Анастасия Букина - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

Анастасия Букина

Anastasia Bukina ist eine ukrainische Jazz- und Popsängerin aus Odesa, Gesangspädagogin und Gründerin der Schule Sing It. Sie wurde am 25. Mai 1985 geboren. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie in Jazz-, Rock- und Elektronikprojekten, war Solistin der Odesa Philharmonie und kooperierte mit Bigbands und Kammerorchestern. Den Kern ihres Repertoires bilden Jazz, Soul und Popmusik.

Zu Bukinas musikalischer Biografie gehören die Mitwirkung in den Gruppen «Дети Фиделя» und Dust Heaven, eigene Ensembles, die Zusammenarbeit mit den Pianisten Alexey Petukhov und Yuri Kuznetsov, das Album Ain’t Nobody’s Business If I Do, Erfolge bei Gesangswettbewerben sowie Auftritte auf ukrainischen und europäischen Jazzbühnen.

Kindheit und musikalische Ausbildung

Anastasia Bukina wurde in Odesa geboren. Mit Musik und Bühne kam sie schon früh in Berührung: Im Alter von fünf Jahren begann sie in einem Theaterstudio, wo sie an Aufführungen teilnahm und Kinder-Gesangsparts übernahm.

Mit sieben Jahren begann sie an einer Musikschule Klavier zu lernen. Parallel nahm sie Gesangsunterricht und beteiligte sich an Kinder- und Jugendwettbewerben, darunter «Черноморские игры», «Жемчужина Юга» und weitere Projekte.

Mit fünfzehn Jahren trat Bukina in die Abteilung für Pop und Jazz am K. F. Dankevich College of Arts and Culture in Odesa ein. In dieser Zeit entwickelte sich professioneller Jazz zunehmend zum Schwerpunkt ihrer Ausbildung.

Im Jahr 2000 trat sie beim Festival «Таврийские игры» als Mitglied des Projekts «Лёми-Лём» auf. 2001 gewann sie den Leonid-Utyosov-Jazzwettbewerb in der Kategorie Gesang.

Von 2001 bis 2002 absolvierte Bukina eine Ausbildung an der Workshop-Schule des Festivals «Червона рута». Diese Phase wurde zu einem wichtigen Teil ihrer weiteren professionellen Entwicklung als Popsängerin.

2004 schloss sie das Dankevich College of Arts and Culture in Odesa mit Auszeichnung ab.

«Дети Фиделя» und Dust Heaven

2003 wurde Anastasia Bukina Sängerin der Odesaer Gruppe «Дети Фиделя». Das Projekt gehörte zu ihren ersten bedeutenden professionellen Stationen außerhalb des Ausbildungsumfelds.

Der folgende Abschnitt ihrer Karriere war für eine Sängerin, die später vor allem mit Jazz verbunden wurde, eher ungewöhnlich. 2004 schloss sie sich der Odesaer Band Dust Heaven an und ersetzte Olga Pulatova als Sängerin.

Dust Heaven bewegten sich an der Schnittstelle von Gothic Electronica, Darkwave und Rockmusik. Die Arbeit mit der Band führte Bukina weit aus ihrem gewohnten Jazzumfeld heraus. Die Gruppe trat in der Ukraine, Russland, Deutschland und Polen auf.

Mit Bukina war Dust Heaven auf größeren europäischen Veranstaltungen der Gothic-Szene vertreten. 2004 spielte die Band beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, 2005 beim Dark East Music Meeting in Warschau. In dieser Zeit trat die Gruppe außerdem in Kyiv, Moskau und Sankt Petersburg auf.

Die Zusammenarbeit mit Dust Heaven dauerte mehrere Jahre und vermittelte Bukina Erfahrungen, die sich deutlich von ihrer akademischen und jazzorientierten Ausbildung unterschieden: elektronische Arrangements, Clubbühnen und die Gothic-Festivalszene verlangten eine andere Art der Interpretation.

Ain’t Nobody’s Business If I Do

Eine der wichtigsten Phasen ihrer frühen Solokarriere war die Zusammenarbeit mit dem Odesaer Pianisten Alexey Petukhov. 2007 führte sie zur Veröffentlichung des Albums Ain’t Nobody’s Business If I Do, das stark in der Jazztradition verwurzelt ist.

Als Soundproduzent fungierte der Komponist Vasily Goldakovsky. Das Mastering übernahm Tom Meyer im Studio Master & Servant in Hamburg. Zu den Gastmusikern gehörte der Gitarrist Yuri Terletsky.

Der Albumtitel verweist auf den klassischen Blues- und Jazzstandard «Ain’t Nobody’s Business If I Do», der in zahlreichen Versionen amerikanischer Jazz- und Bluesinterpreten bekannt ist.

Für Bukina wurde diese Aufnahme zum ersten größeren Soloprojekt, in dem ihr eigener Interpretationsstil ausdrücklich über ein Jazzrepertoire und nicht über die Mitwirkung in einer Band eines anderen Genres präsentiert wurde.

Yuri Kuznetsov und die Jazzszene von Odesa

Einen bedeutenden Platz in Bukinas künstlerischer Biografie nahm die Zusammenarbeit mit dem Pianisten, Komponisten und Improvisator Yuri Kuznetsov ein, einer der zentralen Persönlichkeiten des Jazz in Odesa.

Bukina trat mehrfach mit ihm bei Festivals, städtischen Konzerten und speziellen Programmen auf. Ihr gemeinsames Repertoire umfasste Jazzstandards und Werke, die mit der Geschichte der Odesaer Jazzschule verbunden waren.

Zu diesen Stücken gehörte George Gershwins «Summertime». Bukina bezeichnete die Komposition als ein für das Jazzrepertoire besonders wichtiges Werk und setzte sie auch in ihrer pädagogischen Arbeit ein.

Gemeinsame Programme von Bukina und Kuznetsov wurden auch mit Orchesterbegleitung aufgeführt. Unter anderem traten sie mit dem Kammerorchester der Odesa Philharmonie unter der Leitung von Igor Shavruk auf.

Nach dem Tod von Yuri Kuznetsov beteiligte sich Bukina weiterhin an Konzerten zu seinem Gedenken. 2023 trat sie bei einem Jubiläumsabend für den Musiker gemeinsam mit Alexey Petukhov, Andrey Pokaz und weiteren Vertretern der Odesaer Jazzszene auf.

Odesa Philharmonie und Arbeit mit Orchestern

Seit Mitte der 2000er-Jahre war Anastasia Bukina als Solistin und Teilnehmerin verschiedener Konzertprogramme mit der Odesa Philharmonie verbunden.

Ihre Bühnenarbeit beschränkte sich nicht auf kleine Jazzformationen. Im Laufe der Jahre arbeitete sie mit dem Kammerorchester unter der Leitung von Igor Shavruk, der Bigband des Odesaer Theaters für Musikalische Komödie, dem Klaipėda Jazz Orchestra, dem Black Sea Orchestra und weiteren Ensembles zusammen.

Das Orchesterformat ermöglichte es ihr, Jazzstandards in größeren Arrangements mit Bläser- und Streichergruppen zu interpretieren und dabei Pop-Gesangstechnik mit Jazzimprovisation zu verbinden.

Gesangsstil

Die Grundlage von Anastasia Bukinas Gesangsstil bildet die Jazztradition. Zu ihrem Repertoire gehören Jazzstandards, Soul, Blues und moderne Popmusik.

Charakteristisch für ihren Gesang sind ein dunkles, volles Timbre, ein freier Umgang mit Phrasierung und der Anspruch, klassische Versionen bekannter Standards nicht einfach zu kopieren. Improvisation spielt sowohl bei ihren Live-Auftritten als auch in ihrer pädagogischen Arbeit eine wichtige Rolle.

Die Zeit bei Dust Heaven blieb dabei ein ungewöhnlicher, aber wichtiger Teil ihrer musikalischen Biografie. Sie zeigt die stilistische Bandbreite der Sängerin: von traditionellem Jazz und Soul bis hin zu elektronischer Gothic-Musik und späterer Popmusik.

Übergang zu eigener Popmusik

2018 begann für Bukina eine neue Phase ihrer Karriere. Sie entschied sich, moderner Popmusik und eigenem Songmaterial mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Sie begann mit dem Soundproduzenten Alexander Shen zusammenzuarbeiten. Zu den Songs aus dieser Phase gehörte «Твоя». Ihre Arbeit im Jazz setzte sie gleichzeitig fort: Die Poprichtung entwickelte sich parallel zu ihrem traditionellen Konzertrepertoire.

Black Sea Jazz Weekend und weitere Ausbildung

2019 gewann Anastasia Bukina den Wettbewerb Black Sea Jazz Weekend. Zu den Preisen gehörte ein Ausbildungskurs am Berklee College of Music, anschließend studierte sie bei der US-amerikanischen Jazzsängerin und Pädagogin Gabrielle Goodman.

2020 schloss Bukina ein Hochschulstudium an der Borys Grinchenko Kyiv University ab. Damit setzte sie ihre professionelle Ausbildung, die bereits am Odesaer Musikkolleg begonnen hatte, auch nach vielen Jahren praktischer Bühnen- und Unterrichtserfahrung fort.

Sing It und pädagogische Arbeit

Gesangspädagogik entwickelte sich zu einem eigenständigen Bereich von Anastasia Bukinas Tätigkeit. In Odesa gründete sie die Schule Sing It und übernahm deren Leitung. Die Schule ist auf eine umfassende Ausbildung von Sängerinnen und Sängern ausgerichtet.

Das Programm umfasst Stimmbildung und Atemtechnik, Musiktheorie, Bühnenarbeit, die Beschäftigung mit populärer Musik sowie einen eigenen Bereich für Jazzgesang. Besonderes Augenmerk liegt dort auf Stilistik, Phrasierung und Improvisation.

Sing It arbeitet sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern. Eigene Programme dienen der Vorbereitung auf Musikwettbewerbe und auf die Aufnahme an spezialisierten Bildungseinrichtungen.

In ihrem Unterricht nutzt Bukina ihre Erfahrungen aus der professionellen Bühnenarbeit. Für sie geht es nicht nur darum, Schülerinnen und Schülern eine sichere Intonation beizubringen, sondern auch eine stabile Gesangstechnik, ein Verständnis für musikalisches Material und die Fähigkeit zu entwickeln, selbstständig mit unterschiedlichen Stilen zu arbeiten.

Konzerte außerhalb der Ukraine

Nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine setzte Bukina ihre Konzerttätigkeit fort und vertrat die Odesaer Jazzszene auch im Ausland.

Im Juni 2022 trat sie beim Klaipėda Castle Jazz Festival in Litauen auf. Die Organisatoren brachten die Teilnahme der Sängerin aus Odesa mit der langjährigen Zusammenarbeit des Festivals mit dem Odessa Jazz Fest und mit der Unterstützung für die Ukraine in Verbindung.

2023 trat Bukina in Litauen gemeinsam mit der Kaunas Big Band auf. Das Konzert setzte ihre Arbeit mit großen Jazzorchestern fort und wurde Teil internationaler Kulturprojekte mit ukrainischen Musikern.

Anastasia Bukina heute

Jazz, Soul und moderne Popmusik bleiben die wichtigsten Bereiche ihrer Arbeit. Sie tritt mit dem Projekt Anastasia Bukina Group auf, arbeitet mit Jazzmusikern und Orchestern zusammen und setzt ihre pädagogische Tätigkeit bei Sing It fort.

Bukinas Biografie ist eng mit Odesa verbunden. Hier erhielt sie ihre musikalische Ausbildung, begann professionell aufzutreten, arbeitete mit Vertretern der lokalen Jazzschule zusammen und gründete ihr eigenes Bildungsprojekt.

Gleichzeitig war ihre Karriere nie auf ein einziges Format beschränkt. Die Gothic-Electronica von Dust Heaven, Kammer- und Bigband-Programme, traditionelle Jazzstandards, Soul und die Arbeit mit moderner eigener Popmusik ergeben eine für die ukrainische Gesangsszene eher ungewöhnliche Kombination. Jazz blieb jedoch über den größten Teil ihres Weges hinweg der zentrale musikalische Schwerpunkt.


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