Лайма Вайкуле - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Лайма Вайкуле

Laima Vaikule ist eine lettische Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin für Unterhaltungsshows. Sie wurde am 31. März 1954 in Cēsis in der Lettischen SSR geboren. Große Bekanntheit erlangte sie in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre durch Lieder von Raimonds Pauls und Ilya Reznik, darunter «Вернисаж», «Ещё не вечер», «Ночной костёр», «Деловая женщина» und «Скрипач на крыше». Ihr Bühnenstil entwickelte sich an der Schnittstelle von Popmusik, Estrada, Kabarett, Choreografie und theatralischer Inszenierung.

Frühe Jahre

Laima Vaikule wurde in Cēsis geboren, doch kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Riga. Ihre Eltern waren keine professionellen Musiker: Der Vater arbeitete als Arbeiter, die Mutter im Handel. Musikalisch aktiv war in der Familie vor allem ihre Großmutter, die in einem Kirchenchor sang.

Im Alter von zwölf Jahren nahm Vaikule an einem Wettbewerb für junge Sänger im Kulturpalast des Rigaer VEF-Werks teil, erhielt ein Diplom und begann mit Musikensembles aufzutreten. Später erhielt sie Gesangsunterricht im Rahmen der künstlerischen Amateurarbeit von VEF.

Nach der achten Klasse begann Laima eine Ausbildung an einer medizinischen Fachschule. Sie studierte dort mehrere Jahre und betrachtete die Medizin zunächst als ihren Hauptberuf, trat jedoch parallel weiterhin auf und entschied sich schließlich endgültig für die Bühne.

Erste professionelle Auftritte

Noch als Jugendliche absolvierte Vaikule ein Vorsingen bei Raimonds Pauls, der bereits damals zu den zentralen Persönlichkeiten der lettischen Unterhaltungsmusik gehörte. Die ersten Jahre ihrer professionellen Karriere waren mit Rigaer Estrada-Ensembles sowie langjährigen Auftritten in Restaurants und Clubs verbunden.

Im Jahr 1979 begann die Sängerin im berühmten Varieté Jūras pērle («Meeresperle») in Jūrmala zu arbeiten. Gerade diese Zeit wurde für Vaikule zu einer wichtigen Schule der Bühnenpraxis. In den Varietéprogrammen spielten nicht nur der Gesang, sondern auch Choreografie, Kostüme, Körpersprache, Inszenierung der einzelnen Nummern und die Interaktion mit dem Publikum eine große Rolle — Elemente, die später zu charakteristischen Bestandteilen ihrer Solokonzerte wurden.

GITIS und Regie für Unterhaltungsshows

Im Jahr 1984 begann Vaikule ein Studium an der Regiefakultät des Staatlichen Instituts für Theaterkunst — GITIS. Sie studierte Schauspiel und Regie für Unterhaltungsshows und trat gleichzeitig weiterhin auf.

Die professionelle Regieausbildung wurde später zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit. Vaikule beschränkte sich nicht auf das Singen, sondern beteiligte sich auch an der Entwicklung von Konzertprogrammen, Choreografien und der visuellen Gestaltung ihrer eigenen Auftritte. Die offizielle Biografie der Sängerin stellt einen direkten Zusammenhang zwischen ihrem Studium am GITIS und ihrer späteren Arbeit als Regisseurin von Konzertshows her.

Durchbruch auf der sowjetischen Bühne

Mitte der 1980er-Jahre begann Vaikule im sowjetischen Zentralfernsehen aufzutreten. 1985 wurde ihre Tanz- und Gesangsminiatur «Мухоморы» gezeigt, 1986 sang sie «Ночной костёр», komponiert von Raimonds Pauls nach einem Text von Ilya Reznik.

Zum Wendepunkt wurde das Jahr 1987. Vaikule nahm in Moskau an einem Autorenabend von Raimonds Pauls im Staatlichen Zentralen Konzertsaal «Rossiya» teil. Die Fernsehübertragung vergrößerte ihre Zuhörerschaft erheblich. In Pauls’ offizieller Biografie wird gerade diese Zeit als Beginn der unionsweiten Bekanntheit der Sängerin bezeichnet.

Im selben Jahr erschien die Veröffentlichung «Вернисаж». Sie enthielt «Ещё не вечер», «Чарли», «Самый медленный поезд», «Пугало», «Шаляй-валяй», «Вернисаж», «Деловая женщина», «Шерлок Холмс» und «Ночной костёр». Vaikule selbst bezeichnete dieses Album später als ihren ersten wirklich großen Erfolg.

Raimonds Pauls und Ilya Reznik

Die kreative Zusammenarbeit zwischen Laima Vaikule, Raimonds Pauls und Ilya Reznik prägte die bekannteste Phase ihres Repertoires.

Pauls schrieb Musik, die Pop-Estrada, Jazzharmonien, europäischen Schlager und Elemente des Theaterlieds miteinander verband, während Rezniks Texte den Aufbau abgeschlossener Bühnenhandlungen ermöglichten. So entstanden Kompositionen, die zum Fundament von Vaikules klassischem Repertoire wurden.

Besonders bekannt wurde «Вернисаж», das Vaikule im Duett mit Valery Leontiev sang. Weitere zentrale Lieder dieser Phase waren «Ещё не вечер», «Ночной костёр», «Деловая женщина» und «Скрипач на крыше», dessen Musik von Pauls und dessen Text von Reznik stammt.

1988 erschien das Album «Песни Раймонда Паулса и Ильи Резника поёт Лайма Вайкуле», das diese Autorenkonstellation endgültig in ihrer Diskografie festhielt.

Bratislavská lýra

1987 nahm Vaikule am internationalen Festival für populäre Musik Bratislavská lýra in der Tschechoslowakei teil und erhielt die höchste Auszeichnung — die «Goldene Lyra». Der Sieg wurde zu einem ihrer ersten großen internationalen Erfolge.

Ein Jahr später präsentierte Vaikule im Moskauer Konzertsaal «Rossiya» ihr eigenes Konzertprogramm «Лайма Вайкуле поёт песни Раймонда Паулса».

Arbeit in den USA und Tango

An der Wende von den 1980er- zu den 1990er-Jahren begann Vaikule in den USA zu arbeiten. Sie kooperierte mit amerikanischen Produzenten und Musikern, darunter mit dem Studio von Michael Sembello, und unterschrieb später einen Vertrag bei der Plattenfirma MCA/GRP.

Das Ergebnis dieser Phase war das englischsprachige Album Tango, das Anfang der 1990er-Jahre erschien. Es unterschied sich von ihrem vertrauten russischsprachigen Repertoire und war auf den internationalen Markt ausgerichtet. Vaikules offizielle Diskografie datiert das Album auf 1993.

Die amerikanische Phase ersetzte ihre Hauptkarriere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und im Baltikum nicht, vermittelte der Sängerin jedoch Erfahrungen in der Arbeit mit westlichen Produzenten und einer anderen Form der Studioproduktion.

«Я вышла на Пикадилли»

Mitte der 1990er-Jahre begann eine weitere markante Phase in Vaikules Schaffen.

Zu den zentralen Liedern gehörte «Я вышла на Пикадилли», eine Komposition von Raimonds Pauls nach einem Text von Viktor Pelenyagre. Das Lied ging mit einer Veränderung des visuellen Erscheinungsbilds der Sängerin einher und wurde zur Grundlage eines neuen Konzertprogramms.

Vaikules offizielle Diskografie datiert das gleichnamige Album auf 1996. Es wurde in den USA aufgenommen und setzte ihre Zusammenarbeit mit Pauls fort, während sich zugleich der Kreis der Autoren ihres Repertoires erweiterte.

1996 erschien außerdem das lettischsprachige Album Viss nāk un aiziet....

«Латинский квартал» und «Зеркало»

Im Jahr 1998 veröffentlichte Vaikule das Album «Латинский квартал». Die Musik wurde von Igor Krutoy geschrieben und produziert, die Texte stammen von Viktor Pelenyagre. Das Album wurde in den USA aufgenommen und bildete die Grundlage für das Konzertprogramm «Лайма в стиле танго».

1999 folgte «Зеркало». Ein erheblicher Teil der Arrangements und der Studioarbeit wurde ebenfalls von amerikanischen Musikern und Produzenten übernommen.

Damit erweiterte sich Vaikules Repertoire in den 1990er-Jahren deutlich: Neben den klassischen Liedern von Pauls kamen lateinamerikanische Rhythmen, Tango-Elemente, modernerer Pop-Sound und neue Autorenteams hinzu.

Musikalischer und Bühnenstil

Laima Vaikules Musik wird gewöhnlich der Popmusik und der Estrada zugerechnet, ihr Bühnenkonzept geht jedoch über die traditionelle Darbietung von Liedern hinaus.

Bereits in Jūras pērle entstand ein Ansatz, bei dem eine Gesangskomposition Teil einer vollständigen Bühnennummer ist. Choreografie, Kostüme, Lichtgestaltung, Pausen, Körpersprache und die dramaturgische Entwicklung eines Liedes haben für Vaikule traditionell ebenso große Bedeutung wie der Gesang selbst.

Ein charakteristisches Merkmal der Sängerin ist ihre tiefe, unverwechselbare Stimme und eine Art der Interpretation, die sich deutlich von der stärker akademisch geprägten sowjetischen Estrada-Schule der 1980er-Jahre unterschied.

Auch die Musik selbst veränderte sich: Pauls’ Repertoire verband Pop, Jazz und europäische Estrada; in den 1990er-Jahren kamen Tango- und Latin-Einflüsse hinzu, während spätere Aufnahmen bereits im Rahmen moderner Popmusik angesiedelt sind.

Laima Rendezvous Jūrmala

Im Jahr 2015 gründete Vaikule das internationale Musikfestival Laima Rendezvous Jūrmala, das in der Dzintari-Konzerthalle in Jūrmala stattfindet. Das erste Festival dauerte zwei Tage und brachte Künstler aus Lettland und anderen Ländern zusammen.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Rendezvous zu einer regelmäßigen mehrtägigen Veranstaltung. Charakteristisch für das Festival sind Live-Auftritte mit Orchester, speziell vorbereitete Duette und Programme, die lettische und internationale Musiker zusammenbringen. Das Projekt wird auch in den 2020er-Jahren fortgeführt; das Festival fand 2026 ebenfalls in Jūrmala statt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Laima Rendezvous Jūrmala und dem sowjetischen Nachwuchswettbewerb «Юрмала». Vaikule war bereits in der Sowjetzeit an der Entwicklung des Musiklebens in Jūrmala beteiligt, ihr eigenes Festivalprojekt unter ihrem Namen entstand jedoch erst 2015.

Spätere Aufnahmen

Vaikule setzte ihre musikalische Arbeit auch nach den wichtigsten Albumphasen der 1980er- und 1990er-Jahre fort.

2013 erschien das lettischsprachige Album Atkal mājās mit Liedern von Raimonds Pauls.

In den folgenden Jahren erschienen einzelne Singles, Konzertaufnahmen und neue Versionen klassischen Materials. 2024 wurde die lettischsprachige Komposition Saule Un Mēness veröffentlicht, 2025 folgte «Танцуй» mit Shura Bi-2, einschließlich der Original- und Remixversionen.

Ausgewählte Diskografie

Wichtigste Alben und größere Veröffentlichungen:

  • «Вернисаж» — 1987
  • «Песни Раймонда Паулса и Ильи Резника поёт Лайма Вайкуле» — 1988
  • Tango — 1993
  • «Я вышла на Пикадилли» — 1996
  • Viss nāk un aiziet... — 1996
  • «Латинский квартал» — 1998
  • «Зеркало» — 1999
  • Atkal mājās — 2013

Wichtige Songs:

  • «Ночной костёр»
  • «Вернисаж»
  • «Ещё не вечер»
  • «Деловая женщина»
  • «Скрипач на крыше»
  • «Чарли»
  • «Я вышла на Пикадилли»
  • «Акапулько»
  • «Латинский квартал»

Laima Vaikule heute

Laima Vaikules Karriere umfasst mehrere unterschiedliche Phasen: ihre frühe Arbeit in der Rigaer und Jūrmalaer Estrada, den unionsweiten Erfolg mit Liedern von Raimonds Pauls, internationale Studioprojekte, die Alben der 1990er-Jahre und ihre eigene Festivaltätigkeit. In ihrem Schaffen existiert Musik traditionell gemeinsam mit Regie, Choreografie und visueller Gestaltung, während Laima Rendezvous Jūrmala dieses Konzept heute in Form eines internationalen Konzertfestivals fortsetzt.


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