Die Ukraine hat ihre Vertreterin für den Eurovision Song Contest 2026 gewählt. Es ist LELÉKA — eine Künstlerin, die Berliner Jazz mit ukrainischer Seele verbindet.
Am 7. Februar 2026 errang die ukrainische Künstlerin LELÉKA einen souveränen und symbolischen Sieg in der Nationalen Vorauswahl und erhielt damit das Recht, die Ukraine beim Eurovision Song Contest 2026 zu vertreten, der in Wien (Österreich) stattfinden wird. Ihr Auftritt mit dem Song „Ridnym“ erhielt die maximale Unterstützung — 10 Punkte von der Jury und 10 Punkte vom Publikum — und machte das Ergebnis einstimmig und unumstritten.
LELÉKAs Sieg wurde zu einem der emotional intensivsten Momente der ukrainischen Vorauswahl der letzten Jahre und löste eine breite Resonanz sowohl in der professionellen Musikszene als auch beim Publikum aus.
Der Song „Ridnym“: Rückkehr zu den Wurzeln
Die Komposition „Ridnym“ wurde nicht nur als Wettbewerbsbeitrag wahrgenommen, sondern als tief persönliches Statement, das Themen wie Erinnerung, Zugehörigkeit und die innere Verbindung zur Heimat widerspiegelt. In seiner Form zurückhaltend und frei von äußerer Effekthascherei, stützt sich der Song auf Stimme, Text und die Stille zwischen den Zeilen — genau darin liegt seine zentrale künstlerische Stärke.
Für viele Hörerinnen und Hörer wurde „Ridnym“ zu einem Symbol der Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und zur Muttersprache, was LELÉKAs Auftritt besonders stimmig mit der gesellschaftlichen Stimmung in der Ukraine machte.
Wer ist LELÉKA: Kurzbiografie
LELÉKA ist der Künstlername der ukrainischen Sängerin und Komponistin Viktoriia Korneikova. Sie wurde am 10. November 1990 in der Stadt Perschotrawensk in der Oblast Dnipropetrowsk geboren, erhielt ihre Schauspielausbildung in Kyjiw und anschließend ihre musikalische Ausbildung in Deutschland. Seit 2016 lebt und arbeitet die Künstlerin in Berlin.
LELÉKA ist Gründerin des gleichnamigen Folk-Jazz-Quartetts, das Musikerinnen und Musiker aus der Ukraine, Deutschland und Polen vereint. Das Projekt ist bekannt für die feinsinnige Verbindung ukrainischer Folklore mit Jazzimprovisation und einem kammermusikalisch geprägten zeitgenössischen Klang. Die Diskografie der Gruppe umfasst mehrere Studioalben, darunter „Kolysanky“ (2025).
Neben ihrem Hauptprojekt entwickelt Viktoriia zudem das alternative elektronische Art-Projekt DONBA₴GRL, in dem sie Themen wie Identität, innere Verletzlichkeit und zeitgenössische Erfahrung erforscht.
Eurovision: der Wettbewerb im Kontext
Eurovision ist der größte internationale Gesangswettbewerb, der seit 1956 ausgetragen wird und Dutzende Länder aus Europa und darüber hinaus vereint. Im Jahr 2026 feiert der Wettbewerb sein 70-jähriges Jubiläum, was dem bevorstehenden Ereignis eine besondere Bedeutung verleiht.
Die Ukraine gilt traditionell als eines der stärksten Teilnehmerländer des Wettbewerbs, bekannt für mutige musikalische Entscheidungen, eine ausgeprägte nationale Identität und ein hohes künstlerisches Niveau. LELÉKAs Sieg in der nationalen Vorauswahl setzt diese Linie fort — mit einem Fokus nicht auf Showeffekte, sondern auf Bedeutung, Stimme und kulturelle Tiefe.
Was vom Auftritt der Ukraine in Wien zu erwarten ist
LELÉKAs Auftritt auf der Bühne des Eurovision Song Contest 2026 verspricht ein ungewöhnlicher, aber nachhaltiger Moment des Wettbewerbs zu werden. Ihr Ansatz stellt Lautstärke und visuellen Druck innerer Stille, Aufrichtigkeit und emotionaler Präzision gegenüber.
Der Song „Ridnym“ und die Künstlerin selbst werden bereits jetzt als eine Darstellung der Ukraine durch Gefühl statt durch Bild wahrgenommen — ein Ansatz, der entscheidend dafür sein könnte, wie der Beitrag vom internationalen Publikum aufgenommen wird.