
Da Hool — ist der Künstlername des deutschen DJs und Musikproduzenten Frank Tomiczek, einer der prägenden Akteure der frühen deutschen Techno- und Rave-Szene. Er wurde am 30. Dezember 1968 in Bottrop, Nordrhein-Westfalen, geboren. Bevor er den Namen Da Hool verwendete, veröffentlichte Tomiczek Musik und trat als DJ Hooligan auf. Außerdem war er an mehreren Studioprojekten beteiligt, darunter Central Bass, Central Love, Hool’s Experience und An Active Trip.
Der wichtigste Titel seines Katalogs ist Meet Her at the Love Parade. Der Track wurde erstmals Mitte der 1990er-Jahre unabhängig veröffentlicht und entwickelte sich nach einer breiteren Veröffentlichung 1997 zu einem internationalen Clubhit. Er erreichte die nationalen Charts mehrerer Länder und erhielt Jahrzehnte später weiterhin offizielle Neuauflagen und neue Versionen mit Tiësto, Joel Corry, Maddix, Dimitri Vegas & Like Mike, Cassian und YOTTO. Tomiczeks professionelle Karriere begann allerdings deutlich früher — bereits in der Entstehungsphase der deutschen Rave-Kultur Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre.
Bottrop und die ersten Jahre hinter den Plattentellern
Frank Tomiczeks Interesse an Musik entwickelte sich in den 1980er-Jahren. Nach eigenen Erinnerungen gab er einen großen Teil seines Taschengeldes für Schallplatten aus und verbrachte viel Zeit in lokalen Musikgeschäften. Später interessierte ihn zunehmend auch die Arbeit als DJ.
Tomiczek absolvierte eine Berufsausbildung zum technischen Zeichner. Während dieser Zeit erhielt er das Angebot, als DJ in einer örtlichen Diskothek in Bottrop zu arbeiten. Später erinnerte er sich daran, dort bis zu vier Abende pro Woche gespielt zu haben. Sein ursprüngliches Repertoire entsprach der üblichen Diskothekenmusik der späten 1980er-Jahre, doch das Aufkommen von Chicago House und europäischem Techno veränderte nach und nach seine musikalischen Interessen. Zur gleichen Zeit begann er, sich selbst mit Musikproduktion zu beschäftigen.
Der Wechsel zur elektronischen Musik fiel mit der schnellen Entwicklung der deutschen Clubinfrastruktur zusammen. Anfang der 1990er-Jahre war Techno nicht mehr ausschließlich die Musik kleiner Underground-Clubs: Große Raves, Mayday und Love Parade entstanden, unabhängige Labels, spezialisierte Plattenläden und ein eigenes professionelles DJ-Netzwerk entwickelten sich.
In genau diesem Umfeld entstand DJ Hooligan.
DJ Hooligan und die ersten Veröffentlichungen
Tomiczeks erste offiziellen Aufnahmen unter dem Namen DJ Hooligan stammen aus dem Jahr 1992. Auf dem deutschen Label No Respect Records erschien die Harder ’N Deeper EP mit Harder ’N Deeper, Get Hard, Mayday-Day und It’s a Dream Song.
Zum frühen Katalog von No Respect Records gehören außerdem Space Girl und B.O.T.T.R.O.P.. Space Girl erschien unter der Katalognummer NRR 009, während B.O.T.T.R.O.P. ebenfalls zu den frühen DJ-Hooligan-Aufnahmen zählt. Diese Titel gehören damit nicht zu Dance Ecstasy 2001, wie es in inoffiziellen Diskografien gelegentlich angegeben wird.
B.O.T.T.R.O.P. verweist direkt auf die Heimatstadt des Musikers. Als Autoren des Tracks werden Frank Tomiczek und Ingo Kays genannt. Später wurde der Titel auch auf der ersten Compilation Thunderdome — F**k Mellow, This Is Hardcore From Hell veröffentlicht, wodurch das frühe DJ-Hooligan-Material auch mit der schnell wachsenden europäischen Hardcore- und Rave-Szene verbunden wurde.
Der frühe DJ Hooligan klang deutlich härter als die bekanntesten Da-Hool-Produktionen vom Ende des Jahrzehnts. Die Musik enthielt Techno, Early Rave, Hardcore und frühe Formen von Trance. Das Material war in erster Linie für Raves und DJ-Sets konzipiert, nicht für das Radio.
1993 wurde die Diskografie durch Imagination of House und The Culture sowie durch das Projekt An Active Trip erweitert. Tomiczek trat nun regelmäßig auf großen deutschen Raves auf. In Interviews erinnerte er sich daran, dass andere DJs seine Platten nach den ersten Veröffentlichungen zu spielen begannen und Einladungen zu Mayday und Love Parade den Namen DJ Hooligan innerhalb der Szene bekannt machten.
Central Bass und weitere Studioprojekte
Parallel zu seinen Solo-Veröffentlichungen war Tomiczek an mehreren weiteren Projekten beteiligt. Dazu gehörten Central Love, Hool’s Experience, An Active Trip und Central Bass.
Das Projekt Central Bass gründete Frank Tomiczek gemeinsam mit dem deutschen Musiker und Produzenten Jürgen Pluta. Mitte der 1990er-Jahre arbeiteten sie an Material zwischen Trance, Progressive Dance und Club-Techno. Zu den Veröffentlichungen des Projekts gehören The Summer und Motherland, die über B-Sides und Kosmo Records erschienen.
Central Bass zeigt, dass Tomiczek bereits vor dem internationalen Erfolg von Da Hool nicht nur als Solo-DJ Hooligan arbeitete, sondern auch als Studiopartner, der unter verschiedenen Namen Material für unterschiedliche Bereiche der deutschen Clubszene produzierte.
Rave Nation und der Vertrag mit EastWest
Der erste größere kommerzielle Erfolg kam 1994 mit der Single Rave Nation.
Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten große Plattenfirmen bereits aktiv mit elektronischer Musik, und Tomiczek unterzeichnete einen Vertrag bei EastWest, das zum Warner-Konzern gehörte. Rave Nation erreichte Platz 16 der offiziellen deutschen Charts. Der Produzent sprach später von mehr als 200.000 verkauften Exemplaren.
Danach war DJ Hooligan nicht mehr ausschließlich ein Underground-Künstler. Seine Musik tauchte in kommerziellen Charts auf und blieb gleichzeitig auf der Rave-Szene präsent.
Auf Rave Nation folgten Sueño Futuro (Wake Up and Dream) und I Want You. In Deutschland erreichten sie die Plätze 51 beziehungsweise 94.
Parallel arbeitete Tomiczek als Remixer. In seinem Katalog aus der ersten Hälfte der 1990er-Jahre finden sich offizielle Versionen von Tracks von Marusha, Mark’Oh, Genlog und weiteren Künstlern der europäischen Elektronikszene.
Gründung von B-Sides und Entstehung von Da Hool
Mitte der 1990er-Jahre wollte Tomiczek mehr Kontrolle über die Veröffentlichung seiner eigenen Musik erhalten. 1996 gründete er Hool-Productions und das Label B-Sides.
Den Grund dafür erklärte er später sehr pragmatisch: Das ständige Verschicken von Demos an große Unternehmen bedeutete lange Wartezeiten und Abhängigkeit von Entscheidungen der A&R-Abteilungen. Ein eigenes Label erlaubte es ihm, Material selbst zu veröffentlichen.
Ungefähr in dieser Phase wurde Da Hool zu seinem wichtigsten Künstlernamen.
Meet Her at the Love Parade war eine der ersten zentralen Veröffentlichungen des neuen Labels, trug jedoch nicht die Katalognummer B-Sides 001. Die ursprüngliche Platte ist als B-Sides #005 bekannt. Durch die unabhängige Veröffentlichung über die eigene Struktur konnte Tomiczek den Track auf den Markt bringen, nachdem eine große Firma darin kein kommerzielles Potenzial erkannt hatte.
Meet Her at the Love Parade
Meet Her at the Love Parade entstand Mitte der 1990er-Jahre. Nach Tomiczeks eigener Aussage bot er den Track seiner damaligen Plattenfirma an, die darin jedoch keinen potenziellen Hit sah. Der Produzent veröffentlichte die Aufnahme selbst über B-Sides, bevor sie 1997 über Kosmo Records deutlich breiter veröffentlicht wurde.
In Deutschland stieg die Single am 18. August 1997 in die offiziellen Charts ein, erreichte Platz 4 und blieb 15 Wochen in der Hitparade. Frank Tomiczek wird als Autor und Produzent des Tracks geführt.
Für den britischen Markt wurde die Aufnahme an Manifesto Records lizenziert, das Dance-Label von Mercury. Die britische Veröffentlichung, die auf dem Remix von Nalin & Kane basierte, erschien Anfang 1998, erreichte Platz 15 der UK Singles Chart und Platz eins der UK Dance Singles Chart.
Die Manifesto-Lizenz wurde zu einem wichtigen Teil der internationalen Geschichte des Tracks: Über die britische Veröffentlichung erhielt die Komposition einen vollständigen kommerziellen Release auf einem der größten europäischen Musikmärkte.
Verbindung zur Love Parade
Der Titel des Tracks verweist direkt auf die Love Parade, die Berliner Parade für elektronische Musik, mit der Tomiczeks frühe Karriere als tourender DJ eng verbunden war. Der Musiker selbst erzählte, dass die Idee zur Aufnahme nach einem Besuch der Berliner Veranstaltung entstand.
Meet Her at the Love Parade war jedoch nicht die offizielle Hymne der Love Parade 1997. Der offizielle Track war Sunshine von Dr. Motte und WestBam und stand im Zusammenhang mit dem damaligen Motto Let the Sunshine in Your Heart.
Der kommerzielle Erfolg von Da Hool und der Titel der Komposition führten jedoch dazu, dass Meet Her at the Love Parade im Laufe der Zeit zu einem der bekanntesten musikalischen Symbole der Love Parade 1997 wurde und häufig inoffiziell gerade mit dieser Ausgabe der Parade verbunden wird.
Warum der Track wichtig wurde
Meet Her at the Love Parade verzichtet nahezu vollständig auf eine traditionelle Songstruktur. Grundlage sind ein geradliniger Rhythmus und eine kurze Synthesizerphrase, die als zentraler Hook dient.
Das melodische Muster ist extrem reduziert: Der wiederholte, scharfe Lead verändert sich vor allem durch Filterung, Dynamik und das Zusammenspiel mit der Rhythmussektion. Diese Struktur machte den Track gleichzeitig zu einem praktischen Werkzeug für Club-Mixing und zu einer sofort wiedererkennbaren Aufnahme auch außerhalb eines DJ-Kontexts.
Ein ähnlicher Einsatz eines kurzen, deutlich hervorgehobenen Synthesizer-Hooks wurde später in Hard House, Progressive Dance, Euro-Trance und anderen europäischen Dance-Stilen der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre verbreitet. Gleichzeitig gibt es nicht genügend verlässliche Primärquellen, um eindeutig festzustellen, welches konkrete Synthesizermodell für den ursprünglichen Lead-Sound verwendet wurde.
Für den Track entstanden zahlreiche offizielle Remixe. Eine der wichtigsten frühen Versionen war der Remix des deutschen Duos Nalin & Kane, der wesentlich zum Erfolg der Single in Großbritannien beitrug.
Bora Bora
Die nächste größere Single von Da Hool war Bora Bora.
Der Track erschien 1997 und stand in Verbindung mit dem gleichnamigen Clubort auf Ibiza. DJ Gee Moore, einer der wichtigen DJs im Bora Bora Ibiza dieser Zeit, erinnerte sich später an seine Begegnung mit Frank und erklärte, dass der später erschienene Track Bora Bora diesem Ort gewidmet war.
In Deutschland erreichte Bora Bora Platz 21, in Großbritannien Platz 35. In den britischen Dance-Charts erreichte die Single allerdings Platz eins.
Musikalisch setzte Bora Bora den Ansatz von Meet Her at the Love Parade fort: ein instrumentaler Clubtrack mit einem klaren Synthesizermotiv und einem langen, auf DJs ausgerichteten Arrangement.
Here Comes Da Hool
Nach dem Erfolg der ersten Singles erschien das Debütalbum Here Comes Da Hool, das 1997–1998 bei Kosmo Records veröffentlicht wurde.
Es enthält Bora Bora, Meet Her at the Love Parade, Freakstyle, The Green Flag, Future Dreams, Get Funky, Return of the Dirty Beats, Hard Time Tango und weiteres Material. Das Album zeigt eine breitere Seite des Produzenten als seine beiden bekanntesten Singles: Techno, Trance, House und die für die späten 1990er-Jahre typischen langen Clubarrangements werden miteinander verbunden.
Anders als viele Dance-Alben dieser Zeit war die Platte nicht um vokales Popmaterial aufgebaut. Im Mittelpunkt stand überwiegend instrumentale Produktion für ein Clubpublikum.
Hypochonda, Mama Sweet und Wankers on Duty
Nach Bora Bora tauchte Da Hool weiterhin regelmäßig in den deutschen Singlecharts auf.
Hypochonda erreichte 1998 Platz 49.
Mama Sweet kam 1999 auf Platz 68.
Wankers on Duty erreichte im selben Jahr Platz 38.
Diese Veröffentlichungen erreichten nicht die Dimension von Meet Her at the Love Parade, zeigen aber, dass sich Da Hools Erfolg nicht auf eine einzige Single beschränkte. Ende der 1990er-Jahre blieb er regelmäßig sowohl in der deutschen Clubszene als auch in der kommerziellen elektronischen Musik präsent.
In dieser Phase entfernte sich seine Produktion allmählich vom harten frühen Rave-Sound von DJ Hooligan und entwickelte sich in Richtung grooveorientierterem Techno und House.
Eichelrück
Im Jahr 2000 erschien die Single Eichelrück, die in Deutschland Platz 61 erreichte. In Großbritannien tauchte die Veröffentlichung unter dem Titel Eichelruck in den Charts auf und kam dort auf Platz 82.
Der Track gehört zu einer Übergangsphase zwischen dem Techno-Sound der 1990er-Jahre und Tomiczeks stärker House-orientierten Produktionen zu Beginn des neuen Jahrzehnts.
Die Rückkehr von Meet Her at the Love Parade im Jahr 2001
2001 erhielt die Komposition eine neue Serie offizieller Remixe.
Meet Her at the Love Parade 2001 war besonders in Großbritannien erfolgreich: Die neue Version erreichte Platz 11 der UK Singles Chart und wurde erneut Nummer eins der britischen Dance-Charts. In Deutschland erreichte die Veröffentlichung Platz 67.
Dies geschah mehrere Jahre nach dem ursprünglichen Erfolg des Originals und festigte den Titel zusätzlich im Katalog der europäischen Clubmusik der späten 1990er-Jahre.
Arbeit in den 2000er-Jahren
In den 2000er-Jahren war Da Hool nicht mehr an einen einzelnen Stil gebunden. Er veröffentlichte Techno und House, arbeitete unter verschiedenen Varianten des Namens Hooligan und produzierte Remixe für andere Künstler.
Zu Tomiczeks auffälligen Remixarbeiten gehört Armand Van Helden — The Funk Phenomena (Da Hool Remix). Entgegen gelegentlichen Datierungen auf die frühen 2000er-Jahre erschien die ursprüngliche Veröffentlichung des Remixes bereits am 20. September 1996 bei Henry Street Music als Teil von The Funk Phenomena (The Remixes). In späteren Jahren wurde die Version mehrfach neu veröffentlicht und kehrte in Clubkataloge zurück, weshalb in manchen Diskografien spätere Daten auftauchen.
Zu seinen Arbeiten der 2000er-Jahre zählen Hool pres. Freakstylaz — Sip by Sip, Hool vs. Bruckheimer — In the Beginning sowie die eigenen Singles Hazy Crazy, Bow Down, Streetlife und Hold On. In dieser Phase erschienen seine Produktionen bei Hooj Choons, Subliminal, Toolroom, Kosmo, PIAS und weiteren Clublabels.
Diese Phase zeigt deutlich die Veränderung von Tomiczeks musikalischer Sprache. Während DJ Hooligan zu Beginn der 1990er-Jahre unmittelbar mit frühem Rave und Hardcore-Techno verbunden war, näherte sich sein Katalog in den 2000er-Jahren deutlich House, Tribal House, Tech House und allgemeineren Formen moderner Club-Elektronik an.
Das Album Light My Fire
2008 veröffentlichte Da Hool sein zweites vollständiges Album Light My Fire.
Das Material dieser Phase unterscheidet sich deutlich vom Debütalbum. Da Hool versuchte nicht, den Klang des europäischen Rave der späten 1990er-Jahre einfach zu reproduzieren: House, Electro und vokal geprägte Formen treten stärker in den Vordergrund.
Der Titeltrack Light My Fire, Hold On und weitere Aufnahmen aus der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre spiegeln seinen Übergang zu den damals aktuellen Formen der Clubproduktion wider.
Arbeit als Remixer und Produzent
Tomiczeks Studiotätigkeit war immer breiter als der reine Da-Hool-Katalog.
Im Laufe der Jahre veröffentlichte er Material unter den Namen DJ Hooligan, Da Hool, Hooligan, Hool pres. The Experience und Hool pres. Freakstylaz. Außerdem war er an Projekten wie Central Bass, Central Love, Hool’s Experience, An Active Trip und weiteren Studiokonstellationen beteiligt.
In seiner Remixografie finden sich Arbeiten für Marusha, Mark’Oh, Cevin Fisher, Armand van Helden, Schiller, Warrior und weitere Künstler. Biografische Quellen erwähnen außerdem seine Arbeit mit Material von Sven Väth, WestBam und Paul van Dyk.
Tomiczeks Karriere folgt damit deutlich einem Produzentenmodell: Eigene Singles existierten parallel zu Remixen, Pseudonymen und gemeinsamen Studioprojekten.
Da Hool als DJ
Auch nach dem internationalen Erfolg von Meet Her at the Love Parade trat Tomiczek weiterhin aktiv als DJ auf.
Zu den Veranstaltungen, die er selbst als besonders wichtig hervorhob, gehören seine frühen Auftritte bei Mayday und Love Parade. Später umfasste seine Tourgeschichte auch Tomorrowland, Nature One, Parookaville und zahlreiche Clubs in Europa und anderen Regionen.
Tomiczek baut seine heutigen Auftritte nicht ausschließlich als Retro-Programm rund um einen einzigen Hit auf. In seinen Sets steht Material aus den 1990er-Jahren neben aktueller Clubmusik und neuen Versionen seiner eigenen Produktionen.
Ein neues Leben für Meet Her at the Love Parade
In den 2020er-Jahren nahm das Interesse am Originaltrack erneut zu, parallel zur Rückkehr von Trance-, Rave- und Hard-Techno-Elementen in die aktuelle Clubmusik.
Im Februar 2022 veröffentlichten der britische Produzent Joel Corry und Da Hool The Parade bei Selected. Die neue Aufnahme verwendete Frank Tomiczeks Originalmaterial und übertrug die bekannte musikalische Idee in eine moderne House-Produktion.
Am 24. November 2023 erschien die offizielle Kollaboration Tiësto vs. Da Hool — Meet Her auf NITRON Music.
Am 17. Mai 2024 veröffentlichten Dimitri Vegas & Like Mike, Maddix und Da Hool eine neue Version von Meet Her at the Love Parade mit Gesang von Kiki Solvej. In den offiziellen Credits wird Frank Tomiczek als Autor des Ausgangsmaterials genannt, Da Hool außerdem als einer der Produzenten der Aufnahme.
Damit existierte die Komposition nicht länger ausschließlich als archivierter Hit aus dem Jahr 1997, sondern wurde zum Ausgangsmaterial für offizielle Kollaborationen mit Künstlern mehrerer späterer Generationen der elektronischen Szene.
Veröffentlichungen von 2025
Im März 2025 arbeitete Da Hool mit dem deutschen Produzenten DJ Quicksilver, mit bürgerlichem Namen Orhan Terzi, an der Single Don’t Believe the Hype. Der Track erschien am 28. März bei Playbox Music / Kontor Records; Frank Tomiczek und Orhan Terzi werden als Autoren geführt.
Am 15. August erschien Bass In Your Face, eine gemeinsame Hard-Techno-Veröffentlichung von Da Hool und WINSON auf Barong Family.
Am 29. August veröffentlichten Timmy Trumpet, W&W und Da Hool Madhouse mit Sängerin RANI. In den offiziellen Credits wird Tomiczek als einer der Autoren und Beteiligten an der Studioarbeit genannt.
Am 19. September 2025 erschien auf Afterlife der Track Love Parade von Cassian, YOTTO und Da Hool. Die Komposition wurde in die Compilation Quantum Echoes, Pt. I aufgenommen.
Diese Veröffentlichungen zeigen, dass Da Hool seinen eigenen Musikkatalog nicht nur über Archiv-Reissues weiterführt, sondern auch über neue Studiokollaborationen mit Künstlern aus House, Melodic Techno, Mainstage Techno und Hard Techno.
Musikalischer Stil
Da Hool ausschließlich als Trance-Künstler oder ausschließlich als Techno-Produzenten zu beschreiben, wäre ungenau.
Der frühe DJ Hooligan ist mit Techno, Rave, Hardcore und frühem Trance verbunden. Harder ’N Deeper, B.O.T.T.R.O.P., Space Girl und weiteres Material der frühen 1990er-Jahre zeigen die rauere und schnellere Seite der deutschen Rave-Szene.
In der Da-Hool-Phase der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre wird die Musik minimalistischer und melodisch deutlich wiedererkennbarer. Meet Her at the Love Parade ist nahezu vollständig um ein zentrales Synthesizerthema, eine geradlinige Kickdrum und einen schrittweise veränderten Spannungsverlauf aufgebaut. Bora Bora folgt einem ähnlichen Prinzip.
In den 2000er-Jahren finden sich mehr House, Tribal und Tech House in seinem Katalog, während spätere Arbeiten zusätzlich Electro und moderne Formen von Techno integrieren.
Diese Phasen werden nicht durch ein einzelnes Genre verbunden, sondern durch eine Clubstruktur: Ein großer Teil von Tomiczeks Musik wird gezielt dafür produziert, innerhalb eines DJ-Sets zu funktionieren.
Warum Meet Her at the Love Parade bis heute wiedererkennbar bleibt
Ein großer Teil des Vermächtnisses von Da Hool wird zwangsläufig über Meet Her at the Love Parade betrachtet, was sich bereits durch den Aufbau des Tracks erklären lässt.
Die zentrale Synthesizerphrase ist einfach genug, um den Titel selbst dann sofort erkennen zu können, wenn Tempo, Drums und Basslinie verändert werden. Es gibt keine komplexe melodische Entwicklung: Der Wiedererkennungswert entsteht durch ein kurzes, wiederholtes Muster und eine charakteristische Filterbearbeitung.
Dadurch ließ sich das ursprüngliche Thema vergleichsweise leicht an verschiedene Epochen der Clubmusik anpassen — von Trance und Hard House bis zu modernem House, Melodic Techno und Peak-Time Techno.
Die Geschichte der offiziellen Versionen bestätigt dies: Die Originalsingle erreichte 1997–1998 die Charts, die Version von 2001 kehrte in die britischen Top 20 zurück, und mehr als zwei Jahrzehnte später wurde das musikalische Thema von Joel Corry, Tiësto, Maddix, Dimitri Vegas & Like Mike, Cassian und YOTTO verwendet.
Wichtige Diskografie von Da Hool
Alben
Here Comes Da Hool — 1997/1998
Light My Fire — 2008
Wichtige Singles aus der DJ-Hooligan-Phase
Harder ’N Deeper
It’s a Dream Song
Space Girl
B.O.T.T.R.O.P.
Imagination of House
The Culture
Rave Nation
Sueño Futuro (Wake Up and Dream)
I Want You
Wichtige Veröffentlichungen von Da Hool
Meet Her at the Love Parade
Bora Bora
Hypochonda
Mama Sweet
Wankers on Duty
Eichelrück
Hazy Crazy
Bow Down
Streetlife
Hold On
Light My Fire
Spätere Kollaborationen
The Parade — mit Joel Corry, 2022
Meet Her — mit Tiësto, 2023
Meet Her at the Love Parade — mit Dimitri Vegas & Like Mike, Maddix und Kiki Solvej, 2024
Don’t Believe the Hype — mit DJ Quicksilver, 2025
Bass In Your Face — mit WINSON, 2025
Madhouse — mit Timmy Trumpet, W&W und RANI, 2025
Love Parade — mit Cassian und YOTTO, 2025
Da Hools Platz in der Geschichte der europäischen elektronischen Musik
Frank Tomiczeks Karriere umfasst mehrere deutlich unterschiedliche Phasen der deutschen Clubkultur.
Als DJ Hooligan begann er Anfang der 1990er-Jahre mit der Veröffentlichung von Platten, als Techno, Trance, Rave und Hardcore in Deutschland ihre eigene Infrastruktur entwickelten. Rave Nation brachte ihn bereits vor der Entstehung von Da Hool in die nationalen kommerziellen Charts. Parallel arbeitete Tomiczek an gemeinsamen Studioprojekten, darunter Central Bass mit Jürgen Pluta.
Die Gründung seines eigenen Labels B-Sides ermöglichte es ihm, Meet Her at the Love Parade nach der Ablehnung durch eine große Firma selbst zu veröffentlichen. Die Pressung B-Sides #005 wurde zum Ausgangspunkt für die spätere Veröffentlichung über Kosmo Records, während die Lizenz an Manifesto Records den vollständigen Zugang zum britischen Markt ermöglichte.
Die weitere Diskografie zeigt eine schrittweise Bewegung von Rave und Trance in Richtung House und modernerer Formen elektronischer Clubmusik. Gleichzeitig gab Tomiczek das DJing nie auf und reduzierte seine Karriere nicht auf nostalgische Aufführungen von Material aus den 1990er-Jahren.
Besonders aussagekräftig ist der heutige Status von Meet Her at the Love Parade. Obwohl die Komposition nie die offizielle Hymne der Love Parade war, wurde sie zu einer der Aufnahmen, die am stärksten mit der Berliner Parade der späten 1990er-Jahre verbunden werden. Fast drei Jahrzehnte nach ihrem ursprünglichen Erfolg wird ihr musikalisches Thema weiterhin in offiziellen Versionen verwendet, die gemeinsam mit Frank Tomiczek selbst und Künstlern neuer Generationen der elektronischen Szene entstehen.


