Dimitri Vegas & Like Mike

Cuebrick ist der Künstlername des deutschen DJs, Musikproduzenten und Radiomoderators Rouven Hager. Seine Karriere ist mit der elektronischen Musikszene Mannheims, internationalen EDM-Labels und einem festivalorientierten Sound verbunden, der sich zwischen Progressive House, Big Room und Mainstage Techno bewegt. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen Watch Out, Iceland (Viking Clap), We Call It Home, Preacher, Squid Play, At Night und Evolution.
Frühe Jahre
Rouven Hager begann im Alter von vierzehn Jahren mit dem DJing. Das Geld, das er während der Schulferien verdiente, investierte er in Plattenspieler und brachte sich das Mixen selbst bei. Seine ersten Auftritte fanden bei Abschlussfeiern und Studentenpartys statt, bevor Einladungen aus Clubs folgten. Auch Musikproduktion und der Umgang mit DJ-Equipment eignete sich Hager selbstständig durch Lernmaterialien und praktische Erfahrung an.
Während seiner Schulzeit sang er in einem Chor und spielte Blockflöte sowie Querflöte. Elektronische Musik wurde jedoch erst deutlich später zu seiner wichtigsten beruflichen Ausrichtung. Zunächst blieb das DJing ein Hobby, das er mit Ausbildung und Arbeit verband.
Nach seinem Umzug nach Mannheim begann Hager ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der DHBW Mannheim, und erwarb einen Bachelorabschluss im Messe-, Kongress- und Eventmanagement. Seine berufliche Ausbildung erwies sich später nicht nur bei Tourneen, sondern auch bei der Vermarktung eigener Projekte als nützlich. Bevor die Musik zu seiner Haupttätigkeit wurde, arbeitete er als Leiter des Marketingbereichs einer Eventagentur.
Erste Clubauftritte
In Mannheim wurde Hager Resident-DJ im KOI Club. Die regelmäßigen Auftritte überzeugten ihn davon, das DJing als Beruf und nicht nur als vorübergehendes Interesse zu betrachten. Zu dieser Zeit begann er auch, eigene Stücke zu produzieren. Eigene Veröffentlichungen waren notwendig, um von der lokalen Clubarbeit auf größere Bühnen und Festivals zu gelangen.
In den ersten Jahren konzentrierte sich sein Repertoire vor allem auf Progressive House und melodisch geprägte Tanzmusik. Im Unterschied zu Cuebricks späteren Arbeiten basierten die frühen Tracks meist auf langen harmonischen Höhepunkten, Gesangsparts und Festival-Drops, wie sie für die EDM der frühen 2010er-Jahre charakteristisch waren.
Durchbruch mit Watch Out
Den nationalen Durchbruch erzielte Cuebrick 2014 mit der gemeinsam mit dem deutschen Duo The Disco Boys aufgenommenen Komposition Watch Out. Die Single stand sieben Wochen lang auf Platz eins der German Dance Charts und machte den Namen Cuebrick über die Mannheimer Clubszene hinaus bekannt.
Im selben Jahr nahm der Musiker am Tourneeprogramm des Festivalprojekts Holi Gaudy teil und absolvierte mehr als dreißig Auftritte in europäischen Städten. Für die Tour produzierte er den Titel Colorblind, der auf Kontor Records erschien. Diese Phase prägte das frühe Modell seiner Karriere: Studioveröffentlichungen wurden mit regelmäßigen Festivalauftritten und Radioarbeit verbunden.
Nach dem Erfolg von Watch Out veröffentlichte Cuebrick weiterhin Progressive House und vokale EDM. Zu seinem frühen Katalog kamen Citylights, Moments, Leads Me to You, Unity und weitere Stücke hinzu, die sowohl für das Radio als auch für Festivalsets konzipiert waren.
Schritt auf den internationalen Markt
2016 veröffentlichte Cuebrick mehrere Produktionen, mit denen er sein Publikum über Deutschland hinaus erweiterte. Die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Produzenten APEK und der Sängerin Linney trug den Titel Safe. Eine der offiziellen Versionen war der Breathe Carolina Edit, während die Veröffentlichung selbst auf Enhanced Recordings erschien.
Im selben Jahr nahm Cuebrick gemeinsam mit dem amerikanischen Duo Tritonal den Track Iceland (Viking Clap) auf. Die Idee basierte auf dem Rhythmus des sogenannten „Viking Clap“, der während der Fußball-Europameisterschaft 2016 internationale Bekanntheit erlangte. Die Veröffentlichung erschien auf Enhanced Music und verband Tribal-Percussion, einen schrittweisen Aufbau und festivalorientierten Progressive House.
Die Zusammenarbeit mit Tritonal und Breathe Carolina fiel mit einer Ausweitung von Cuebricks Tourneetätigkeit zusammen. Er trat regelmäßig bei großen europäischen Veranstaltungen wie Nature One, Electric Love und Ruhr-in-Love auf und tourte später auch in Asien und den USA. In den folgenden Jahren standen unter anderem Creamfields, Ultra Music Festival, World Club Dome, Parookaville, Bootshaus und internationale Clubbühnen in seinem Kalender.
Hymnen für Nature One
Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Festival Nature One nimmt einen besonderen Platz in Cuebricks Karriere ein. 2017 produzierte er die Komposition We Call It Home, die unter dem Namen Nature One Inc. veröffentlicht wurde. Der Titel diente als offizielle Hymne der Festivalsaison.
2018 war Cuebrick an der Entstehung der nächsten Nature-One-Hymne All You Need to Be beteiligt. In den Urheberangaben wird Rouven Hager gemeinsam mit Tobias Kasper und Rainer Füsslein als Komponist aufgeführt.
Die Arbeit an zwei aufeinanderfolgenden Hymnen festigte Cuebricks Verbindung zur deutschen Festivalszene. Im Unterschied zu gewöhnlichen Clubsingles wurden diese Kompositionen für konkrete Großveranstaltungen geschaffen. Ihre Struktur basierte auf einem einprägsamen Refrain und einem Höhepunkt, der für die Mainstage geeignet war.
Kingdom of Fire
2019 veröffentlichte Cuebrick gemeinsam mit IIVES die Komposition Kingdom of Fire. Sie wurde zur offiziellen Hymne des New Horizons Festivals und erschien auf Armada Music. Die Single setzte seine Ausrichtung auf vokalen Progressive House fort, zeichnete sich jedoch durch eine dichtere Rhythmussektion und eine groß angelegte orchestrale Gestaltung in den Höhepunkten aus.
In dieser Phase erweiterte Cuebrick auch seine internationale Tourneereichweite und begann in Nordamerika und Asien aufzutreten. Seine Musik erschien auf Armada Music, Spinnin’ Records, Enhanced Recordings, Ultra Music, Smash The House, Mixmash und Revealed Recordings.
Die Radiosendung bigFM nitroX
Seit 2015 moderiert Cuebrick die elektronische Musiksendung nitroX beim deutschen Radiosender bigFM. Das Programm widmet sich EDM, Progressive House, Big Room und Musik für große Festivalbühnen. Neben eigenen Musikauswahlen führt Hager Interviews mit DJs und Produzenten.
Die Radioarbeit wurde zu einem festen Bestandteil seiner beruflichen Tätigkeit. Sie ermöglichte ihm, Entwicklungen in der festivalorientierten elektronischen Musik nicht nur als Produzent, sondern auch als Musikredakteur zu verfolgen, der regelmäßig neue Veröffentlichungen auswählt.
Parallel dazu produziert Cuebrick seine eigene Sendung Cuebrick’s Conference. Darin werden sowohl bekannte EDM-Künstler als auch weniger etablierte Produzenten vorgestellt. 2024 erschien das Programm zweimal monatlich.
Preacher und Cry for You
2020 arbeitete Cuebrick mit dem deutschen Produzenten Neelix an der Komposition Preacher. Die Veröffentlichung verband Cuebricks festivalorientierten EDM-Ansatz mit der für Neelix charakteristischen Rhythmik von Progressive Trance und Psy-Trance.
Ende desselben Jahres erschien die Single Cry for You, die gemeinsam mit MOESTWANTED und der Sängerin Melody Mane entstand. Der Track verwendete die melodische Grundlage des Songs Cry for You der schwedischen Sängerin September und überführte sie in ein modernes Dance-Arrangement.
Diese Veröffentlichungen zeigen zwei Seiten seines Katalogs. Preacher ist auf Club- und Festivalbühnen ausgerichtet, während Cry for You einer zugänglicheren Form vokaler Tanzmusik zuzuordnen ist.
Squid Play
Zu Cuebricks bekanntesten Veröffentlichungen gehört Squid Play, aufgenommen mit dem niederländischen Duo Blasterjaxx und im Oktober 2021 auf Maxximize Records veröffentlicht. Der Titel und einzelne musikalische Elemente verwiesen auf die Serie Squid Game, die sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befand.
Die Komposition basiert auf schweren Big-Room-Rhythmen, einem kurzen wiedererkennbaren Motiv und einem abrupten Festival-Drop. Squid Play wurde zu einem zentralen Werk in Cuebricks Übergangsphase vom Progressive House zu einem härteren Mainstage-Sound. In seinem DJ-Mag-Profil aus dem Jahr 2023 wurde gerade dieser Track als seine bekannteste Veröffentlichung bezeichnet.
Little Darling und die Entwicklung des Festivalsounds
2022 veröffentlichten Cuebrick und Uplink auf Maxximize die Komposition Little Darling mit Gesang von Maxiz. Trotz des relativ sanften Gesangsparts bewahrte der Track eine typische Festivalstruktur mit kurzem Intro, deutlichem Höhepunkt und dichtem Bassfundament.
In späteren Arbeiten setzte der Produzent verstärkt Elemente von Trance und modernem Big Room Techno ein. Diese Entwicklung ist besonders in den auf Revealed Recordings veröffentlichten Titeln At Night und Evolution zu hören. In der Beschreibung von Evolution hob das Label ausdrücklich die Verbindung von Trance, Big Room und Techno hervor.
Dieser Wandel bedeutete keinen vollständigen Abschied vom Progressive House. Cuebrick veröffentlichte weiterhin vokale und melodische Tracks, passte sie jedoch an höhere Tempi und eine härtere Rhythmik an, die auf den großen Festivalbühnen der 2020er-Jahre gefragt war.
DJ Mag Top 100 DJs
2022 erschien Cuebrick erstmals in der Leserwahl DJ Mag Top 100 DJs und belegte Platz 99. 2023 stieg er auf Rang 93 und 2024 auf Rang 89. Bei der Abstimmung 2025 erreichte der Künstler Platz 90.
Das Ranking wird durch eine offene Publikumsabstimmung bestimmt und spiegelt daher vor allem internationale Bekanntheit und die Aktivität der Fangemeinde wider. Cuebricks kontinuierliche Präsenz in der Liste fiel mit der Ausweitung seiner Tourneeaktivitäten und Veröffentlichungen auf Revealed, Spinnin’, HEXAGON und weiteren internationalen Labels zusammen.
Veröffentlichungen des Jahres 2024
2024 arbeitete Cuebrick weiterhin mit verschiedenen Bereichen kommerzieller elektronischer Musik. Gemeinsam mit dem italienischen Produzenten Prezioso und der südkoreanischen Künstlerin DJ Soda veröffentlichte er Viral, eine Komposition im Stil von modernem Big Room und Festival Dance.
Eine weitere bemerkenswerte Veröffentlichung war die gemeinsam mit MOKABY aufgenommene und auf HEXAGON erschienene Single RADAR. Sie war von einer federnderen House-Rhythmik geprägt und unterschied sich damit vom härteren Sound seiner Veröffentlichungen auf Revealed.
Diese stilistische Vielfalt entspricht Cuebricks Ansatz, seinen Katalog nicht auf ein einziges Subgenre zu beschränken. In seiner Diskografie stehen Progressive House, Future House, Trance, Big Room und Mainstage Techno nebeneinander. DJ Mag beschrieb seinen Stil 2024 als Big Room Techno und Progressive House.
Die Jahre 2025–2026
2025 veröffentlichte Cuebrick weiterhin sowohl melodische als auch härtere Festivalproduktionen. Zu seinem Katalog kamen Ocean Tides, Last Days of Summer, Find My Way, Calabria, Fall or Rise und Young Blood hinzu. Außerdem erarbeitete er eine neue Version von Freeze Time für das Projekt Revealed Legacy vs Destiny und kehrte damit zur für seine frühe Phase charakteristischen Verbindung von Trance-Melodien und EDM zurück.
2026 erschienen Kids mit Madism und Charles B, Ordinary mit Diego Miranda, BIGMOO und TOPGREAT sowie Fire mit Yves V und Madism. Diese Arbeiten setzen seine Linie von Tanzmusik fort, die sowohl für das Radio als auch für große Festivalbühnen produziert wird.
Musikalischer Stil
Cuebricks Werk lässt sich grob in mehrere Phasen einteilen. Seine frühen Aufnahmen basierten auf Progressive House und vokaler EDM: lange melodische Übergänge, emotionale Breakdowns und ausgeprägte Festival-Drops. Zu dieser Phase gehören Watch Out, Colorblind, Safe, Iceland (Viking Clap) und die Hymnen für Nature One.
Ende der 2010er-Jahre traten Trance-Elemente und eine dichtere Mainstage-Rhythmik stärker in den Vordergrund. Kingdom of Fire bewahrte die songorientierte Struktur von Progressive House, während Preacher Cuebricks Sound stärker an Progressive Trance annäherte.
In den 2020er-Jahren wurde die Verbindung von Big Room Techno und Progressive House zu seiner wichtigsten Ausrichtung. Titel wie Squid Play, At Night und Evolution zeichnen sich durch höhere Tempi, harte Kickdrums, kurze Synthesizermotive und abruptete Übergänge zwischen Breakdown und Drop aus. DJ Mag beschrieb seinen Stil 2025 als Mainstage Techno und Progressive House.
Gleichzeitig veröffentlicht Cuebrick weiterhin leichtere Tanzmusik. RADAR, Be Ok, Cry for You und mehrere spätere Gesangssingles zeigen, dass sein Katalog nicht auf harten Festival-Techno beschränkt ist.
Wichtige Veröffentlichungen von Cuebrick
- Watch Out — mit The Disco Boys, 2014;
- Colorblind — 2014;
- Safe — mit APEK und Linney, 2016;
- Iceland (Viking Clap) — mit Tritonal, 2016;
- Smoke and Fire — mit Karra, 2017;
- We Call It Home — Produzent der Nature-One-Hymne, 2017;
- All You Need to Be — Produzent der Nature-One-Hymne, 2018;
- Kingdom of Fire — mit IIVES, 2019;
- Preacher — mit Neelix, 2020;
- Cry for You — mit MOESTWANTED und Melody Mane, 2020;
- Squid Play — mit Blasterjaxx, 2021;
- Little Darling — mit Uplink und Maxiz, 2022;
- At Night — 2023;
- Evolution — 2023;
- Be Ok — mit Blaze U und Manse sowie Crooked Bangs, 2024;
- Viral — mit Prezioso und DJ Soda, 2024;
- RADAR — mit MOKABY, 2024;
- Ocean Tides — 2025;
- Young Blood — 2025;
- Kids — mit Madism und Charles B, 2026;
- Ordinary — mit Diego Miranda, BIGMOO und TOPGREAT, 2026;
- Fire — mit Yves V und Madism, 2026.
Cuebrick heute
Cuebrick verbindet Studioarbeit, internationale Auftritte und Radio. Seine Veröffentlichungen erschienen auf Spinnin’ Records, Maxximize, Revealed Recordings, Enhanced Recordings, Armada Music, Ultra Music, Smash The House und HEXAGON. Er moderiert weiterhin die Sendung nitroX auf bigFM und produziert sein eigenes Programm Cuebrick’s Conference.
Im Verlauf seiner Karriere entwickelte sich sein Sound vom melodischen Progressive House der ersten Hälfte der 2010er-Jahre zu Mainstage Techno und gemischten Festivalformaten. Gleichzeitig bewahrte Cuebrick seine Verbindung zu vokaler Tanzmusik und arbeitet regelmäßig mit Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen der EDM zusammen.




