
Geburtsname: Alexei Sergejewitsch Zwetkow
Geburtsdatum: 21. Oktober 1978
Geburtsort: Leningrad, UdSSR
Künstlername: DJ ZwetkoFF
Berufe: DJ, Komponist, Produzent, Radiomoderator
Hauptstile: Electro House, Progressive House, Progressive Trance, Dance
Status: eine der Schlüsselfiguren der russischen Dance- und Radioszene der späten 1990er- und 2000er-Jahre
DJ ZwetkoFF und „Radio Record“: An den Ursprüngen des Dance-Radios
DJ ZwetkoFF ist eine Persönlichkeit, die untrennbar mit der Geschichte von „Radio Record“ verbunden ist.
Er gehörte zu den Gründern des Senders seit dessen Start im Jahr 1995, zu einer Zeit, als sich elektronische Tanzmusik in Russland erst als eigenständige Kulturszene formierte.
Seine Autorensendung „Tanzpol“, die 1995 ins Leben gerufen wurde, war eines der ersten regelmäßigen Formate für elektronische Musik im FM-Radio. Für St. Petersburg der 1990er- und frühen 2000er-Jahre prägte diese Sendung maßgeblich das Verständnis davon, was eine moderne Dance-Szene ist — energiegeladen, westlich orientiert und klar clubbasiert.
Von 1995 bis 2005 arbeitete DJ ZwetkoFF bei „Radio Record“ als Moderator der Sendung „Tanzpol“, On-Air-DJ und musikalischer Selektor in der Aufbauphase des Senders.
Für viele Hörer waren seine Sendungen die erste Begegnung mit der Clubkultur.
Kommerzieller Durchbruch und Massenerfolg
Anfang der 2000er befand sich DJ ZwetkoFF in einer einzigartigen Position: Er war gleichzeitig Club-DJ und einer der kommerziell erfolgreichsten elektronischen Produzenten im GUS-Raum.
Ein Schlüsselmoment war die Zusammenarbeit mit Tatjana Bulanowa — „Mein Traum“ (2000).
Der Track wurde ein Superhit und bewies, dass elektronische Bearbeitung und Club-Denken massentauglich sein können, ohne ihre Energie und ihren tänzerischen Charakter zu verlieren.
Wichtig ist, dass das Projekt „ZwetkoFF & Bulanowa — Mein Traum“ nicht auf einen einzelnen Titel beschränkt war. Es handelte sich um ein vollwertiges gemeinsames Album, bei dem eine Pop-Ikone erstmals in der Geschichte der GUS ihr gesamtes Klangbild vollständig in die Hände eines Clubproduzenten legte.
Dieser Schritt wurde zu einem Präzedenzfall für die russische Unterhaltungsindustrie: Er zeigte, dass die elektronische Szene nicht nur das Pop-Format bedienen, sondern es komplett neu denken kann. Dieses Projekt ebnete vielen späteren Kollaborationen zwischen Popkünstlern und DJs den Weg.
In den folgenden Jahren arbeitete ZwetkoFF als Komponist und Produzent mit führenden Popstars der frühen 2000er zusammen, darunter:
Diese Phase festigte seinen Ruf als DJ, der elektronische Ästhetik für ein breites Publikum übersetzen konnte.
Radio als System: „Dynamit FM“ und Management-Erfahrung
Im Jahr 2002 erweiterte DJ ZwetkoFF seine Rolle in der Branche und wurde:
- Programmdirektor des Radiosenders „Dynamit FM“ (Moskau)
- Moderator der Musiksendung „Poleteli“
In dieser Phase zeigte er sich nicht nur als Künstler, sondern auch als Architekt eines Radioformats, verantwortlich für Musikpolitik, Rotationen und strategische Entwicklung des Senders.
Später gründete er außerdem eine Schule für elektronische Musik und Radio in Sankt Petersburg, in der er sein Wissen an die nächste Generation von DJs und Radiomoderatoren weitergab.
Clubs, Festivals und die Ära des großen Dancefloors
Seit 1995 trat DJ ZwetkoFF aktiv in führenden Clubs von Sankt Petersburg auf, darunter Mad Wave, Plaza, Magrib, Aquatoria, Konjuschenny Dwor und andere.
Er nahm an großen Events und Festivals teil:
- Love Parade (Deutschland, 2000)
- „Samsung. Weiße Nächte“
- „Vspyshka“ (Radio Record)
- „Dynamika“ (Dynamit FM / Dance Planet)
Diese Auftritte festigten seinen Status als DJ von nationalem und internationalem Format.
Musikalischer Stil und Handschrift
In seinen Sets verfolgte DJ ZwetkoFF stets einen energiegeladenen, geradlinigen und zugleich melodischen Sound: Electro House, Progressive House und Progressive Trance.
Sein Stil basierte auf eingängigen Hooklines, kraftvoller Rhythmik und hitorientierter Dramaturgie.
Es war der Sound des großen Dancefloors, ausgerichtet auf Emotion, Bewegung und unmittelbare Resonanz des Publikums.
DJ ZwetkoFF gehörte zu den ersten DJs in Russland mit einem klar ausgearbeiteten Bühnenimage. Kabellose Kopfhörer, auffällige Outfits und aktive Interaktion mit dem Publikum machten den DJ zu einem vollwertigen Bühnenkünstler, dem man nicht nur zuhören, sondern den man auch sehen wollte.
Zu einer Zeit, als DJs meist „Menschen hinter dem Mischpult“ waren, setzte ZwetkoFF neue Maßstäbe für visuelle Präsenz und nahm damit das EDM-Showformat vorweg, das erst Jahre später zum Standard wurde.
Wo er heute steht
Seit 2022 lebt Alexei Zwetkow in Israel, wo er seinen beruflichen Schwerpunkt verlagert und sich dem Hotelgeschäft zugewandt hat.
Die Musik hat er jedoch nicht vollständig verlassen: Er bleibt als Produzent aktiv, veröffentlicht gelegentlich neue Tracks und Remixe und arbeitet mit zeitgenössischen Künstlern und Labels (unter anderem mit Verbindungen zu Black Star).
Sein Engagement in der Branche ist heute punktuell und bewusst, ohne dauerhafte Medienpräsenz.
Trotz Länderwechsel pflegt DJ ZwetkoFF weiterhin eine besondere Beziehung zum Record Club. Er ist dort Ehrenresident und tritt gelegentlich in Sondersendungen auf, die der Geschichte des Senders und der Dance-Kultur gewidmet sind.
Seine Präsenz im Radio ist damit nicht mehr regelmäßig, sondern symbolisch — als eine Figur, die an den Ursprüngen des Formats stand.
Diskografie von DJ ZwetkoFF
Die Diskografie von DJ ZwetkoFF spiegelt seine doppelte Rolle in der Branche wider:
als Club-DJ und als Pop-Produzent, der in der Blütezeit der russischen Dance-Musik mit der Massenkultur arbeitete.
CD-Kompilationen und die Zeit vor dem Streaming
In den 2000er-Jahren gehörte DJ ZwetkoFF zu den meistverkauften DJs des Landes im physischen Format. Seine CD-Kompilationen — insbesondere die Reihen „Tanzpol“ und „Poleteli“ — wurden landesweit in Musikläden und Kiosken in hohen Auflagen verkauft.
In der Vor-Streaming-Ära erfüllten diese Compilations dieselbe Funktion wie heutige Playlists: Sie prägten den Geschmack, machten elektronische Musik zugänglich und integrierten Club-Sound in den Alltag.
Besondere Erwähnung verdient die Komposition „Hymne von ZSKA“. Ein wenig bekannter Fakt: DJ ZwetkoFF ist der Autor einer der bekanntesten musikalischen Versionen der Hymne des Fußballclubs. Dieses Projekt zeigte ihn nicht nur als DJ und Produzenten, sondern auch als Komponisten, der mit kollektiver Identität und Emotion arbeitet.
Eigene Produktionen
- Megamove (2002)
- Freunde (2003)
- Hymne von ZSKA (2004)
Remixe
- Tatjana Bulanowa — „Mein Traum“ (2000)
- Diskoteka Awarija — offizieller Remix (2000er)
- Elena Rodnjanskaja („MeliSSa“) — „Ich tanze“ (2016)
Produzenten- und Kompositionsarbeiten
- Tatjana Bulanowa — „Mein Traum“ (2000)
- Katja Lel — „Erbsen“ (2001)
- Filipp Kirkorow — „Du wirst es glauben“ (2001)
- Filipp Kirkorow — „Ich werde für dich sterben“ (2001)
- Filipp Kirkorow — „Technosila“ (2001)
- Irina Saltykowa — „Ich vermisse dich“ (2001)
Radioprojekte und Mixe
- „Tanzpol“ — Autorensendung (1995–2005)
- DJ ZwetkoFF Radioshow auf Record Club (seit 2015)
Die Diskografie von DJ ZwetkoFF umfasst sowohl offizielle Veröffentlichungen als auch bedeutende Remixe und Radiowerke, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung der russischen Dance-Kultur der späten 1990er- und 2000er-Jahre spielten.
Fazit
DJ ZwetkoFF ist ein DJ der FM-Radio-Ära und der großen Dancefloors — ein Mensch, der elektronische Musik in Russland massentauglich machte, ohne ihren Club-Kern zu zerstören. Sein Weg ist die Geschichte des Übergangs der Dance-Kultur vom Underground in den Mainstream, in dem der DJ erstmals zu einer medialen und kulturellen Figur wurde.