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Iron Maiden ist eine britische Heavy-Metal-Band, die Ende 1975 in East London vom Bassisten und Songwriter Steve Harris gegründet wurde. Sie gehört zu den wichtigsten Gruppen der New Wave of British Heavy Metal (NWOBHM). In fünf Jahrzehnten veröffentlichten Iron Maiden 17 Studioalben, verkauften mehr als 100 Millionen Tonträger und spielten fast 2.500 Konzerte in mehr als 60 Ländern.
Die Band entwickelte eine unverwechselbare musikalische Sprache: schnelle harmonisierte Gitarren, Steve Harris’ charakteristischen «galoppierenden» Bass, lange Kompositionen mit wechselnder Dynamik, den hohen Gesang von Bruce Dickinson sowie Texte über Geschichte, Literatur, Krieg, Mythologie und Science-Fiction. Zu den bekanntesten Songs von Iron Maiden gehören «The Number of the Beast», «Run to the Hills», «Hallowed Be Thy Name», «The Trooper», «Aces High», «2 Minutes to Midnight», «Wasted Years», «Fear of the Dark» und «The Wicker Man».
Steve Harris und die Gründung von Iron Maiden
Iron-Maiden-Gründer Steve Harris wurde am 12. März 1956 in Leyton, East London, geboren. In seiner Jugend begeisterte er sich intensiv für Fußball und zog zeitweise eine sportliche Karriere in Betracht, doch nach und nach wurde die Musik zu seinem wichtigsten Interesse.
Harris brachte sich das Bassspielen selbst bei und spielte in mehreren lokalen Bands, darunter Gypsy's Kiss und Smiler. Schon damals schrieb er eigene Kompositionen, die komplexer waren als gewöhnliches Pub-Rock-Material: mit langen Instrumentalpassagen, Tempowechseln und harmonisierten Gitarrenparts.
Ende 1975 verließ Harris Smiler und gründete seine eigene Band, die er Iron Maiden nannte. Der Name bezieht sich auf die Vorstellung des mittelalterlichen Folterinstruments «eiserne Jungfrau», wurde später jedoch vor allem als eigenständiger Name der Band wahrgenommen.
Die ersten Jahre waren von ständigen Besetzungswechseln geprägt. Mehrere Sänger, Gitarristen und Schlagzeuger durchliefen Iron Maiden, bevor sich der Kern der frühen Phase herausbildete.
Londoner Underground
In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre stand die britische Musikszene stark unter dem Einfluss des Punk. Iron Maiden wurden dennoch bewusst nicht zu einer Punkband. Steve Harris orientierte sich an britischem Heavy Rock der 1970er, Progressive Rock und melodischen Gitarrenbands, nahm aber zugleich die Energie der neuen Clubszene auf.
Die Band spielte in Pubs und kleinen Clubs in East London und baute sich schrittweise ein eigenes Publikum auf. Einer der wichtigsten Auftrittsorte war das Ruskin Arms im Stadtteil Manor Park.
Bis zum Ende des Jahrzehnts waren Bassist Steve Harris und Gitarrist Dave Murray zu festen Größen der Band geworden. Murray war bereits 1976 erstmals zu Iron Maiden gestoßen und wurde später zu einem der langlebigsten Mitglieder der Bandgeschichte.
Paul Di’Anno
Im Jahr 1978 wurde Paul Di’Anno Sänger von Iron Maiden. Sein rauer, straßennaher Stil unterschied sich vom klassischen hohen Gesang vieler Hard-Rock-Bands jener Zeit und passte gut zum frühen, härteren Maiden-Material.
Mit Di’Anno nahm die Band ihre ersten beiden Studioalben auf und festigte endgültig ihren Ruf als eine der führenden Gruppen der neuen britischen Heavy-Metal-Szene.
Paul Di’Anno starb am 21. Oktober 2024 im Alter von 66 Jahren. Iron Maiden würdigten in einer offiziellen Erklärung ausdrücklich seinen Beitrag zu den frühen Jahren der Band.
The Soundhouse Tapes
Ende 1978 nahm Iron Maiden in den Spaceward Studios in Cambridge ein Demo auf. Es enthielt «Prowler», «Invasion», «Iron Maiden» und «Strange World».
Eine Kopie gelangte zu DJ Neal Kay, der im Londoner Club Bandwagon Soundhouse Heavy Music auflegte. «Prowler» stieg schnell an die Spitze seiner Clubcharts und erhöhte das Interesse an der Band erheblich.
Im November 1979 veröffentlichten Iron Maiden in Eigenregie die EP The Soundhouse Tapes. Es wurden 5.000 Exemplare hergestellt. Die Veröffentlichung enthielt «Iron Maiden», «Invasion» und «Prowler» und gilt heute als eines der wichtigsten Dokumente der frühen NWOBHM-Geschichte.
Vertrag mit EMI
Bis Ende 1979 hatte die Band die Aufmerksamkeit des Managers Rod Smallwood auf sich gezogen, der zu einer der wichtigsten Figuren in der gesamten weiteren Karriere von Iron Maiden werden sollte.
Im Dezember 1979 unterschrieb die Band bei EMI. Zur Besetzung bei den Aufnahmen des Debütalbums gehörten Paul Di’Anno, Steve Harris, Dave Murray, Gitarrist Dennis Stratton und Schlagzeuger Clive Burr.
Iron Maiden
Das Debütalbum Iron Maiden erschien am 14. April 1980 und erreichte Platz vier der britischen Albumcharts.
Auf dem Album befinden sich «Prowler», «Remember Tomorrow», «Running Free», «Transylvania», «Phantom of the Opera» und der Titelsong «Iron Maiden».
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung war «Phantom of the Opera». Die lange Komposition mit mehreren Abschnitten und Tempowechseln zeigte, dass Iron Maiden sich nicht auf kurze NWOBHM-Songs beschränken wollten und bereits in der Lage waren, komplexe epische Werke zu schreiben.
Eddie
Die Figur Eddie ist seit den frühen Konzerten mit der Band verbunden. Zunächst wurde auf der Bühne lediglich eine einfache Maske verwendet, doch vor Veröffentlichung der ersten Platten lernte Manager Rod Smallwood die Arbeiten des Künstlers Derek Riggs kennen.
Das von Riggs geschaffene hagere, langhaarige Monster wurde zur visuellen Verkörperung von Eddie. Die Figur erschien auf dem Cover des Debütalbums und begleitete Iron Maiden danach in unterschiedlichen Formen nahezu durch die gesamte Bandgeschichte.
Auf Killers wurde Eddie zum Axtmörder, auf Powerslave zum ägyptischen Pharao, auf Somewhere in Time zum Cyborg, auf Seventh Son of a Seventh Son zu einer surrealistischen Figur. Später veränderte er sich immer wieder entsprechend dem Konzept des jeweiligen Albums oder der Tour.
Eddie wurde nicht nur zum Maskottchen der Band, sondern auch zu einem festen Bestandteil der Bühnenshows, Videospiele, Comics, Merchandise-Produkte und der gesamten visuellen Identität von Iron Maiden.
Killers und der Einstieg von Adrian Smith
Nach dem Debütalbum verließ Dennis Stratton die Band. Sein Platz wurde von Dave Murrays langjährigem Freund, dem Gitarristen Adrian Smith, übernommen.
Das zweite Album Killers erschien 1981. Produzent war Martin Birch, der zuvor mit Deep Purple, Rainbow und Black Sabbath gearbeitet hatte. Er blieb während der gesamten klassischen Phase der 1980er-Jahre der wichtigste Studiopartner von Iron Maiden.
Das Album enthielt «Wrathchild», «Murders in the Rue Morgue», «Killers», «Purgatory» und weitere Songs. Iron Maiden begannen intensiv außerhalb Großbritanniens zu touren, darunter erstmals in Japan und Nordamerika.
Paul Di’Anno verlässt die Band
Trotz des Erfolgs der ersten beiden Alben wurde gegen Ende der Killers-Tour deutlich, dass die Band einen Sänger brauchte, der dem zunehmend intensiven Tourplan gewachsen war und zugleich komplexeres neues Material bewältigen konnte.
1981 verließ Paul Di’Anno Iron Maiden. Sein Nachfolger wurde der Sänger der Band Samson, Bruce Dickinson.
Bruce Dickinson
Bruce Dickinson wurde am 7. August 1958 geboren. Vor Iron Maiden war er als Sänger von Samson bekannt geworden, wo er unter dem Künstlernamen Bruce Bruce auftrat.
Dickinsons kraftvoller Tenor erweiterte die Möglichkeiten der Band erheblich. Er konnte sowohl schnelles, schweres Material als auch lange epische Kompositionen sicher bewältigen, die einen großen Stimmumfang verlangten.
The Number of the Beast
Das erste Iron-Maiden-Album mit Bruce Dickinson war The Number of the Beast, veröffentlicht 1982.
Das Album erreichte Platz eins der britischen Albumcharts und führte die Band auf ein neues internationales Niveau. Es enthält «The Number of the Beast», «Run to the Hills», «Children of the Damned», «22 Acacia Avenue» und «Hallowed Be Thy Name».
Titel und Covergestaltung führten zu Protesten einiger religiöser Organisationen in den USA, doch Iron Maiden waren nie eine satanistische Band. Der Song «The Number of the Beast» verwendet Motive eines Albtraums sowie literarische und filmische Bilder, nicht religiöse Propaganda.
Clive Burr und Nicko McBrain
Schlagzeuger Clive Burr spielte auf den ersten drei Iron-Maiden-Alben: Iron Maiden, Killers und The Number of the Beast.
Ende 1982 wurde er durch Nicko McBrain ersetzt. Der neue Schlagzeuger kannte die Band bereits von Tourneen und stieß offiziell vor den Aufnahmen zum nächsten Album dazu.
McBrain wurde schnell zu einem der wichtigsten Bestandteile des klassischen Iron-Maiden-Sounds. Seine technisch anspruchsvolle Spielweise und die Nutzung nur einer Bassdrum auch bei sehr schnellen Passagen unterschieden ihn deutlich von vielen anderen Metal-Schlagzeugern seiner Zeit.
Piece of Mind
Piece of Mind erschien 1983 und war das erste Album mit Nicko McBrain.
Die Platte enthält «Where Eagles Dare», «Flight of Icarus», «The Trooper», «Revelations» und «To Tame a Land».
Historische und literarische Themen treten hier besonders deutlich hervor. «The Trooper» bezieht sich auf den Angriff der Leichten Brigade im Krimkrieg, während «To Tame a Land» von Frank Herberts Roman Dune inspiriert wurde.
Powerslave
Im Jahr 1984 veröffentlichten Iron Maiden Powerslave.
Das Album beginnt mit zwei Klassikern — «Aces High» und «2 Minutes to Midnight». Der Titelsong verwendet altägyptische Motive, während das abschließende «Rime of the Ancient Mariner» auf dem gleichnamigen Gedicht von Samuel Taylor Coleridge basiert.
Die lange Komposition «Rime of the Ancient Mariner» wurde zu einem der charakteristischsten Werke von Steve Harris: komplexer Aufbau, instrumentale Übergänge und literarische Handlung verbinden sich hier zu einer Form des Metal-Epos.
World Slavery Tour
Die Tour zu Powerslave hieß World Slavery Tour und dauerte von 1984 bis 1985. Iron Maiden spielten rund 190 Konzerte und besuchten Europa, Nordamerika, Japan, Australien, Südamerika und Länder des Ostblocks.
Im Januar 1985 trat die Band beim ersten Rock in Rio-Festival in Brasilien auf.
Konzerte im Londoner Hammersmith Odeon und in der Long Beach Arena in Kalifornien bildeten die Grundlage für das berühmte Livealbum und den Konzertfilm Live After Death, die 1985 veröffentlicht wurden.
Somewhere in Time
Nach der anstrengenden World Slavery Tour legte die Band eine Pause ein und kehrte 1986 mit dem Album Somewhere in Time zurück.
Iron Maiden setzten erstmals in größerem Umfang Gitarrensynthesizer ein und verliehen der Musik dadurch einen futuristischen Klang. Die grundlegende Gitarrenstruktur der Band blieb dennoch klar erkennbar.
Das Album enthält «Wasted Years», «Caught Somewhere in Time», «Sea of Madness», «Heaven Can Wait», «Stranger in a Strange Land» und «Alexander the Great».
«Wasted Years», geschrieben von Adrian Smith, wurde zu einem der bekanntesten Songs der Band, die nicht aus der Feder von Steve Harris stammen.
Seventh Son of a Seventh Son
1988 erschien Seventh Son of a Seventh Son, ein Konzeptalbum, das durch Themen wie Vorhersehung, Mystik und Schicksal verbunden ist.
Das Album enthält «Moonchild», «Can I Play with Madness», «The Evil That Men Do», «Infinite Dreams», «The Clairvoyant» und den Titelsong.
Synthesizer waren nun ein vollwertiger Bestandteil der Arrangements, wurden aber weiterhin mit den traditionellen Maiden-Gitarrenharmonien und Rhythmen verbunden.
1988 waren Iron Maiden außerdem Headliner beim Monsters of Rock in Donington und spielten vor rund 107.000 Zuschauern.
Adrian Smith verlässt die Band
Nach dem Ende der 1980er-Jahre gingen die musikalischen Vorstellungen der Mitglieder zunehmend auseinander. Vor den Aufnahmen zum nächsten Album verließ Adrian Smith Iron Maiden.
Er wurde durch Janick Gers ersetzt, der zuvor mit Ian Gillan gearbeitet und auf Bruce Dickinsons erstem Soloalbum Tattooed Millionaire gespielt hatte.
No Prayer for the Dying
Das Album No Prayer for the Dying erschien 1990. Nach den komplexen Arrangements von Somewhere in Time und Seventh Son of a Seventh Son kehrte die Band bewusst zu einem direkteren und raueren Sound zurück.
Auf dem Album befinden sich «Holy Smoke», «Tailgunner» und «Bring Your Daughter... to the Slaughter». Letzterer wurde zum ersten und bis heute einzigen Iron-Maiden-Singlehit auf Platz eins der britischen Charts.
Fear of the Dark
Im Jahr 1992 erschien Fear of the Dark.
Neben dem Titelsong enthält das Album «Be Quick or Be Dead», «From Here to Eternity», «Afraid to Shoot Strangers» und «Wasting Love».
«Fear of the Dark» entwickelte sich mit der Zeit zu einem der zentralen Stücke bei Iron-Maiden-Konzerten. Das Publikum singt traditionell die zentrale Gitarrenmelodie mit, noch bevor der Gesang einsetzt.
Bruce Dickinson verlässt Iron Maiden
1993 kündigte Bruce Dickinson seinen Ausstieg bei Iron Maiden an, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren.
Die letzten Konzerte seiner ersten Phase mit der Band wurden als Fernsehproduktion Raising Hell inszeniert.
Blaze Bayley
Nach Vorsingen wurde Blaze Bayley, zuvor Frontmann der Band Wolfsbane, neuer Sänger.
Seine tiefere, dunklere Stimme veränderte den Charakter von Iron Maiden deutlich. Mit Bayley entstanden zwei Studioalben: The X Factor und Virtual XI.
The X Factor
The X Factor erschien 1995. Es gehört zu den düstersten Alben der Band.
Das zentrale Stück war «Sign of the Cross» mit einer Länge von mehr als elf Minuten. Außerdem enthält das Album «Man on the Edge», «Lord of the Flies» und «The Edge of Darkness».
Themen und Stimmung des Materials spiegelten in erheblichem Maß eine schwierige Phase im Leben von Steve Harris wider, der familiäre Veränderungen und den Tod seines Vaters verarbeitete.
Virtual XI
1998 erschien Virtual XI. Zu den Songs gehören «Futureal», «Lightning Strikes Twice», «The Clansman» und «The Angel and the Gambler».
Beide Alben mit Blaze Bayley erhielten einen deutlich schwächeren kommerziellen Zuspruch als die klassischen Veröffentlichungen der 1980er-Jahre. Nach der Tour 1998 endete die Zusammenarbeit mit dem Sänger.
Rückkehr von Bruce Dickinson und Adrian Smith
Im Jahr 1999 kehrten Bruce Dickinson und Adrian Smith gleichzeitig zu Iron Maiden zurück.
Janick Gers blieb dennoch in der Band. Erstmals verfügten Iron Maiden dauerhaft über drei Gitarristen: Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers.
Damit entstand die Besetzung, die mehr als zwei Jahrzehnte unverändert blieb:
- Bruce Dickinson — Gesang;
- Steve Harris — Bassgitarre, Keyboards, Hauptsongwriter;
- Dave Murray — Gitarre;
- Adrian Smith — Gitarre, Gesang;
- Janick Gers — Gitarre;
- Nicko McBrain — Schlagzeug.
Brave New World
Das Album der wiedervereinigten Besetzung, Brave New World, erschien 2000.
Darauf befinden sich «The Wicker Man», «Ghost of the Navigator», der Titelsong «Brave New World», «Blood Brothers», «Dream of Mirrors» und «The Thin Line Between Love and Hate».
Die drei Gitarristen erweiterten die Möglichkeiten der Arrangements. Neben traditionellen Doppelharmonien konnte die Band nun gleichzeitig Rhythmusgitarre und zwei unabhängige Melodielinien einsetzen.
Die Tour endete mit einem großen Auftritt bei Rock in Rio im Januar 2001, der später als Livealbum und Video veröffentlicht wurde.
Dance of Death
Dance of Death erschien 2003.
Das Album enthält «Wildest Dreams», «Rainmaker», «No More Lies», den Titelsong «Dance of Death» und «Paschendale», eine umfangreiche Komposition über die Schlacht von Passchendaele im Ersten Weltkrieg.
A Matter of Life and Death
Im Jahr 2006 veröffentlichten Iron Maiden A Matter of Life and Death.
Militärgeschichte, Religion, Gewalt und der Wert menschlichen Lebens wurden zu zentralen Themen des Albums. Zu den Songs gehören «Different World», «These Colours Don't Run», «Brighter Than a Thousand Suns», «The Longest Day» und «For the Greater Good of God».
Während des ersten Tourabschnitts ging die Band einen für eine Gruppe dieser Größenordnung ungewöhnlichen Schritt: Das neue Album wurde vollständig von der ersten bis zur letzten Nummer gespielt.
Ed Force One
Ende der 2000er-Jahre erhielt die Tourgeschichte von Iron Maiden ein weiteres unverwechselbares Symbol: das Flugzeug Ed Force One.
Bruce Dickinson ist neben seiner Musikkarriere professioneller Pilot. Während der Somewhere Back in Time World Tour 2008 transportierte eine speziell umgebaute Boeing 757 die Band, Crew und Ausrüstung zwischen den Kontinenten, wobei Dickinson selbst am Steuer saß.
Der erste Tourabschnitt umfasste rund 50.000 Meilen und 23 Konzerte auf fünf Kontinenten innerhalb von 45 Tagen. Diese Reise bildete die Grundlage für den Dokumentarfilm Iron Maiden: Flight 666.
Später, während der The Book of Souls-Tour, nutzte die Band bereits eine Boeing 747-400.
The Final Frontier
Das fünfzehnte Studioalbum The Final Frontier erschien 2010.
Es erreichte in Dutzenden Ländern Platz eins der Charts. Enthalten sind «Satellite 15... The Final Frontier», «El Dorado», «Coming Home», «The Talisman» und «When the Wild Wind Blows».
Im Februar 2011 brachte «El Dorado» Iron Maiden ihren ersten Grammy in der Kategorie Best Metal Performance.
Bruce Dickinsons Erkrankung
Ende 2014 wurde bei Bruce Dickinson ein Tumor im hinteren Bereich der Zunge festgestellt. Der Sänger unterzog sich einer Chemo- und Strahlentherapie.
Im Mai 2015 bestätigten die Ärzte offiziell, dass er krebsfrei war. Die Konzertaktivitäten wurden bis zu seiner vollständigen Genesung verschoben.
The Book of Souls
The Book of Souls erschien am 4. September 2015. Das Material war noch vor Dickinsons Behandlung aufgenommen worden, doch die Band verschob die Veröffentlichung, damit sich der Sänger erholen konnte.
Das Album hat eine Laufzeit von rund 92 Minuten und wurde damit zum ersten Doppel-Studioalbum von Iron Maiden.
Zu den Songs gehören «If Eternity Should Fail», «Speed of Light», «The Red and the Black», der Titelsong «The Book of Souls» und «Empire of the Clouds». Letzteres dauert mehr als 18 Minuten und ist bis heute der längste Studiosong der Band.
Legacy of the Beast
Im Jahr 2018 begann die Legacy of the Beast World Tour. Das Konzept war mit dem gleichnamigen Iron-Maiden-Videospiel verbunden und ermöglichte es, das Programm um verschiedene historische und visuelle Phasen der Bandgeschichte herum aufzubauen.
Die Show umfasste aufwendige Kulissen, ein Spitfire-Flugzeug über der Bühne, verschiedene Erscheinungsformen von Eddie sowie thematische Abschnitte zu Krieg, Religion und Hölle.
Die COVID-19-Pandemie unterbrach die Tour, doch nach Wiederaufnahme der Konzerte wurde das Programm um neues Material erweitert.
Senjutsu
Am 3. September 2021 veröffentlichten Iron Maiden ihr siebzehntes Studioalbum Senjutsu. Es war das erste neue Album der Band seit sechs Jahren.
Es enthält «Senjutsu», «Stratego», «The Writing on the Wall», «Days of Future Past», «Darkest Hour», «Death of the Celts», «The Parchment» und «Hell on Earth».
Das Album setzte Iron Maidens spätere Vorliebe für lange Kompositionen fort: Sechs der zehn Songs dauern länger als sieben Minuten, während die letzten drei zusammen fast 35 Minuten umfassen.
Senjutsu erreichte in 27 Ländern Platz eins der Charts.
The Future Past Tour
2023 starteten Iron Maiden die The Future Past Tour. Das Programm verband Material von Senjutsu mit Songs des Albums Somewhere in Time von 1986.
Dadurch kehrten «Caught Somewhere in Time», «Stranger in a Strange Land» und «Heaven Can Wait» ins Live-Repertoire zurück, während «Alexander the Great» erstmals in der Geschichte der Band live gespielt wurde.
Die Tour wurde 2024 fortgesetzt und endete nach 81 Konzerten, die von mehr als 1,4 Millionen Zuschauern besucht wurden.
Nicko McBrain beendet seine Tourkarriere
2023 erlitt Nicko McBrain schwere gesundheitliche Probleme, die die Beweglichkeit seiner rechten Körperhälfte beeinträchtigten. Nach seiner Rehabilitation konnte er ans Schlagzeug zurückkehren und an beiden Abschnitten der The Future Past Tour teilnehmen.
Am 7. Dezember 2024 beendete McBrain nach einem Konzert in São Paulo seine Tourkarriere mit Iron Maiden. Er hatte 42 Jahre am Schlagzeug der Band verbracht.
Er erklärte jedoch nicht seinen vollständigen Abschied von der Band und blieb Teil der Iron-Maiden-Familie, indem er außerhalb permanenter Welttourneen an anderen Projekten beteiligt blieb.
Simon Dawson
Für Liveauftritte wurde Simon Dawson, langjähriges Mitglied von Steve Harris’ anderem Projekt British Lion, neuer Schlagzeuger.
Dawson arbeitet seit 2012 mit Harris zusammen und war an Studio- und Touraktivitäten von British Lion beteiligt. Im Dezember 2024 gaben Iron Maiden offiziell bekannt, dass er bei der Tour 2025 den Platz am Schlagzeug übernehmen würde.
50 Jahre Iron Maiden
Im Jahr 2025 feierten Iron Maiden ihr 50-jähriges Bestehen. Das zentrale Ereignis des Jubiläums war die Run For Your Lives World Tour.
Das Programm konzentrierte sich bewusst auf die erste Phase der Bandgeschichte und basierte auf Material aus neun Studioalben — von Iron Maiden aus dem Jahr 1980 bis Fear of the Dark von 1992.
Bei den Konzerten wurden «Murders in the Rue Morgue», «Killers», «The Number of the Beast», «Hallowed Be Thy Name», «The Trooper», «Aces High», «2 Minutes to Midnight», «Powerslave», «Wasted Years», «The Clairvoyant», «Fear of the Dark» und weitere Stücke aus der frühen Phase gespielt.
Iron Maiden im Jahr 2026
Die Jubiläums-Run For Your Lives World Tour wurde 2026 fortgesetzt. Nach den europäischen Konzerten begann die Band einen nordamerikanischen Abschnitt, gefolgt von Auftritten in Lateinamerika, Australien, Neuseeland und Japan.
Die letzten Konzerte der zweijährigen Tour sind für den 24. und 25. November 2026 in Yokohama geplant. Danach wollen Iron Maiden 2027 eine Pause von der Tourtätigkeit einlegen.
Die Livebesetzung 2026:
- Bruce Dickinson — Gesang;
- Steve Harris — Bassgitarre, Backgroundgesang;
- Dave Murray — Gitarre;
- Adrian Smith — Gitarre, Backgroundgesang;
- Janick Gers — Gitarre;
- Simon Dawson — Live-Schlagzeug.
Nach dem Ende seiner regulären Tourtätigkeit bleibt Nicko McBrain außerhalb der Konzertbesetzung weiterhin mit Iron Maiden verbunden.
Burning Ambition
Im Mai 2026 kam der offizielle abendfüllende Dokumentarfilm Iron Maiden: Burning Ambition in die Kinos, der der fünfzigjährigen Geschichte der Band gewidmet ist.
Der Film verwendet Archivmaterial und Interviews mit Iron-Maiden-Mitgliedern aus verschiedenen Epochen. Auch Musiker und prominente Fans, darunter Lars Ulrich und weitere Vertreter der Rockkultur, sprechen über den Einfluss der Band.
Partnerschaft mit Pophouse
Im Juli 2026 kündigten Iron Maiden eine strategische Partnerschaft mit dem schwedischen Unternehmen Pophouse an. Die Zusammenarbeit betrifft die weitere Entwicklung des Katalogs, des visuellen Erbes und verschiedener Projekte rund um Iron Maiden und Eddie.
Zu den entwickelten Bereichen gehören Archivprojekte und das Museumskonzept Infinite Dreams, das der Geschichte der Band gewidmet ist.
Musikstil
Der klassische Sound von Iron Maiden entstand an der Schnittstelle zwischen britischem Heavy Rock der 1970er-Jahre und NWOBHM. Die Band nutzte Blues als Grundlage deutlich weniger als viele frühe Hard-Rock-Gruppen und bevorzugte stattdessen schnelle diatonische Melodien sowie harmonisierte Gitarrenlinien.
Eine der wichtigsten Besonderheiten bleibt Steve Harris’ Bassspiel. Seine Parts treten häufig in den Vordergrund und verwenden das charakteristische schnelle dreiteilige Muster, das unter Fans als «Galopp» bekannt ist.
Die Gitarren von Dave Murray und Adrian Smith prägten das klassische System der Maiden-Doppelharmonien. Nach Smiths Rückkehr 1999 blieb Janick Gers in der Band, sodass Iron Maiden dauerhaft eine für Heavy Metal ungewöhnliche Konfiguration mit drei Leadgitarristen erhielten.
Bruce Dickinson brachte einen hohen dramatischen Tenor und eine theatralische Bühnenpräsenz mit. Dennoch ist die Musik von Iron Maiden selten allein auf die Demonstration vokaler oder instrumentaler Technik ausgerichtet: Die einzelnen Elemente dienen in erster Linie der Entwicklung des Songs und seiner Handlung.
Epische Kompositionen
Lange Songs wurden bereits Ende der 1970er-Jahre zu einem der charakteristischen Merkmale von Iron Maiden. «Phantom of the Opera» wies auf dem Debütalbum in diese Richtung, später folgten «Hallowed Be Thy Name», «Rime of the Ancient Mariner», «Seventh Son of a Seventh Son», «Sign of the Cross», «The Clansman», «When the Wild Wind Blows», «The Red and the Black», «Empire of the Clouds» und «Hell on Earth».
Solche Kompositionen können mehrere Einleitungen, Instrumentalabschnitte, Tempowechsel und wiederkehrende musikalische Themen enthalten. Ihre Struktur ähnelt häufig eher einer kurzen Erzählung als einem klassischen Strophe-Refrain-Song.
Geschichte und Literatur in den Songs
Steve Harris und die anderen Songwriter von Iron Maiden greifen regelmäßig historische Ereignisse und literarische Stoffe auf.
«The Trooper» bezieht sich auf den Krimkrieg; «Aces High» auf die Luftschlacht um England; «Alexander the Great» erzählt von Alexander dem Großen; «Paschendale» behandelt den Ersten Weltkrieg; «The Longest Day» die alliierte Landung in der Normandie.
Die literarische Linie umfasst «Rime of the Ancient Mariner» nach Coleridge, «To Tame a Land» nach Frank Herberts Dune sowie zahlreiche Werke, die von historischen Romanen, Mythologie, Film und Science-Fiction inspiriert wurden.
Liveshows
Iron Maiden machten den Konzertauftritt früh zu einem eigenständigen Teil ihrer Kunst. Eddie erscheint auf der Bühne in unterschiedlichen Größen und Formen, das Bühnenbild verändert sich je nach Album oder historischer Phase, und es kommen bewegliche Kulissen, Pyrotechnik und große mechanische Konstruktionen zum Einsatz.
Gleichzeitig bewahrt die Band das wichtigste Prinzip ihrer Liveauftritte: Die Musik wird von einer vollständigen Konzertbesetzung gespielt, ohne dass die Show zu einer Inszenierung wird, in der visuelle Effekte das tatsächliche Spiel der Musiker ersetzen.
Zu den bekanntesten Elementen der Konzerte gehört Bruce Dickinsons traditioneller Ruf «Scream for me!», der jeweils an die betreffende Stadt oder das Land gerichtet wird.
Unabhängiges Karrieremodell
Iron Maiden erreichten enormen internationalen Erfolg bei vergleichsweise geringer Abhängigkeit von Hit-Radio und Musikfernsehen. Über Jahrzehnte basierte ihre Karriere vor allem auf Alben, Tourneen und einer außergewöhnlich loyalen internationalen Fangemeinde.
Eine wichtige Rolle spielten dabei Manager Rod Smallwood und die rund um die Band aufgebaute eigene Infrastruktur. Iron Maiden entwickelten Tourneen, Merchandising, Fanclub, visuelle Marke und später digitale Projekte als miteinander verbundene Bestandteile eines Systems.
Auszeichnungen und Erfolge
- mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger;
- 17 Studioalben;
- fast 2.500 Konzerte in mehr als 60 Ländern;
- Grammy für «El Dorado» — Best Metal Performance, 2011;
- BRIT Award — British Live Act, 2009;
- mehrere Nummer-eins-Alben in Großbritannien und Dutzenden weiteren Ländern;
- eine eigene Serie von Royal-Mail-Sonderbriefmarken, veröffentlicht 2023.
Studio-Diskografie
- Iron Maiden — 1980
- Killers — 1981
- The Number of the Beast — 1982
- Piece of Mind — 1983
- Powerslave — 1984
- Somewhere in Time — 1986
- Seventh Son of a Seventh Son — 1988
- No Prayer for the Dying — 1990
- Fear of the Dark — 1992
- The X Factor — 1995
- Virtual XI — 1998
- Brave New World — 2000
- Dance of Death — 2003
- A Matter of Life and Death — 2006
- The Final Frontier — 2010
- The Book of Souls — 2015
- Senjutsu — 2021
Wichtige Mitglieder verschiedener Epochen
- Steve Harris — Gründer, Bassgitarre, Hauptsongwriter, 1975 bis heute;
- Dave Murray — Gitarre, seit 1976 mit einer kurzen frühen Unterbrechung;
- Paul Di’Anno — Gesang, 1978–1981;
- Dennis Stratton — Gitarre, 1979–1980;
- Clive Burr — Schlagzeug, 1979–1982;
- Adrian Smith — Gitarre, 1980–1990; seit 1999;
- Bruce Dickinson — Gesang, 1981–1993; seit 1999;
- Nicko McBrain — Schlagzeug, 1982–2024; bleibt nach 2024 außerhalb regelmäßiger Tourneen mit der Band verbunden;
- Janick Gers — Gitarre, seit 1990;
- Blaze Bayley — Gesang, 1994–1999;
- Simon Dawson — Live-Schlagzeug seit 2025.
Iron Maiden nach 50 Jahren
Iron Maiden entwickelten sich von den Pubs in East London und den selbst veröffentlichten The Soundhouse Tapes zu einer Stadionband auf mehreren Kontinenten, ohne ihren schweren Sound, lange Kompositionen oder die eigene visuelle Welt aufzugeben. Veränderungen musikalischer Moden beeinflussten die Richtung der Band kaum: Statt sich an jede neue Epoche anzupassen, entwickelten Maiden über Jahrzehnte dieselbe Grundlage weiter — melodischen Heavy Metal, historische und literarische Themen, komplexe Gitarrenparts und groß angelegte Konzerte.
2026 wird diese Geschichte ohne Nicko McBrain in der Tourbesetzung fortgesetzt, aber weiterhin mit Steve Harris, Bruce Dickinson, Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers auf der Bühne. Die Jubiläumstour Run For Your Lives kehrt bewusst zum Material der Jahre 1980–1992 zurück — zu jener Phase, in der Songs, Sound und Erscheinungsbild von Iron Maiden entstanden, die mehrere Generationen des Heavy Metal geprägt haben.










