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Hardwell ist ein niederländischer DJ und Musikproduzent, dessen bürgerlicher Name Robbert van de Corput lautet. Er wurde am 7. Januar 1988 in Breda in den Niederlanden geboren. Er ist Gründer des Labels Revealed Recordings und Produzent von Spaceman, Apollo, Zero 76, Dare You, Young Again, Power und weiteren bekannten elektronischen Veröffentlichungen. In der ersten Hälfte der 2010er-Jahre wurde Hardwell zu einer der Schlüsselfiguren des Festival-EDM und belegte zwei Jahre in Folge — 2013 und 2014 — den ersten Platz im DJ Mag Top 100 DJs Voting.
Seine frühe internationale Phase war vor allem mit Big Room House, Electro House und Progressive House verbunden. Nach seiner Rückkehr auf die Tourbühnen im Jahr 2022 veränderte Hardwell seinen Sound deutlich und verband Big Room mit Techno, Trance und Hard Dance. Revealed Recordings selbst bezeichnet die Musik der Albumphase von Rebels Never Die als Big Room/Mainstage und die erweiterte Ausgabe als Big Room Techno.
Frühe Jahre
Robbert van de Corput wuchs in Breda auf — einer Stadt, die eng mit der niederländischen elektronischen Musikszene und der Karriere von Tiësto verbunden ist. Schon als Kind spielte er Klavier und besuchte eine Musikschule. Mit ungefähr zwölf Jahren begann er sich für DJing zu interessieren und eigene elektronische Musik zu produzieren. Mit 14 unterschrieb der spätere Hardwell seinen ersten Vertrag für Musikveröffentlichungen und begann außerhalb seiner Heimatstadt aufzutreten.
Aufgrund seines Alters durfte er sich noch nicht allein in Nachtclubs aufhalten, weshalb ihn seine Eltern zu seinen frühen Auftritten begleiteten. Mit 15 spielte er bereits regelmäßig in verschiedenen Städten der Niederlande. Nach seinem Schulabschluss mit 18 konzentrierte sich Van de Corput vollständig auf die Musik.
Eine seiner wichtigsten frühen Bezugspersonen war Tiësto. Hardwell erinnerte sich daran, ihn als Teenager im Musikgeschäft Magik Muzik in Breda gesehen zu haben. Später wurde Tiësto für ihn zu einem professionellen Mentor sowie zu einem Partner bei gemeinsamen Auftritten und Studioarbeiten. In der frühen Phase hatte außerdem Chuckie einen spürbaren Einfluss auf seine DJ-Fähigkeiten.
Herkunft des Künstlernamens Hardwell
Den Künstlernamen erfand Robberts Vater. Nach Aussage des Musikers selbst war Hardwell als englische Interpretation seines Nachnamens Van de Corput gedacht. Der Name entstand ungefähr im Alter von zwölf Jahren, als er eine Website zur Veröffentlichung seiner eigenen Musik registrierte. Die Adresse DJHardwell.com etablierte die Bezeichnung, die später zu seinem dauerhaften Künstlernamen wurde.
Erste Veröffentlichungen
Hardwells professionelle Diskografie begann lange vor seinem internationalen EDM-Durchbruch. Als Teenager veröffentlichte er Mixe und Compilation-Projekte, und ab Mitte der 2000er-Jahre tauchte er regelmäßig als Remixer und Produzent in Club-Katalogen auf. Apple Music zählt seinen Remix von Summer Jam von The Underdog Project aus dem Jahr 2006 sowie seine Arbeit mit Scooter im Jahr 2007 zu dieser frühen Phase.
Am 21. Dezember 2007 veröffentlichten Hardwell und Greatski Never Knew Love. Der Track erreichte Platz 32 der Nederlandse Top 40 und wurde zu einer seiner ersten kommerziell auffälligen Veröffentlichungen.
Noch wichtiger für das internationale Clubpublikum war ein Mash-up, das Show Me Love von Robin S. mit Be von Steve Angello & Laidback Luke verband. Hardwells Version verbreitete sich stark unter DJs und half dabei, die Aufmerksamkeit außerhalb der Niederlande auf den Produzenten zu lenken.
Revealed Recordings
Im Jahr 2010 gründete Hardwell Revealed Recordings — sein eigenes unabhängiges Label für elektronische Musik. Zum zehnjährigen Bestehen bezeichnete Revealed Hardwell ausdrücklich als Gründer; später wuchs der Katalog weit über die eigenen Veröffentlichungen des Künstlers hinaus.
Mit Revealed arbeiteten in verschiedenen Phasen Dannic, Dyro, KAAZE, Sick Individuals, Maddix, Blasterjaxx, Dr Phunk und viele weitere Produzenten eng zusammen. Das Label entwickelte nicht nur seine Hauptveröffentlichungsreihe, sondern auch zusätzliche Bereiche wie Revealed Radar und Gemstone.
Revealed wurde zur dauerhaften Plattform für einen großen Teil von Hardwells eigener Diskografie — von Spaceman und Apollo bis zu Rebels Never Die und späteren Veröffentlichungen.
Zero 76 und der Beginn des internationalen Durchbruchs
2011 veröffentlichte Hardwell gemeinsam mit Tiësto Zero 76. Der Titel verweist auf die Telefonvorwahl von Breda — der Heimatstadt beider Produzenten. Diese Phase markierte den Beginn von Hardwells schnellem internationalen Aufstieg.
Im selben Jahr erschien er erstmals in den DJ Mag Top 100 DJs und stieg direkt auf Platz 24 ein. 2012 erreichte er Platz 6 und ein Jahr später die Spitze des Rankings.
Spaceman und Apollo
2012 erschien Spaceman — eine der stilprägenden Big-Room-House-Veröffentlichungen der frühen 2010er-Jahre und einer der bekanntesten Tracks von Hardwell. Später folgte die Vocal-Version Call Me a Spaceman mit Mitch Crown. Revealed zählt den Track weiterhin zu den zentralen Werken im Katalog des Produzenten.
Am 26. November desselben Jahres erschien Apollo mit der australischen Sängerin Amba Shepherd. Der für Hardwell typische Mix aus melodischem Progressive House und Electro-Bass wurde hier in eine stärker songorientierte Struktur gebracht. Der Produzent erzählte, dass er die Arbeit an dem Track in Houston begonnen habe, woraus sich der Titel Apollo ergab.
Spaceman und Apollo wurden zu zwei der wichtigsten Veröffentlichungen jener Phase, in der sich Hardwells Sound endgültig um das großformatige Festival-Konzept formte.
Ultra Miami und DJ Mag Nr. 1
Einer von Hardwells bekanntesten Auftritten war sein Set beim Ultra Music Festival Miami 2013. Diese Phase fiel mit dem Höhepunkt des Festival-EDM und dem schnellen Wachstum seines internationalen Publikums zusammen.
Im Oktober 2013 erreichte Hardwell erstmals Platz 1 der DJ Mag Top 100 DJs und wurde damit zum damals jüngsten Gewinner des Rankings. 2014 verteidigte er die Spitzenposition ein zweites Jahr in Folge.
Hardwell On Air
2011 startete die eigene Radiosendung Hardwell On Air. Das Programm wurde zur Plattform für Premieren eigener Musik, Veröffentlichungen von Revealed Recordings und neue Tracks anderer elektronischer Produzenten.
Die Sendung erschien zehn Jahre lang regelmäßig und wurde im Januar 2021 nach der 500. Episode pausiert. Im November 2023 nahm Hardwell das Format mit Ausgabe Nr. 501 nach einer Unterbrechung von ungefähr zweieinhalb Jahren wieder auf. Nach dem Neustart wechselte Hardwell On Air in einen monatlichen Rhythmus und wurde weiterhin über Radio und digitale Plattformen verbreitet.
United We Are
Am 23. Januar 2015 erschien Hardwells erstes Studioalbum United We Are. Die Standardausgabe enthält Eclipse, Follow Me, Sally, Let Me Be Your Home, Colors, Where Is Here Now, United We Are, Don't Stop the Madness, Young Again, Echo und weitere Tracks.
Auf dem Album finden sich Kollaborationen mit Jason Derulo, Tiësto, W&W, Fatman Scoop, Mr. Probz, Chris Jones, Bright Lights und weiteren Künstlern. Im Vergleich zu Hardwells überwiegend cluborientierter früher Diskografie erweiterte United We Are den songbasierten und poppigen Anteil seiner Musik deutlich.
In Großbritannien erreichte das Album Platz 83 der allgemeinen Official Albums Chart und Platz 11 der Official Dance Albums Chart.
Das Album wurde von der umfangreichen Konzertproduktion I Am Hardwell begleitet. Laut offizieller Biografie des Künstlers umfasste die weltweite Tourserie von 2014 bis 2016 insgesamt 62 Auftritte in 21 Ländern, darunter Shows im Madison Square Garden und in der Brixton Academy.
Weiterentwicklung des Sounds nach United We Are
Nach seinem Debütalbum veröffentlichte Hardwell seine Musik überwiegend in Form von Singles und EPs.
In dieser Phase erschienen Off the Hook mit Armin van Buuren, Run Wild mit Jake Reese, Thinking About You mit Jay Sean, Creatures of the Night mit Austin Mahone, Power mit KSHMR, We Are Legends mit KAAZE und Jonathan Mendelsohn, This Is Love mit KAAZE und Loren Allred, Shine a Light mit Wildstylez und weitere Veröffentlichungen.
Hardstyle und härtere Festival-Elektronik wurden in seiner Musik zunehmend wichtiger. Kollaborationen mit Dr Phunk und Wildstylez zeigten diese Richtung bereits vor der späteren klanglichen Transformation Hardwells nach seiner Tourpause.
Pause von der Tourkarriere
Im September 2018 kündigte Hardwell eine unbefristete Pause vom Tourleben an. Nach mehr als zehn Jahren ständiger Tourneen entschied er sich, seinen Konzertkalender freizuräumen und mehr Zeit seinem Leben außerhalb des Tourbetriebs zu widmen.
Dies bedeutete nicht das Ende seiner Musikkarriere. Hardwell blieb an der Arbeit von Revealed Recordings beteiligt, während zuvor aufgenommenes Material und Projekte des Labels weiterhin veröffentlicht wurden.
Einer seiner letzten großen Auftritte vor der Pause fand im Oktober 2018 während des Amsterdam Dance Event im Ziggo Dome statt, wo Hardwell gemeinsam mit dem Metropole Orkest auftrat.
Rückkehr beim Ultra Music Festival
Am 27. März 2022, etwa dreieinhalb Jahre nach seinem letzten offiziellen Auftritt, schloss Hardwell überraschend die Mainstage des Ultra Music Festival in Miami.
Das Comeback brachte eine grundsätzlich neue musikalische Richtung. Statt seines typischen Big Room House basierte das Set auf einer härteren Kombination aus Techno, Big Room und Trance. Gleichzeitig kündigte Hardwell ein neues Album und eine Welttournee an.
Rebels Never Die
Am 9. September 2022 erschien bei Revealed Recordings Hardwells zweites Studioalbum Rebels Never Die. Es besteht aus 14 Haupttracks und wurde zur vollständigen Ausarbeitung seines neuen Sounds.
Das Album enthält:
- BROKEN MIRROR
- INTO THE UNKNOWN
- FCKING SOCIETY*
- BLACK MAGIC
- DOPAMINE
- GODD
- PACMAN
- MIND CONTROL
- REMINISCE
- ZERO GRAVITY
- LASER
- I FEEL LIKE DANCING
- SELF DESTRUCT
- REBELS NEVER DIE.
Anstelle der vertrauten Progressive-House-Melodik rückten Techno-Rhythmen, ein höheres Tempo, härtere Synthesizer-Parts und minimalistischere Festival-Drops in den Vordergrund. Gleichzeitig behielt Hardwell die melodische Arbeit und die groß angelegte Dramaturgie seiner früheren Produktionen bei.
Die erweiterte Ausgabe von Rebels Never Die wurde um OH GOSH, neue Versionen von Spaceman, Retrograde und Big Room Never Dies sowie ein Live-Mash-up auf Grundlage von Nothing Else Matters und FCKING SOCIETY* ergänzt.
Nach Rebels Never Die
Nach seiner Rückkehr versuchte Hardwell nicht, seinen Sound der frühen 2010er-Jahre exakt zu reproduzieren. In den folgenden Veröffentlichungen arbeitete er weiter zwischen Big Room Techno, Techno, Trance und Hardstyle.
2023 erschienen Kollaborationen mit Maddix, Space 92, Nicky Romero, Timmy Trumpet, Sub Zero Project und weiteren Produzenten sowie neue Versionen klassischer Dance-Tracks und Remixe für Calvin Harris & Ellie Goulding und David Guetta & Benny Benassi.
2024 wurde diese Phase mit XTC, I'm The Devil, No Sleep mit Sarah de Warren und Follow The Light mit Armin van Buuren fortgesetzt.
Die neue Phase ersetzte Hardwells frühe Diskografie nicht, sondern bildete einen zweiten klar erkennbaren Abschnitt seiner Karriere: Festival-Big-Room der 2010er-Jahre und härterer Big Room Techno nach seinem Comeback.
Musikalischer Stil
Historisch entwickelte sich Hardwells Musik von House und Electro hin zu einem groß angelegten Festival-Sound.
Anfang der 2010er-Jahre standen Big Room House, Progressive House und Electro House im Mittelpunkt. Tracks wie Spaceman, Apollo, Dare You und Young Again verbanden melodische Themen mit kraftvollen Festival-Drops.
Noch vor seiner Pause begann Hardwell, Hardstyle stärker einzusetzen. Nach 2022 wurden Techno-Elemente zu einem der Grundpfeiler seiner Musik, während sich seine heutigen Sets an der Schnittstelle von Big Room Techno, Mainstage, Trance und Hard Dance bewegen. In seinem DJ-Mag-Profil von 2025 wird sein DJ-Stil ausdrücklich als energetic big room techno bezeichnet.
Es wäre daher ungenau, Hardwells gesamte Karriere ausschließlich als Progressive House oder umgekehrt nur als Techno zu beschreiben: Sein Katalog spiegelt mehrere unterschiedliche Entwicklungsphasen der elektronischen Festivalmusik wider.
Wohltätigkeitsprojekte in Indien
Einen eigenen Platz in Hardwells Biografie nimmt das Projekt World's Biggest Guestlist ein, das mit der United We Are Foundation, Guestlist4Good und der indischen Organisation Magic Bus verbunden ist.
Im Dezember 2015 half eine Benefizveranstaltung in Mumbai dabei, finanzielle Mittel für Bildungsprogramme für mehr als 18.000 Kinder aus einkommensschwachen Familien zu sammeln. 2017 kehrte das Projekt im erweiterten Format World's Biggest Guestlist Festival zurück, mit dem Ziel, Bildungsangebote für bis zu weitere 100.000 Kinder zu ermöglichen.
Das Projekt nutzte große Musikveranstaltungen als Instrument für Fundraising und um Aufmerksamkeit auf den Zugang von Kindern zu Bildung zu lenken.
DJ Mag Top 100 DJs
Hardwells wichtigste Ergebnisse in den DJ Mag Top 100 DJs:
- 2011 — Nr. 24
- 2012 — Nr. 6
- 2013 — Nr. 1
- 2014 — Nr. 1.
Nach seiner Rückkehr auf Tour stieg Hardwell erneut in den oberen Bereich des Rankings: 2024 belegte er Platz 11 und 2025 Platz 15.
Wichtigste Diskografie
Studioalben:
- United We Are — 2015
- Rebels Never Die — 2022.
Wichtige Veröffentlichungen:
- Hardwell & Greatski — Never Knew Love — 2007
- Tiësto & Hardwell — Zero 76 — 2011
- Spaceman — 2012
- Apollo feat. Amba Shepherd — 2012
- Dare You feat. Matthew Koma — 2013
- Young Again feat. Chris Jones — 2014
- Follow Me feat. Jason Derulo — 2015
- Hardwell & Armin van Buuren — Off the Hook — 2015
- Hardwell & KSHMR — Power — 2017
- Hardwell & KAAZE feat. Jonathan Mendelsohn — We Are Legends — 2017
- Hardwell & KAAZE feat. Loren Allred — This Is Love — 2018
- BLACK MAGIC — 2022
- PACMAN — 2022
- Hardwell, Maddix & Luciana — ACID — 2023
- Hardwell & Armin van Buuren — Follow The Light — 2024.
Hardwell in der elektronischen Musik
Hardwells Karriere umfasst zwei deutlich unterschiedliche Phasen. Anfang der 2010er-Jahre war sein Name eng mit dem Aufstieg von Big Room House und Festival-EDM verbunden, während Spaceman, Apollo und eine Reihe von Auftritten bei Ultra, Tomorrowland und anderen großen Festivals diesen Abschnitt seiner Diskografie prägten. Nach seiner Tourpause kehrte Hardwell mit einem härteren Sound zurück, in dem Big Room mit Techno, Trance und Hardstyle verbunden wurde.
Parallel dazu ermöglichten ihm Revealed Recordings und Hardwell On Air, nicht nur als Soloproduzent zu arbeiten, sondern auch als Labelinhaber und Kurator neuer elektronischer Musik. Diese Kombination aus eigener Diskografie, Festivalkarriere und der Arbeit mit Revealed bleibt die Grundlage von Hardwells professioneller Geschichte.










