Felix Jaehn

Alesso ist der Künstlername des schwedischen DJs, Musikproduzenten und Remixers Alessandro Renato Rodolfo Lindblad, der am 7. Juli 1991 in Stockholm geboren wurde. Als einer der bekanntesten Vertreter der Progressive-House-Generation der frühen 2010er-Jahre brachte er die emotionale Ästhetik der schwedischen Elektronikszene aus den Clubs auf die größten Festivalbühnen der Welt und baute zugleich eine langfristige Karriere an der Schnittstelle von Progressive House, Electro House, EDM und Dance-Pop auf.
Zu den wichtigsten Produktionen von Alesso gehören Calling (Lose My Mind), Years, City of Dreams, If I Lose Myself, Under Control, Heroes (We Could Be), Cool, I Wanna Know, Let Me Go, Remedy, Midnight, When I'm Gone, Words, Never Going Home Tonight, Surrender, Inside Our Hearts, FADE und In Your Eyes. Seine Karriere lässt sich dabei in mindestens zwei deutlich erkennbare Richtungen unterteilen: große melodische Festivalproduktionen und stärker cluborientierte Experimente, die später im Projekt Body Hi eine eigenständige Entwicklung erhielten.
Stockholm und die Musik vor Alesso
Alessandro Lindblad wuchs in Stockholm auf und hat sowohl schwedische als auch italienische Wurzeln. Seine musikalische Ausbildung begann mit dem Klavier, das er ungefähr ab seinem siebten Lebensjahr spielte. Sein Interesse an elektronischer Tanzmusik entwickelte sich deutlich später – etwa mit sechzehn Jahren, als der spätere Produzent Aufnahmen von Daft Punk sowie frühe Arbeiten von Künstlern aus der damals aufstrebenden schwedischen House-Szene entdeckte.
Im Gegensatz zu vielen Künstlern, die zunächst als Club-DJs bekannt wurden und sich erst später intensiv mit der Produktion beschäftigten, verlief Alessos Weg nahezu umgekehrt. Er erzählte, dass er zuerst eigene Musik produzierte und sich erst danach ernsthaft dem DJing widmete. Seine ersten Auftritte fanden in Stockholm statt, noch bevor der Name Alesso international bekannt wurde.
Erste Veröffentlichungen: Joia Records und E:P
Alessos erste vollständige Veröffentlichung erschien 2010. Die EP E:P, veröffentlicht auf dem schwedischen Label Joia Records, enthielt drei Tracks: Think It's Time, Moma und Workaholic. Für die Chronologie seiner Karriere ist diese Veröffentlichung besonders wichtig: Alesso veröffentlichte bereits zwei Jahre vor Years und vor seinem großen internationalen Durchbruch eigene Musik.
In diesen frühen Tracks war der Sound, für den der Produzent wenige Jahre später bekannt werden sollte, noch nicht vollständig ausgeprägt. Dennoch waren bereits lange Club-Arrangements, sich schrittweise entwickelnde Melodiethemen und eine klare Orientierung am Progressive House zu erkennen – einem Stil, der zu dieser Zeit in Schweden rasant an Bedeutung gewann.
Sebastian Ingrosso und Refune
Eine Schlüsselfigur in der frühen Phase von Alessos Karriere war Sebastian Ingrosso von Swedish House Mafia. Anfang 2011 nahm Ingrosso Kontakt mit dem jungen Produzenten auf und schlug eine Zusammenarbeit vor. In späteren Interviews bezeichnete Alesso Ingrosso als Mentor und als jemanden, der ihm nicht nur dabei half, seine Produktionsfähigkeiten zu verbessern, sondern auch professionelles DJing zu erlernen.
Im März 2011 erschien auf Ingrossos Label Refune Music die Dynamite EP mit den Tracks Dynamite und Nillionaire. Letzterer tauchte regelmäßig in den Sets führender Vertreter der schwedischen House-Szene auf und vergrößerte Alessos Publikum deutlich.
Im selben Jahr remixte Alesso Pressure von Nadia Ali, Starkillers und Alex Kenji. Gerade diese Version wurde zu einer der prägenden Produktionen seiner frühen Karriere: ein kraftvoller Höhepunkt, eine ausgedehnte Melodie und emotionaler weiblicher Gesang enthielten bereits nahezu alle zentralen Elemente jener Form des Progressive House, mit der der Name Alesso kurz darauf weltweit verbunden wurde.
Calling: Die Grundlage seines späteren Festival-Sounds
Eine der ersten gemeinsamen Produktionen von Alesso und Sebastian Ingrosso war der instrumentale Track Calling, der 2011 erschien. Später wurde die Komposition um den Gesang von Ryan Tedder ergänzt und erhielt den Titel Calling (Lose My Mind). Auch Matthew Koma wird als Songwriter geführt. Die offizielle Vocal-Version erschien 2012.
Calling (Lose My Mind) wurde zu einem wichtigen Beispiel für den Festival-Progressive-House-Sound jener Zeit: Ein ruhiger Einstieg und die Vocal-Passage entwickeln sich schrittweise zu einem groß angelegten Synthesizer-Höhepunkt, der klar für große Bühnen konzipiert ist. In Großbritannien erreichte der Track Platz 19 der offiziellen Singles-Charts.
Die Bedeutung dieser Produktion erwies sich als langfristig. Sie festigte Alessos kreative Verbindung zum Umfeld von Swedish House Mafia und etablierte ihn zugleich als eigenständigen Produzenten, der mehr als funktionale Clubmusik erschaffen konnte: emotionale Tracks mit vollständigem Gesang und einer klaren Pop-Struktur.
Years und die goldene Phase des Progressive House
Die nächste wichtige Veröffentlichung war Years mit dem Gesang des US-amerikanischen Sängers und Songwriters Matthew Koma. Der Track erschien 2012 und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer der wichtigsten Produktionen in Alessos früher Diskografie.
Gerade in Years wird sein melodischer Ansatz besonders deutlich: eine einfache Klavierharmonie, emotionaler Gesang und ein markanter Synthesizer-Schlussteil. Dieser Ausgleich zwischen Songstruktur und Festival-Elektronik wurde später zur Grundlage vieler kommerziell erfolgreicher Produktionen Alessos.
In dieselbe Phase fallen Raise Your Head, Clash und die gemeinsam mit Dirty South produzierte Nummer City of Dreams. Alesso gehörte schnell zu den zentralen jungen Künstlern des internationalen EDM-Booms und spielte bereits 2012 auf großen Festivals sowie bei ausgewählten Konzerten der MDNA-Tour von Madonna.
If I Lose Myself: Der Remix mit Grammy-Nominierung
2013 überarbeitete Alesso den Song If I Lose Myself der US-amerikanischen Band OneRepublic. Anders als ein gewöhnlicher Club-Remix entwickelte seine Version ein so starkes Eigenleben, dass sie unter dem Namen OneRepublic vs. Alesso veröffentlicht wurde und später sowohl auf erweiterten Ausgaben des Albums Native von OneRepublic als auch auf Alessos eigenem Debütalbum erschien.
Alessos Version erreichte Platz acht der britischen Charts und wurde zu einem der bekanntesten Tracks der Festival-Progressive-House-Ära. 2014 erhielt sie eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Remixed Recording, Non-Classical – bis heute Alessos erste und einzige Nominierung durch die Recording Academy.
Under Control und Platz eins in Großbritannien
Ein weiterer großer Erfolg des Jahres 2013 war Under Control, produziert von Alesso gemeinsam mit Calvin Harris und mit Beteiligung der britischen Band Hurts. Der Song verband Alessos charakteristische Melodik mit dem direkteren, stärker poporientierten Produktionsstil von Harris.
Im Dezember 2013 erreichte Under Control Platz eins der UK Singles Chart. Dies wurde zu einem der größten kommerziellen Erfolge in Alessos Karriere und bestätigte seinen Übergang von der elektronischen Clubszene in die internationale Popindustrie.
Im selben Jahr erzielte er auch seine bis heute beste Platzierung in den DJ Mag Top 100 DJs und belegte Rang 13. DJ Mag verband diese Phase mit Auftritten bei Ultra Miami, Creamfields und Electric Zoo sowie der starken Präsenz seines If I Lose Myself-Remixes in Festivalsets.
Heroes (We Could Be) und der Schritt in die Popmusik
2014 unterschrieb Alesso bei Def Jam Recordings und begann mit der Arbeit an seinem ersten vollständigen Album. Eine der ersten auffälligen Produktionen dieser Phase war das instrumentale Tear the Roof Up, der große Mainstream-Erfolg folgte jedoch mit Heroes (We Could Be) und dem Gesang von Tove Lo.
Der Song bewahrte den für Alessos frühe Arbeiten typischen emotionalen Höhepunkt, war aber deutlich stärker auf das Radioformat ausgerichtet als seine früheren Clubproduktionen. Heroes (We Could Be) erreichte die Billboard Hot 100 und gehörte zu jenen Tracks, die Alesso endgültig nicht nur im EDM, sondern auch in der internationalen Popmusik etablierten.
Forever – Alessos einziges Studioalbum
Am 22. Mai 2015 erschien Alessos Debütalbum und bis heute einziges vollständiges Studioalbum Forever. Es enthielt sowohl bereits bekannte Produktionen als auch neues Material, darunter Heroes (We Could Be), Tear the Roof Up, Cool, Sweet Escape, Scars, Under Control und seine Version von If I Lose Myself.
Das Album zeigt deutlich den Übergangscharakter dieser Phase. Profondo und Payday bewahren eine elektronische Festivalbasis, während Cool mit Roy English und Heroes wesentlich stärker nach dem Muster eines Pop-Songs aufgebaut sind. Auch Ryan Tedder, Noonie Bao und weitere Sänger und Songwriter wirkten an der Aufnahme mit.
Forever stieg auf Platz eins der US-amerikanischen Billboard Top Dance/Electronic Albums ein. Danach baute Alesso seine Diskografie nicht mehr um traditionelle Studioalben herum auf, sondern konzentrierte sich überwiegend auf einzelne Singles, EPs und kleinere Projekte.
Nach Forever: I Wanna Know, Falling und Let Me Go
Nach der Albumphase bewegte sich Alesso immer freier zwischen Progressive House und Popmusik. 2016 veröffentlichte er I Wanna Know mit dem norwegischen Duo Nico & Vinz, gefolgt von Take My Breath Away. 2017 erschienen Falling und die gemeinsam mit der brasilianischen Sängerin Anitta aufgenommene Nummer Is That for Me.
Eine besondere Rolle spielte Let Me Go, aufgenommen mit Hailee Steinfeld sowie unter Beteiligung von Florida Georgia Line und Produzent watt. Das Projekt verband elektronischen Pop mit Country-Elementen und wurde zu einer der kommerziell auffälligsten Veröffentlichungen Alessos in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts.
Remedy und die Rückkehr der Clubseite
2018 begann Alesso eine neue Phase der Zusammenarbeit mit Universal Music Group und veröffentlichte Remedy. Während einige vorherige Singles deutlich in Richtung Radio-Pop gegangen waren, rückte Remedy erneut einen großen melodischen Höhepunkt in den Mittelpunkt, wie er bereits für seine frühe Diskografie typisch gewesen war.
Eine einfache Rückkehr zur Formel von Years oder Calling fand jedoch nicht statt. In seinen folgenden Projekten trennte Alesso zunehmend zugänglicheres Vocal-Material von Musik, die in erster Linie für DJ-Sets konzipiert war.
Progresso: Musik außerhalb des Popformats
Im März 2019 erschien Progresso Volume 1. Das Projekt gab Alesso die Möglichkeit, eine cluborientiertere und weniger radiotaugliche Seite seines Sounds zu zeigen. Die Fortsetzung Progresso Vol. 2 folgte im Juni 2021. Diese Veröffentlichungen sind keine klassischen Studioalben, sondern werden innerhalb seiner Diskografie als eigenständige Mixtape-Serie geführt.
Parallel dazu entstanden weiterhin Vocal-Produktionen. 2020 veröffentlichte Alesso Midnight mit Liam Payne, und 2021 nahm er gemeinsam mit Marshmello und James Bay Chasing Stars auf.
When I'm Gone und Words
Zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde die Zusammenarbeit mit Katy Perry, When I'm Gone, zu einer der großen Pop-Veröffentlichungen Alessos. Der Song setzte das Modell fort, das er bereits seit Heroes entwickelte: Ein starker Pop-Gesang wird in ein elektronisches Arrangement integriert, das sowohl im Radio als auch im Festivalset funktioniert.
2022 arbeitete Alesso mit einer weiteren schwedischen Sängerin zusammen, Zara Larsson, und veröffentlichte Words. Billboard zählte den Song zu den bemerkenswerten Dance-Tracks des Jahres. In derselben Phase erschienen außerdem die cluborientierteren Produktionen Only You mit Sentinel, In My Feelings mit Deniz Koyu und We Go Out mit Sick Individuals.
2023: Zwischen Festival-Progressive-House und neuen Formaten
2023 wurde Alessos Diskografie um Caught a Body mit Ty Dolla $ign, Without You, Call Your Name mit John Newman sowie Free mit Dillon Francis und Clementine Douglas erweitert. Diese Phase zeigt deutlich, dass Alesso kein Interesse daran hat, sich dauerhaft auf ein einziges eng definiertes Subgenre festzulegen.
Body Hi: Ein eigener Raum für Clubmusik
2024 begann Alesso mit dem Aufbau von Body Hi, einer eigenen Musikplattform, die Label und Live-Konzept miteinander verbindet. Die Idee bestand darin, intimere, cluborientiertere und experimentellere Musik von den großen Pop-Veröffentlichungen und Festivalhymnen zu trennen, mit denen sein Name beim breiten Publikum normalerweise verbunden war.
Die erste deutliche Manifestation dieser neuen Richtung war die Hypnotize EP, die am 10. Mai 2024 erschien. Sie enthielt Hypnotize, Zig Zag und The Rhythm of the Night. Der Sound ist hier deutlich dunkler und rhythmisch strenger als bei typischen Alesso-Produktionen. Melodischer Progressive House tritt stärker zugunsten von Tech House und hypnotischen Clubstrukturen zurück.
Die Live-Version des Body-Hi-Konzepts wurde auf der Do-LaB-Bühne beim Coachella präsentiert, wo Alesso ein längeres und stilistisch freieres Set spielte, das sich deutlich von seinen üblichen Auftritten auf großen EDM-Bühnen unterschied.
I Like It und Never Going Home Tonight
Parallel zur Entwicklung von Body Hi verzichtete Alesso nicht auf große Vocal-Projekte. Im Juli 2024 veröffentlichte er I Like It mit dem US-amerikanischen Country-Sänger Nate Smith und verband dessen markante Stimme mit einer elektronischen Dance-Basis.
Im September folgte die Zusammenarbeit mit David Guetta: Never Going Home Tonight mit dem Gesang von Madison Love. Im Gegensatz zu einem teilweise fälschlich erwähnten „gemeinsamen Future-Rave-Album“ ist gerade dieser Track eine der tatsächlich veröffentlichten großen Kollaborationen zwischen Alesso und Guetta.
Ende 2024 veröffentlichte Alesso außerdem Lonely Heart mit John Alto und nutzte den Release, um Body Hi als eigenständiges Label weiter auszubauen.
Surrender und Inside Our Hearts
Im April 2025 arbeitete Alesso mit der britischen Sängerin Becky Hill an Surrender. Der Track enthält deutliche Trance-Elemente, verbunden mit der für Alesso typischen emotionalen Festival-Dramaturgie. Hill war zuvor bereits am Songwriting von Words beteiligt gewesen, doch Surrender war ihre erste veröffentlichte gemeinsame Aufnahme, auf der ihre eigene Stimme zu hören ist.
Noch stärker erwartet wurde die Zusammenarbeit mit Martin Garrix. Inside Our Hearts mit dem maltesischen Sänger und Songwriter Shaun Farrugia erschien am 25. Juli 2025 bei STMPD RCRDS, nachdem unfertige Versionen längere Zeit auf Festivals gespielt worden waren.
Weitere Veröffentlichungen dieser Phase waren Freedom mit Sentinel, Upside Down mit Sentinel und Sick Individuals sowie Destiny mit Sacha. In den DJ Mag Top 100 DJs 2025 belegte Alesso Platz 51; das Magazin hob Surrender und Inside Our Hearts besonders als wichtige Arbeiten des Jahres hervor.
FADE und die erneute Zusammenarbeit mit OneRepublic
Im Februar 2026 veröffentlichte Alesso FADE gemeinsam mit der australisch-britischen Elektronikgruppe Pendulum. Der Song wurde zu einer der ersten großen Veröffentlichungen einer neuen Karrierephase und begleitete zugleich den Beginn einer Reihe von Solo-Shows Alessos in den USA, darunter ein Auftritt im Red Rocks Amphitheatre.
Im März erschien eine neue Version von Years, aufgenommen mit Tomorrowlands Orchesterprojekt Symphony of Unity. Das symphonische Arrangement unterstreicht, wie zentral die Melodie schon immer für das Original war: Selbst ohne klassische Festival-House-Produktion bleibt seine harmonische Struktur sofort erkennbar.
Am 5. Juni 2026 arbeitete Alesso erneut mit OneRepublic zusammen und veröffentlichte In Your Eyes. Der neue Track setzte seine kreative Verbindung mit Ryan Tedder fort, die bereits in der Zeit von Calling (Lose My Mind) und If I Lose Myself begonnen hatte. Universal Music bezeichnete In Your Eyes als ihre erste neue gemeinsame Produktion seit mehr als einem Jahrzehnt.
Warum Alessos Sound so wiedererkennbar ist
Die Grundlage von Alessos klassischem Stil bleibt der melodische Progressive House der schwedischen Schule der frühen 2010er-Jahre. Seine charakteristischsten Produktionen basieren auf einfachen, leicht wiedererkennbaren Harmonien, Klavierakkorden, einem schrittweisen Spannungsaufbau und emotionalen Synthesizer-Höhepunkten.
Im Gegensatz zu härterem Big Room House beruhen Alessos beste frühe Produktionen nur selten ausschließlich auf einem massiven perkussiven Drop. Im Zentrum steht meist die Melodie – einer der Gründe dafür, dass Calling, Years, If I Lose Myself und Heroes weit über ihren ursprünglichen Festival-Kontext hinaus wiedererkennbar geblieben sind.
Gleichzeitig ist sein Katalog deutlich breiter als Progressive House. Das Album Forever enthält Dance-Pop, spätere Vocal-Singles nähern sich moderner Popmusik an, die Progresso-Serie rückt Clubmaterial wieder stärker in den Mittelpunkt und Body Hi bietet Raum für Tech House und minimalistischere rhythmische Strukturen. Alesso selbst betonte mehrfach, dass er sich nicht auf nur eine Form von Dance-Musik beschränken möchte.
Das wichtigste Album und weitere große Veröffentlichungen
Studioalbum:
- Forever — 2015
Wichtige EPs und Projekte:
- E:P — 2010
- Dynamite EP — 2011
- Progresso Volume 1 — 2019
- Progresso Vol. 2 — 2021
- Hypnotize EP — 2024
Die Chronologie zeigt eine wichtige Besonderheit von Alessos Diskografie: Trotz seiner langen internationalen Karriere veröffentlichte er bislang nur ein traditionelles Studioalbum, während der größte Teil seines Schaffens aus eigenständigen Singles, Kollaborationen und kleineren Clubprojekten besteht.
Ausgewählte Tracks von Alesso
- Nillionaire — 2011
- Pressure (Alesso Remix) — 2011
- Calling / Calling (Lose My Mind) — 2011 / 2012
- Years — 2012
- City of Dreams — 2012
- If I Lose Myself — 2013
- Under Control — 2013
- Heroes (We Could Be) — 2014
- Cool — 2015
- I Wanna Know — 2016
- Let Me Go — 2017
- Remedy — 2018
- Midnight — 2020
- When I'm Gone — 2021
- Words — 2022
- Call Your Name — 2023
- Zig Zag — 2024
- Never Going Home Tonight — 2024
- Surrender — 2025
- Inside Our Hearts — 2025
- FADE — 2026
- In Your Eyes — 2026
Diese Abfolge zeigt, wie stark sich das musikalische Umfeld rund um Alesso verändert hat: vom Höhepunkt des schwedischen Progressive House und dem weltweiten EDM-Boom bis hin zur Streaming-Ära, großen Pop-Kollaborationen und einem erneuten Interesse an stärker cluborientiertem House.
Alessos Platz in der Geschichte moderner elektronischer Musik
Alesso war kein Begründer des Progressive House und kam zu einem Zeitpunkt in die internationale elektronische Musikszene, als die schwedische Szene bereits schnell an Einfluss gewann. Dennoch wurde er zu einem der Künstler, die ihre melodische Seite besonders präzise verkörperten. Seine frühe Karriere entwickelte sich im Umfeld von Sebastian Ingrosso und Swedish House Mafia, doch bereits Pressure, Calling, Years und If I Lose Myself halfen ihm dabei, eine eigenständige Produktionssprache zu entwickeln.
Das Besondere an seinem weiteren Weg ist die Fähigkeit, gleichzeitig in mehreren musikalischen Welten zu existieren. Alesso kann Radio-Pop mit Katy Perry oder Zara Larsson aufnehmen, Festival-Progressive-House mit Martin Garrix veröffentlichen, mit Pendulum arbeiten und parallel über Body Hi stärker cluborientierte Musik entwickeln. Diese stilistische Bandbreite ermöglichte ihm eine internationale Karriere, die weit über den ursprünglichen EDM-Boom der frühen 2010er-Jahre hinausreicht.
Im Zentrum seiner Musik steht jedoch weiterhin jene Idee, mit der die wichtigste Phase seiner Karriere begann: Dance-Musik um eine emotionale Melodie herum aufzubauen. Deshalb bleiben Calling (Lose My Mind), Years, If I Lose Myself, Under Control und Heroes (We Could Be) zentrale Bezugspunkte seines Katalogs, während spätere Projekte denselben Ausgleich zwischen Clubenergie und vollständig ausgearbeitetem Songwriting immer wieder neu interpretieren.










