Мария Яремчук - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Мария Яремчук

Maria Nazarivna Yaremchuk (ukrainisch: Марія Назарівна Яремчук; geboren am 2. März 1993 in Czernowitz, Ukraine) ist eine ukrainische Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Sie war Finalistin der zweiten Staffel der Show «Голос країни», belegte beim Wettbewerb «Новая волна 2012» den dritten Platz und erhielt dort außerdem den Publikumspreis. Beim Eurovision Song Contest 2014 vertrat sie die Ukraine und erreichte mit dem Song «Tick-Tock» den sechsten Platz. Sie ist die Tochter des ukrainischen Sängers Nazariy Yaremchuk.

In der ersten Hälfte der 2010er-Jahre gehörte Maria Yaremchuk zu den auffälligeren jungen Künstlerinnen der ukrainischen Popszene. Zu ihrem Repertoire zählen «Тебе я знайду», «Tick-Tock», «До тебе», «Білою фарбою», «Ти в мені є», «До нестями» und «Назавжди». 2018 beendete sie ihre regelmäßige Konzerttätigkeit wegen Panikattacken, die vor Bühnenauftritten auftraten. Nach einer längeren Pause veröffentlichte Yaremchuk die selbst geschriebenen Songs «Дорога Воїна», «Вона» und «Щит і Меч». 2024 war sie Produzentin des Dokumentarfilms «Яремчук: Незрівнянний світ краси» und des Albums RE: Yaremchuk, die dem künstlerischen Erbe ihres Vaters gewidmet sind.

Kindheit und Familie

Maria Yaremchuk wurde am 2. März 1993 in Czernowitz geboren. Ihr Vater, Nazariy Yaremchuk, gehörte zu den bekanntesten ukrainischen Schlagersängern der 1970er- bis 1990er-Jahre, war Mitglied des VIA-Ensembles «Смеричка» und interpretierte unter anderem «Стожари», «Гай, зелений гай», «Родина» und «Запроси мене у сни».

Nazariy Yaremchuk starb 1995, als seine Tochter zwei Jahre alt war. Maria hat die älteren Halbbrüder Dmytro und Nazariy aus der ersten Ehe ihres Vaters sowie die ältere Halbschwester Vira aus der ersten Ehe ihrer Mutter.

Musik spielte bereits in ihrer Kindheit eine wichtige Rolle. Zugleich verschaffte ihr der bekannte Familienname Zugang zum kulturellen Erbe ihres Vaters und stellte sie vor die Aufgabe, eine eigenständige Karriere aufzubauen.

Ausbildung

2009 absolvierte Maria das Gymnasium Nr. 4 in Czernowitz und begann anschließend ein Studium an der Kiewer Städtischen Akademie für Varieté- und Zirkuskunst, wo sie Popgesang studierte.

Parallel dazu studierte sie an der Fakultät für Geschichte, Politikwissenschaft und internationale Beziehungen der Nationalen Universität Czernowitz. Zum Zeitpunkt ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest hatte Yaremchuk ihre professionelle Gesangsausbildung bereits abgeschlossen.

«Голос країни»

Der erste große Abschnitt ihrer öffentlichen Karriere begann 2012. Maria nahm an der zweiten Staffel der Fernsehsendung «Голос країни. Нова історія» teil und kam in das Team von Oleksandr Ponomariov.

Sie erreichte gemeinsam mit Pavlo Tabakov, Angelina Moniak und Nazar Savko das Finale. Nach dem Zuschauervoting belegte Yaremchuk den vierten Platz. Sieger der Staffel wurde Pavlo Tabakov.

Die Teilnahme an der Fernsehsendung brachte der Sängerin erstmals ein breites Publikum und führte fast unmittelbar zum nächsten internationalen Projekt.

«Новая волна 2012»

Im Sommer 2012 vertrat Maria die Ukraine beim internationalen Wettbewerb für junge Interpreten «Новая волна» in Jūrmala.

Sie belegte den dritten Platz und erhielt außerdem den Publikumspreis. Dieses Ergebnis festigte den Erfolg nach «Голос країни» und leitete faktisch ihre eigenständige Popkarriere ein.

Erste Singles

Im Herbst 2012 veröffentlichte Yaremchuk ihre erste größere Solosingle «Со мной опять», geschrieben von Konstantin Meladze und Andrey Franzuz. Zu dem Song entstand ein Musikvideo unter der Regie von Sergey Tkachenko.

Die nächste wichtige Veröffentlichung, «Тебе я знайду», erschien 2013. Im Gegensatz zur Debütsingle schrieb Maria sowohl Text als auch Musik selbst. Der Song wurde auf Ukrainisch aufgenommen und markierte eine stärker autorengeprägte Richtung ihrer Arbeit.

Erster Versuch, zum Eurovision Song Contest zu gelangen

Am 23. Dezember 2012 nahm Maria Yaremchuk erstmals am ukrainischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. Mit ihrem eigenen englischsprachigen Song «Imagine» belegte sie den fünften Platz.

Für die Ukraine trat beim Wettbewerb 2013 schließlich Zlata Ognevich mit «Gravity» an. Ein Jahr später kehrte Yaremchuk mit neuem Material in den Vorentscheid zurück.

Tick-Tock und Sieg im Nationalen Vorentscheid

Am 21. Dezember 2013 gewann Maria Yaremchuk den ukrainischen Nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2014 mit «Tick-Tock». Sie erhielt sowohl von der Jury als auch vom Fernsehpublikum die maximalen 12 Punkte.

Die Musik zu «Tick-Tock» schrieb Yaremchuk selbst; den Text verfasste sie gemeinsam mit der schwedischen Songwriterin Sandra Bjurman. Vor dem internationalen Wettbewerb wurde das Stück überarbeitet, wobei Arrangement und Teile des Textes deutlich verändert wurden.

Eurovision Song Contest 2014

Der Wettbewerb fand in Kopenhagen statt. Im ersten Halbfinale belegte Maria mit 118 Punkten den fünften Platz und qualifizierte sich für das Finale.

Am 10. Mai 2014 eröffnete sie die Finalshow. «Tick-Tock» erhielt 113 Punkte und belegte den sechsten Platz unter 26 Finalisten. Damit gehört das Ergebnis zu den stärksten ukrainischen Platzierungen der 2010er-Jahre vor dem Sieg von Jamala.

Ein besonders einprägsames Element des Auftritts war eine große Laufrad-Konstruktion, in der der Tänzer Ihor Kuleshyn auftrat. Die Inszenierung wurde zu einem der bekanntesten visuellen Bilder des Eurovision Song Contest 2014.

Karriere nach dem Eurovision Song Contest

Nach dem Wettbewerb veröffentlichte Yaremchuk weiterhin einzelne Singles, ohne zu einem klassischen Albumformat überzugehen.

2014 erschienen «Без тебя» und «Против ветра». 2015 folgte der selbst geschriebene Song «До тебе»; Musik und Text stammten von Maria selbst. Das Musikvideo inszenierte Radislav Lukin.

In dieser Zeit entfernte sich die Sängerin schrittweise vom überwiegend russischsprachigen Poprepertoire ihrer frühen Jahre und nahm zunehmend Musik auf Ukrainisch auf.

«Білою фарбою» und «В чистім полі»

2016 erschienen «Білою фарбою» und «В чистім полі». Zu letzterem entstand ein Musikvideo unter der Regie von Alan Badoev. Der Song setzte die Linie moderner ukrainischer Popmusik mit folkloristischen visuellen und melodischen Assoziationen fort.

Im selben Zeitraum nahm Maria gemeinsam mit Oleksandr Ponomariov die Komposition «Недозволена» auf. Spätere Gerüchte über eine persönliche Beziehung zwischen den Künstlern wurden nie offiziell bestätigt und gehören nicht zur kreativen Biografie der Sängerin.

«Ти в мені є»

Am 5. April 2017 erschien mit «Ти в мені є» eine der auffälligsten Singles aus Yaremchuks späterer Karrierephase.

Das Musikvideo wurde von Alan Badoev inszeniert. Bei den M1 Music Awards erhielt die Arbeit Fachpreise für Regie, Kameraführung und Schnitt.

2017 erschien außerdem die Single «До нестями», und Maria wirkte bei Ivan NAVIs Song «Хімія» mit.

Назавжди

Am 2. März 2018, ihrem 25. Geburtstag, veröffentlichte Yaremchuk «Назавжди». Musik und Text stammten von Mykhailo Klymenko, Soundproduzent war Vlad Palagin.

Klanglich unterschied sich der Song deutlich von ihrer frühen Mainstream-Popmusik und verband Elemente von Alternative R&B und Soul.

«Легенда Карпат»

Im selben Jahr versuchte sich Maria auch als Filmschauspielerin. Sie übernahm eine der Hauptrollen im historischen Abenteuerfilm «Легенда Карпат» unter der Regie von Serhiy Skobun.

Yaremchuk spielte Marichka Dzvinka, die Geliebte von Oleksa Dovbush. Dessen Rolle übernahm Valeriy Kharchyshyn, Frontmann der Band «Друга ріка». Der Film kam am 29. März 2018 in die ukrainischen Kinos.

Rückzug von der Bühne

Im Frühjahr 2018 kündigte Maria Yaremchuk überraschend das Ende ihrer regelmäßigen Konzerttätigkeit an.

Der Grund hatte nichts mit fehlendem Material oder einem Verlust des Interesses an Musik zu tun. Die Sängerin erklärte öffentlich, dass sie etwa eineinhalb Jahre lang vor Konzerten unter starken psychischen Beschwerden gelitten hatte: Bühnenauftritte waren von Panikattacken und großer Angst begleitet. Sie suchte professionelle Hilfe und entschied schließlich, eine Karriere zu beenden, die auf ständigen Liveauftritten basierte.

Danach verschwand Yaremchuk nahezu vollständig aus der Boulevardberichterstattung und trat nur noch selten im Fernsehen oder bei Konzerten auf.

Rückkehr mit eigenen Songs im Jahr 2022

Vollständig gab sie die Musik jedoch nicht auf. Nach Beginn der großangelegten russischen Invasion der Ukraine begann Maria wieder eigene Werke zu veröffentlichen.

Im März 2022 erschien «Дорога Воїна». Text und Musik schrieb Yaremchuk selbst, als Soundproduzent war Vitaliy Telezyn beteiligt. Ursprünglich war der Song als persönliche Geschichte eines inneren Kampfes um Freiheit gedacht, erhielt nach Beginn des Krieges jedoch einen breiteren nationalen Kontext.

Im April desselben Jahres wurde die kurze Single «Вона» offiziell veröffentlicht.

Rückkehr auf die Eurovision-Bühne

Am 11. Mai 2023 trat Maria Yaremchuk erstmals seit fünf Jahren wieder auf einer großen internationalen Bühne auf. Sie war Teil des Interval Acts im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contest 2023 in Liverpool, den Großbritannien im Namen der Ukraine ausrichtete.

Im Programmpunkt Music Unites Generations sang Yaremchuk einen Ausschnitt aus dem Song ihres Vaters «Родина» in einem modernen Arrangement. Außerdem wirkten Rapper OTOY und die ukrainische Junior-Eurovision-Teilnehmerin 2022 Zlata Dziunka mit. In die musikalische Gestaltung wurden Werke von Myroslav Skoryk und anderen ukrainischen Komponisten eingebunden.

«Щит і Меч»

Zwei Wochen nach ihrem Auftritt in Liverpool veröffentlichte Maria mit «Щит і Меч» ihre erste vollwertige Solosingle seit mehreren Jahren.

Yaremchuk hatte den Song bereits ungefähr 2018 geschrieben. Maria Yaremchuk ist als Autorin von Text und Musik angegeben; am Klang arbeitete sie gemeinsam mit Vitaliy Telezyn und Studio 211. Die Veröffentlichung erfolgte am 26. Mai 2023.

Der Song bedeutete allerdings keine Rückkehr zum früheren Konzertplan. Yaremchuk wählte weiterhin einzelne Projekte aus und trat nur selten öffentlich auf.

Das Erbe von Nazariy Yaremchuk

Zu den wichtigsten Bereichen ihrer Arbeit nach der Rückkehr gehörte die Bewahrung und Neuinterpretation des künstlerischen Erbes ihres Vaters.

Maria initiierte den Dokumentarfilm «Яремчук: Незрівнянний світ краси» über Leben und Karriere von Nazariy Yaremchuk. Regie führte Artem Hryhorian, als Produzenten fungierten Maria Yaremchuk und Maksym Serdiuk.

Für den Film wurden Familienarchive, Tagebücher, Briefe, historische Aufnahmen und Erinnerungen von Menschen verwendet, die mit Nazariy Yaremchuk gearbeitet hatten. Die Festivalpremiere fand im Juni 2024 beim Mykolaichuk OPEN in Czernowitz statt; am 8. August 2024 kam der Film landesweit in die ukrainischen Kinos.

Der Film erzielte für einen ukrainischen Dokumentarfilm außergewöhnlich starke Zuschauerzahlen und wurde zu einer der erfolgreichsten nationalen Dokumentarproduktionen der letzten Jahre.

RE: Yaremchuk

Parallel zum Film produzierte Maria das Musikprojekt RE: Yaremchuk, ein Album mit modernen Neuinterpretationen von Songs aus dem Repertoire ihres Vaters.

An den Aufnahmen beteiligten sich Jamala, Pianoбой, «Друга ріка», KAZKA, Dantes, O.TORVALD, Tember Blanche, Ivan NAVI, ADAM, Balsam und weitere ukrainische Künstler.

Das Album enthält neue Versionen von «Усміхнися мені», «Два перстені», «Стожари», «Водограй», «Гай, зелений гай», «Запроси мене у сни», «Квітка Розмарія» und weiteren Werken. Maria Yaremchuk beschrieb das Ziel des Projekts als Versuch, die Musik von Nazariy Yaremchuk in einen zeitgenössischen kulturellen Kontext zurückzubringen und einer jüngeren Generation näherzubringen.

Songwriterin

Maria Yaremchuk beschränkte sich nicht auf ihre Rolle als Sängerin. Eigenes Songwriting spielte bereits früh in ihrer Karriere eine Rolle.

Sie schrieb «Imagine» und «Тебе я знайду» selbst, war an der Entstehung von «Tick-Tock» beteiligt und ist Autorin von «До тебе», «Против ветра», «Дорога Воїна» und «Щит і Меч».

Dieser Teil ihrer Arbeit wurde nach 2018 besonders deutlich: Die seltenen neuen Veröffentlichungen wurden persönlicher und lösten sich fast vollständig vom klassischen Modell der kommerziellen Popindustrie.

Musikstil

Yaremchuks frühes Repertoire bewegte sich im Bereich moderner Mainstream-Popmusik. «Со мной опять» und der Eurovision-Song «Tick-Tock» waren um große radiotaugliche Refrains und eine auffällige Bühneninszenierung aufgebaut.

Mit der Zeit nahm der Anteil ukrainischsprachiger und selbst geschriebener Musik zu. «Тебе я знайду» griff folkloristische Bilder auf, «До тебе» entwickelte ihre lyrische Poprichtung weiter, während «Назавжди» Elemente von Alternative R&B und Soul verwendete.

«Дорога Воїна» und «Щит і Меч» gehören bereits zu einer anderen Phase: Hier verantwortet Yaremchuk Text und Musik selbst, und die Kompositionen sind weniger auf popmusikalische Effektwirkung als auf persönliche Aussage ausgerichtet.

Privatleben

Maria Yaremchuk sprach im Verlauf ihrer Karriere nur selten über ihr Privatleben und zog sich nach ihrem Bühnenrückzug noch stärker aus der Öffentlichkeit zurück.

2024 bestätigte sie, erstmals Mutter geworden zu sein und einen Sohn zur Welt gebracht zu haben. Die Identität des Vaters machte die Sängerin nicht öffentlich. Zugleich widersprach sie ausdrücklich Medienberichten, wonach Oleksandr Ponomariov der Vater sei.

Nach der Geburt ihres Kindes kündigte Yaremchuk keine Rückkehr zu regelmäßigen Tourneen an und führte weiterhin ein überwiegend nichtöffentliches Leben.

Ausgewählte Diskografie

  • «Со мной опять» — 2012
  • «Imagine» — 2012
  • «Тебе я знайду» — 2013
  • «Tick-Tock» — 2014
  • «Против ветра» — 2014
  • «До тебе» — 2015
  • «Білою фарбою» — 2016
  • «В чистім полі» — 2016
  • «Ти в мені є» — 2017
  • «До нестями» — 2017
  • «Назавжди» — 2018
  • «Дай любов» — 2018
  • «Дорога Воїна» — 2022
  • «Вона» — 2022
  • «Щит і Меч» — 2023

Bis 2026 hat Maria Yaremchuk kein vollständiges Solo-Studioalbum veröffentlicht; ihre wichtigste eigene Diskografie besteht aus einzelnen Singles. Auf digitalen Plattformen finden sich außerdem spätere Remixe und Neuveröffentlichungen ihres frühen Materials.

Maria Yaremchuk heute

Maria Yaremchuks Karriere verlief deutlich weniger geradlinig, als ihr schneller Erfolg zu Beginn der 2010er-Jahre vermuten ließ. Innerhalb weniger Jahre führte ihr Weg von einem TV-Gesangswettbewerb bis zum sechsten Platz beim Eurovision Song Contest. Danach verzichtete sie bewusst auf eine dauerhafte Bühnenkarriere zu einem Zeitpunkt, an dem sie den klassischen Weg einer Popkünstlerin problemlos hätte fortsetzen können.

Ihre Rückkehr war kein Versuch, den früheren Rhythmus wiederherzustellen. Die selbst geschriebenen Songs der Jahre 2022–2023, der Auftritt in Liverpool, der Film «Яремчук: Незрівнянний світ краси» und das Album RE: Yaremchuk stehen für eine andere Arbeitsweise: seltene eigene Veröffentlichungen und Projekte, die mit ukrainischer Musikkultur und dem Erbe von Nazariy Yaremchuk verbunden sind.


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