Oliver Tree - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Oliver Tree

Oliver Tree war der Künstlername des US-amerikanischen Sängers, Songwriters, Produzenten, Regisseurs und Künstlers Oliver Tree Nickell (29. Juni 1993 — 14. Juni 2026). Er verband Alternative Rock, Pop, Hip-Hop und elektronische Musik mit Comedy, absurdem Video-Art-Ansatz und bewusst karikaturhaften Bühnenfiguren. Ein breites Publikum lernte Oliver Tree durch Songs wie Alien Boy, Hurt, Life Goes On, Cowboys Don't Cry und Miss You kennen, doch seine kreative Geschichte begann deutlich früher — mit experimenteller elektronischer Musik unter dem Namen Tree, selbstständigen Aufnahmen und Videoschnitt sowie seiner Begeisterung für Skate- und Scooter-Kultur.

Das Besondere an Oliver Tree war, dass Musik und visuelle Gestaltung bei ihm fast nie getrennt voneinander existierten. Der absichtlich alberne Topfschnitt, übergroße Jacken und Jeans, kleine Sonnenbrillen, Scooter-Stunts, inszenierte Konflikte mit dem Label und regelmäßige Ankündigungen seines Karriereendes waren Teile eines einzigen künstlerischen Konstrukts. Hinter dieser Figur stand ein Multiinstrumentalist und Absolvent des Music-Technology-Programms am California Institute of the Arts, der selbst an Songwriting, Produktion, Regie und Schnitt eines großen Teils seiner Arbeiten beteiligt war.

Santa Cruz: Musik lange vor Oliver Tree

Oliver Tree Nickell wurde am 29. Juni 1993 in Santa Cruz, Kalifornien, geboren. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf: In einem frühen Interview aus dem Jahr 2013 erzählte Nickell, dass beide Eltern mehrere Instrumente spielten und das Haus voller Musikequipment gewesen sei. Später erinnerte er sich daran, schon als Kind mit Musik begonnen und nach und nach Klavier, Gitarre, Gesang und elektronische Produktion erlernt zu haben.

In der Middle School sang Nickell und spielte Gitarre in einer lokalen Ska-/Rockband, die mehrere Dutzend Auftritte im Santa Cruz County absolvierte. In seiner Jugend verlagerte sich sein Interesse zunehmend auf Hip-Hop, elektronische Musik und DJing. Diese stilistische Breite wurde für seine gesamte spätere Karriere wichtig: Oliver Tree baute seine Musik nie innerhalb eines einzigen Genres auf und setzte gleichermaßen frei Gitarrenriffs, elektronische Drums, Rap-Delivery und Popmelodien ein.

Nach der Schule studierte er an der San Francisco State University, doch es wurde zunehmend schwieriger, das Studium mit seiner Musik zu vereinbaren. Später wechselte Nickell an das California Institute of the Arts, wo er Music Technology studierte. CalArts führt Oliver Nickell als Absolventen des Programms Music Technology: Interaction, Intelligence & Design mit einem BFA-Abschluss aus dem Jahr 2017.

Tree, Splitting Branches und der erste Plattenvertrag

Bevor er der Öffentlichkeit als Oliver Tree bekannt wurde, veröffentlichte Nickell Musik unter dem kürzeren Namen Tree. In dieser Phase unterschied sich sein Werk deutlich von der späteren Alternative-Pop-Musik: Die elektronischen Kompositionen bestanden aus Field Recordings, bearbeiteten Geräuschen, Live-Instrumenten und vielschichtigen Arrangements. 2013 veröffentlichte er eigenständig das neun Tracks umfassende Projekt Splitting Branches und anschließend die EP Demons über Apollo, ein Sublabel des belgischen Elektroniklabels R&S Records.

Demons enthielt unter anderem eine ungewöhnliche Neuinterpretation von Karma Police der Band Radiohead. Für die Aufnahme wurden die notwendigen Genehmigungen eingeholt, und an der finalen Version wurde in London gearbeitet. Schon damals ging es Tree weniger darum, einem bestimmten Bereich elektronischer Musik zu folgen, sondern vielmehr darum, eine Aufnahme in eine Klangcollage zu verwandeln: In seinen Stücken kamen gefundene Alltagsgeräusche, Marimba, Streicher und zahlreiche Bearbeitungsebenen zum Einsatz.

Diese frühe Phase brachte ihm noch keine breite Bekanntheit, zeigt aber, dass Oliver Tree nicht einfach als zufällige Internetfigur entstand. Schon Jahre vor seinen viralen Videos schrieb, nahm und produzierte er seine Musik selbstständig, arbeitete mit einem europäischen Elektroniklabel und betrachtete Bild, Video und Gestaltung als Teile eines zusammenhängenden Werks.

When I'm Down und die Entstehung seines unverwechselbaren Images

Eine neue Phase begann Mitte der 2010er Jahre. 2016 nahm Oliver gemeinsam mit dem jungen Produzenten Whethan aus Chicago den Song When I'm Down auf. Der Track verbreitete sich im Internet und gehörte zu den Arbeiten, die ihm Aufmerksamkeit aus der breiteren Musikindustrie einbrachten. Kurz darauf wechselte Nickell vom Namen Tree zu Oliver Tree und unterschrieb 2017 einen Vertrag bei Atlantic Records.

Gleichzeitig entwickelte sich seine zentrale visuelle Strategie. Statt das klassische Erscheinungsbild eines jungen Alternative-Künstlers zu übernehmen, machte sich Tree bewusst selbst zur Karikatur: Topfschnitt, grelle Sportjacke im Stil der 1980er und 1990er Jahre, extrem weite Jeans, Sonnenbrille und Scooter wurden ebenso wiedererkennbar wie seine Stimme. Rolling Stone beschrieb Tree bereits 2019 als einen Künstler, bei dem provokantes Äußeres, Internet-Humor und Musik als Einheit funktionierten.

Es handelte sich dabei nicht einfach nur um ein Bühnenkostüm. Oliver verwischte ständig die Grenze zwischen Wahrheit und erfundener Biografie, gab absichtlich absurde Interviews, inszenierte Streitereien und kündigte immer wieder eine „letzte Tour“ oder seinen „Rückzug aus der Musik“ an. Deshalb führte eine wörtliche Interpretation vieler öffentlicher Aussagen häufig zu Missverständnissen: Der unzuverlässige Erzähler war selbst ein Teil der Figur.

Alien Boy und Hurt: Musik wird untrennbar vom Video

2018 veröffentlichte Atlantic die EP Alien Boy. Der Titelsong wurde zu einem der ersten großen Erfolge von Oliver Tree, während das von ihm selbst inszenierte Video All That x Alien Boy seine visuelle Ästhetik endgültig festigte. Zu diesem Zeitpunkt war die charakteristische Verbindung aus Alternative Rock, elektronischem Pop und Hip-Hop bereits klar zu hören: kurze Songs, schwere Drums, Gitarrenparts und Refrains, die auf sofortige Wiedererkennbarkeit ausgelegt waren. Alien Boy erhielt später in den USA eine Platin-Auszeichnung.

Noch wichtiger wurde Hurt, das im Dezember 2018 erschien. Der Song entstand aus Olivers echter Begeisterung für Scooter-Sport und war laut ihm mit einer Verletzung verbunden, die er sich beim Fahren zuzog. Der Track selbst wurde im US-amerikanischen Alternative-Radio erfolgreich, doch eine ebenso große Rolle spielte das aufwendig produzierte Musikvideo, in dem Tree sein eigenes Leinwand-Ich mehrfach zerstört. Das offizielle Video und Making-of-Materialien unterstrichen, dass der Clip für seinen Schöpfer ein eigenständiges Werk war und nicht bloß eine Ergänzung zur Single.

Gerade rund um Alien Boy und Hurt entstand endgültig das Modell für den weiteren Verlauf seiner Karriere: vergleichsweise ernste Songs über Unsicherheit, Entfremdung, Schmerz und Beziehungen wurden durch eine bewusst absurde visuelle Welt präsentiert. Dieser Kontrast erlaubte Tree, über verletzliche Themen zu sprechen, ohne daraus konventionellen bekenntnishaften Pop zu machen.

Ugly Is Beautiful

Nach der EP Do You Feel Me? aus dem Jahr 2019 begann Oliver Tree mit der Vorbereitung seines ersten vollständigen Albums für Atlantic. Die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, und der Künstler begleitete die Verzögerungen mit weiteren Ankündigungen, seine Musikkarriere zu beenden. Schließlich erschien Ugly Is Beautiful am 17. Juli 2020. Das Album vereinte Material aus mehreren vorhergehenden Jahren, darunter Alien Boy, Hurt, Cash Machine, Let Me Down, Bury Me Alive, Miracle Man und weitere Stücke. Es erreichte Platz 14 der Billboard 200 und führte die US-amerikanischen Rock- und Alternative-Albumcharts an.

Der Titel Ugly Is Beautiful spiegelte das zentrale Prinzip des Projekts genau wider. Tree baute seine Ästhetik bewusst um Unvollkommenheit herum auf — ungewöhnliches Aussehen, Misserfolge, Stürze und soziale Ungeschicklichkeit. Musikalisch war das Album ebenso hybrid: Gitarren geprägte Alternative-Musik traf auf Trap-Rhythmen, Synthesizer und Pop-Refrains, während der Gesang zwischen melodischem Singen und fast rapartigem Sprechgesang wechselte.

Kurz vor der Veröffentlichung verwandelte Oliver seine langjährige Begeisterung für Scooter in einen echten Rekord. Am 19. Mai 2020 stellte er in Los Angeles einen Guinness-World-Records-Rekord auf, indem er den größten Scooter der Welt präsentierte: Er war 4,16 Meter hoch und 3,13 Meter lang. Der absurde Werbegag war in diesem Fall zugleich eine reale sportliche Leistung.

Life Goes On — sein wichtigster Solo-Hit

Der Song, der Oliver Trees Publikum deutlich vergrößerte, erschien erst nach der ursprünglichen Veröffentlichung seines Debütalbums. Life Goes On wurde Teil der erweiterten Version Ugly Is Beautiful: Shorter, Thicker & Uglier, die im Mai 2021 herauskam. Tree schrieb und produzierte den Song gemeinsam mit Getter. Eine einfache Basslinie, eine fast gesprochene Strophe und ein sich wiederholender Refrain machten den Track besonders geeignet für kurze Videos.

2021 erhielt Life Goes On durch TikTok einen enormen Schub und wurde Oliver Trees erste Single, die in die regulären US-amerikanischen Billboard Hot 100 einstieg. Der Song erreichte Platz 71 der Hot 100 und Platz 7 der Hot Rock & Alternative Songs; in Großbritannien schaffte er es in die Top 40. Atlantic veröffentlichte außerdem Versionen mit Ty Dolla $ign, Trippie Redd und Ski Mask the Slump God sowie einen Remix von Clean Bandit.

Der Erfolg von Life Goes On zeigte eine der großen Stärken von Oliver Tree als Songwriter: Seine absurdesten visuellen Ideen wurden oft von extrem kompakter Songstruktur begleitet. Hinter dem Chaos standen einfache melodische Konstruktionen, die gleichermaßen im Alternative-Radio, auf Streaming-Plattformen und in Kurzvideos funktionierten.

Little Big und Welcome to the Internet

2021 arbeitete Tree außerdem mit der russischen Gruppe Little Big zusammen. Das Ergebnis war die gemeinsame EP Welcome to the Internet mit vier Tracks. Auf Turn It Up war der estnische Rapper Tommy Cash zu hören. Das Projekt passte zu beiden Seiten: Sowohl Little Big als auch Oliver Tree hatten ihre Popularität durch eine ähnliche Verbindung aus Dance-Musik, absurdem Humor, markanten Figuren und Videos aufgebaut, die auf ein internationales Internetpublikum ausgerichtet waren.

Cowboy Tears: eine neue Figur statt einer Wiederholung des Debüts

Nach dem Erfolg von Ugly Is Beautiful nahm Oliver keine direkte Fortsetzung auf. Sein zweites Studioalbum Cowboy Tears erschien am 18. Februar 2022 und ging mit einer kompletten Veränderung seines äußeren Erscheinungsbildes einher: Der bisherige Haarschnitt und die Sportkleidung wichen langen blonden Haaren, einem Jeansanzug mit Fransen und einem riesigen Cowboyhut.

Tree bezeichnete diese Musik scherzhaft als „cowboy emo“. Ein echtes Country-Album war Cowboy Tears jedoch nicht: Akustische Gitarren und Western-Bilder verbanden sich mit Alternative Pop-Rock, Pop-Punk und der für ihn typischen Studioverarbeitung. Zu den zentralen Songs gehörten Cowboys Don't Cry, Freaks & Geeks, Swing & A Miss und Cigarettes; an einzelnen Stücken war Travis Barker beteiligt.

Für Tree war diese Veränderung eine Möglichkeit, nicht in der Figur stecken zu bleiben, die ihm Popularität gebracht hatte. Später wurde dieses Prinzip dauerhaft: Jedes neue Album erhielt ein eigenes äußeres Erscheinungsbild, eine eigene visuelle Welt und eine Reihe bewusst überzeichneter Eigenschaften.

Miss You und der Streit um zwei Versionen desselben Remixes

Im Herbst 2022 gelang Oliver Tree mit Miss You ein weiterer internationaler Hit — einer Dance-Neubearbeitung seines Songs Jerk gemeinsam mit dem deutschen DJ Robin Schulz. Der Song wurde auf dem europäischen Markt deutlich erfolgreicher als die meisten seiner vorherigen Veröffentlichungen: In Großbritannien erreichte er Platz 3 und hielt sich 28 Wochen in den Top 100 der Official Singles Chart.

Gleichzeitig war die Geschichte von Miss You mit einem viel beachteten Streit um die Urheberschaft des Remixes verbunden. Der deutsche Produzent Southstar hatte zuvor einen eigenen Track mit demselben Titel veröffentlicht, ebenfalls auf Jerk basierend, und erklärte, die Version von Robin Schulz kopiere seine Arbeit nahezu vollständig. Sony Music unterstützte Southstars Position, während Atlantic Records erklärte, Southstars ursprüngliche Version habe Material von Oliver Tree ohne die notwendige Genehmigung verwendet und die Aufnahme von Tree und Schulz sei die offiziell autorisierte Neubearbeitung des Originalsongs. Damit existierten öffentlich zwei gegensätzliche Versionen über die Herkunft des Arrangements, während beide Aufnahmen gleichzeitig in den Charts vertreten waren.

Unabhängig von diesem Streit wurde gerade die Version von Oliver Tree und Robin Schulz zu einer der kommerziell erfolgreichsten Veröffentlichungen in der Diskografie des Sängers und erhielt in mehreren Märkten Platin-Auszeichnungen.

Alone in a Crowd und Cornelius Cummings

Das dritte Album Alone in a Crowd erschien am 29. September 2023. Dafür veränderte Tree seine Figur erneut vollständig und verwandelte sich in den erfundenen Modedesigner Cornelius Cummings: Eine geometrische schwarze Frisur, Schnurrbart und rosafarbene Kleidung ersetzten die Cowboy-Ästhetik der vorherigen Phase.

Hinter der visuellen Satire stand jedoch eines der beständigsten Themen seines Schaffens — Einsamkeit unter Menschen. In einem NPR-Interview verband Tree die Figur Cummings mit dem Paradox des öffentlichen Lebens: Die Figur ist ständig von anderen Menschen umgeben, sehnt sich aber dennoch nach echter menschlicher Nähe. Das entspricht unmittelbar dem Titel Alone in a Crowd — „allein in einer Menschenmenge“.

Musikalisch kehrte das Album zu einer helleren elektronischen Pop-Produktion zurück. Enthalten waren Bounce, One & Only, Essence mit Super Computer und Fairweather Friends; Miss You erschien als Bonustrack. Oliver war erneut nicht nur am Songwriting beteiligt, sondern auch an Arrangements, Gitarre, Bass, Keyboards und Programmierung.

In derselben Phase setzte er seine größeren Kollaborationen fort. 2023 nahm er Here We Go Again mit David Guetta und Voices mit KSI auf; letzterer Track erreichte Platz 11 der britischen Charts.

Love You Madly Hate You Badly — das letzte Album

Das vierte Studioalbum Love You Madly Hate You Badly erschien am 24. April 2026. Es bestand aus 17 Tracks und stellte einen deutlichen Bruch mit dem Prinzip der vorherigen Alben dar: Statt erneut eine groteske Figur anzunehmen, wollte Oliver eine direktere Version seiner selbst zeigen. Musikalische Grundlage waren erneut Alternative Pop, Gitarrenrock und elektronische Rhythmen, während zu den vorab veröffentlichten Songs Superhero, Joyride und Flowers gehörten.

Tree produzierte das Album selbst und betrachtete es als persönlichere Arbeit über gegensätzliche emotionale Zustände — Liebe und Abneigung, Nähe und Trennung, Ruhe und Chaos. In seinem letzten großen Interview mit Rolling Stone en Español, das kurz vor seinem Tod aufgenommen wurde, erklärte der Musiker, das Material sei während längerer Reisen entstanden und für ihn das persönlichste Kapitel seiner Diskografie gewesen.

Die Veröffentlichung markierte außerdem eine Veränderung seines Verhältnisses zur Musikindustrie: Nach vielen Jahren bei Atlantic Records wechselte Tree zu einem unabhängigeren Arbeitsmodell und verband diese neue Phase mit seinem eigenen Alien Boy Records.

Der Tod von Oliver Tree

Am 14. Juni 2026 kam Oliver Tree im Alter von 32 Jahren in Rio de Janeiro ums Leben. Zwei Hubschrauber kollidierten in der Luft über dem westlichen Teil der Stadt; bei dem Unglück starben alle sechs Menschen an Bord. Trees Anwesenheit unter den Passagieren wurde durch Luftfahrtdokumente bestätigt, später bestätigten auch seine Vertreter und der offizielle Account des Musikers seinen Tod. Die brasilianischen Behörden untersuchten die Ursache der Kollision.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich Tree nach der Veröffentlichung von Love You Madly Hate You Badly auf Tournee. Sein letzter Auftritt hatte in São Paulo stattgefunden, weitere Konzerte in anderen Ländern waren geplant.

Nach seinem Tod teilte das Team des Künstlers mit, eine von ihm zuvor festgelegte Anweisung umsetzen zu wollen: die Gründung eines Fonds zur Unterstützung junger Künstler und Musiker. Ganz im Stil von Trees Humor erhielt das Projekt den Namen Dr. Oliver Tree's Extremely Epic Grant For Baby Geniuses. Nach Angaben seiner Vertreter war die Idee für den Fonds bereits vor der Tragödie in seinem Testament festgehalten worden.

Warum Oliver Tree nicht nur als „Meme-Künstler“ betrachtet werden kann

Oliver Trees Internetpopularität beruhte tatsächlich auf Memes, visueller Übertreibung und seiner Fähigkeit, jedes neue Video in ein eigenes Ereignis zu verwandeln. Doch die Bezeichnung „Meme-Musiker“ erklärt nur die Oberfläche seines Schaffens. Lange vor Atlantic produzierte er bereits experimentelle elektronische Musik, arbeitete mit Field Recordings und spielte mehrere Instrumente; später inszenierte er seine eigenen Musikvideos und war an nahezu allen Produktionsphasen seiner Alben beteiligt.

Seine Songs waren dabei selten so kompliziert wie die visuellen Konzepte. Im Gegenteil: Oliver Tree verstand den Wert einer knappen Form sehr genau — eine kurze Strophe, eine ungewöhnliche Stimmfarbe, ein schwerer Rhythmus und ein Refrain, den man nach einmaligem Hören behalten konnte. Genau das erlaubte demselben Künstler, gleichzeitig im Alternative-Radio, auf TikTok, in elektronischer Musik und in Popcharts zu funktionieren.

Er gehörte zudem zu einer Generation, für die das Musikvideo nicht länger nur ein sekundäres Werbeformat war. Ein mehr als vier Meter hoher Scooter, inszenierte Unfälle, riesige Zigaretten, Cowboykostüme, Menschenmengen mit identischen Frisuren und absurde Mockumentary-Videos waren Erweiterungen der Songs selbst. Deshalb lässt sich ein einzelner Oliver-Tree-Track oft nicht vollständig von der Figur und der visuellen Geschichte trennen, mit denen er veröffentlicht wurde.

Diskografie von Oliver Tree

Wichtige Studioalben:

  • Ugly Is Beautiful — 2020;
  • Cowboy Tears — 2022;
  • Alone in a Crowd — 2023;
  • Love You Madly Hate You Badly — 2026.

Der Katalog wird von offiziellen Musikdiensten bestätigt und umfasst vier zentrale vollständige Alben aus der Oliver-Tree-Phase.

Wichtige frühe und zusätzliche Veröffentlichungen:

  • Splitting Branches — 2013, unter dem Namen Tree veröffentlicht;
  • Demons — EP, 2013, Apollo / R&S Records;
  • Alien Boy — EP, 2018;
  • Do You Feel Me? — EP, 2019;
  • Ugly Is Beautiful: Shorter, Thicker & Uglier — erweiterte Ausgabe, 2021;
  • Welcome to the Internet — gemeinsame EP mit Little Big, 2021;
  • Cowboy Tears Drown the World in a Swimming Pool of Sorrow — erweiterte Ausgabe, 2022.

Zu Oliver Trees bekanntesten Songs gehören When I'm Down, Alien Boy, Hurt, Cash Machine, Let Me Down, Life Goes On, Cowboys Don't Cry, Miss You, Bounce und One & Only.

Musikalisches Vermächtnis

Oliver Trees Karriere durchlief mehrere nahezu unvereinbare musikalische und visuelle Phasen: die experimentelle Elektronik von Tree, die groteske Figur der Alien Boy- und Ugly Is Beautiful-Ära, den melancholischen Cowboy von Cowboy Tears, den Modedesigner Cornelius Cummings aus Alone in a Crowd und die persönlichere letzte Phase von Love You Madly Hate You Badly. Trotz aller Veränderungen blieben bestimmte Themen konstant: Entfremdung, Selbstironie, Scheitern, toxische Beziehungen und der Versuch, die eigene Individualität zu bewahren.

Seine erfolgreichsten Songs bewiesen, dass eine exzentrische Internetfigur nicht anstelle einer Musikkarriere existieren muss, sondern gleichzeitig mit ihr. Life Goes On und Miss You wurden internationale Hits, Ugly Is Beautiful führte die US-amerikanischen Rock- und Alternative-Albumcharts an, und Alien Boy sowie Hurt schufen eine visuelle Sprache, durch die Oliver Tree auch ohne Namensnennung sofort erkennbar war.

Hinter den absichtlich lächerlichen Kostümen und der endlosen Selbstironie stand ein Künstler, der einen ungewöhnlich großen Teil seiner eigenen kreativen Welt kontrollierte — Musik, Figuren, Drehbücher und visuelle Entscheidungen. Genau das macht Oliver Tree zu einer markanten Figur der alternativen Popkultur seiner Zeit: Er verwandelte den Mechanismus des Internetruhms selbst in künstlerisches Material und hinterließ zugleich einen Katalog von Songs, die unabhängig von den Memes funktionieren können, auf denen seine öffentliche Bekanntheit ursprünglich beruhte.


Musik hören Oliver Tree

Oliver Tree - My Only Friend

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03:15 7.67Mb [320 kbps] 31 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - I Need You

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02:45 6.95Mb [320 kbps] 21 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Glow On

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02:58 7.02Mb [320 kbps] 23 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Sideways

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Oliver Tree - Hey Shorty

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Oliver Tree - Death Ray

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03:10 7.47Mb [320 kbps] 19 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Dirty

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03:07 7.36Mb [320 kbps] 22 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Crazy

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02:04 4.94Mb [320 kbps] 93 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Someone Else

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03:12 7.56Mb [320 kbps] 33 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

Oliver Tree - Halo

Oliver Tree - Halo

02:39 6.31Mb [320 kbps] 29 0 0 27.04.2026 Shattered Echo Pop

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