KlangKuenstler - Biografie und Diskografie, alle Alben und Songs

KlangKuenstler

KlangKuenstler, mit bürgerlichem Namen Michael Korb, ist ein deutscher DJ und Musikproduzent aus Bayern, der in Berlin lebt. Im Laufe seiner Karriere hat sich sein Stil deutlich verändert: vom Deep House und Tech House der frühen 2010er-Jahre hin zu schnellem, hartem Techno mit starken Einflüssen aus Schranz, Industrial und dem europäischen Rave der 1990er- und frühen 2000er-Jahre.

Größere Bekanntheit erlangte KlangKuenstler in seiner frühen Phase mit dem Tech-House-Track Jam Master Jack. Der spätere Abschnitt seiner Karriere ist dagegen vor allem mit seinem eigenen Label OUTWORLD sowie Tracks wie Weltschmerz, Deine Angst, Die Welt Brennt, Toter Schmetterling und Sonne geht auf verbunden.

KlangKuenstler gehört zu den Künstlern, deren Karriereentwicklung besonders deutlich die Rückkehr von schnellem und hartem Techno auf große europäische Festivals und Clubbühnen in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre widerspiegelt.

Kindheit und KlangKuenstlers bürgerlicher Name

Der bürgerliche Name des Künstlers lautet Michael Korb. Er wurde am 17. Juni 1990 in Füssen in Bayern geboren und wuchs im Allgäu im Süden Deutschlands auf.

In einer Kleinstadt war elektronische Clubkultur kaum Teil seines unmittelbaren Alltags. Seine erste intensive Begegnung mit elektronischer Musik erfolgte über das Internet und Online-Plattformen, auf denen Korb House und andere Stilrichtungen der Clubmusik entdeckte.

München und die ersten Schritte in der elektronischen Musik

Im Alter von 18 Jahren zog Michael nach München, wo er eine berufliche Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe begann.

In dieser Zeit nahm elektronische Musik einen immer größeren Platz in seinem Leben ein. Korb begann, sich intensiver mit Clubkultur zu beschäftigen, Musikproduktion zu lernen und nach und nach eigene Tracks zu erstellen.

Sein Interesse galt zunächst nicht dem harten Techno, mit dem der Name KlangKuenstler heute verbunden wird, sondern vor allem House.

Erste Veröffentlichungen und Zuckerton Records

2011 gründete Korb sein eigenes Label Zuckerton Records, das sich auf elektronische Tanzmusik konzentrierte.

Die frühen Arbeiten von KlangKuenstler bewegten sich zwischen Deep House, Tech House und melodischeren Formen elektronischer Musik. Bereits in dieser Phase war Groove ein deutliches Merkmal seiner Produktionen: dichte Drums, eine markante Bassline und vergleichsweise einfache Arrangements, die in erster Linie für den Club gedacht waren.

Umzug nach Berlin

Zu den entscheidenden Ereignissen seiner frühen Karriere gehörte ein Auftritt im Berliner Club Ritter Butzke. 2012 zog Michael nach Berlin und wurde nach und nach Teil der dortigen elektronischen Musikszene.

Der Umzug verschaffte ihm Zugang zu einer deutlich weiter entwickelten Clubinfrastruktur, einer großen Zahl von Künstlern und einem Publikum, das mit unterschiedlichen Formen von House und Techno vertraut war.

Berlin wurde später zur dauerhaften Basis von KlangKuenstler und zu der Stadt, mit der ein großer Teil seiner beruflichen Entwicklung verbunden ist.

Das bin ich

2013 veröffentlichte KlangKuenstler mit Das bin ich eines seiner ersten umfangreicheren Projekte.

Das Material aus dieser Phase unterscheidet sich deutlich von seinem späteren Sound. Im Mittelpunkt standen Deep House, melodischer House und eine entspanntere Clubästhetik.

Dieser Teil seiner Diskografie ist deshalb besonders interessant, weil er zeigt, wie radikal sich die musikalische Ausrichtung des Künstlers später verändern sollte.

Die frühe House- und Tech-House-Phase

In der ersten Hälfte und Mitte der 2010er-Jahre entwickelte sich KlangKuenstler vor allem als House- und Tech-House-Produzent.

Seine Musik erschien auf Stil vor Talent, Toolroom, Suara, Smiley Fingers, Elrow Music und weiteren Labels der europäischen Clubszene.

Auch in dieser Zeit bevorzugte Korb relativ harte Drums und einen Old-School-Groove. Ihn reizte Musik, bei der der Rhythmus körperlich spürbar bleibt und nicht in komplizierten melodischen Arrangements untergeht.

Jam Master Jack

Zu den größten Veröffentlichungen seiner frühen Phase gehörte Jam Master Jack, das im Februar 2016 auf dem Label Smiley Fingers erschien.

Der Track verwendet einen charakteristischen Old-School-Hip-Hop-Ansatz beim Sampling und verbindet ihn mit einem federnden Tech-House-Groove.

Der Track erreichte Platz eins der Beatport-Kategorie Tech House und stieg bis auf Platz zwei der allgemeinen Beatport-Charts, wo er sich über mehrere Monate hinweg hielt.

Jam Master Jack machte KlangKuenstler weit über die deutsche Szene hinaus bekannt und festigte für mehrere Jahre seinen Ruf als erfolgreicher Tech-House-Produzent.

Warum KlangKuenstler sich vom Tech House entfernte

Gegen Ende der 2010er-Jahre begannen sich Korbs musikalische Interessen deutlich zu verändern.

Je intensiver er sich mit Techno beschäftigte, desto schneller, dunkler und härter wurden seine Tracks. Die entspanntere House-Struktur seiner früheren Arbeiten verschwand nach und nach, während kraftvolle Kicks, höhere BPM-Zahlen, industrielle Texturen und eine angespanntere Atmosphäre in den Vordergrund rückten.

Dieser Wandel geschah nicht von einem Moment auf den anderen. Über mehrere Jahre existierten Elemente von Tech House und direkterem Techno gleichzeitig in KlangKuenstlers Diskografie, bevor die neue Richtung endgültig zum Mittelpunkt seines Schaffens wurde.

Der Wechsel zum Techno

Etwa ab 2018 konzentrierte sich KlangKuenstler zunehmend auf Techno.

Veröffentlichungen wie Dunkle Illusion und Razor markierten den Übergang zu härterem und schnellerem Material.

Im Vergleich zu seinen früheren Arbeiten waren die Tracks weniger auf Funk- und House-Groove ausgerichtet und wurden zunehmend von rhythmischem Druck, industrieller Atmosphäre und sich wiederholenden hypnotischen Elementen getragen.

OUTWORLD

2019 gründete Michael Korb sein eigenes Label OUTWORLD.

Die neue Plattform wurde zum wichtigsten Raum für seine veränderte musikalische Ausrichtung. Über OUTWORLD konnte KlangKuenstler Techno veröffentlichen, ohne sich an die ästhetischen Erwartungen der House-Labels anpassen zu müssen, mit denen er zuvor gearbeitet hatte.

OUTWORLD entwickelte sich schrittweise von einer reinen Veröffentlichungsplattform zu einer eigenständigen Clubmarke mit eigenen Events und einer wiedererkennbaren visuellen Ästhetik.

Die ersten OUTWORLD-Veröffentlichungen

Der frühe OUTWORLD-Katalog zeigt den endgültigen Richtungswechsel von KlangKuenstler besonders deutlich.

In Tracks wie Strom der Welt, Die Sonne bebt, Hexenmeister, Ihr Werdet Weinen, Armageddon und Ehre und Gewalt stieg das Tempo deutlich an, während der House-Groove einer direkteren und härteren Rhythmik wich.

Gleichzeitig behielt Korb eine Eigenschaft bei, die bereits seine frühen Arbeiten geprägt hatte: Seine Tracks sind meist um wenige, klar erkennbare Elemente aufgebaut und nicht mit Details überladen.

Weltschmerz

Im März 2021 erschien auf OUTWORLD die Weltschmerz EP.

Der Titeltrack wurde zu einer der bekanntesten Arbeiten von KlangKuenstler aus seiner neuen Phase.

Weltschmerz basiert auf einem harten Techno-Rhythmus, einer dramatischen Entwicklung und einer angespannten melodischen Atmosphäre. Der deutsche Begriff beschreibt ein Gefühl von Schmerz und Enttäuschung angesichts der Unvollkommenheit der Welt und passt damit sehr genau zum emotionalen Charakter des Tracks.

Die Veröffentlichung festigte KlangKuenstlers Übergang von einem Künstler mit Tech-House-Vergangenheit zu einem eigenständigen Vertreter einer neuen Generation schnellen europäischen Technos.

Deine Angst

Im März 2022 veröffentlichte KlangKuenstler Deine Angst.

Die Veröffentlichung setzte die Entwicklung seines härteren und emotional angespannteren Sounds fort. Hohes Tempo, verzerrte Drums und düstere Synthesizerparts treffen hier auf Vocal-Elemente und abrupte dynamische Wechsel.

Zu diesem Zeitpunkt war das Tempo seiner Musik bereits deutlich höher als selbst bei den ersten OUTWORLD-Releases.

Die Rückkehr von Schranz

Der Sound von KlangKuenstler zu Beginn der 2020er-Jahre wird zunehmend mit Schranz in Verbindung gebracht, einer schnellen und harten Form von Techno, die sich Ende der 1990er-Jahre entwickelte und Anfang der 2000er große Verbreitung fand.

Korb verwendet für diese Tradition typische verzerrte Kicks, rollende Percussion, hohe Tempi und industrielle Texturen, kombiniert sie jedoch mit moderner Produktion und großen emotionalen Höhepunkten.

Dadurch wurde seine Musik Teil einer breiteren Wiederbelebung von Fast Techno, Hard Techno und Schranz unter einer neuen Generation von Clubgängern.

Die Welt Brennt

Am 3. Februar 2023 veröffentlichten KlangKuenstler und Obernauer gemeinsam Die Welt Brennt auf OUTWORLD.

Die Veröffentlichung enthält die Tracks Die Welt Brennt und Mein Wille.

Hier zeigt sich besonders deutlich eine wichtige Eigenschaft des späteren KlangKuenstler: Deutschsprachige Vocals werden nicht als eigenständiger Songpart eingesetzt, sondern als dramatisches Element innerhalb einer harten Clubstruktur.

Die Welt Brennt wurde zu einer seiner bekanntesten Arbeiten und festigte die Ästhetik von OUTWORLD: düster, direkt und emotional angespannt.

Tote Sonne

2023 führten KlangKuenstler und der Berliner Techno-Produzent Kobosil Teile ihrer Projekte in der neuen Marke Tote Sonne zusammen.

Das Konzept ging über ein klassisches Plattenlabel hinaus und vereinte Musik, Künstlervertretung, Events und Mode.

Für KlangKuenstler setzte dieses Projekt eine Idee fort, die bereits bei OUTWORLD angelegt war: Techno existiert nicht nur als Sammlung von Musikveröffentlichungen, sondern auch als visuelles und kulturelles Umfeld.

Toter Schmetterling

Am 6. September 2024 veröffentlichten KlangKuenstler und Sant gemeinsam Toter Schmetterling.

Der Track wurde zu einer der auffälligsten harten Veröffentlichungen seines Katalogs: Das Tempo erreicht 156 BPM, während ein massiver Kick, industrielle Percussion und eine düstere Melodielinie die Grundlage bilden.

Toter Schmetterling zeigt besonders deutlich, wie weit sich KlangKuenstlers heutiger Sound vom Deep House und Tech House entfernt hat, mit denen seine Karriere begann.

Sonne geht auf mit Ski Aggu

Am 10. Oktober 2025 veröffentlichte KlangKuenstler gemeinsam mit dem deutschen Rapper Ski Aggu den Track Sonne geht auf.

Die Veröffentlichung erschien auf OUTWORLD sowohl in einer regulären als auch in einer Extended-Version.

Die Zusammenarbeit mit Ski Aggu erweiterte KlangKuenstlers gewohntes Format: Deutschsprachige Rap-Vocals wurden in eine harte elektronische Grundlage integriert, die zugleich die wesentlichen Merkmale seiner Clubproduktion bewahrte.

Die Veröffentlichung zeigte außerdem, dass sich der Künstler nicht ausschließlich auf instrumentalen Hard Techno beschränkt und offen für Verbindungen zur breiteren deutschen Pop- und Rap-Szene ist.

KlangKuenstlers musikalischer Stil

Der heutige Stil von KlangKuenstler bewegt sich an der Schnittstelle mehrerer Genres:

  • Hard Techno;
  • Schranz;
  • Industrial Techno;
  • Rave Techno;
  • Acid;
  • Old-School-Techno der 1990er- und frühen 2000er-Jahre.

Seine Musik zeichnet sich durch hohe Tempi, massive gerade Kicks, dichte Percussion, verzerrte industrielle Texturen und eine vergleichsweise einfache Dramaturgie aus.

Trotz aller Härte bestehen KlangKuenstlers Tracks selten nur aus rhythmischem Druck. Melodische Höhepunkte, Vocal-Fragmente und der emotionale Kontrast zwischen Spannung und Entladung spielen eine wichtige Rolle.

Die Verbindung zwischen dem frühen und heutigen KlangKuenstler

Auf den ersten Blick können KlangKuenstlers House-Phase und sein heutiger Hard-Techno-Sound wie zwei völlig unterschiedliche Karrieren wirken.

Zwischen beiden bleibt jedoch eine wichtige Gemeinsamkeit bestehen: der Groove. Schon während seiner Tech-House-Zeit legte Korb besonderen Wert auf Drums und Bassline, und dieses Prinzip verschwand auch mit steigendem Tempo nicht.

Musikalische Sprache, Werkzeuge und Intensität haben sich verändert, doch seine Tracks bauen weiterhin auf der unmittelbaren körperlichen Wirkung des Rhythmus auf.

KlangKuenstlers DJ-Stil

Die heutigen Sets von KlangKuenstler zeichnen sich durch hohes Tempo und eine hohe Dichte des Materials aus.

Sie verbinden Hard Techno, Schranz, Industrial, Acid und klassischen Rave. Musik aus den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren spielt dabei eine wichtige Rolle und dient Korb regelmäßig als Inspirationsquelle.

Gleichzeitig reproduziert er alten Schranz nicht einfach originalgetreu. Historische Stilmittel werden mit modernem Mixing und einer schwereren Tieftonproduktion verbunden, die auf große Soundsysteme ausgelegt ist.

OUTWORLD als Eventreihe

Mit der Zeit entwickelte sich OUTWORLD von einem Label zu einer eigenständigen Eventmarke.

Die Partys des Projekts konzentrieren sich auf härtere Techno-Spielarten und geben KlangKuenstler die Möglichkeit, nicht nur das musikalische Programm, sondern auch die gesamte Ästhetik der Veranstaltung zu kontrollieren.

Das Projekt ist zu einem wichtigen Teil seiner Identität geworden: Der Name OUTWORLD steht heute gleichzeitig für ein Label, eine Eventreihe und einen kreativen Raum rund um Korbs Musik.

Internationale Tourkarriere

Nach seinem musikalischen Richtungswechsel wuchs KlangKuenstlers internationale Tourkarriere deutlich.

Er begann regelmäßig auf großen Techno-Festivals und Rave-Veranstaltungen in Europa aufzutreten und erweiterte seine Touraktivitäten später auf Nord- und Südamerika, Australien und weitere Regionen.

Zu seiner Tourhistorie gehören Awakenings, Movement Detroit, Nature One, Neopop, Medusa, Electric Love, SonneMondSterne sowie zahlreiche spezialisierte Hard-Techno-Events.

Neben klassischen Festivalauftritten spielt KlangKuenstler auch längere Solo-Sets und eigene OUTWORLD-Veranstaltungen.

KlangKuenstler und die neue Welle des Hard Techno

KlangKuenstlers Stellung in der heutigen Techno-Szene wird wesentlich durch den ungewöhnlich langen Weg zu seinem aktuellen Sound bestimmt.

Im Gegensatz zu Künstlern, die ihre Karriere direkt im Hard Techno begonnen haben, verbrachte Korb einen großen Teil der 2010er-Jahre im House und Tech House. Dort erzielte er bereits beachtlichen kommerziellen Erfolg, bevor er die musikalische Sprache seines Projekts nahezu vollständig veränderte.

Die Erfahrung seiner frühen Phase ist in seinen späteren Arbeiten durch die starke Aufmerksamkeit für Groove und vergleichsweise klare Trackstrukturen erhalten geblieben. Gleichzeitig machten Einflüsse aus Schranz, Industrial und Rave seine Musik deutlich schneller und aggressiver.

Bis Mitte der 2020er-Jahre entwickelte sich KlangKuenstler zu einem der bekanntesten Vertreter der neuen europäischen Hard-Techno-Szene. OUTWORLD gab ihm eine eigene Plattform für Releases und Veranstaltungen, während Tracks wie Weltschmerz, Die Welt Brennt und Toter Schmetterling die musikalische Ästhetik festigten, mit der sein Name heute verbunden wird.


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