Jean Michel Jarre

Peggy Gou — ist eine südkoreanische DJ, Musikproduzentin, Sängerin und Songwriterin. Ihr bürgerlicher Name lautet Kim Min-ji (김민지). Sie wurde am 3. Juli 1991 in Incheon, Südkorea, geboren. Die Grundlage ihrer Musik bildet House, ergänzt durch Elemente aus Techno, Electro, Disco sowie Tanzmusik der 1980er- und 1990er-Jahre. Ein besonderes Merkmal ihres Katalogs sind koreanischsprachige Gesangspassagen sowie Bezüge zur koreanischen Kultur in Musik und visueller Gestaltung ihrer Veröffentlichungen.
Internationale Bekanntheit erlangte Peggy Gou in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre durch Club-Veröffentlichungen auf Rekids, Phonica und Technicolour sowie später durch die EP Once und den Track It Makes You Forget (Itgehane). Ihre Hörerschaft wuchs anschließend deutlich durch Starry Night, I Go und insbesondere (It Goes Like) Nanana. 2024 veröffentlichte sie auf XL Recordings ihr Debüt-Studioalbum I Hear You.
Frühe Jahre und London
Kim Min-ji wuchs in Incheon auf. Ab etwa ihrem achten Lebensjahr erhielt sie klassischen Klavierunterricht. Mit 14 Jahren schickten ihre Eltern sie nach London, um Englisch zu lernen. Später kehrte sie für kurze Zeit nach Südkorea zurück, zog anschließend jedoch erneut in die britische Hauptstadt und begann ein Studium am London College of Fashion.
Ursprünglich zog Gou eine Karriere in der Modebranche in Betracht: Sie interessierte sich für Design, Fotografie und Styling. In London entwickelte sich jedoch die Musik zunehmend zu ihrem wichtigsten beruflichen Schwerpunkt. Später arbeitete sie als London-Korrespondentin für Harper's Bazaar Korea, bevor sie sich endgültig der elektronischen Musik widmete.
Mit dem DJing kam sie erstmals um 2009 durch einen Bekannten aus Korea in Kontakt. Einige Jahre später begann sie, sich ernsthaft mit eigener Musikproduktion zu beschäftigen und eignete sich Ableton Live sowie weitere Produktionswerkzeuge an.
Berlin und der Beginn ihrer Produzentenkarriere
Nach London zog Peggy Gou nach Berlin. Die lokale Clubszene wurde zu einem wichtigen Bestandteil ihrer professionellen Entwicklung: Sie konzentrierte sich auf DJing, das Sammeln von Musik und Studioarbeit.
Ihren ersten Track Hungboo stellte Gou etwa 2014 fertig. Der Titel bezieht sich auf eine Figur aus der traditionellen koreanischen Folklore. Ihr offizielles diskografisches Debüt folgte jedoch später — im Januar 2016, als Rekids die EP The Art of War Part 1 veröffentlichte.
2016 war ein besonders produktives Jahr: Gou veröffentlichte mehrere EPs auf verschiedenen Labels. Auf Phonica White erschienen Day Without Yesterday / Six O Six, während Technicolour, ein Sublabel von Ninja Tune, Seek for Maktoop herausbrachte. Diese Veröffentlichungen etablierten sie bereits vor ihren späteren Mainstream-Erfolgen in der europäischen House- und Techno-Szene.
Später wurde Gou zur ersten koreanischen DJ-Frau, die im Berliner Berghain auftrat — einem der bekanntesten Clubs der zeitgenössischen elektronischen Musikszene.
Once und It Makes You Forget
Im März 2018 erschien auf Ninja Tune die EP Once, die zu einem wichtigen Schritt in Peggy Gous Entwicklung als eigenständige Künstlerin wurde.
Der zentrale Track war It Makes You Forget (Itgehane). Auf dieser Veröffentlichung setzte Gou erstmals ihre eigene Stimme in einer Studioaufnahme ein. Der Gesang ist auf Koreanisch, während die musikalische Grundlage einen House-Groove, Keyboard-Parts, Percussion und Elemente des Acid House verbindet.
2018 gewann It Makes You Forget (Itgehane) bei den AIM Independent Music Awards die Auszeichnung Independent Track of the Year. Der Track erschien außerdem in zahlreichen Jahresbestenlisten für elektronische Musik und wurde zu einer der wichtigsten Veröffentlichungen aus Peggy Gous früher internationaler Phase.
Gudu Records und Starry Night
2019 gründete Peggy Gou ihr eigenes unabhängiges Label Gudu Records.
Die erste Veröffentlichung war ihre aus zwei Tracks bestehende Moment EP, die im April 2019 erschien. Sie enthielt Starry Night und Han Pan. Beide Tracks führten die Verbindung von House-Musik mit Gous Gesang auf Koreanisch und Englisch fort.
Starry Night wurde zu einer der bekanntesten Produktionen der Künstlerin. Der Track basiert auf Klavierakkorden, einem House-Rhythmus und einer minimalistischen Gesangspassage, die um kurze Wörter und Bilder aufgebaut ist.
Gudu Records entwickelte sich später von einer Plattform für Gous eigene Veröffentlichungen zu einem vollwertigen Label. Dort erschien Musik von DMX Krew, Mogwaa, Hiver, Salamanda, Alinka und weiteren Künstlern der elektronischen Szene.
DJ-Kicks
Im Juni 2019 stellte Peggy Gou die 69. Ausgabe der Reihe DJ-Kicks für !K7 Records zusammen.
Der 73-minütige Mix zeigte ein deutlich breiteres Spektrum ihrer musikalischen Interessen als ihre eigenen populären Singles: Die Tracklist enthielt Aphex Twin, Kode9, Pearson Sound, Kyle Hall, I:Cube und weitere Vertreter von House, Techno, Electro und experimenteller elektronischer Musik.
Gou wurde zur ersten koreanischen Frau, die eine Ausgabe von DJ-Kicks aufnahm. Für das Artwork der Veröffentlichung wählte sie das Bild eines Tigers — als Verweis auf die koreanische Kultur.
Nabi und I Go
Im Juni 2021 erschien auf Gudu Records Nabi mit OHHYUK, dem Sänger der südkoreanischen Band HYUKOH. Der Titel bedeutet auf Koreanisch „Schmetterling“.
Einen Monat später veröffentlichte Peggy Gou I Go. Die Produzentin verband den Track mit der Tanzmusik der 1990er-Jahre, die sie in ihrer Jugend hörte, sowie mit ihren eigenen Erinnerungen an eine Epoche, deren Clubkultur sie in Großbritannien nicht unmittelbar selbst erlebt hatte.
Beide Tracks stammen aus dem Jahr 2021 — die häufig anzutreffende Datierung auf 2022 ist falsch.
(It Goes Like) Nanana
Im Sommer 2023 erschien (It Goes Like) Nanana — der größte kommerzielle Erfolg in Peggy Gous Karriere.
Der Track basiert auf der Ästhetik europäischer Dance- und House-Musik der 1990er-Jahre: einem Synthesizer-Riff, einem geradlinigen Rhythmus und einem einfachen Vocal-Hook. Bereits vor der offiziellen Veröffentlichung verbreitete sich der Track durch Mitschnitte aus DJ-Sets und soziale Medien stark.
In Großbritannien erreichte Nanana Platz 5 der Official Singles Chart, hielt sich zwölf Wochen in den Top 10 und erreichte Platz eins der Official Dance Singles Chart.
Der Erfolg des Tracks vergrößerte Peggy Gous Publikum deutlich über die Clubszene hinaus. Pitchfork wies darauf hin, dass die Single in fünf Ländern Platz eins erreichte.
I Believe in Love Again
Im November 2023 veröffentlichte Peggy Gou gemeinsam mit Lenny Kravitz den Track I Believe in Love Again.
Gou brachte den Sound des Stücks mit dem Einfluss von R&B und Tanzmusik der 1990er-Jahre in Verbindung und hob Kravitz’ Album 5 als eine für sie wichtige Veröffentlichung aus dieser Zeit hervor. Kravitz nahm den Gesang auf und ergänzte sowohl den Text als auch die Gitarrenpartie.
Die Single wurde später in Peggy Gous Debütalbum aufgenommen.
I Hear You
Am 7. Juni 2024 erschien auf XL Recordings Peggy Gous erstes Studioalbum I Hear You. Das Album enthält zehn Tracks und bildet den Abschluss von fast einem Jahrzehnt mit einzelnen EPs, Singles und Remixen.
Das Album enthält die bereits veröffentlichten Tracks (It Goes Like) Nanana, I Go und I Believe in Love Again sowie 1+1=11, Lobster Telephone, Back to One, Purple Horizon, Seoulsi Peggygou und weitere Produktionen.
Als Gäste sind Lenny Kravitz und die puerto-ricanische Rapperin Villano Antillano vertreten. Der Track Seoulsi Peggygou (서울시페기구) fällt durch den Einsatz des traditionellen koreanischen Instruments Gayageum in Verbindung mit Elementen aus Jungle und elektronischer Tanzmusik auf.
Musikalisch greift I Hear You stark auf die House- und Dance-Ästhetik der 1990er-Jahre zurück: Orgelbässe, klassische Drum Machines, Breakbeats und markante Synthesizer-Parts. Gleichzeitig beschränkt sich das Album nicht auf ein einziges Clubgenre.
Auftritte
Bis zum Ende der 2010er-Jahre entwickelte sich Peggy Gou von einer Club-DJ zu einer Künstlerin auf großen internationalen Festivals. Sie trat bei Coachella, Glastonbury, Primavera Sound, Dekmantel, Sonar, Ultra Music Festival und weiteren Veranstaltungen auf und spielte gleichzeitig weiterhin in Clubs und auf Ibiza.
2024 trat Gou erneut beim Coachella sowie bei Primavera und Glastonbury auf. Im August spielte sie im Londoner Gunnersbury Park ihre bis dahin größte eigene Headline-Show in Großbritannien.
Kirin und ihre Arbeit in der Mode
Peggy Gous Verbindung zur Modebranche begann lange vor ihrem internationalen Erfolg in der Musik: Sie studierte am London College of Fashion und arbeitete im Modejournalismus.
2019 präsentierte Gou ihre eigene Modelinie Kirin, die mit Unterstützung des italienischen Unternehmens New Guards Group entstand. Virgil Abloh vermittelte den Kontakt für diese Zusammenarbeit.
Der Name Kirin stammt vom koreanischen Wort für „Giraffe“ — Gous Lieblingstier.
New Guards Group arbeitete zu dieser Zeit auch mit Off-White, Palm Angels und weiteren Marken zusammen, Kirin war jedoch keine Kollaboration von Peggy Gou mit Off-White oder Louis Vuitton. Ihre Verbindung zu Louis Vuitton war vor allem persönlicher Natur: Gou war mit Virgil Abloh befreundet und trat regelmäßig bei Veranstaltungen der Marke auf.
2024 wurde Peggy Gou zur globalen Markenbotschafterin von Maybelline New York ernannt.
Musikalischer Stil
Der wichtigste stilistische Bezugspunkt von Peggy Gou bleibt House. In ihrer frühen Diskografie sind außerdem Techno und Electro deutlich vertreten, während spätere Arbeiten verstärkt Piano House, Disco, Italo, Balearic und verschiedene Formen der Tanzmusik der 1990er-Jahre aufgreifen.
Statt der zu allgemeinen Bezeichnung „östliche Einflüsse“ ist es präziser, konkret vom Einsatz der koreanischen Sprache und von Elementen koreanischer Musikkultur zu sprechen. Koreanischer Gesang ist in It Makes You Forget, Starry Night, I Go und weiteren Tracks zu hören, während auf dem Album I Hear You auch traditionelle Instrumente eingesetzt werden.
In ihren DJ-Sets beschränkt sich Gou nicht auf ihre eigene Diskografie: Ihr DJ-Kicks-Mix und ihre Clubauftritte zeigen ein Interesse an Chicago House, Acid House, Techno, Electro, Breakbeat und experimentelleren Formen elektronischer Musik.
DJ Mag Top 100 DJs
Peggy Gou stieg 2019 erstmals in die DJ Mag Top 100 DJs ein und belegte Platz 80. In den folgenden Jahren verbesserte sie ihre Position deutlich.
2023 stieg sie auf Platz 9 und wurde im Rahmen des Rankings von DJ Mag zur World's No.1 House DJ ernannt. 2024 belegte sie Platz 10 und 2025 Platz 12.
2025–2026
Nach I Hear You setzte Peggy Gou ihre Karriere vor allem mit einzelnen Singles und internationalen Tourneen fort.
Im Juni 2025 erschien D.A.N.C.E — ihr Beitrag zum Soundtrack F1 The Album für den Film F1.
Im selben Zeitraum veröffentlichte Gou neue Remixe, darunter ihre eigene Version von like JENNIE.
2026 erschienen I Feel So Free (Peggy Gou Energy Mix) und ein Remix von Where Do We Go. Am 26. Juni 2026 veröffentlichten Peggy Gou und die nigerianische Sängerin Ayra Starr außerdem Wo, man (Edit) auf XL Recordings. Stand August 2026 gehört der Track zu den jüngsten offiziellen Veröffentlichungen von Peggy Gou.






