Mochakk - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Mochakk

Mochakk ist der Künstlername des brasilianischen DJs und Musikproduzenten Pedro Luís Nunes Maia, eines Vertreters der neuen Generation der brasilianischen Elektronikszene, der durch die Verbindung von House, Tech House, Funk, Disco, Hip-Hop und Clubmusik mit einer ausgeprägten rhythmischen Grundlage internationale Bekanntheit erlangte. Bei ihm ist das Bild eines energiegeladenen DJs hinter den Decks eng mit seiner Arbeit als Produzent verbunden: Weltweite Aufmerksamkeit erhielt er zunächst durch virale Videos seiner Auftritte, dauerhaft etablieren konnte er sich jedoch mit eigenen Releases, Auftritten bei DC-10, Circoloco, Coachella, Time Warp und Sónar sowie später mit dem Aufbau seiner eigenen Veranstaltungsreihe Mochakk Calling, eigener Labels und des Clubs OBLIQO in Brasilien.

Pedro Maia wurde am 21. September 1999 in Sorocaba im brasilianischen Bundesstaat São Paulo geboren. Das musikalische Umfeld seiner Kindheit war deutlich vielfältiger als die Genres, mit denen Mochakk später in Verbindung gebracht wurde: In seiner Familie hörte man Funk, Disco, Rock und Blues, während Pedro selbst von Skateboarding und Hip-Hop-Kultur geprägt wurde. Laut der offiziellen Biografie des Künstlers begann er zunächst als Beatmaker, bevor er sich der elektronischen Musik zuwandte.

Hip-Hop, Skateboarding und die ersten DJ-Auftritte

Maia interessierte sich bereits als Teenager für das Produzieren von Musik. Er versuchte, Rhythmen aus seinen Lieblings-Hip-Hop-Tracks nachzubauen, und entwickelte im Alter von etwa vierzehn oder fünfzehn Jahren ein ernsthaftes Interesse an elektronischer Musik. Eine wichtige Rolle spielte seine Bekanntschaft mit Cesar Nardini, der Partys für Jugendliche in einem Club unweit von Pedros Schule in Sorocaba organisierte. Zunächst half Maia beim Ticketverkauf, später durfte er an der Clubtechnik üben und begann nach und nach, bei denselben Veranstaltungen selbst aufzulegen. Nardini gehörte zu den Menschen, die ihm die Grundlagen des DJings vermittelten.

Zu diesem Zeitpunkt war Musik noch nicht sein einziger beruflicher Plan. Nach seinem Umzug nach São Paulo begann Maia ein Studium im Modebereich, doch das Nachtleben und seine eigene Arbeit mit Sound rückten zunehmend in den Mittelpunkt. Er gab seine ursprüngliche Studienrichtung auf und konzentrierte sich auf Musikproduktion. Die Verbindung zur Mode blieb jedoch bestehen und wurde später zu einem sichtbaren Bestandteil der visuellen Ästhetik von Mochakk – von Kleidung und Eventgestaltung bis hin zu eigenen Designprojekten.

Auch der Künstlername Mochakk entstand aus Pedros Interessen außerhalb der Musik. Laut einem biografischen Interview mit Mixmag verbindet der Name die Assoziation mit Mocha-Kaffee und Chaac, der Gottheit des Regens und der Gewitter in der Mythologie der Maya. Rund um diesen Namen entwickelte sich nach und nach auch eine Bühnenfigur: expressiv, körperlich sehr präsent und deutlich anders als das Bild eines DJs, der nahezu regungslos hinter seinem Equipment steht.

Die brasilianische Szene vor dem internationalen Durchbruch

Bevor Mochakk auf den größten internationalen Festivals auftrat, entwickelte er sich mehrere Jahre innerhalb der brasilianischen Clubszene. Sein früher Katalog entstand schrittweise: Zu den Veröffentlichungen dieser Phase gehörten So Many People, die gemeinsam mit HAAS aufgenommene Produktion Caribbean Queen, Inflación und weitere Tracks. Bereits in diesen Aufnahmen war ein Ansatz zu hören, der später für seine bekannteren Produktionen charakteristisch wurde: ein schweres rhythmisches Fundament, kurze Vocal-Fragmente, der intensive Einsatz von Samples und eine klare Ausrichtung auf die Funktion des Tracks auf dem Dancefloor.

Gemeinsam mit Cesar Nardini und weiteren Freunden entwickelte Maia außerdem Dogghäuz Records. Für Mochakk war das Projekt mehr als nur eine Plattform für eigene Veröffentlichungen: Er betrachtete das Label als Möglichkeit, selbstständig einen Katalog aufzubauen und brasilianische Produzenten zu unterstützen, deren Musik er interessant fand. Später wurde Dogghäuz zu einer dauerhaften Verbindung zwischen seiner internationalen Karriere und der Szene, aus der er hervorgegangen war.

2022: Da Fonk und der internationale Durchbruch

Im Jahr 2022 wuchs Mochakks Publikum sprunghaft. Auf TikTok und anderen sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Ausschnitt aus einem seiner Auftritte, in dem der DJ sich hinter den Decks ausdrucksstark zu Roll Play des britischen Produzenten PAWSA bewegt. Das Video war eine besonders wirkungsvolle visuelle Darstellung dessen, was ohnehin Teil seiner Auftritte war: Maia wechselte nicht einfach nur Tracks, sondern machte rhythmische Veränderungen, Pausen und Akzente mit seinem ganzen Körper sichtbar. Der virale Effekt beschleunigte das internationale Interesse an seinem Namen erheblich.

Dieser Erfolg fiel zugleich mit einer wichtigen Phase seiner Diskografie zusammen. Im April 2022 erschien False Need auf Black Book Records von Chris Lake, und am 1. Juli veröffentlichte Nervous Records Da Fonk mit Gesang von Joni. Letzterer wurde zu einer der bekanntesten Produktionen von Mochakk und half dabei, die Aufmerksamkeit von den sozialen Medien direkt auf seine Clubmusik zu lenken.

Im selben Zeitraum gelang Maia erstmals der Einstieg in eine internationale Tourneekarriere wirklich großen Maßstabs. 2022 gab er sein Debüt im legendären Club DC-10 auf Ibiza im Rahmen von Circoloco. Schon bald entwickelte sich die Verbindung zu dieser Veranstaltungsreihe zu regelmäßigen Auftritten, später wurde Mochakk Resident bei Circoloco. Für einen Künstler, der aus einer regionalen brasilianischen Szene hervorgegangen war, wurde gerade DC-10 zu einem der wichtigsten Belege für seinen Übergang auf die internationale Clubebene.

Warum Mochakks Sets so unverwechselbar wurden

Mochakks Popularität lässt sich nicht allein durch seine Energie hinter den Decks erklären. Sein DJ-Ansatz basiert auf einem vergleichsweise breiten musikalischen Fundament. In seinen Sets treffen klassischer House, Tech House, stärker industrielle Formen von Techno, Disco, Funk, Hip-Hop und brasilianische Musik aufeinander. Maia selbst betont, dass er nicht zu einem Künstler mit nur einem streng definierten Sound werden möchte: Für ihn besteht die Aufgabe eines DJs auch darin, dem Publikum Musik zu zeigen, die es noch nicht kennt.

Gleichzeitig besitzt seine Musikauswahl einen gemeinsamen klanglichen Charakter. Mochakk bevorzugt dichte, texturreiche Rhythmen, markante Claps, raue Klangfarben und Tracks, deren Groove körperlich spürbar ist. Selbst wenn er von House zu Techno oder zu melodischerem Material wechselt, versucht er, das Gewicht der Drums und die innere Bewegung einer Komposition zu erhalten. Dieser Ansatz unterscheidet ihn von gleichförmigerem Festival-Tech-House, das häufig auf nahezu identischen Build-ups und Höhepunkten basiert.

Jealous und die Zusammenarbeit mit Circoloco Records

Ein weiterer wichtiger Track war Jealous, der 2023 auf Circoloco Records erschien. Die Produktion verwendet Material aus Dreamin' der US-amerikanischen Sängerin Loleatta Holloway und formt es zu einer federnden House-Struktur um. Während Da Fonk Mochakks internationalen Durchbruch als Produzent markierte, verband Jealous seinen Namen noch enger mit der modernen Ibiza-Szene und mit Circoloco selbst.

Im selben Zeitraum entwickelte sich sein Katalog in unterschiedliche Richtungen weiter. Gemeinsam mit dem brasilianischen Duo Breaking Beattz nahm er Secret für Musical Freedom auf, mit Fernanda Ouro entstand NO8DO, veröffentlicht über Cercle Records. Neben eigenen Produktionen erhielt Mochakk zunehmend Aufträge für Neuinterpretationen fremden Materials: Zu seinen Remixen gehörten Versionen von Express Yourself von Diplo und Nicky Da B, Cosmic Witch von Louie Vega und Anané sowie Superstylin' von Groove Armada.

Circoloco, Coachella und eine weltweite Tourneekarriere

Nach seinem Durchbruch tauchte Mochakk schnell in den Programmen von Clubs und Festivals auf, die unterschiedliche Bereiche der internationalen elektronischen Szene repräsentieren. Er spielte bei Coachella, Time Warp, Primavera Sound, Sónar und weiteren großen Veranstaltungen und trat weiterhin regelmäßig im DC-10 auf. Anders als Künstler, die vor allem durch Streaming-Hits bekannt wurden, entwickelte sich seine internationale Karriere rund um kontinuierliche DJ-Tourneen und seine Fähigkeit, mit ganz unterschiedlichen Dancefloors zu arbeiten – von kleinen Clubs bis zu großen Festivalbühnen.

Ein besonderes Ereignis war sein Auftritt für Cercle auf der Plaza de España in Sevilla. Rund fünftausend Zuschauer verfolgten den Auftritt vor Ort, während die Aufzeichnung des Sets online ein Millionenpublikum erreichte. Später trat Mochakk beim Cercle Festival außerdem gemeinsam mit Disclosure auf. Diese Projekte stärkten seinen Ruf nicht nur als Club-DJ und Selector, sondern auch als Künstler, dessen Auftritte in groß angelegten visuellen Formaten besonders gut funktionieren.

Mochakk Calling

Statt sich ausschließlich auf Auftritte in den Programmen anderer Veranstalter zu konzentrieren, begann Maia mit dem Aufbau seiner eigenen Eventreihe Mochakk Calling. Die erste Veranstaltung unter diesem Namen fand 2023 im The Shrine in Los Angeles statt, anschließend wurde das Format nach New York, Miami, São Paulo, Lissabon und in weitere Städte gebracht. Mochakk und sein Team arbeiten selbst an Konzept, Gestaltung, Auswahl der Locations und Line-ups.

Die visuelle Identität von Mochakk Calling basiert auf Telefonmotiven, industrieller Ästhetik und Bildern der Großstadt. Für Maia ist dies eine Fortsetzung des Einflusses von São Paulo – einer Metropole, die er als Raum zahlreicher parallel existierender Subkulturen und ständig aufeinanderprallender Ideen beschreibt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Mochakk Calling von einer Reihe einzelner Partys zu einer eigenständigen internationalen Marke und erhielt 2025 auf Malta erstmals ein eigenes zweitägiges Festivalformat.

Locomotiva Ibiza 2099

2024 fand Mochakks Verbindung zu Circoloco Records ihren bislang umfangreichsten Ausdruck im Studio in dem zweiteiligen Projekt Locomotiva Ibiza 2099. Locomotiva Ibiza 2099 I erschien am 26. Juli und enthielt die titelgebende Zusammenarbeit mit der polnischen Produzentin VTSS, den Track The Line sowie eine Dub-Version des Titelstücks. Hier erweiterte Mochakk die vertraute Dancefloor-Tech-House-Formel deutlich und arbeitete mit offeneren Arrangements, eigenem Gesang und weniger vorhersehbaren Clubstrukturen.

Der zweite Teil, Locomotiva Ibiza 2099 II, erschien am 6. September 2024. Er enthielt zwei Versionen von No Boys Allowed mit der kanadischen Rapperin Tommy Genesis sowie Estribeira, entstanden mit dem brasilianischen Produzenten Artisian. Die zweiteilige Veröffentlichung zeigte Mochakk in größerer stilistischer Breite: von direktem Club-Groove bis zu Material, in dem Rap, elektronische Musik und brasilianische Rhythmusideen innerhalb eines gemeinsamen Konzepts aufeinandertreffen.

OBLIQO – sein eigener Club in Sorocaba

Das Veröffentlichungsdatum des zweiten Teils von Locomotiva Ibiza 2099 fiel mit einem weiteren wichtigen Projekt von Maia zusammen. Am 6. September 2024 eröffnete in seiner Heimatstadt Sorocaba der Club und Kulturraum OBLIQO. Das Konzept war von Anfang an breiter angelegt als das eines gewöhnlichen Nachtclubs: Neben Partys sind dort auch Bildungsprogramme, Workshops und eine Galerie zur Geschichte der elektronischen Musik vorgesehen.

Für Mochakk wurde OBLIQO zu einer konkreten Möglichkeit, die Aufmerksamkeit, die er außerhalb Brasiliens gewonnen hatte, wieder in die lokale Szene zu investieren. Junge brasilianische Künstler nehmen im Programm des Clubs einen festen Platz ein, und zum ersten Jubiläum der Location wurde ein Festival organisiert, bei dem eine Bühne vollständig Musikern vorbehalten war, die sich im ersten Jahr von OBLIQO besonders hervorgetan hatten.

From The Stars und die Zusammenarbeit mit Ninja Tune

Im Februar 2025 debütierte Mochakk beim britischen Label Ninja Tune mit der zwei Tracks umfassenden EP From The Stars. Der Titeltrack verwendet Material aus Messages From The Stars von The RAH Band und verbindet Disco-Einflüsse der frühen 1980er Jahre mit einem modernen House-Groove. Der zweite Track, Maria, war Fans bereits aus seinem Cercle-Set von 2023 bekannt und repräsentiert eine andere Seite seiner Produktionssprache – minimalistischer und stärker mit britischer Clubästhetik verbunden.

Gerade der Kontrast zwischen diesen beiden Tracks zeigt deutlich, weshalb Mochakk nicht ausschließlich auf Tech House reduziert werden kann. Seine Produktionen können auf einem Disco-Sample, einer Rap-Vocal-Phrase, brasilianischer Percussion, Classic House oder britischer Bassmusik aufbauen und dennoch konsequent für den Einsatz in einem DJ-Set gedacht sein. In seiner Produktionsarbeit betrachtet er die Geschichte der Tanzmusik eher als Material zur Neuformung denn als Sammlung stilistischer Zitate.

Legumes, PinkPantheress und weitere Experimente

Nach From The Stars entfernte sich der Produzent weiter von der Erwartung, jede neue Veröffentlichung müsse die Formel von Da Fonk oder Jealous wiederholen. 2025 erschien Legumes mit dem britischen Rapper Kwengface, wobei Mochakks Clubproduktion mit britischem Rap-Flow kombiniert wurde. Im selben Zeitraum war er am Projekt Noises + Mochakk von PinkPantheress beteiligt und setzte damit seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen elektronischer Musik, zeitgenössischem britischem Pop und Rap fort.

2026 wurde Mochakks Katalog um den offiziellen See-Line Woman (Mochakk Mix) erweitert – eine neue Clubversion der Aufnahme von Nina Simone, veröffentlicht über Verve Records. Die Arbeit mit einem der bekanntesten Stücke Simones setzte sein langjähriges Interesse an der Neuinterpretation älteren musikalischen Materials fort: Statt das Original lediglich zeitgemäß zu aktualisieren, verwendete er Stimme und Charakter der ursprünglichen Aufnahme als Grundlage für eine moderne Dance-Version.

Dogghäuz, MOTRAXX und die Förderung brasilianischer Produzenten

Mit dem Wachstum seiner eigenen Karriere nutzte Maia Labels zunehmend als kuratorisches Instrument. Dogghäuz entwickelte sich gemeinsam mit seinen Freunden und Weggefährten weiter, während ein weiteres Projekt – MOTRAXX – nach seinem Neustart eine Compilation-Reihe mit Musik junger brasilianischer Künstler begann. Ende 2025 erschien MOTRAXX Volume 1, anschließend wurde die Reihe mit weiteren Ausgaben fortgesetzt.

Bis Mitte 2026 war die Serie bei MOTRAXX Volume 4 angekommen, auf dem QUANT, Pricila Diaz, Qüist, Coppola, Jay Mariani, Bora Uzer und PANNA vertreten waren. Damit erweiterte sich Mochakks Rolle schrittweise vom DJ und Produzenten eigener Tracks hin zu einem Kurator, der seine internationale Reichweite nutzt, um eine neue Generation brasilianischer Clubmusik zu fördern.

Ausgewählte Diskografie von Mochakk

Mochakk besitzt keine klassische, albumorientierte Diskografie: Sein Katalog besteht vor allem aus Singles, EPs, Kollaborationen und Remixen, was dem cluborientierten Modell seiner Karriere entspricht. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen gehören:

  • So Many People – 2020;
  • Caribbean Queen – mit HAAS, 2020;
  • Inflación – 2021;
  • False Need – 2022, Black Book Records;
  • Da Fonk – feat. Joni, 2022, Nervous Records;
  • Respirando – 2022;
  • Jealous – 2023, Circoloco Records;
  • Secret – mit Breaking Beattz, 2023, Musical Freedom;
  • NO8DO – mit Fernanda Ouro, 2023, Cercle Records;
  • Locomotiva Ibiza 2099 I – EP, 2024, Circoloco Records;
  • Locomotiva Ibiza 2099 II – EP, 2024, Circoloco Records;
  • From The Stars – EP, 2025, Ninja Tune;
  • Legumes – mit Kwengface, 2025;
  • See-Line Woman (Mochakk Mix) – Nina Simone & Mochakk, 2026, Verve Records.

Zu Mochakks bemerkenswerten Remixen gehören Express Yourself von Diplo und Nicky Da B, Cosmic Witch von Louie Vega und Anané, Superstylin' von Groove Armada, Rizzla von The Martinez Brothers und GORDO, Lost In Space von Foster the People sowie eine Neuinterpretation von Finally von Kings of Tomorrow und Julie McKnight, die gemeinsam mit den Dogghäuz-Mitgliedern Cesar Nardini und Jay Mariani entstand.

Mochakks Musikstil und Bedeutung

House bildet die Grundlage von Mochakks Musik, doch sein Ansatz wurde von einem deutlich breiteren kulturellen Umfeld geprägt. Hip-Hop lehrte ihn, Samples und Drums als zentrale Elemente einer Komposition zu verstehen, Skate-Kultur beeinflusste seine visuelle Unabhängigkeit, Disco und Funk lieferten Material für den Groove, und die Erfahrungen in der brasilianischen Szene gaben ihm Freiheit im Umgang mit Genregrenzen. Deshalb kann eine Veröffentlichung wie harter Tech House klingen, eine andere auf einem Disco-Sample basieren und die nächste Rap oder experimentellere elektronische Elemente aufgreifen.

Seine expressive Bühnenpräsenz spielte zweifellos eine wichtige Rolle bei der schnellen Verbreitung des Namens Mochakk, doch allein hätte sie kaum für eine langfristige internationale Karriere ausgereicht. Auf die viralen Videos folgten Veröffentlichungen auf Nervous Records, Black Book Records, Circoloco Records, Cercle Records und Ninja Tune, eine Circoloco-Residency, eigene Veranstaltungen und Infrastrukturprojekte in Brasilien. Dadurch entwickelte sich der ursprüngliche Internet-Durchbruch zu einer vollwertigen Karriere als Clubkünstler und Produzent.

Mochakk steht für eine Generation von DJs, für die die Grenze zwischen lokaler Szene und internationalem Markt deutlich durchlässiger geworden ist. Seine Geschichte begann mit Teenager-Partys in Sorocaba, doch ein wichtiger Teil seiner weiteren Entwicklung blieb der Wunsch, genau dieses Umfeld durch Dogghäuz, MOTRAXX und OBLIQO zu unterstützen. In dieser Verbindung aus Clubhandwerk, produktionstechnischer Neugier und selbst aufgebauter kultureller Infrastruktur liegt der wesentlichste Aspekt seiner Karriere: Mochakk beschränkt sich nicht auf die Rolle eines erfolgreichen Vertreters eines gefragten Genres, sondern baut rund um seine Musik ein eigenständiges Ökosystem auf.


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