Мюслі UA

Joel Corry (geb. 10. Juni 1989, London, Großbritannien) ist ein britischer DJ, Musikproduzent und Remixer. Internationale Bekanntheit erlangte er mit Sorry, Lonely, Head & Heart, BED, OUT OUT, I Wish, History, Lionheart (Fearless) und 0800 HEAVEN. Sein Debütalbum Another Friday Night erschien 2023 und erreichte Platz fünf der britischen Albumcharts.
Corrys Musik bewegt sich vor allem an der Schnittstelle von House und Dance-Pop, wobei der britische UK Garage eine der wichtigsten Grundlagen seines Stils bleibt. Anders als viele Produzenten, die zunächst durch Studioaufnahmen bekannt wurden, arbeitete Joel viele Jahre als Club-DJ und erzielte erst später große Erfolge mit eigenen Veröffentlichungen.
London, UK Garage und die ersten DJ-Erfahrungen
Joel Corry wuchs in Nord-London auf. Mit dem DJing begann er ungefähr im Alter von 13 Jahren, als UK Garage in Großbritannien eine seiner wichtigsten Popularitätsphasen erlebte. Zu seinen frühen Vorbildern zählt Corry DJ EZ und Todd Edwards; großen Einfluss hatte auf ihn außerdem die gesamte Garage-Kultur mit Plattenläden, Clubs und DJ-Sets.
Schon seit seiner Jugend war Musik für ihn eng mit dem Dancefloor verbunden. Corry spielte auf Partys, erhielt nach und nach Club-Residencies und trat in den folgenden Jahren praktisch in ganz Großbritannien auf. Später erklärte er, dass ihm diese Erfahrung geholfen habe zu verstehen, an welcher Stelle eines Tracks das Publikum einen Vocal-Moment, einen Übergang oder einen Höhepunkt benötigt.
Geordie Shore und der Weg zur professionellen Musik
Noch vor seinem Charterfolg wurde Corry einem Teil des britischen Publikums durch die Reality-Show Geordie Shore bekannt, in der er gemeinsam mit seiner damaligen Freundin Sophie Kasaei auftrat. Er war dort Teilnehmer und nicht Moderator. Bis 2013 war diese Phase seiner Fernsehkarriere beendet, während seine Arbeit als DJ weiterging.
Parallel dazu beschäftigte sich Joel professionell mit Fitness, erwarb eine Qualifikation als Personal Trainer und entwickelte eigene Projekte in diesem Bereich. Die Musik wurde jedoch nach und nach zu seinem Hauptberuf.
Erste Veröffentlichungen
Im Jahr 2015 erschienen die frühen offiziellen Singles Back Again und Light It Up. Anschließend veröffentlichte Corry Just Wanna, All the Things, All Night, Sunlight, Feel This Way, Hurt, All I Need, Only You, Good as Gold und Fallen. Diese Produktionen brachten noch keine großen Charterfolge, ermöglichten ihm aber, schrittweise seinen eigenen Club-Sound zu entwickeln.
Ein wichtiger Partner wurde das unabhängige Londoner Label Perfect Havoc. Dort erschien 2019 der Track, der Corrys Karriere vollständig veränderte.
Sorry und der erste große Erfolg
Sorry war eine neue Version des Garage-Tracks Sorry (I Didn't Know) von Monsta Boy. Corry wuchs mit UK Garage auf und bezeichnete das Original als einen seiner Lieblingssongs aus diesem Genre. Die Neuinterpretation war daher direkt mit seiner eigenen musikalischen Biografie verbunden. In der Version von 2019 übernahm Hayley May den Gesang.
Nachdem der Song in Love Island verwendet worden war, stieg seine Popularität stark an. Am 24. Juli 2019 erhielt Sorry innerhalb eines Tages rund 41.000 Shazam-Erkennungen und stellte damit zu diesem Zeitpunkt einen britischen Rekord des Dienstes auf. In den UK Singles Chart erreichte die Single Platz 6.
Für Corry war dieser Erfolg besonders wichtig: Nach vielen Jahren als Club-DJ gelang ihm erstmals ein landesweiter Hit, und zwar mit einem Song, der unmittelbar mit der Musikkultur seiner Jugend verbunden war.
Lonely und Head & Heart
Anfang 2020 erschien Lonely. Der Song erreichte Platz vier der UK Singles Chart und wurde Joel Corrys zweiter Top-10-Hit in Folge.
Der eigentliche internationale Durchbruch folgte im Sommer desselben Jahres. Die gemeinsam mit dem britischen Sänger und Songwriter MNEK produzierte Single Head & Heart stieg auf Platz eins der UK Singles Chart und blieb dort sechs Wochen. Official Charts bezeichnete sie als den größten britischen Dance-Track des Jahres 2020.
Der Song wurde international zu einem großen Erfolg und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. In Australien wurde er sechsfach mit Platin ausgezeichnet, in Großbritannien dreifach, und die Zahl der Streams überschritt eine Milliarde.
BED und OUT OUT
Im Jahr 2021 arbeitete Corry mit RAYE und David Guetta an BED. Die Single setzte die zugänglichere Pop-Seite seiner Musik fort und erreichte Platz 3 in Großbritannien.
Im selben Jahr erschien OUT OUT, aufgenommen gemeinsam mit Jax Jones sowie Charli XCX und Saweetie. Grundlage des Tracks ist das bekannte Motiv aus Stromae’s Alors on danse. Der Song erreichte Platz sechs der UK Singles Chart.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Erfolg von Sorry und Head & Heart kein kurzfristiges Phänomen war. Corry etablierte sich fest in der britischen Dance-Pop-Szene und verband regelmäßig eine Club-Basis mit Gastvokalisten und kompakten Songstrukturen.
I Wish, History und Lionheart
Die Ende 2021 veröffentlichte Single I Wish mit Mabel erreichte Platz 17 in Großbritannien. Im folgenden Jahr erschienen History mit Becky Hill und Lionheart (Fearless) mit Tom Grennan; beide Songs erreichten Platz 18.
Diese Produktionen zeigten die größere Pop-Seite von Corrys Musik: weniger direkte Bezüge zu UK Garage, dafür größere Vocal-Refrains und Arrangements, die sowohl für das Radio als auch für große Konzertbühnen gedacht waren.
0800 HEAVEN und der sechste britische Top-10-Hit
Im Jahr 2023 veröffentlichten Joel Corry, Nathan Dawe und Ella Henderson 0800 HEAVEN. Die Single erreichte Platz 9 und wurde damit Corrys sechster Song, der es in die Top 10 der wichtigsten britischen Singlecharts schaffte.
Seine sechs Top-10-Singles sind Sorry, Lonely, Head & Heart, BED, OUT OUT und 0800 HEAVEN. Sein einziger Nummer-eins-Hit bleibt Head & Heart.
Another Friday Night
Am 6. Oktober 2023 erschien Corrys Debüt-Studioalbum Another Friday Night bei Asylum / Atlantic Records. Das Album umfasst 18 Tracks und enthält sowohl neues Material als auch die wichtigsten Singles der vorherigen Jahre: Sorry, Lonely, Head & Heart, BED, OUT OUT, I Wish, History, Lionheart (Fearless), 0800 HEAVEN, Desire, Drinkin' und weitere.
Dadurch lässt sich Another Friday Night gleichzeitig als Debütalbum und als Zusammenfassung der ersten großen Phase von Corrys Karriere verstehen. Der Musiker selbst erklärte, er habe auf einer Platte die Songs versammeln wollen, die seinen Weg vom ersten Charterfolg bis zur internationalen Dance-Szene begleitet hatten.
Das Album erreichte Platz 5 der UK Albums Chart und verbrachte 59 Wochen in den britischen Top 100.
Veröffentlichungen nach dem Debütalbum
Nach Another Friday Night kehrte Corry überwiegend zur Veröffentlichung einzelner Singles und Kollaborationen zurück. In seinem späteren Katalog erschienen I LOVE UR GF, PHASES und weitere cluborientierte Tracks; im November 2025 veröffentlichte er außerdem Stay A Little Longer gemeinsam mit Galantis und Izzy Bizu.
2026 erschien Devotion (Sweetest Emotion) mit der Sängerin RAHH. Diese Veröffentlichungen setzen Corrys Linie als Produzent fort, der nach einem großen Albumzyklus bevorzugt regelmäßig eigenständige Dance-Singles veröffentlicht.
Desire Radio
Ein eigener Bereich von Joel Corrys Arbeit ist die Sendung Desire Radio, die 2023 gestartet wurde. In den einstündigen Folgen präsentiert er eigene Produktionen und neue Clubmusik — von House und Bass House bis zu Tech House und Techno. Die Sendung läuft auch mehrere Jahre nach ihrem Start weiter.
Früher war Corry außerdem Resident bei KISS FM.
Konzerte und DJ-Arbeit
Trotz seiner zahlreichen Radiohits hat Corry seine ursprüngliche Tätigkeit als DJ nie aufgegeben. Schon lange vor dem Erfolg von Sorry trat er jahrelang in britischen Clubs auf, später folgten internationale Festivals sowie Auftritte auf Ibiza, in den USA und in Europa.
Seine Live-Sets sind in der Regel deutlich cluborientierter als die Radioversionen seiner Songs. Neben den eigenen Hits spielt er House, Bass House, Tech House und härtere Dance-Musik. Diese Ausrichtung ist auch in den Ausgaben von Desire Radio deutlich zu hören.
Der Musikstil von Joel Corry
Die Grundlage von Joel Corrys Musik ist moderner House mit einem deutlich ausgeprägten Pop-Anteil. Gleichzeitig ist sein Ansatz tief in der britischen Clubkultur und besonders im UK Garage verwurzelt, den Corry wiederholt als einen der wichtigsten musikalischen Einflüsse seiner Jugend bezeichnet hat.
Sorry greift unmittelbar auf die Garage-Klassik der späten 1990er-Jahre zurück. In Head & Heart, BED und I Wish tritt Dance-Pop stärker hervor, während Corry in seinen DJ-Sets in härteren und funktionaleren Club-House wechseln kann.
Ein gemeinsames Element bleibt die Konzentration auf einfache, schnell einprägsame Vocal- oder Melodieideen. Corry baut seine Songs so auf, dass sie gleichzeitig als kompakte Radio-Singles und als Material für den Dancefloor funktionieren können — ein Ansatz, der unmittelbar mit seiner langjährigen Erfahrung als Club-DJ verbunden ist.
BRIT Awards und weitere Erfolge
Im Jahr 2021 erhielt Joel Corry drei Nominierungen bei den BRIT Awards: British Male Solo Artist, Breakthrough Artist und British Single für Head & Heart. 2022 kamen die Nominierungen Best Dance Act und Song of the Year für BED hinzu. Damit kommt Corry auf insgesamt fünf BRIT-Awards-Nominierungen; einen Sieg in diesen Kategorien erhielt er nicht.
Head & Heart gewann außerdem zwei Kategorien bei den APRA Music Awards 2022 — Most Performed Australian Work und Most Performed Dance/Electronic Work. Corry wird neben MNEK, John Courtidis und weiteren Beteiligten als einer der Songwriter genannt.
Laut Official Charts verfügt Joel Corry über einen britischen Nummer-eins-Hit und sechs Top-10-Singles, während sein Debütalbum Another Friday Night Platz fünf der nationalen Albumcharts erreichte.
Diskografie von Joel Corry
Studioalbum
- 2023 — Another Friday Night
Ausgewählte Singles und Kollaborationen
- 2015 — Back Again
- 2015 — Light It Up
- 2019 — Sorry
- 2020 — Lonely
- 2020 — Head & Heart — feat. MNEK
- 2021 — BED — mit RAYE und David Guetta
- 2021 — OUT OUT — mit Jax Jones feat. Charli XCX & Saweetie
- 2021 — I Wish — feat. Mabel
- 2022 — What Would You Do? — mit David Guetta und Bryson Tiller
- 2022 — History — mit Becky Hill
- 2022 — Lionheart (Fearless) — mit Tom Grennan
- 2023 — Dance Around It — mit Caity Baser
- 2023 — 0800 HEAVEN — mit Nathan Dawe und Ella Henderson
- 2023 — Desire — mit Icona Pop und Rain Radio
- 2023 — Drinkin' — mit MK feat. Rita Ora
- 2023 — Hey DJ
- 2024 — Be Alright
- 2025 — I LOVE UR GF
- 2025 — PHASES
- 2025 — Stay A Little Longer — mit Galantis und Izzy Bizu
- 2026 — Devotion (Sweetest Emotion) — mit RAHH
Joel Corrys Platz in der britischen Dance-Musik
Joel Corrys Karriere beruhte nicht auf einem plötzlichen Erfolg. Als Sorry erschien, hatte er bereits viele Jahre professionell als DJ gearbeitet und eigene Musik veröffentlicht, war aber größtenteils innerhalb der Clubszene geblieben. Sein erster großer Hit kam erst nach einer langen Phase von Auftritten und Studioarbeit.
Die anschließenden Erfolge von Lonely, Head & Heart, BED und OUT OUT machten ihn zu einem der auffälligen britischen Dance-Produzenten seiner Generation, während Another Friday Night diese Phase seiner Karriere in einem Album zusammenfasste.
Die Grundlage von Corrys Beruf hat sich dabei kaum verändert. Hinter Radiosingles und internationalen Kollaborationen steht weiterhin ein DJ, der mit UK Garage aufgewachsen ist und Musik vor allem danach beurteilt, wie sie vor einem Publikum funktioniert. Gerade die Verbindung aus britischen Club-Wurzeln, House-Produktion und zugänglicher Pop-Melodik bestimmt seinen eigenen Platz in der zeitgenössischen Dance-Musik.










