HUGEL - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

HUGEL

HUGEL ist der Künstlername des französischen DJs, Musikproduzenten und Remixers Florent Hugel, der am 4. Dezember 1987 in Marseille geboren wurde. Seine Karriere verlief durch mehrere deutlich unterschiedliche Phasen: frühen Electro House und EDM, Pop-Kollaborationen und Remixe, den internationalen Durchbruch mit Bella Ciao und anschließend den Wechsel zu Latin House, Afro House und perkussionsorientierter Clubmusik. Zu den bekanntesten Arbeiten von HUGEL gehören Bella Ciao (HUGEL Remix), Morenita, Marianela (Qué Pasa), Tra Tra, I Adore You und Jamaican (Bam Bam). Außerdem gründete er sein eigenes Label Make The Girls Dance Records und entwickelte den Namen zu einer internationalen Reihe von Clubveranstaltungen weiter.

Besonders auffällig an HUGELs Karriere ist seine Fähigkeit, die musikalische Richtung mehrfach zu verändern, ohne dabei von vorn beginnen zu müssen. Sein erster großer Erfolg entstand im europäischen Pop- und Dance-Umfeld, doch sein charakteristischster Sound entwickelte sich deutlich später — nachdem sich der Produzent auf Latin House, afro-lateinamerikanische Percussion und eine unmittelbarere Clubenergie konzentriert hatte. HUGEL selbst beschrieb diese Phase nicht als Versuch, einem bestimmten Genrebegriff zu entsprechen, sondern als Suche nach Rhythmen, die auf dem Dancefloor körperlich funktionieren.

Marseille, die Plattensammlung der Familie und erste Erfahrungen als DJ

HUGEL wuchs in Marseille auf — einer Hafenstadt, in der sich europäische, mediterrane, nordafrikanische und andere Musikkulturen ständig begegnen. Nach Erinnerungen des Musikers war seine Mutter eine der wichtigsten Quellen seiner frühen musikalischen Bildung: Zu Hause liefen Funk, Disco, Soul und Jazz. Später entdeckte er selbst Hip-Hop und R&B und nahm sogar eigene Kassetten aus dem Radio auf, die er an Mitschüler verkaufte.

Florent kam als Teenager zur elektronischen Musik. Mit etwa sechzehn Jahren begann er, das DJing mit Vinyl zu lernen. Zu den wichtigen Einflüssen dieser Zeit zählte HUGEL Carl Cox, Laurent Garnier, Daft Punk und David Guetta. Besonders stark beeindruckte ihn ein Auftritt von Carl Cox im Marseiller Club Bazar: HUGEL erinnerte sich daran, dass er fast keinen der gespielten Tracks kannte, aber mehrere Stunden ohne Unterbrechung tanzte und dabei zum ersten Mal die hypnotische Kraft elektronischer Clubmusik verstand.

Diese frühe Verbindung verschiedener Interessen wurde später prägend für seinen Produktionsstil. Aus Funk und Disco kam das Gespür für Groove, aus Hip-Hop das Interesse an Vocal-Samples und dem Umgang mit wiedererkennbarem Ausgangsmaterial, während Marseilles Clubkultur seine Haltung zur Musik vor allem als etwas formte, das vor einem realen Publikum funktionieren muss.

KitSch 2.0, Hipshaker und die Jahre vor der Solokarriere

HUGEL begann ungefähr 2005, professionell als Produzent zu arbeiten. Vor seinem Soloprojekt war er in mehreren Formationen aktiv. Gemeinsam mit Alexandre Borde gehörte Florent zum elektronischen Duo KitSch 2.0, das Electro House und Remixe veröffentlichte; parallel dazu beschäftigte er sich im Projekt Hipshaker mit Hip-Hop-Produktion. Veröffentlichungen von KitSch 2.0 erschienen noch zu Beginn der 2010er Jahre, also mehrere Jahre vor den ersten größeren Erfolgen unter dem Namen HUGEL.

Diese Phase ist wichtig, um seine spätere Karriere zu verstehen: HUGEL erschien nicht plötzlich als neuer Künstler nach einem einzigen erfolgreichen Remix. Zum Zeitpunkt seines internationalen Durchbruchs verfügte er bereits über ungefähr zehn Jahre Erfahrung in der Produktion elektronischer Musik, in der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und innerhalb einer sich wandelnden europäischen Clubindustrie.

Coming Home und die ersten Soloerfolge

2015 veröffentlichte HUGEL mit Coming Home feat. Jimmy Hennessy eine seiner ersten wichtigen Solosingles. Der Track wurde seine erste Veröffentlichung in den offiziellen deutschen Singlecharts und erreichte dort Platz 80. Für den Künstler aus Marseille wurde gerade der deutschsprachige Markt für mehrere Jahre zu einem der wichtigsten Zentren seines kommerziellen Wachstums.

2016 folgte Where We Belong mit der britischen Sängerin Jasmine Thompson, ein weiterer wichtiger Schritt war anschließend die Zusammenarbeit mit Robin Schulz. Ihre 2017 veröffentlichte Single I Believe I'm Fine erreichte Platz 29 in Deutschland und hielt sich vierundzwanzig Wochen in den deutschen Top 100. HUGEL ist als einer der Songwriter und Produzenten des Tracks aufgeführt.

In derselben Phase arbeitete er intensiv an Remixen. Zu den auffälligsten Produktionen der zweiten Hälfte der 2010er Jahre gehörte seine Version von Mi Gente von J Balvin und Willy William, später folgten Bearbeitungen von Material von Robin Schulz, Topic, Sigala und weiteren Künstlern. Durch seine Remixarbeit konnte HUGEL seinen eigenen Namen parallel zur kommerziellen Produktion weiterentwickeln.

Bella Ciao — der erste internationale Durchbruch

Den Wendepunkt markierte die Version von Bella Ciao, die HUGEL 2018 für das Projekt El Profesor produzierte. Das italienische Lied erlebte zu diesem Zeitpunkt dank der spanischen Serie La Casa de Papel einen neuen Popularitätsschub, und HUGEL überführte die bekannte Melodie in ein zeitgemäßes Clubformat. Der Remix wurde im April 2018 offiziell veröffentlicht.

Der kommerzielle Erfolg übertraf seine früheren Soloveröffentlichungen deutlich. In Deutschland erreichte Bella Ciao (HUGEL Remix) Platz 2, hielt sich 39 Wochen in den Charts und belegte Platz 6 in der deutschen Jahreswertung der Singles 2018. Diese Veröffentlichung machte HUGEL erstmals von einem innerhalb der europäischen Dance-Szene bekannten Produzenten zu einem Künstler mit einem großen internationalen Publikum.

Die Zeit nach Bella Ciao wurde für HUGEL jedoch zu einer Übergangsphase. Er veröffentlichte weiterhin auf den Popmarkt ausgerichtete Produktionen — etwa WTF mit der britischen Sängerin Amber Van Day, die ebenfalls in die Charts kam —, wandte sich aber schrittweise wieder stärker Musik zu, die in erster Linie für Clubs gedacht war. Langfristig erwies sich dieser Wechsel als wichtiger als der Erfolg von Bella Ciao selbst: Statt regelmäßig die Formel eines kommerziellen Hits zu wiederholen, begann HUGEL, eine neue musikalische Sprache aufzubauen.

Ibiza und der Wechsel der musikalischen Richtung

Ibiza hatte großen Einfluss auf die nächste Phase seiner Karriere. HUGEL lebte auf der Insel und verband dieses Umfeld direkt mit seinem wachsenden Interesse an spanischsprachiger, lateinamerikanischer und perkussionsorientierter Tanzmusik. Während des ersten Pandemie-Lockdowns 2020 befand er sich in seiner Wohnung auf Ibiza und arbeitete weiter an Material, das für die Rückkehr der Clubs gedacht war. Zu den Produktionen dieser Phase gehörte die spätere Morenita.

Der Produzent beschrieb diesen Wechsel später als Befreiung von der ständigen Notwendigkeit, Musik fürs Radio zu machen. Schlagzeug, Groove und lateinamerikanische Rhythmik rückten ins Zentrum der neuen Tracks. Dieses Material lag deutlich näher an dem, was HUGEL selbst in seinen Sets spielen wollte, als manche seiner kommerziellen Veröffentlichungen aus den späten 2010er Jahren.

Morenita und die Entstehung von HUGELs Latin-House-Sound

Am 25. Juni 2021 veröffentlichten HUGEL und Cumbiafrica den Track Morenita auf Cr2 Records. In der Clubversion ist er mehr als sechs Minuten lang und basiert auf dichter Percussion, Vocals und kontinuierlicher rhythmischer Bewegung. Morenita wurde zum Ausgangspunkt für jenen Sound, mit dem der Name HUGEL später besonders eng verbunden wurde.

Im professionellen Clubbereich war der Erfolg besonders deutlich: Morenita stand drei Wochen lang auf Platz eins der Beatport-House-Charts und erreichte Platz fünf der Gesamtwertung des Stores. Der Track erhielt langfristige Unterstützung von DJs und Radiosendern und wurde später mehrfach remixt.

HUGEL als Erfinder des Latin House zu bezeichnen, wäre historisch falsch: Lateinamerikanische Einflüsse waren lange vor seiner Karriere im House präsent. Treffender ist die Aussage, dass Morenita dazu beitrug, ihn als einen der sichtbarsten Vertreter der neuen Latin-House-Welle der frühen 2020er Jahre zu etablieren. Er verband lateinamerikanische und karibische Percussion-Ästhetik mit modernem Tech House und einer festivalgeeigneten Größenordnung und entwickelte diese Formel anschließend konsequent in weiteren Veröffentlichungen weiter. HUGEL selbst beschrieb seinen Sound als Verbindung von Afro House und Tech House und betonte, dass die Drums für ihn das entscheidende Element bleiben.

Marianela, Aguila und Tra Tra

Nach Morenita war die lateinamerikanische Richtung kein Experiment für nur eine Veröffentlichung mehr. 2022 erschienen La Candela Viva mit Jude & Frank und Twolate, Aguila mit Westend und Cumbiafrica sowie Marianela (Qué Pasa), aufgenommen von HUGEL gemeinsam mit dem italienischen Duo Merk & Kremont und dem dominikanischen Künstler Lirico En La Casa. In diesen Produktionen wurden spanischsprachige Vocal-Phrasen, afro-lateinamerikanische Percussion und Clubbass zu festen Elementen seines Katalogs.

Eine weitere wichtige Single war Tra Tra mit der kanadischen DJ BLOND:ISH und dem dominikanischen Künstler Nfasis. Der Track erreichte Platz eins bei Beatport, und in einem Interview zur Veröffentlichung verband HUGEL diese neue Phase seiner Musik direkt mit Latin House sowie einer Mischung aus Afro House und Tech House. In diesem Sinne markierten die frühen 2020er Jahre den Punkt, an dem sich seine musikalische Identität endgültig von der Bella-Ciao-Phase löste.

Make The Girls Dance Records

2023 gründete HUGEL sein eigenes Label Make The Girls Dance Records. Das Projekt war nicht nur als Plattform für seine eigenen Singles gedacht: Zu den erklärten Zielen gehörte auch die Förderung weniger bekannter Produzenten und von Musik, die HUGEL direkt in seinen Sets einsetzen konnte. Nach und nach entstand unter diesem Namen ein Katalog aus Latin House, Afro House, Tech House und verwandten Stilen.

Später entwickelte sich Make The Girls Dance auch zu einer eigenständigen Eventmarke. Damit folgte HUGEL einem Weg, der für große Club-DJs typisch ist: Das eigene Label wurde gleichzeitig zu einem Werkzeug für die Entdeckung neuer Musik, zu einem Teil seiner Touridentität und zu einer Möglichkeit, die Veröffentlichung eines großen Teils seines eigenen Materials selbst zu kontrollieren.

2024: von La Verdolaga bis I Adore You

2024 erweiterte sich HUGELs musikalisches Spektrum deutlich. Auf Defected veröffentlichte er La Verdolaga mit Gesang der berühmten kolumbianischen Sängerin Totó La Momposina. Für HUGEL war dies das Debüt auf einem der bekanntesten britischen House-Labels und zugleich eine Fortsetzung seiner Auseinandersetzung mit lateinamerikanischem musikalischem Erbe. Zu den weiteren wichtigen Veröffentlichungen dieser Phase gehörten Andalucia, CORAÇAO, Forever mit Diplo, Malou und Yuna sowie eine neue Version des Klassikers It Feels So Good mit Matt Sassari und Sonique.

Der größte internationale Hit dieser Phase wurde I Adore You, aufgenommen mit dem deutschen Produzenten Topic, dem iranisch-schwedischen Künstler Arash und dem britischen Sänger Daecolm. Die ursprüngliche Grundlage entstand während einer Studiosession von Topic, Daecolm, A7S und Arash. HUGEL hörte die Gesangsspur über einen gemeinsamen Kontakt und gestaltete die Produktion vollständig in Richtung Afro House um. Nach eigener Aussage kehrte er nach einer ersten Version noch einmal zum Projekt zurück und ergänzte kontinuierlichere Percussion, damit der Track im Club besser funktionierte.

Die Reaktion des Publikums testete HUGEL erstmals direkt während eines Auftritts in Deutschland: Als er sah, wie viele Menschen versuchten, den unbekannten Track über Shazam zu identifizieren, erkannte er dessen Potenzial. I Adore You entwickelte sich anschließend zu einem der größten Crossover-Hits seiner Karriere. In Großbritannien erreichte der Track Platz 69 der offiziellen Singlecharts und Platz 17 der Dance-Charts, während Billboard ihn in seine redaktionelle Auswahl der besten Dance-Tracks des Jahres 2024 aufnahm.

Im November erschien eine erweiterte Version des Projekts mit J Balvin und Ellie Goulding, wobei Topic, Arash und Daecolm weiterhin Teil der Aufnahme blieben. Damit bewegte sich ein ursprünglich als Afro-House-Track entstandenes Stück in den Bereich des globalen Pop und des lateinamerikanischen Marktes.

Warum HUGEL sowohl mit Latin House als auch mit Afro House arbeitet

HUGELs spätere Musik lässt sich nur schwer in zwei klar getrennte Kategorien einteilen. In manchen Tracks dominieren lateinamerikanische Vocal- und Percussion-Elemente, andere liegen deutlich näher am Afro House, wieder andere behalten eine Tech-House-Basis. Der Musiker selbst hält diese Grenzen nicht für entscheidend: Für ihn sind der Charakter der Drums und das Gefühl kontinuierlicher Bewegung auf dem Dancefloor wichtiger.

Deshalb beschreibt Latin House den zentralen Teil seines Katalogs nach Morenita am treffendsten, aber nicht sein gesamtes Schaffen. In Sets und Studioarbeiten verbindet HUGEL Latin House, Afro House und Tech House und kehrt gelegentlich zu Disco, Pop, R&B oder Hip-Hop zurück. Gerade seine Fähigkeit, eine wiedererkennbare rhythmische Handschrift in unterschiedlichen kommerziellen und cluborientierten Formaten einzusetzen, wurde zu einem der Gründe für die Beständigkeit seiner Karriere. Auch Hï Ibiza beschreibt seine Sets offiziell als Mischung aus Latin House, Afro House und Tech House.

Ibiza: vom Gast-DJ zur eigenen Residency

Ibiza blieb für HUGEL lange nicht nur ein Tourstopp, sondern auch eines der Zentren seiner musikalischen Entwicklung. Er spielte in den größten Clubs der Insel, darunter Ushuaïa und Pacha, und erhielt nach dem Wachstum seiner eigenen Marke die Möglichkeit, eine eigene Residency aufzubauen.

Im Sommer 2025 startete im Hï Ibiza seine Residency HUGEL Presents Make The Girls Dance. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Gastauftritt erhielt HUGEL das Theatre — den Hauptraum des Clubs — für eine Reihe wöchentlicher Donnerstagsveranstaltungen. Das Projekt war erfolgreich genug, um in der folgenden Saison in einem erweiterten Format zurückzukehren.

2026 fand Make The Girls Dance von Juni bis September jede Woche im Hï Ibiza statt, wobei HUGEL die Gästeliste selbst rund um sein musikalisches Konzept zusammenstellte. Auf dem Programm standen Diplo, AMÉMÉ, Moojo, Crusy, Oscar G und weitere Künstler. Die längerfristige Residency bestätigte HUGELs Entwicklung von einem Künstler mit einzelnen erfolgreichen Singles zu einem DJ, der eine eigene internationale Clubmarke tragen kann.

Think Of Me, Loosen Up und eine neue Ebene der Kollaborationen

Nach I Adore You begann HUGEL zunehmend, Clubmusik mit R&B- und Pop-Vocals zu verbinden. 2025 veröffentlichte er Think Of Me gemeinsam mit David Guetta, Kehlani und Daecolm. In eine ähnliche Richtung geht Loosen Up, entstanden mit Dawty und Sänger Preston Harris: Hier trifft ein Afro-House-Groove auf R&B-Vocals und Reggaeton-Rhythmik.

Bemerkenswert ist, dass Make The Girls Dance Loosen Up auch für einen offenen Remix-Wettbewerb nutzte, dessen Gewinner eine offizielle Veröffentlichung auf dem Label erhielt. Diese Aktion entsprach genau dem ursprünglichen Konzept von HUGELs Unternehmen — eine bereits aufgebaute Hörerschaft dazu zu nutzen, neue Produzenten zu entdecken.

Jamaican (Bam Bam)

Eine weitere große Veröffentlichung wurde Jamaican (Bam Bam) mit dem französischen Produzenten SOLTO. Die Grundlage des Tracks besteht aus musikalischem Material, das mit dem legendären Bam Bam der jamaikanischen Künstlerin Sister Nancy verbunden ist, doch HUGEL und SOLTO überführten es in einen Afro-House-Kontext mit schwerer Percussion und Clubbass. Die Veröffentlichung erschien Ende 2025 und setzte HUGELs charakteristische Praxis fort, wiedererkennbares musikalisches Erbe innerhalb moderner Dance-Produktion neu zu interpretieren.

Der Track blieb auch in der folgenden Saison populär, wurde zu einem der auffälligen Stücke in seinen Sets und fand Eingang in sein Debütalbum. Außerdem erreichte er die nationalen Charts mehrerer europäischer Länder und die Billboard Global 200.

Twenty One — das Debütalbum nach zwei Jahrzehnten Karriere

Trotz zahlreicher Singles und einer langjährigen Karriere veröffentlichte HUGEL lange Zeit kein vollständiges Solo-Studioalbum. Das änderte sich am 26. Juni 2026, als sein Debütalbum Twenty One auf Make The Girls Dance Records erschien. Das Projekt verband House, Afro House, Latin House, Hip-Hop und R&B und ging damit deutlich über seine bisher überwiegend cluborientierte Diskografie hinaus.

Die Liste der Beteiligten zeigt die Dimension des Crossover-Konzepts. Auf verschiedenen Tracks sind Snoop Dogg, Big Sean, YoungBoy Never Broke Again, French Montana, Scott Storch, David Guetta, Ultra Naté, Tokischa, Roy Woods, Donel und weitere Künstler vertreten. Für HUGEL hatte die Zusammenarbeit mit einigen dieser Musiker auch persönliche Bedeutung: Er betonte, dass er einige von ihnen bereits in seiner Jugend gehört hatte, lange bevor sich die Möglichkeit ergab, mit ihnen innerhalb desselben Studioumfelds zu arbeiten.

Vor dem Album erschienen Movin' To The Sun mit Imael Angel und Ultra Naté, Ron Y Coco mit Barbara Doza und Flagrant Drvms sowie Body Drop mit Big Sean und Scott Storch. Auf dem Album selbst finden sich außerdem Shine mit David Guetta, French Montana und Aidan Martin, 150 Bands mit YoungBoy Never Broke Again und AryaXO sowie weitere Kollaborationen.

Twenty One bedeutete keinen Abschied von HUGELs Clubfundament, zeigte aber, in welche Richtungen seine Musik darüber hinaus funktionieren kann. Statt ein Album aus nahezu austauschbaren DJ-Tools aufzubauen, setzte er auf Sänger, Rapper und kürzere Songformen, behielt jedoch die perkussive Struktur bei, die sich in der Phase von Morenita und I Adore You entwickelt hatte.

Hip-Hop als versteckte Linie seiner Karriere

Die Präsenz von Rappern auf Twenty One wirkt weniger überraschend, wenn man das frühe Hipshaker-Projekt und HUGELs Interesse an Hip-Hop seit seiner Jugend berücksichtigt. 2026 wurde diese Verbindung besonders deutlich: Neben Big Sean und YoungBoy Never Broke Again nahm er One Night mit French Montana und Max B auf und überführte deren Material in Afro-Latin House. HUGEL erzählte, dass French Montana zu den Künstlern gehörte, die er bereits als junger Musiker in Frankreich verfolgte.

Die spätere Crossover-Phase stellt daher keine vollständige Veränderung seiner kreativen Interessen dar. Vielmehr kehrte HUGEL zu einer Musikkultur zurück, mit der er schon vor seiner Solo-Dance-Karriere gearbeitet hatte, nun jedoch mit einer House-Sprache, die sich über zwei Jahrzehnte Produktion entwickelt hatte.

Wie HUGELs Sound aufgebaut ist

In HUGELs charakteristischsten Produktionen wird ein Track meist um ein rhythmisches Muster statt um komplexe Harmonik herum aufgebaut. Percussion, Bass und ein kurzes Vocal-Fragment bilden einen wiedererkennbaren Kreislauf, zu dem das Arrangement nach und nach Elemente hinzufügt oder entfernt. Diese Methode eignet sich gut für längere DJ-Übergänge: Der Track bleibt im Club funktional, kann durch Vocals oder Samples aber gleichzeitig auch für ein Publikum außerhalb der House-Szene zugänglich bleiben.

Ein zweites charakteristisches Mittel ist die Verwendung kulturell wiedererkennbaren Ausgangsmaterials. Bella Ciao, It Feels So Good und Jamaican (Bam Bam) stammen aus völlig unterschiedlichen Epochen und Genres, doch das Prinzip ist ähnlich: HUGEL versucht nicht, das ursprüngliche Arrangement zu rekonstruieren, sondern isoliert eine bekannte musikalische Idee und setzt sie in sein eigenes rhythmisches System. Gleichzeitig stehen solche Produktionen neben vollständig neuen Tracks wie Morenita oder I Adore You.

Schließlich basiert ein großer Teil seines späteren Stils auf der Verbindung lateinamerikanischer und afrikanischer Rhythmik. Deshalb kann derselbe HUGEL-Track in verschiedenen Katalogen als House, Afro House, Latin House oder Tech House eingeordnet werden. Der Künstler selbst geht frei mit solchen Grenzen um und orientiert sich lieber daran, wie überzeugend ein Track in einem Set funktioniert.

Diskografie von HUGEL

Studioalben:

  • Twenty One — 2026, Make The Girls Dance Records.

Twenty One wurde HUGELs erstes vollständiges Studioalbum nach mehr als zwanzig Jahren Arbeit mit elektronischer Musik.

Ausgewählte wichtige Singles und Kollaborationen:

  • Coming Home — feat. Jimmy Hennessy, 2015;
  • Where We Belong — mit Jasmine Thompson, 2016;
  • I Believe I'm Fine — mit Robin Schulz, 2017;
  • WTF — feat. Amber Van Day, 2018;
  • Mamma Mia — feat. Amber Van Day, 2019;
  • Morenita — mit Cumbiafrica, 2021;
  • La Candela Viva — mit Jude & Frank und Twolate, 2022;
  • Aguila — mit Westend feat. Cumbiafrica, 2022;
  • Tra Tra — mit BLOND:ISH feat. Nfasis, 2022;
  • Marianela (Qué Pasa) — mit Merk & Kremont und Lirico En La Casa, 2022;
  • Andalucia — mit GROSSOMODDO, 2024;
  • La Verdolaga — feat. Totó La Momposina, 2024;
  • Forever — mit Diplo feat. Malou & Yuna, 2024;
  • It Feels So Good — mit Matt Sassari feat. Sonique, 2024;
  • I Adore You — mit Topic und Arash feat. Daecolm, 2024;
  • Think Of Me — mit David Guetta, Kehlani und Daecolm, 2025;
  • Loosen Up — mit Dawty feat. Preston Harris, 2025;
  • Jamaican (Bam Bam) — mit SOLTO, 2025;
  • Movin' To The Sun — mit Imael Angel und Ultra Naté, 2026;
  • One Night — mit French Montana und Max B, 2026;
  • Body Drop — mit Big Sean und Scott Storch, 2026.

HUGELs Katalog ist deutlich umfangreicher als diese Auswahl und besteht vor allem aus Singles, Kollaborationen und Remixen, was seiner langjährigen Ausrichtung auf DJ- und Clubkultur entspricht.

Ausgewählte Remixe

  • J Balvin & Willy William — Mi Gente (HUGEL Remix) — 2017;
  • El Profesor — Bella Ciao (HUGEL Remix) — 2018;
  • El Profesor feat. Laura White — Ce Soir? (HUGEL Remix) — 2018;
  • Topic feat. A7S — Breaking Me (HUGEL Remix) — 2020;
  • Sigala feat. Ella Henderson — We Got Love (HUGEL Remix) — 2020;
  • Regard & RAYE — Secrets (HUGEL Remix) — 2020;
  • Muni Long — Made For Me (HUGEL Dance Remix) — 2024.

Remixe nehmen einen wichtigen Platz in HUGELs Karriere ein: Der Bella-Ciao-Remix brachte ihm den ersten großen internationalen Durchbruch, während sein späteres Wachstum überwiegend auf eigenem Material und Kollaborationen beruhte.

HUGELs Stellung in der modernen House-Szene

HUGELs Karriere ist vor allem deshalb interessant, weil sein größter Einfluss auf die Clubmusik nicht zu Beginn seines professionellen Weges entstand. Zwischen seinen ersten Produktionserfahrungen Mitte der 2000er Jahre und Morenita lagen ungefähr fünfzehn Jahre, zwischen dem Debüt von KitSch 2.0 und seinem eigenen Album Twenty One sogar noch mehr. In dieser Zeit veränderten sich Mainstream-EDM, Deep House, Tech House und auch die gesamte Art, wie elektronische Musik verbreitet wird.

HUGEL schaffte es, diese Veränderungen zu durchlaufen, ohne an eine bestimmte Ära gebunden zu bleiben. Bella Ciao machte ihn durch einen Remix einem Massenpublikum bekannt, doch Morenita gab ihm praktisch eine zweite Karriere innerhalb der modernen House-Szene. Marianela, Tra Tra und weitere Produktionen machten lateinamerikanische Rhythmik anschließend von einem einzelnen Experiment zu einer stabilen Produktionssprache, während I Adore You zeigte, dass diese Sprache auch als internationaler Poptrack funktionieren kann.

Gleichzeitig machten sein eigenes Label, die Make-The-Girls-Dance-Reihe und die Residency im Hï Ibiza HUGEL zu mehr als nur einem Produzenten gefragter Tracks. Er erhielt die Möglichkeit, ein eigenes Umfeld rund um seine Musik zu formen — Produzenten auszuwählen, ihre Veröffentlichungen herauszubringen und Clubprogramme zu gestalten, in denen Latin House, Afro House und Tech House als Teile einer gemeinsamen modernen Dance-Kultur existieren.

Gerade diese Entwicklung beschreibt HUGELs Stellung in der elektronischen Musik am besten: vom Teenager aus Marseille, der bei einem Auftritt von Carl Cox die hypnotische Kraft des DJings entdeckte, über europäischen EDM und den weltweiten Erfolg von Bella Ciao bis zu einer eigenen rhythmischen Handschrift, einem internationalen Label und Musik, die Clubtraditionen verschiedener Regionen miteinander verbindet. Sein Katalog hat sich gemeinsam mit der Dance-Szene verändert, doch die zentrale Idee blieb dieselbe — ein Track muss vor allem den Dancefloor in Bewegung bringen.


Musik hören HUGEL

DJ Schim - HUGEL_Imael_Angel_Ultra_Nat_-_Movin_To_The_Sun DJ Schim Remix

DJ Schim - HUGEL_Imael_Angel_Ultra_Nat_-_Movin_To_The_Sun DJ Schim Remix

02:23 5.64Mb [320 kbps] 9682 0 0 124 BPM 13.08.2026 User_13780 House, Club House

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Ultra Naté, HUGEL, Imael Angel - Movin' To The Sun (Dima Deemassin Remix)

Ultra Naté, HUGEL, Imael Angel - Movin' To The Sun (Dima Deemassin Remix)

02:30 7.17Mb [320 kbps] 30769 2 10 29.07.2026 dimadeemassin House

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HUGEL & Ultra Nate & Imael Angel - Movin’ To The Sun (Dj Dark Remix)

HUGEL & Ultra Nate & Imael Angel - Movin’ To The Sun (Dj Dark Remix)

02:26 6.16Mb [320 kbps] 206 0 0 06.07.2026 Shattered Echo House

0:00 02:26
HUGEL & TOPIC & ZĀVR - Take Me Away

HUGEL & TOPIC & ZĀVR - Take Me Away

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0:00 03:26
HUGEL & Imael Angel & Ultra Naté - Movin' To The Sun

HUGEL & Imael Angel & Ultra Naté - Movin' To The Sun

02:22 5.51Mb [320 kbps] 10 0 0 16.06.2026 Shattered Echo House

HUGEL & Imael Angel & Ultra Naté - Movin' To The Sun (Bars(Kz) Radio Edit)

HUGEL & Imael Angel & Ultra Naté - Movin' To The Sun (Bars(Kz) Radio Edit)

02:41 8.11Mb [320 kbps] 8998 2 3 124 BPM 03.06.2026 DJ Bars House, Afro House

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HUGEL & SOLTO (FR) - Jamaican (Bam Bam)

HUGEL & SOLTO (FR) - Jamaican (Bam Bam)

02:36 6.10Mb [320 kbps] 1538 0 0 05.01.2026 Shattered Echo EDM, Dance

Hugel, Alleh, Yorghaki - una noche con hugel

Hugel, Alleh, Yorghaki - una noche con hugel

03:11 7.38Mb [320 kbps] 822 2 0 02.09.2025 User_1928 EDM, Dance

El Profesor - Bella ciao (HUGEL Remix)

El Profesor - Bella ciao (HUGEL Remix)

02:44 6.37Mb [320 kbps] 834 2 0 20.08.2025 Дедушкафф House

0:00 02:44
HUGEL feat. Amber Van Day - WTF

HUGEL feat. Amber Van Day - WTF

02:40 6.34Mb [320 kbps] 243 0 0 26.07.2025 layden EDM, Dance

0:00 02:40

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