin Timberlake, Usher, BTS und weitere.

Eine vollständige Biografie von Michael Jackson kann zugleich nicht nur aus Rekorden und Erfolgen bestehen. Seine Geschichte umfasst eine schwierige Kindheit, außergewöhnlichen Ruhm, ständige Eingriffe der Presse in sein Privatleben, Gerichtsverfahren und Anschuldigungen, die auch nach seinem Tod Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen bleiben. Im Strafprozess von 2005 wurde er in allen Punkten freigesprochen; spätere Vorwürfe sind weiterhin Gegenstand zivilrechtlicher Verfahren und Debatten über sein Vermächtnis.

Jacksons musikalische Bedeutung wird nicht nur durch historische Bewertungen bestätigt, sondern auch durch die ungewöhnliche Langlebigkeit seines Katalogs. Thriller bleibt das meistverkaufte Album der Welt, seine Aufnahmen kehren weiterhin in die Charts zurück, und Werke, die vor mehreren Jahrzehnten entstanden, funktionieren nicht nur als Nostalgie, sondern als aktiver Bestandteil heutiger Popkultur.

Vom Kinderstimmeneinsatz in I Want You Back bis zur reifen Dramaturgie von Billie Jean, Man in the Mirror, Black or White und Earth Song umfasste Michael Jacksons Karriere mehrere unterschiedliche Epochen der globalen Musikgeschichte. Er erfand weder Pop noch das Musikvideo oder Streetdance, doch er verband diese Elemente zu einer Form weltweiten Showbusiness, deren Maßstab lange nahezu unerreichbar blieb. Deshalb wird sein Platz in der Geschichte nicht durch einen einzigen Thriller-Verkaufsrekord oder eine einzelne Moonwalk-Bewegung bestimmt, sondern durch die Tiefe, mit der sein Ansatz zu Aufnahme, Tanz, Video und Bühne die Vorstellung davon verändert hat, was ein moderner Popstar sein kann.


Musik hören Michael Jackson

Michael Jackson - (remix SklyarVital) - They Dont Care About

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Michael Jackson - Little Christmas tree

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Michael Jackson - We Are The World

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Michael Jackson - Billie Jean

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Gravediggaz - Michael Jackson Skit

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