Руслана - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Руслана

Ruslana Stepaniwna Lyschytschko (ukrainisch: Руслана Степанівна Лижичко; geboren am 24. Mai 1973 in Lwiw) ist eine ukrainische Sängerin, Songwriterin, Komponistin, Produzentin, Dirigentin und gesellschaftlich engagierte Persönlichkeit. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch ihren Sieg beim Eurovision Song Contest 2004 mit dem Lied «Wild Dances» und wurde damit zur ersten Vertreterin der Ukraine, die den Wettbewerb gewann. In ihrer Musik verbindet sie Pop und elektronische Tanzmusik mit Elementen der ukrainischen Folklore, insbesondere der karpatischen und huzulischen Tradition. Zu Ruslanas bekanntesten Liedern gehören «Світанок», «Знаю я», «Аркан», «Коломийка», «Дикі танці», «Wild Dances», «Dance with the Wolves», «Wild Energy», «Moon of Dreams», «Це — Ей-форі-Я!», «Лірниця» und «Буйна».

Kindheit und musikalische Ausbildung

Ruslana wurde in Lwiw geboren und wuchs dort auf. Schon als Kind beschäftigte sie sich intensiv mit Musik, lernte Klavier und sang in Kinderensembles. Ihre professionelle Ausbildung erhielt sie am Staatlichen Mykola-Lyssenko-Konservatorium in Lwiw, das sie 1995 mit der Spezialisierung auf das Dirigieren eines Sinfonieorchesters abschloss. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich mit Dirigieren, Komposition, Gesang und Klavier.

Diese klassische Ausbildung ermöglichte es Ruslana später, nicht nur als Sängerin zu arbeiten, sondern sich auch an Arrangements, Orchesterprogrammen, Musikproduktionen und der Inszenierung ihrer eigenen Shows zu beteiligen.

Beginn der Karriere

Auf der professionellen Bühne trat Ruslana in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre in Erscheinung. 1993 nahm sie am Festival «Червона рута» teil, und 1996 gewann sie das internationale Festival «Slavianski Bazaar» in Wizebsk.

Gleichzeitig entwickelte sie gemeinsam mit dem Produzenten und Texter Oleksandr Ksenofontov ihre eigene Musikproduktion. Das gemeinsame Studio Luxen arbeitete an Tonaufnahmen, Konzertprogrammen und Fernsehprojekten. Ruslana und Ksenofontov heirateten 1995 und schufen später gemeinsam einen bedeutenden Teil ihres Repertoires.

Erste Alben

1998 erschien Ruslanas Debütalbum «Мить весни. Дзвінкий вітер». Klanglich bewegte es sich näher an Pop und Pop-Rock mit symphonischen Elementen. Zu den bekanntesten Liedern dieser Phase gehörte «Світанок».

Einen eigenen Bereich ihres frühen Schaffens bildeten Weihnachtsprojekte. 1999 erschien das Album «Останнє Різдво 90-х», später folgte «Добрий вечір, тобі!». Zur ukrainischen Weihnachtsmusik kehrte Ruslana auch in späteren Jahren mehrfach zurück.

Karpatische Folklore und «Дикі танці»

Anfang der 2000er-Jahre wandte sich Ruslana verstärkt der Musikkultur der ukrainischen Karpaten zu. In ihren Arrangements erschienen Trembitas, Kolomyika-Rhythmen, Elemente des Arkan-Tanzes, volkstümliche Gesangsintonationen und kraftvolle Percussion. Diese folkloristischen Elemente wurden mit moderner Pop- und Tanzmusik verbunden und formten den Stil, der die bekannteste Phase ihrer Karriere prägen sollte.

2003 erschien das Album «Дикі танці». Es enthielt «Знаю я», «Ой, заграй ми, музиченьку», «Аркан», «Коломийка», «Гуцулка», «Північна» und weitere Stücke. Das Album erreichte in der Ukraine Platinstatus und wurde zu einer der erfolgreichsten ukrainischen Pop-Veröffentlichungen der frühen 2000er-Jahre.

Eurovision 2004

2004 vertrat Ruslana die Ukraine beim Eurovision Song Contest in Istanbul mit dem englisch-ukrainischen Lied «Wild Dances». Im Finale am 15. Mai erhielt sie 280 Punkte und belegte den ersten Platz. Es war der erste Sieg der Ukraine bei diesem Wettbewerb.

Die Bühnenperformance verband moderne Choreografie mit karpatischen Motiven, stilisierten Kostümen und kraftvoller Percussion. Nach ihrem Sieg wurde Ruslana mit dem Titel Volkskünstlerin der Ukraine ausgezeichnet.

Internationaler Erfolg von Wild Dances

Nach dem Eurovision Song Contest erschien das internationale Album «Wild Dances». Neben dem Wettbewerbstitel enthielt es «Dance with the Wolves», «The Same Star», «Play, Musician», «Wild Passion» und weitere Songs.

Die Single «Wild Dances» erreichte europäische Charts, während die internationalen Verkäufe Ruslana einen World Music Award als meistverkaufte ukrainische Künstlerin einbrachten. 2005 trat sie außerdem beim Eurovision Song Contest in Kyjiw als amtierende Siegerin auf.

Im selben Jahr erschien Club'in, ein Remix-Album mit Clubversionen von Liedern aus der Wild-Dances-Phase.

Wild Energy und «Амазонка»

Das nächste große Projekt war Wild Energy, das mit dem Fantasy-Roman «Дикая энергия. Лана» von Marina und Serhij Djatschenko verbunden war. Das Konzept vereinte Musik, eine visuelle Welt sowie Themen wie Energie, Natur und technologische Zukunft.

2008 erschienen die ukrainischsprachige Version «Амазонка» und die internationale Fassung «Wild Energy». In dieser Phase wurde Ruslanas Klang elektronischer und zeigte einen deutlich stärkeren R&B-Einfluss.

Für das internationale Album nahm sie «Moon of Dreams» mit T-Pain und «The Girl That Rules» mit Missy Elliott auf. Zu diesem Zyklus gehört auch das Lied «Not for Sale», das mit einer Kampagne gegen Menschenhandel verbunden war.

«ЕЙ-форі-Я» und Musik der 2010er-Jahre

2012 veröffentlichte Ruslana das Album «ЕЙ-форі-Я», auf dem sie Dance-Pop und elektronische Musik stärker in den Vordergrund stellte. Zu den Liedern dieser Phase gehören «WOW!», «ШаЛаЛа», «Рахманінов», «Давай, грай!» und «Це — Ей-форі-Я!».

2013 erschienen die ukrainische Version «Мій Брат! (Разом!)» und die internationale Fassung «My Boo! (Together!)», die auf demselben musikalischen Zyklus basierten.

Danach veröffentlichte Ruslana seltener vollständige Alben und konzentrierte sich zunehmend auf Singles und kleinere Konzeptveröffentlichungen. 2015 erschien «Ти ще відкриєш очі», 2017 folgten «Я люблю» und «It's Magical!», 2018 die spirituelle Komposition «Pater Noster».

Musik der 2020er-Jahre

2020 veröffentlichte Ruslana zwei EPs: «Ми вітер» und «Молитва Світла». Die erste setzte ihre Pop- und Ethno-Richtung fort, die zweite war spiritueller Musik gewidmet.

2023 erschienen die Weihnachts-EP «Різдвяний сон» und das Lied «Лірниця», das Teil des neuen Projekts «Дике Серце» wurde. Später folgten «Буйна / Iron Beat», «Stone Queen / Кам’яна Діва», «Закрутила» und «Гей, Маланка».

In ihren späteren Arbeiten greift Ruslana erneut intensiv auf ukrainische Folklore zurück und verbindet traditionelle Intonationen und Instrumente mit moderner elektronischer Rhythmik.

Musikstil

Ruslanas Schaffen durchlief mehrere Phasen. Die frühen Aufnahmen standen Pop und Pop-Rock mit symphonischen Elementen nahe. Die Phase von «Дикі танці» formte ihren wiedererkennbaren Ethno-Pop-Stil mit huzulischer Rhythmik, Trembitas und elektronischer Tanzmusik. Wild Energy ergänzte R&B und moderne internationale Pop-Produktion, während «ЕЙ-форі-Я» die elektronische und cluborientierte Seite ihres Sounds verstärkte.

Eines der zentralen Merkmale von Ruslanas Musik bleibt der Rhythmus. In ihren charakteristischsten Liedern bilden Percussion, kurze Vocal-Phrasen und Choreografie eine einheitliche Bühnenstruktur. Ukrainische Folklore wird dabei nicht als museale Rekonstruktion verwendet, sondern als Material für neue, eigenständige Musik.

Gesellschaftliches Engagement

Nach ihrem Eurovision-Sieg beteiligte sich Ruslana aktiv an gesellschaftlichen Projekten. In den Jahren 2004–2005 war sie UNICEF-Botschafterin des guten Willens in der Ukraine und nahm an einer internationalen OSZE-Kampagne gegen Menschenhandel teil.

Während der Orangenen Revolution 2004 unterstützte Ruslana die Protestbewegung. Von 2006 bis 2007 war sie Abgeordnete der Werchowna Rada der Ukraine in der fünften Legislaturperiode für den Block «Unsere Ukraine» und arbeitete im Ausschuss für europäische Integration.

In den Jahren 2013–2014 wurde Ruslana zu einer der sichtbarsten öffentlichen Teilnehmerinnen des Euromaidan. Sie trat regelmäßig auf dem Unabhängigkeitsplatz auf und rief zum gewaltfreien Widerstand auf. 2014 zeichnete das US-Außenministerium sie mit dem International Women of Courage Award aus.

Nach Beginn des russischen Angriffskrieges in vollem Umfang gegen die Ukraine setzte Ruslana ihre Teilnahme an Benefizauftritten und internationalen Veranstaltungen zur Unterstützung der Ukraine fort.

Auszeichnungen und Erfolge

  • 1996 — Sieg beim Festival «Slavianski Bazaar»;
  • 2004 — Sieg beim Eurovision Song Contest mit «Wild Dances»;
  • 2004 — Marcel Bezençon Artistic Award;
  • 2004 — Titel Volkskünstlerin der Ukraine;
  • 2004 — World Music Award;
  • 2014 — International Women of Courage Award.

Hauptdiskografie

Alben und größere Projekte

  • «Мить весни. Дзвінкий вітер» — 1998
  • «Останнє Різдво 90-х» — 1999
  • «Добрий вечір, тобі!» — 2003
  • «Дикі танці» — 2003
  • Wild Dances — 2004
  • «Амазонка» — 2008
  • Wild Energy — 2008
  • «ЕЙ-форі-Я» — 2012
  • «Мій Брат! (Разом!)» — 2013
  • My Boo! (Together!) — 2013

Weitere Veröffentlichungen

  • «Найкраще» — 2001, Compilation
  • Club'in — 2005, Remix-Album
  • «Ми вітер» — 2020, EP
  • «Молитва Світла» — 2020, EP
  • «Різдвяний сон» — 2023, EP

Ruslana heute

Ruslana veröffentlicht weiterhin Musik und entwickelt ihre ethno-elektronische Richtung weiter, wobei sie in neuen eigenen Kompositionen auf ukrainische Volkstraditionen zurückgreift. Gleichzeitig bleibt sie mit dem Eurovision Song Contest verbunden, beteiligt sich an musikalischen und gesellschaftlichen Projekten und tritt bei internationalen Veranstaltungen auf.

Ihre Karriere umfasst inzwischen mehr als drei Jahrzehnte — von der Lwiwer Musikszene und den ersten Popalben über den Sieg beim Eurovision Song Contest und internationale Veröffentlichungen bis hin zu modernen ethno-elektronischen Projekten. Ruslanas bedeutendster Beitrag bleibt das von ihr mitgeprägte Modell moderner ukrainischer Popmusik, in dem karpatische Folklore zu einem vollwertigen Bestandteil eines internationalen Bühnen- und Tanzsounds wurde.


Musik hören Руслана

Руслана - Мій брат

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Руслана - Добрий вечір

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Руслана - Мій брат!

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Руслана - We Are Wind

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Руслана - It's Magical

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Ruslana - Гей, Маланка

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